Lena Kiefer: Coldhart 03: Right & Wrong

Elijah Coldwell hat nun endgültig genug vor seiner Panik, all dem Leid und seiner Angst. Alles, was er jetzt will, ist Harrison Grant ein für alle Mal das Handwerk zu legen und ihn für seine Taten bestrafen. Der Mann sorgte nicht nur dafür, dass sein Leben vor dreizehn Jahren zu einem Albtraum wurde, nein, er sorgt immer noch dafür. Elijah weiß, dass er seine Familie nur vor ihm beschützen kann, wenn er bereit ist, alles aufs Spiel zu setzten – auch wenn das bedeutet, dass er die Frau verlieren könnte, die ihm alles bedeutet …

Die Autorin liefert einen gelungenen Abschluss der Coldhart Reihe. Die Bücher können nicht unabhängig gelesen werden.

Lena Kiefer hat einen wundervollen Schreibstil, er ist fesselnd, emotional und flüssig. Man fliegt durch die Seiten und wird immer wieder von neuen Dingen überrascht. Die Entwicklung der Geschichte war ganz anders als ich erwartet hatte und ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, als ich mal angefangen hatte zu lesen. Sie setzt auf gekonnte Twists und nicht allzu lange Kapitel, der Leser kommt somit voll auf seine Kosten.

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Katharina Köller: Wild wuchern

Eine blutende Kopfwunde unter einem Stirnband versteckt, zerschunden und zerkratzt, so kommt Marie in Tirol an und macht sich mitten in der Nacht auf den Weg zu ihrer Cousine Johanne, die als Eremitin auf einer Alm lebt. Johanna, wortkarg und ihr ganzes Leben lang „komisch“, weil sehr naturverbunden und immer dreckig, nimmt Marie widerwillig auf, weil sie bei Instandsetzungsarbeiten an ihrer Hütte gerade Hilfe gebrauchen kann. Nach einer Weile aber ist alles erledigt und Marie soll wieder verschwinden. Die allerdings hat ein Problem. Ihr Ehemann in Wien schlägt sie und man weiß, Marie hat ein Verbrechen begangen und wird polizeilich gesucht. Um welches Verbrechen es sich handelt, das erfährt man erst am Ende des Buches. In einer Sturmnacht erzählen einander die Cousinen, ihre Mütter sind eineiige Zwillinge, die Katastrophen aus ihrem Leben, die sie geformt und deformiert und zu dem gemacht haben, wie und was sie jetzt sind.

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Marie Kärsting: Dolce Vita Mortale

Antonia sitzt mitten in einer Seniorengruppe auf einer Busfahrt in die Toskana. Niemals würde sie das von sich aus machen, doch sie hat die Reise von ihrer Freundin vererbt bekommen und beschlossen, auf diese Weise ihr Andenken zu ehren. Auch wenn sie mindestens 30 Jahre jünger ist als ihre Begleiter. Und als Vegetarierin mit Allergien nicht nur tadelnde Blicke kassiert, sondern auch mit dem Bus-Special Wurst mit Toast und „optional Senf“ nicht sonderlich viel anfangen kann. Die nicht endenden Funfacts der Reiseleiterin interessieren sie ebenso wenig.

Das stellt dann nach ihrer Ankunft im hübschen italienischen Hotel aber ihr geringstes Problem dar, denn bereits am zweiten Tag wird die Reiseleiterin tot im Pool aufgefunden. Verhaftet wird ein Zimmermädchen, aber Antonia ist sich sicher: Hier stimmt etwas nicht. Gemeinsam mit zwei älteren Damen und unterstützt von einer ganzen Reisegruppe Senioren und einem verboten charmanten Polizisten, macht sie sich an die Ermittlungen.

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Chloe Walsh: Saving 6: Boys of Tommen 3

In dem dritten Band der Boys of Tommen Reihe geht es um Joey und Aoifes Geschichte. Sie zeigt, wie zerstörerisch, aber gleichzeitig auch schön Liebe sein kann.

Joey Lynch, der Bruder von Shannon, die wir in Band eins und zwei begleiten dürfen (Keeping 13), gerät auf die schiefe Bahn und nimmt Drogen. Zu Hause ist die Hölle los und er muss sich um seine Geschwister kümmern, dabei hat er mit seinem eigenen Leben eigentlich genug zu tun. Also sieht er in den Drogen nun also seinen letzten Ausweg. Die Tochter seines Chefs, Aoife Molloy hat es ihm schon vom ersten Anblick angetan und doch versucht er sie von ihm fernzuhalten, da er glaubt einen schlechten Einfluss auf sie zu haben. Doch da hat er die Rechnung ohne das selbstbewusste Mädchen gemacht, denn der Junge in der Werkstatt hat auch ihre Neugierde geweckt und so beginnt eine komplizierte Freundschaft.

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Jack Jordan: Die Schlafwandlerin

Der Fall Darling ist in London ein Medienereignis, bei dem die Sensationsgier der Berichterstatter reichlich Nahrung erhält: Ein dreifacher Mord, ein Feuer, das ein luxuriöses Anwesen bis auf die Grundmauern zerstört und ein Überlebender, den die Polizei für den Täter hält. Es ist ein Fall, der das Renommee eines jeden Strafverteidigers nach oben schnellen lässt. Und wäre der Verteidiger von Wade Darling nicht kurz vor der Eröffnung der Verhandlung gestorben, hätte Neve Harper diesen Fall als Zaungast verfolgt. Aber jetzt ist alles anders. Sie soll Wade Darling verteidigen. Und für die Vorbereitung hat sie nur wenige Tage Zeit. Anfangs glaubt Neve, nach diesem Fall könne sie ihre Karriere mit dem Titel Kronanwältin zieren. „Ich erinnere mich, wie stolz ich war … An all meine jugendliche Hoffnung für die Zukunft. …Mein Glaube an richtig und falsch war so konzentriert, so unantastbar.“ (S. 277)

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Audrey Magee: Die Kolonie

Irland Anfang der 1980-er Jahre. Iren und Briten bekämpfen einander, beinahe täglich gibt es neue Nachrichten über Bombenattentate, gezielte Erschießungen und Sprengstoffanschläge. Auch auf einer rauen Insel vor Irland erfährt man davon im Radio. Dort lebt der junge James, der die Fischerei verabscheut, weil sein Vater, sein Großvater und sein Onkel auf See ertrunken sind und nie gefunden wurden. Nur er, seine Mutter, seine Großmutter, die Urgroßmutter und einige alte Leute, die aber in der Geschichte keine Rolle spielen, sind auf der Insel übriggeblieben. Es ist Sommer und ein gewisser Mr. Lloyd, ein mittelmäßig talentierter Maler aus London, quartiert sich ein. Er möchte bis in den Herbst bleiben, um die Klippen, den Himmel, das urtümliche Land zu malen. Es dauert nicht lange und ein weiterer Sommergast taucht auf. Jean-Pierre Masson, genannt JP, ist Linguist, kommt aus Paris.

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Doris Lessing: Das fünfte Kind

Doris Lessing wurde 1919 in Persien geboren und verstarb 2013 in London. Sie gehört mit ihrem umfangreichen, sozial engagierten Werk zu den wichtigsten englischsprachigen Autorinnen der Moderne. Insgesamt hat Doris Lessing über 60 Bücher verfasst und etliche Preise verliehen bekommen. Mit ihrem 1962 veröffentlichten Roman „Das goldene Notizbuch“ erlangte sie Weltruhm. 1981 wurde sie mit dem österreichischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet, 1982 mit dem Shakespeare-Preis. 2007 wurde ihr der Literaturnobelpreis verliehen. In unserem Leselustportal ist ihr Erzählband „Der Ameisenhügel“ zu finden.

1988 erschien „Das fünfte Kind“ in der englischen Originalausgabe „The Fith Child“. Im selben Jahr wurde die deutsche Ausgabe erstmals vom Verlag Hoffmann und Campe aufgelegt.

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Laura Wiesböck: Digitale Diagnosen: Psychische Gesundheit als Social-Media-Trend

Online-Diagnosen zwischen Enttabuisierung, Glamourisierung & Kommerzialisierung

„Typisch ADHS!“, „Sad Girl Culture“, „Anxiety-Chic“ und Depressionsromantik – psychische Gesundheit ist in der digitalen Welt längst mehr als nur ein Thema, sie ist ein Trend. Doch was steckt hinter diesem Hype?

Laura Wiesböcks Buch setzt auf eine kritische Perspektive, doch für meinen Geschmack fehlt es an einer vielfältigeren Betrachtungsweise. Ein Blick auf die positiven Aspekte der Online-Communitys hätte die Analyse nicht nur abgerundet, sondern auch anregende Blickwinkel eröffnet.

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Emily Rudolf: Das Dinner

Mäßig spannender Krimi um ein Jahre zurückliegendes Verbrechen

Im Ansatz eine gute Plot-Idee: Eine Gruppe von Freund:innen findet sich zu einem Krimi-Dinner zusammen, welches sich als die von allen vor Jahren miterlebte Geschichte des Verschwindens einer jungen Frau aus ihrem Kreis herausstellt. Doch dem Roman fehlt es an Spannung, an Twists und an fesselnden Charakteren. Auch der Schreibstil ist wenig herausfordernd, eher simpel.

Fünf Menschen versammeln sich in einem – natürlich – einsam gelegenen Restaurant in der Eifel. Das Restaurant wird geführt von einem aus ihrer Gruppe, Jonathan, der sie zu einem Krimidinner geladen hat, wie sie es früher öfter veranstaltet haben. Damals waren sie noch sechs: Jonathan, seine Schwester Hanna, seine heutige Verlobte Lotta, Tristan, Hannas Ex und Kiano, Jonathans damaliger bester Freund. Es fehlt seit ihrem letzten Zusammensein in einem Zeltlager Maria, damals die beste Freundin Hannas.

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Morgan Dick: Mickey und Arlo

Die Kanadierin Morgan Dick (Jahrgang 1993) hat mit „Mickey und Arlo“ ihren Debütroman geschrieben. Das Buch ist am 18. Februar 2025 bei hanserblau im Carl Hanser Verlag erschienen. Übersetzt wurde es von Wibke Kuhn.

„Mickey und Arlo“ – eine Familiengeschichte in der Therapie

Michelle und Charlotte, Mickey und Arlo, sind Halbschwestern. Sie kennen sich nicht. Ihr gemeinsamer Vater Adam hat Mickey und ihre Mutter Deborah verlassen, als Mickey sieben Jahre alt war. Er gründet mit Leonora eine neue Familie, sie bekommen eine Tochter Charlotte. Adam Kowalski ist Alkoholiker und stirbt daran. Arlo, inzwischen Psychologin, trauert um ihn. Sie hat sich bis zum Schluß intensiv um ihn gekümmert. Deshalb ist sie enttäuscht und wütend, als sie erfährt, dass Adam sein Testament geändert hat. Statt ihrer soll nun ihre unbekannte Halbschwester fünfeinhalb Millionen Dollar erben.

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