Dieses Buch ist ein Schatz. Das Vermächtnis von Siegfried Lenz. „Die Leute von Hamburg“ erschien am Tag nach seinem Tod, zwischenzeitlich war es vergriffen.
Lenz betrachtet die Menschen seiner Heimatstadt durch ein Rumglas. Das Schulkind, einen Polizisten, die Frau beim Einkaufen, einen Künstler und die Journalistin, die „eine Misshandlung von Goldfischen aufdeckt“, zoomt er durch das Glas heran und macht sie zu Hauptpersonen von kleinen Geschichten. Klaus Fußmann zeigt dazu in 17 Bildern sein Hamburg – vom Fischmarkt bis zur Elbphilharmonie. Weiterlesen
Belletristik
Åsa Hellberg: Sommerfreundinnen
Als Sonja überraschend stirbt, reißt sie ein tiefes Loch in die Mitte ihrer drei besten Freundinnen Susanne, Maggan und Rebecka. Doch als hätte sie es geahnt, hat Sonja Vorkehrungen getroffen. In ihrem Nachlass bittet sie die Freundinnen, ihre aktuelle Arbeit aufzugeben, sich zu verändern und endlich ihre aufgegeben Träume zu verwirklichen. Leichter gesagt als getan mit Ende 40 und Anfang 50. Doch Susanne, Maggan und Rebecka lassen sich auf das Abenteuer ein und verlassen Schweden, um ein Hotel zu eröffnen, ein Haus zu renovieren und die große Liebe zu finden. Weiterlesen
Eli Brown: Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten einer Kanonenkugel
Sussex in England, 1819: Bei einem festlichen Mahl kommt es zur Tragödie. Piraten überfallen das Haus von Lord Ramsey. Sein Koch Owen Wedgwood muss dabei zusehen, wie der geliebte Herr umgebracht wird und gerät danach in die Fänge der Piraten. Owen hat nur eine Chance zu überleben: Auf hoher See, an Bord des Piratenschiffs muss er für den weiblichen Captain Mabbott jeden Sonntag ein Festmahl zubereiten. Doch wie soll das funktionieren? An Bord sind nun wirklich keine Zutaten für mehrgängige Menüs. Owen muss erfinderisch sein und gleichzeitig seinen Plan zur Flucht vorantreiben. Weiterlesen
Patrick Modiano: Gräser der Nacht
Eigentlich sollte der neue Roman von Patrick Modiano erst im Frühjahr auf Deutsch erscheinen. Nachdem dem 69-jährigen Franzosen der Literatur-Nobelpreis zugesprochen wurde, hat der Hanser Verlag das Buch vorgezogen. „Gräser der Nacht“ erscheint heute.
Es hat schon deutlich schlechtere Bücher von Literatur-Nobelpreisträger gegeben, aber richtig warm wird man mit dem Buch am Anfang nicht.
Aber eine sehr schönen Sprache hat der Erinnerungsroman, in dem sich der Ich-Erzähler Jean auf Begegnungen im Paris der 1960er-Jahre besinnt. Weiterlesen
Fanny Wagner & Carolin Birk: Überwiegend fabelhaft
Nina hat in Wiestal, einem kleinen Dorf in der Fränkischen Schweiz, von Onkel Herbert einen Gasthof geerbt und zusammen mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter renoviert. Das Modelabel »Zwiebellook«, das Nina mit vier Frauen aus dem Dorf betreibt, die sie spöttisch liebevoll die »Schnepfen« nennt, läuft gut und auch mit Schreiner Christian, dem neuen Mann an ihrer Seite, versteht sie sich prächtig. Das Leben ist herrlich!
Beziehungsweise könnte herrlich sein … wenn ihr nicht die Arbeit über den Kopf wachsen würde. Da kommt der junge Mann, den sie auf Empfehlung von Freundin Elke als Assistent einstellt, wie gerufen. Weiterlesen
Christie Hodgen: Fünf Menschen, die mir fehlen
Die US-amerikanische Schriftstellerin Christie Hodgen hat ein Herz für Loser. In ihrem lesenswerten Roman „Fünf Menschen, die mir fehlen“ porträtiert sie fünf von ihren Wegbegleitern, die mit dem Leben so ihre Schwierigkeiten haben – und das auf sehr einfühlsame und sympathische Weise.
Da ist der großspurige Onkel, der entgegen seiner eigenen Wahrnehmung vollkommen lebensuntüchtig ist und wenig auf die Reihe bekommt, dann der Klassenidiot, der später stirbt, weil er einen Benzintank mit dem Lötkolben reparieren wollte. Es folgt die redselige schwarze Kommilitonin, mit der sich die Ich-Erzählerin während des Studiums ein Zimmer teilt und die zwar gut aus der Hand lesen kann, sich aber rein gar nicht für ihr Studium interessiert. Außerdem hütet sie ein trauriges Geheimnis. Weiterlesen
Paulo Coelho: Untreue
Linda ist 31, Journalistin, hat zwei Kinder, einen Mann und führt ein unbeschwertes Leben in Genf. Aber die Leidenschaft fehlt in ihrem Leben und in der Liebe. Im neuen Roman von Bestseller-Autor Paulo Coelho, „Untreue“, versucht die attraktive Frau mit einer Affäre wieder Schwung in ihr Leben zu bringen.
16 Jahre nach dem Abitur trifft die Frau, die seelisch fast tot ist, einen ehemaligen Mitschüler wieder. Der ist inzwischen ein einflussreicher Politiker. Sie sucht die Romanze, bei ihm erwacht der Jagdinstinkt. Weiterlesen
Hera Lind: Tausendundein Tag
Das gibt‘s doch gar nicht, dass einer Frau das alles passiert, denkt man oft in den Tatsachenromanen von Hera Lind. Ganz besonders in ihrer neuen wahren Geschichte, die das Leben schrieb, die heute erscheint. „Tausendundeintag“ bietet Stoff für drei Romane, es sind drei tragische Geschichten, die das Leben der Frankfurterin Katharina von Schenck geprägt haben.
Nach dem Abitur wandert sie mit den Eltern nach Kalifornien aus. Die Eltern sterben bei einem Busunglück. Katharina verliebt sich in Pilot Falk. Zurück in Deutschland, betrügt er sie mit seiner erwachsenen Tochter. Der gemeinsame Sohn wird tot geboren. Weiterlesen
Jasinda Wilder: Falling into you – Für immer wir
Seit zwei Jahren sind die 18-jährige Nell und der etwa gleichaltrige Kyle nun schon ein Paar. Und was für eins! Wie ein altes Ehepaar kletten sie aneinander und machen nichts mehr allein. Sie lieben einander mit einer bisher ungekannten Tiefe, obwohl sie vorher sechzehn Jahre Nachbarn und beste Freunde waren, ohne dass etwas passiert ist. Für Kyle ist endlich die Zeit gekommen, die Beziehung zu vertiefen und so plant er bei einem Ausflug seinen Heiratsantrag. Denn trotz seines jungen Alters ist er sich sicher: Niemals möchte er mehr eine andere Frau lieben. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Nell ist nicht nur völlig perplex von dem Antrag, sie sagt auch noch Nein. Die Jugendlichen geraten in einen Sturm, der tragisch endet und ihre Beziehung für immer verändern wird … Weiterlesen
Adriana Altaras: Doitscha: Eine jüdische Mutter packt aus
„Doitscha“ – so hört es sich an, wenn David, der älteste Sohn von Autorin Adriana Altaras, seinen Vater einen Deutschen nennt. Überhaupt trägt David viele erbitterte pubertäre Kämpfe mit dem Vater aus.
Wer könnte nicht besser über einen jüdisch-deutschen Familienalltag, über jüdische Traditionen und die Chancen auf ein neues Begegnen unserer unterschiedlichen Kulturen untereinander schreiben, als Adriana Altaras. Weiterlesen