Erin A. Craig: Haus aus Salz und Tränen

Sie leben auf den rauen Inseln von Salann – die Töchter des 19. Herzogs von Highmoor. Einst waren sie eine glückliche Familie – ein treu sorgender Vater, eine liebevolle Mutter und ein Dutzend Töchter bevölkerten das Anwesen und verbreiteten gute Laune.

Doch dann schlug das zu, was die Anwohner der Inseln inzwischen als Fluch bezeichnen. Erst traf es die Mutter, die das Volk des Salzes der See zurückgeben musste, dann starben nicht wenige als fünf der Schwestern nach und nach teilweise unter tragischen Umständen. Dass der Herzog auf dem Festland eine neue Liebe, eine junge Frau fand, die nun mit seinem ersten Sohn schwanger ist, sorgt dafür, dass die einjährige Trauerzeit abrupt abgekürzt, die Schwestern mit neuen Roben und sündhaft teuren Feenschuhen ausgerüstet werden und ein Ball ausgerichtet wird. Dass die Schwestern von den anwesenden Galanen nicht zum Tanz aufgefordert werden trübt die Stimmung nicht unwesentlich. Alle Bewohner der Inseln munkeln vom Fluch, gehen auf Distanz zur Familie. Da kommt es gut, dass die Töchter anderweitig ihre Nächte durchtanzen – doch wo finden die Bälle statt und wer nur sind ihre Partner? Weiterlesen

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Frank Schätzing: Was, wenn wir einfach die Welt retten?

Wir leben in einem Thriller. Wem das noch nicht aufgefallen ist, der sollte sich vor Augen halten, dass ein Thriller immer in scheinbar geregelter Harmonie beginnt. Das gilt auch für die Klimakrise. Sie ist schwer fassbar, weil wir noch immer den Eindruck haben, normal weiterleben zu können. Gut, es gibt erste Anzeichen einer Katastrophe, doch sie werden ignoriert oder anderen Ursachen zugeschrieben. Und doch, das Eis schmilzt schneller, die Sommer werden immer trockener, die Stürme häufiger und heftiger. Es kommt der Punkt, an dem wir die Bedrohung nicht mehr verdrängen können und dann ist guter Rat teuer. Hier kommt Frank Schätzing ins Spiel: „Nun, wenn sie Thriller lieben, wissen Sie, was als Einziges gegen Bedrohungen hilft: sie zu verstehen.“ (S.16)

Dafür braucht es Wissen. Frank Schätzing hat mit seinem Buch einen Überblick über Fakten, Begriffe und Szenarien geschaffen. Er analysiert den aktuellen Stand, erklärt den Unterschied zwischen natürlichem und menschengemachten Klimawandel. Dazu reist er an verschiedene Orte der Erde, die symbolisch für Folgen der Erderwärmung stehen. Ich erfahre, was Kippelemente und Kipppunkte sind, wo sie sich befinden und wo Kipppunkte bereits überschritten wurden. Das bedeutet, dass ein System so sehr aus dem Gleichgewicht geraten ist, dass es nicht mehr in seinen ursprünglichen Zustand zurückfindet. Weiterlesen

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James Bailey: Du kannst kein Zufall sein

Ein Orakel zu befragen, wer hätte das noch nie getan. Der Protagonist dieses humorvollen Romans lässt eine Münze über jeden seiner Schritte entscheiden – ein ganzes Jahr lang. Das nimmt er sich vor, nachdem er von seiner Freundin verlassen wird und Job und Wohnung verliert.

Josh zieht wieder bei seinen Eltern ein, zusammen mit seinem Kaninchen Jeremy. Für einen Sohn Mitte Zwanzig sicher nicht einfach, für Josh eine Katastrophe. Sein Vater öffnet all seine Briefe, seine Mutter versucht ständig, ihn zu verkuppeln. Nur seine Freunde Jessie und Jake können ihn jetzt noch aufmuntern.

Doch dann begegnet er seiner Traumfrau. Aber bevor er sie nach ihrem Namen oder ihrer Adresse fragen kann, verliert er sie schon wieder aus den Augen, mitten in London während des Marathons. Der einzige Hinweis, den er hat, ist ihr Arbeitsplatz in einer englischen Buchhandlung in einer Stadt außerhalb Englands und ihre Vorliebe für die Sonnenblumenbilder van Goghs. Mit diesen rudimentären Angaben begibt er sich auf die Suche in den europäischen Großstädten. Weiterlesen

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Klara Jahn: Die Farbe des Nordwinds

Wie aus dem Nichts ergreift Klara Jahn die Enden der beiden Handlungsstränge, die schließlich die Geschichte dieses Buches weben.

Es geht zum einen um Ellen, die von ihrer unsteten und haltlosen Mutter 1985 auf eine Hallig in Norddeutschland mitgenommen wird, weil sie dort einen Bauern zu lieben glaubt.  Als die Beziehung scheitert, muss Ellen mit ihrer Mutter weiterziehen, aber das Land hat sie zutiefst geprägt und 20 Jahre später kommt sie zurück, um auf ebendieser Hallig als Lehrerin zu arbeiten.

Zum anderen erzählt dieses Buch die Geschichte von Arjen Martenson, der 1825 auf derselben Hallig als Lehrer tätig ist und eine Chronik schreibt über eine große Sturmflut. Diese Chronik dient Ellen und ihren Schülern als Basis für ein Theaterstück.

Vergangenheit und Gegenwart berühren einander in den Menschen und ihren Schicksalen. Wie Ebbe und Flut kehren Probleme in jeder Generation wieder, verlassen Menschen die Hallig und kommen zurück, oder auch nicht.  Manche sind ihr Leben lang an sie gebunden, ohne das zu wollen. Weiterlesen

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Jeaniene Frost: Night Rebel 01: Kuss der Dunkelheit

Als Autor mit gelegentlichen Abstechern in die Sub-Genres Urban Fantasy und Dark Fantasy reizte mich nach einem Blick in die Leseprobe die Frage, ob mich Jeaniene Frost mit dem Spagat zwischen dem düsteren Genre einer Vampirgeschichte und ihrem locker-frivolen Schreibstil überzeugen könnte. Kurze Antwort: Sie konnte – wenn auch anders, als ich erwartet hatte.

Highlander – Es kann nur einen geben! Das war der Gedanke, der mir nach etwa dreißig Seiten kam. Zwei Kontrahenten verbünden sich notgedrungen gegen einen Dritten, und sobald sie jenen zur Strecke gebracht haben, wenden sie sich gegeneinander. So die gleich lautende Absicht der attraktiven vampirischen Gesetzeshüterin Veritas und dem sexuell ausschweifenden und nichtsdestoweniger burschikos-sympathischen Vampir Ian. Der hatte mit dem Dämonen Dagon, eigentlich einem Erzfeind der Vampire, einen Pakt geschlossen, den er annullieren möchte, Veritas hat mit Dagon auch ein Hühnchen zu rupfen und nutzt Ian als Köder. Unsterblich sind alle drei. Und sie setzen magische Kräfte ein, von denen weder der jeweils andere Protagonist noch wir uns hätten träumen lassen. Weiterlesen

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David Safier: Miss Merkel: Mord in der Uckermark

Die aktive Regierungszeit von Angela Merkel wird im September 2021 enden. Aber was macht eigentlich so eine Ex-Bundeskanzlerin in Rente? David Safier lässt sie gemeinsam mit Ehemann „Puffel“ Joachim, Mops Putin und Personenschützer Mike in das beschauliche Neufreudenstadt in der Uckermark ziehen. Wandern und Kuchenbacken sollen ab jetzt ihr Leben bestimmen und ruhig und erholsam machen. Aber Wandern ist anstrengend, manchmal anstrengender als regieren, und Kuchenbacken kann man nur begrenzt, es muss ja auch von irgendwem gegessen werden. Kleinfreudenstadt hat zwar eine High Society, zu der Kontakt zu bekommen erweist sich jedoch in mancher Hinsicht als schwieriger als ein G7-Gipfel und auch der Kontakt zum Volk funktioniert nur eingeschränkt. Angela langweilt sich.

Da wird der Freiherr Philip von Baugenwitz vergiftet in seinem von innen verschlossenem Verlies gefunden. Endlich wieder eine Aufgabe. Sie treibt ihren Personenschützer damit zwar in den Wahnsinn, aber die Ex-Bundeskanzlerin ist fest entschlossen, von jetzt an auf den Spuren Sherlock Holmes zu wandeln. Sie will den Täter finden. Weiterlesen

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Katy Rose Pool: The Age of Darkness 02: Schatten über Behesda

„Schatten über Behesda” ist der Mittelteil einer Trilogie über eine Welt, in der man die Magie braucht, aber eigentlich nicht haben will. Die Geschichte wird aus fünf Perspektiven erzählt, deren Protagonisten sich nur zum Teil kennen und deren Wege zwar aufeinander zulaufen, die aber nur wenig voneinander wissen.

Da ist zunächst Ephyra, „die blasse Hand“, magiebegabt, oder besser magieverflucht. Einst hat sie ein ganzes Dorf ausgerottet, um ihre Schwester zu retten, aber die hat sich am Ende von Band 1 von ihr abgewandt. Prinz Hassan, der damit hadert, nicht magiebegabt und trotzdem der Thronfolger zu sein. Anton, der seine Begabung ebenfalls mehr für einen Fluch hält und der sich als „der letzte Prophet“ herausgestellt hat und dessen Familie auch nicht ohne Probleme ist. Jude, der nie etwas anderes wollte als ein Wächter sein. Der sein Leben dem Schutz des letzten Propheten geweiht hat, dabei seine Kräfte verlor und jetzt nicht zugeben kann, dass er sich rettungslos in diesen verliebt hat. Und Beru, die schon lange tot ist und durch die Morde, die ihre Schwester begeht, am Leben gehalten wird. Sie will das nicht mehr. Weiterlesen

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Ursula Poznanski: Vanitas: Rot wie Feuer

Endlich erfahren wir das Ende der Geschichte von Carolin, der Wiener Friedhofsgärtnerin, die sich vor ihren Verfolgern durch eine falsche Identität schützt. Wie schon im zweiten Band der Trilogie „Vanitas: Grau wie Asche“ ist die Protagonistin in großer Gefahr. Nur hat sie sich diesmal selbst hineinbegeben.

Carolin Bauer, so ihr falscher Name, ist ständig auf der Flucht vor einem Gangsterboss, gegen den sie ausgesagt hatte, woraufhin sie eine neue Identität erhielt. Nun hat sie, nach den dramatischen Ereignissen in Wien, die im vorigen Band geschildert wurden, die Stadt verlassen und ist nach Frankfurt zurückgekehrt. Der Stadt, in der ihr größter Feind zu Hause ist, wo ihre Verfolger ihren dubiosen und illegalen Geschäften nachgehen. Sie hat beschlossen, aus der Gejagten zur Jägerin zu werden. Ihr in die Hände spielt die Konkurrenz zwischen zwei gefährlichen Gangsterbanden, der russischen, die ihr auf den Fersen ist und einer armenischen. Diese hetzt Carolin nun mit perfiden Tricks gegeneinander auf.

Auch dieser dritte und letzte Teil der Trilogie ist wieder hochspannend. Carolin gerät von einer lebensgefährlichen Situation in die nächste, in letzter Minute stets entkommend, wobei ihr oft der Zufall zu Hilfe kommt. Aus ihrer Zeit als Mitglied der russischen Gangsterbande kennt sie viele der Verbrecher und muss daher aufpassen, von diesen nicht erkannt zu werden. Gleichzeitig aber hat sie gerade dadurch auch viele Tricks und Ideen, schlägt die Gangster mit ihren eigenen Waffen. Weiterlesen

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Helen Macdonald: Abendflüge

Helen Macdonald lässt uns mit ihren Geschichten die Natur neu entdecken. Sie zeigt mit ihren Beobachtungen auf, wie wir unsere Sinne einsetzen können, um zu erfassen, was um uns herum, über uns oder im Wasser vor sich geht. Mit den Beschreibungen ihrer eigenen Wahrnehmungen schult sie unsere Augen und unsere Ohren. So sensibilisiert, können wir Vorgänge erkennen, die, weil viel zu oft nie bewusst registriert, plötzlich als faszinierendes Neuland erscheinen. Und letztlich erdet Macdonald uns gewissermaßen, indem sie wieder und wieder vermittelt, dass die Sichtweise von uns Menschen auf die Komplexität der Welt sehr eingeschränkt ist. Sie appelliert an uns, Verantwortung für das, was vorhanden ist zu übernehmen, um die Dinge bewahren zu können.

Die verschiedensten Themenbereiche, die Helen Macdonald in ihren Kapiteln behandelt, sind nicht zusammenhängend und lassen sich allesamt einzeln lesen. Dabei geht es unter anderem um winterliche Wälder, Hasen, Wild im Scheinwerferlicht, um Nistkästen, Wolkenkratzer, Wicken, Gewitter, Eschen, Beeren, Verstecke, Ziegen uvm. So schreibt Helen Macdonald beispielsweise vom Hochzeitsflug einer Ameisenart, die in der Thermik warmer Luft aufsteigen und weiter, wie diese Ameisen dabei dem Ansturm der Schnäbel ihrer Fressfeinde – also Möwen, Schwalben oder dem Rotmilan ausgesetzt sind. Durch die detailgetreue Wiedergabe des eindrucksvollen Spektakels der Tiere am Himmel läuft das Geschehen wie ein Film vor den Augen ab. Weiterlesen

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Jonathan Stroud: Scarlett & Browne 01: Die Outlaws

Als Scarlett McCain auf der Flucht nach einem Banküberfall in der Wildnis einen verunglückten Bus findet, wendet sich ihr Schicksal abrupt. Sie trifft auf den nur wenig jüngeren Albert Browne, einen verängstigten Jungen, der als einziger einen Angriff der bösen Wesen dort draußen überlebt hat. Doch schon bald bemerkt Scarlett, dass nun hinter den beiden nicht nur die rechtmäßigen Besitzer des Geldes her sind, sondern sich auch neue Verfolger eingereiht haben. Was ist an Albert so besonders, dass diese Menschen alles versuchen, ihn in ihre Gewalt zu bringen?

Jonathan Stroud, einem meiner absoluten Lieblingsautoren – er ist bekannt für keine geringeren Bücher als die von Bartimäus! –, ist mit „Scarlett & Browne“ ein neuer Streich gelungen. Scarlett lebt als Gesetzlose in einem Großbritannien, in dem nur noch wenige Städte existieren. Das Niemandsland zwischen ihnen wird von Wesen beherrscht, die entfernt an Zombies erinnern. Weiterlesen

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