Claire Dyer: Als gestern noch morgen war

clairePaddington Station in London. Es ist ein ganz normaler, hektischer Morgen für tausende Menschen. Nur für Fern und Elliott ist er anders. Sie begegnen sich zufällig an besagtem Bahnhof und ihr Leben gerät dadurch durcheinander. Denn vor fünfundzwanzig Jahren waren die beiden ein Liebespaar, hatten sich dann aber getrennt und jeder seinen eigenen Lebensweg eingeschlagen. Schnell wird klar, dass sie übereinander nicht komplett hinweg sind und das Treffen zumindest gedanklich Einiges angestoßen hat. Fern bekommt Elliott nicht mehr aus dem Kopf und ist den ganzen Tag abgelenkt, Elliott seinerseits ist sich unsicher, ob er Fern vielleicht sogar nochmal sehen möchte, zum Beispiel auf einen Kaffee – und was könnte dann alles passieren? Weiterlesen

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Rachel Schurig: Drei Mädels und ein Baby

dreiAls Virgina, genannt Ginny, knapp acht Wochen nach dem einmaligen Ausrutscher mit ihrem Exfreund Josh feststellt, dass sie schwanger ist, steht ihre Welt Kopf. Ihre beiden besten Freundinnen Annie und Jen bieten ihr Unterstützung an, doch ausgerechnet Josh möchte von dem Baby nichts wissen, nicht einmal treffen möchte er Ginny. Sie entscheidet sich für das kleine Lebewesen und plant, es gemeinsam mit ihren Freundinnen aufzuziehen. Die Schwangerschaft wird für alle Beteiligten zur Achterbahnfahrt der Gefühle. Weiterlesen

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Graeme Simsion: Der Rosie-Effekt

graeDer australische Autor Graeme Simsion hatte im vorigen Jahr auch in Deutschland mit seinem Erstling „Das Rosie-Projekt“ einen Mega-Erfolg.

Die Leser liebten einfach den am Asperger-Syndrom leidenden Professor Don Tillman, der sich in die chaotische Rosie verliebt. Asperger-Patienten sind extrem vernunftgesteuert, haben aber Schwierigkeiten, Emotionen zu erkennen oder selbst zu erleben. Kein Wunder, dass das vor allem in Liebesdingen zu Komplikationen führt. Nun liegt die Fortsetzung vor – „Der Rosie-Effekt“ – und sie ist nicht weniger gelungen als der Vorgänger. Weiterlesen

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Philippe Claudel: Der Duft meiner Kindheit

duftWeihnachten riecht nach Zimt und der Sommer nach frisch gemähtem Heu und Blumenwiesen. Der französische Bestseller-Autor Philippe Claudel kennt noch mehr Erinnerungsgerüche. Von 63 erzählt er im Buch „Der Duft meiner Kindheit“.
Der Sportplatz der Kinderzeit riecht nach Akazien, die Erinnerungen an die Großmutter nach Knoblauch, mit dem sie den Hasenbraten füllte. Und der Großvater nach Zigarren. Düfte aus der Natur, die jeder kennt, beschreibt Claudel, erzählt aber auch, wie der Friedhof gegenüber von seinem Elternhaus roch und der Tod. Duft von Nachthyazinthen hat er in der Nase, wenn er an Verwandte, die aufgebahrt im Haus lagen, denkt. Momentaufnahmen sind die kurzen Texte – schön für zwischendurch.

Philippe Claudel: Der Duft meiner Kindheit.
Kindler, August 2014.
192 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Wanjiku wa Ngugi: Die Scheinheiligen

scheinJe nachdem, was einem Menschen widerfährt, entwickelt er sein ganz persönliches Weltbild. Der reiche und zugleich beruflich erfolgreiche Anwalt Zack findet: „… Mein Großvater … sah ein, dass die Schwachen die Starken nähren, die Niederen die Höheren. Reichtum gedeiht nur auf Armut. Ich habe es nicht erfunden, aber so funktioniert die Welt eben …“ (S. 244)
Das Weltbild der jungen, schönen und armen Mugure hat seine Grundierung in Kenia erhalten. Zum ersten Mal lernt Mugure als junge Frau ihren Vater kennen, der ihr vier Jahre ein Studium in den Vereinigten Staaten bezahlen will. Weiterlesen

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Lutz Seiler: Kruso

lutzLutz Seilers „Kruso“ gilt als einer der Favoriten für den Deutschen Buchpreis 2014, der am 6. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vergeben wird. Und in der Tat entwickelt der Text in seinen besten Momenten eine Art magische Anziehungskraft, der man sich schwer entziehen kann. Anderes dagegen ist weniger positiv.

Der Roman ist aus der Sicht des psychisch labilen, selbstmordgefährdeten Germanistik-Studenten Edgar Bendler geschrieben, der im Sommer 1989 von Halle an der Saale nach Hiddensee reist, um den Tod seiner Freundin zu verdauen. Weiterlesen

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Camilo Sánchez: Die Witwe der Brüder van Gogh

witweDie enge Beziehung zwischen den Brüden Vincent und Theo van Gogh kann man in vielen Biografien nachlesen. Camilo Sànchez hat eine Romanbiografie über Theos Ehefrau Johanna van Gogh-Bonger geschrieben, die mit 28 Jahren Witwe wurde. Theo starb ein halbes Jahr nach Vincent.
Drei Tag nach dem Selbstmord des Malers begann Johanna Tagebuch zu schrieben. Die Aufzeichnungen hat Sánchez in den Roman eingearbeitet und zeichnet das Leben der Frau nach, die wusste, dass die große Liebe ihres Mannes sein Bruder ist. Johanna ist „Die Witwe der Brüder van Gogh“, erbt 600 Gemälde, ebenso viele Briefe des Malers und 450 Zeichnungen. Sie organisiert die ersten Ausstellungen und wird eine erfolgreiche Kunstsammlerin. Lesenswert.

Camilo Sánchez: Die Witwe der Brüder van Gogh.
Unionsverlag, Juli 2014.
192 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Dragana Oberst: Jenseits der weißen Linie

dragaJana ist noch keine sieben Jahre alt, als sich ihr Leben schlagartig ändert. Der Vater verschwindet quasi über Nacht, die Mutter wandert nach Deutschland aus, um Geld zu verdienen. Der Familienrat beschließt, dass der elfjährige Bruder in ein Internat geht, während Jana bei der armen Großmutter in einem kleinen serbischen Dorf leben soll.
Das Jugoslawien der sechziger Jahre wird von Tito geprägt. Um ihn zu ehren, lernt sie zusammen mit den anderen Schulkindern regelmäßig Lobgedichte, die sie auf politischen Festakten vorträgt. Im Laufe der Jahre muss Jana lernen, dass jeder, der irgendwie aus dem gesellschaftlichen Gefüge ausbricht, am Rande der Gemeinschaft lebt. Und sie lernt, dass Fleiß und gute Noten nicht immer ausreichen, um dazuzugehören. Weiterlesen

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Thomas Hettche: Pfaueninsel

pfauZum engsten Kreis der Anwärter für den Deutschen Buchpreis gehörte auch Thomas Hettche. Sein Roman „Pfaueninsel“ stand auf der Shortlist.

Die Pfaueninsel liegt in der Havel bei Potsdam und war zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Art Paradies und Zufluchtsort für Preußens Könige mit allerlei ausgefallenen Tieren und Pflanzen.

Mit einer sehr poetischen Sprache, die sich zum Teil der altertümlichen Ausdrücke von einst bedient, lässt Hettche die fast märchenhafte Atmosphäre der damaligen Zeit auferstehen. Weiterlesen

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Mary Simses: Der Sommer der Blaubeeren

sommerMitdreißigerin Ellen wird durch den Tod ihrer geliebten Großmutter aus der Bahn geworfen. Es ist kurz vor ihrer Hochzeit mit ihrem langjährigen Freund, der wie sie ein erfolgreicher Anwalt ist. Und trotz der Vorbereitungen beschließt Ellen, den letzten Wunsch ihrer Großmutter zu erfüllen. Sie reist von New York in das Küstenörtchen Beacon, wo diese viele Jahre gelebt hat, um einen Brief zu überreichen. Der Empfänger sagt Ellen nichts, doch schon bald findet Ellen Einiges über besagten Chet und ihre Großmutter heraus. Dann kreuzt auch noch der attraktive Roy ihren Weg und rettet sie ausgerechnet aus einer misslichen Lage. Weiterlesen

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