Beim Rezensieren dieses Buches schlagen wieder einmal zwei Herzen in meiner Brust. Stilistisch ist dieser Roman genial, die Sätze sind geschliffen, plastisch, witzig und so nah am Leben, dass es schmerzt. Inhaltlich aber enttäuscht er, es fehlt Spannung, Dynamik, Handlung.
Erzählt werden in Ich-Form die Erlebnisse einer jungen Frau – wir erfahren ihren Namen nicht – die mit Freund und kleinem Kind neu in einer dänischen, sehr dörflich strukturierten Kleinstadt ankommt. Sie ist mit Kind und Dorfleben reichlich überfordert, eckt immer wieder an mit ihrer spontanen, etwas rüpelhaften und viel zu ehrlichen Art, mit ihren leicht sarkastischen Bemerkungen, die an den Bewohnern abprallen wie ein Ball vom Boden. Als roter Faden ziehen sich durch den Roman ihre immer wiederkehrenden, endlosen Fahrstunden, mit denen sie diverse Fahrlehrer verschleißt, das Fahren dabei aber nicht lernt. Das Kind wird derweil bei einer Tagesmutter betreut, die ebenso wie alle anderen um sie herum, nicht mit allerlei Ratschlägen zur Kindererziehung spart. Weiterlesen


Die norwegische Schriftstellerin Marie Aubert (Jahrgang 1979) debütierte 2016 mit ihren Storys „Kan jeg bli med deg hjem“. Am 22. März 2022 legte der Rowohlt Verlag die deutsche Ausgabe mit dem Titel „Kann ich mit zu dir?“ in einer Übersetzung von Ursel Allenstein und Stefan Pluschkat vor. Zuvor erschien Auberts vielbeachteter Roman 
Lohnt es sich, durchzuhalten?
eren kann, wird später aber zu einer tödlichen Gefahr.

icht keine Freude.