Eine Kapitänin, ihr Schiff, die Mannschaft, das Meer und die Unberechenbarkeiten des Lebens. – Genügend Stoff, um daraus eine unterhaltsame Geschichte zu konzipieren, sollte man meinen. – Weit gefehlt! – Nicht nur die Handlung, sondern vor allem die facettenreiche Sprache ist es, durch die dieser wunderbare kleine Roman punktet.
Entgegen jeglicher Disziplin, an die sie sich seit jeher gehalten hat, entgegen aller Vorschriften und Vernunft, schaltet die Kapitänin auf der Überfahrt vom französischen St. Nazaire in Richtung der Antillen mitten auf dem Ozean Motor und Radar ihres Frachters aus, um ihrer Crew ein Bad im kalten Ozean zu ermöglichen. Ein Unterfangen, das so verrückt wie verwegen gleichzeitig ist.
Mit ihrem Eintauchen in das Wasser eint die Seeleute nun eine Anderswelt, in der sich jeder von ihnen erst einmal zurechtfinden muss. Von nun an sind sie samt der an Deck gebliebenen Kapitänin nur noch mit sich selbst beschäftigt. Zurückgeworfen in ihre bloßen Existenzen werden sie sich körperlich und seelisch ihres Daseins und dem Ausgeliefertsein an die Natur einerseits verzückt, andererseits schmerzlich bewusst. Allein auf sich gestellt kommt sich jeder der Männer auf eine der Wirklichkeit entrückte Art so nahe wie nie zuvor.
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