Stephen King: Holly

Dieses Hörbuch verdanke ich einem Versehen. Übereifrig hatte ich das Buch sofort bei der ersten Gelegenheit vorbestellt und dabei die englische Ausgabe erwischt. Nebenbei bemerkt ist mir dabei aufgefallen, wie unglaublich sprachgewaltig der Altmeister im Original ist, aber es ist halt auch anstrengend, wenn der Autor so viele Wörter kennt, die ich erst nachschlagen muss. Also hab ich zum Hörbuch gegriffen, David Nathan ist das Zuhören ja ohnehin immer Wert.

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Heather G. Harris: Glimmer: Die Verschollene

Die Welt ist aber auch so etwas von ungerecht! Da werden, so mir nichts, dir nichts die Eltern ermordet, da wächst die einzige Tochter, Jinx mit Namen, alleine ohne großen Freundes- oder Bekanntschaftskreis heran und entscheidet sich dann, statt mehr oder weniger sittsam irgendetwas Vernünftiges zu studieren, ihren Lebensunterhalt mit einer Detektivagentur zu verdienen.

Dass sie – mal abgesehen von ihrer Deutschen Dogge – kaum jemanden vertraut, dass ihre sozialen Kontakte gegen null tendieren, geschenkt, schließlich sieht sie auf ihren Aufträgen in viele Schlafzimmer und erblickt dort dann immer wieder in Abgründe – ich sage nur Plüschfuchs.

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Rita Falk: Steckerlfischfiasko

Eberhofer ermittelt wieder – doch der Fall gerät erneut in den Hintergrund

Es stand zu befürchten und dennoch konnte ich nicht widerstehen: ein neuer Eberhofer muss sein. Doch wie schon im Vorgängerband, so stehen auch diesmal die Familie und die Befindlichkeiten des Franz Eberhofer im Mittelpunkt und der Kriminalfall, den er aufklären soll, wird zur Nebensache.

In Niederkaltenkirchen gibt es neuerdings einen Golfplatz, was natürlich die üblichen Verdächtigen auf den Plan ruft, wie die besten Freunde von Franz, den Simmerl und den Heizungspfuscher Flötzinger. Letzterer durfte im Clubhaus die sanitären Anlagen gestalten und nun findet man just dort eine Leiche, nämlich den Vereinschef. Erschlagen mit einem Golfschläger.

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Camille Laurens: So wie du mich willst

Keine leichte Mainstream-Kost – und gerade deshalb empfehlenswert

„Man sagt sich, er würde nicht alle zehn Minuten ins Netz gehen, wenn ihm das, was er tut, gefiele. Vielleicht beobachtet er, hinter der digitalen Pinnwand versteckt, ebenfalls, was Sie gerade tun?“ (S. 21)

Camille Laurens‘ Roman „So wie du mich willst“ entführt die Leser in die faszinierende Welt der digitalen Tarnung und zeigt, wie sich eine scheinbar harmlose Cyberspace-Lovestory zu einem gefährlichen Spiel entwickeln kann. Die Autorin wirft dabei einen tiefen Blick in die Psyche der 48-jährigen Claire, die durch ein gefälschtes Facebook-Profil als 24-jährige Single-Frau in die Untiefen des Internets abtaucht.

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Sebastian Huncke, Simone Paganini: Wer zur Hölle ist der Teufel?

Wenn draußen die hellen Tage dunklen Nächten weichen und in Österreich der Nikolo von seinem Gefährten „Krampus“ begleitet an die Türen klopft, kann man sich schon fragen „Wer zur Hölle ist der Teufel?“. Denn allem Anschein nach ist er ein Teufel, der Krampus, mit seinen Hörnern, dem schwarzen Fell, mit Kettengerassel und schauderhaftem Gebrüll. Woher kommt diese dunkle Gestalt? Der erste Nachweis für Dämonen und „Teufelsfiguren“ stammt  aus dem Nahen Osten und diese Kreaturen sind – man höre und staune – weiblich. Es handelt sich oft um Mensch-Tier-Mischwesen, ausgestattet mit unwiderstehlichen sexuellen Reizen. In allen Kulturen ist Verführung eine teuflische Eigenschaft.

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Jon Fosse: Ein Leuchten

Ein Leuchten ist der neueste Roman des Literaturnobelpreisträgers 2023 Jon Fosse. Auch diesmal bleibt Jon Fosse dem für ihn typisch knappen, ohne Ausschmückung auskommenden, dafür um so eindringlicherem Schreibstil treu.

Was dem Protagonisten in „Ein Leuchten widerfährt, beziehungsweise, in welche Gefahr er sich in dieser Geschichte hineinkatapultiert, ähnelt den Nahtodbeschreibungen, die man vielleicht aus verschiedenen Berichten kennt.

Jon Fosse dringt mit den LeserInnen in „Еin Leuchten tief in die Gedankenwelt des Protagonisten ein. Dieser fährt ohne ein Ziel mit seinem Auto einfach los, biegt immer wieder in unterschiedliche Richtungen ab, bis er in einem Waldweg stecken bleibt. Anstatt umzukehren, um auf jemanden, der ihm helfen könnte, zu treffen, wagt er sich immer weiter in den düsteren Wald hinein. Die zunehmende Dunkelheit nimmt ihn gefangen, bald schon hat er den Orientierungssinn verloren. Er konfrontiert sich mit Selbstvorwürfen, reflektiert, was er falsch gemacht und wie er sich besser anders hätte entscheiden sollen.

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Daniel Schreiber: Die Zeit der Verluste

Daniel Schreiber (Jahrgang 1977) arbeitet als Autor, Übersetzer und Kolumnist. Er lebt in Berlin. Zuletzt erschien 2021 sein Essay „Allein“. Mit „Die Zeit der Verluste“ veröffentlichte Hanser Berlin im Carl Hanser Verlag am 20. November 2023 Daniel Schreibers neueste Abhandlung.

Tod, Trauer und Verluste

„Die Zeit der Verluste“ von Daniel Schreiber ist ein schmales Buch zu einem großen Thema. Nach dem Tod seines Vaters befindet sich Schreiber während eines Stipendiats in Venedig. Es ist Winter, kurz vor Beginn des Karnevals. An einem Tag im Nebel wacht Daniel Schreiber in einem Gästezimmer des Palazzo Barbarigo auf, in dem das Centro Tedesco di Studi Veneziani untergebracht ist. Er trauert um seinen Vater, der vor einiger Zeit nach langer Krankheit verstorben ist:

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Johannes Plagemann, Henrik Maihack: Wir sind nicht alle

Das Buch „Wir sind nicht alle. Der Globale Süden und die Ignoranz des Westens“ hat sich für mich langsam gelesen. Aber nicht, weil es nicht absolut spannend und wichtig wäre, sondern weil es eben kein Roman ist und mit Themen umgeht, denen ich in meinem Alltag selten begegne. Es geht vor allem um Politik und Wirtschaft. Aber nicht einer von Deutschland ausgehenden Politik und Wirtschaft, sondern einer, die sich vor allem in den und aus dem Globalen Süden entwickelt.

Die Autoren Johannes Plagemann und Henrik Maihack, Politikwissenschaftler, die selbst lange Zeit in Ländern des Globalen Südens verbracht haben, schaffen es selbst für unerfahrene Lesende einen Bogen zu spannen, der erklärt, wieso der Westen für den Globalen Süden an Wert verliert und andere Interessen Einfluss auf Länder z.B. in Afrika oder Asien nehmen.

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Rachel Joyce: Die erstaunliche Entdeckungsreise der Maureen Fry

Harolds Frau begibt sich widerstrebend auf eine Reise – emotionaler Nachklapp zum Erfolgsroman

Es ist immer problematisch mit Sequels zu Erfolgsromanen, nicht immer gelingen sie, nicht immer können sie überzeugen. Vor allem, wenn der Vorgängerband ein solch großer Erfolg war wie der Roman „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“.

Zu dem es sogar schon einen Nachfolger gab, in dem es um Queenie ging, deretwegen Harold damals auf seine Reise ging. Nun also die Reise von Maureen, Harolds Frau. Sie, die sehr litt, damals, als Harold durch ganz England lief, um seine alte Freundin Queenie noch einmal zu sehen, die schwer krank war. Maureen war immer eifersüchtig auf Queenie, die mal eine Kollegin von Harold gewesen war.

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