Bernhard Kegel: Die Natur der Zukunft

Spannender als jeder Krimi: Bernhard Kegels Sachbücher sind nicht nur höchst informativ, sondern auch mitreißend, spannend und sogar (hoch-) emotional! In diesem Buch führt der mehrfach preisgekrönte Autor seinen Lesern vor Augen, wie sich die Natur mit ihren Bewohnern unter dem Druck von Klimawandel, Umweltverschmutzung und extensiver Landwirtschaft bereits verändert hat und noch weiter verändern könnte. Wohlgemerkt: Es handelt sich hierbei nicht um Prognosen, sondern um valide Zahlen.

Wir verfolgen das Schicksal von Tieren und Pflanzen, überall auf dem Globus. Es gibt Episoden, die uns zum Lachen bringen, zum Weinen, zum Staunen. Solche, die uns die Zornesröte ins Gesicht treiben und solche, die uns das Blut in den Adern gefrieren lassen. Kurz: Diese Fakten lassen keinen kalt. Noch dazu, wo Kegel erschreckend aktuelle Zusammenhänge zwischen Pandemien und Umweltzerstörung anführt. Besonders hervorzuheben ist Kegels differenzierte Betrachtung. Die Natur wird es immer geben, aber sie wird nicht mehr so aussehen, wie wir es gewohnt sind. Es gibt Gewinner und Verlierer, Veränderungen, die wir zulassen müssen. Manche Arten sind unwiederbringlich verloren, andere haben erstaunlich intelligente Überlebensstrategien entwickelt. Kegel relativiert nichts, entwirft aber auch keine Weltuntergangsszenarien. Immer wieder zeigt er Exit-Strategien auf, alternative Ansätze, Hoffnungsschimmer. Wo (noch) Leben ist, ist Lösung möglich! Nicht nur deshalb sollte Kegels Buch zum Standardwerk in Schulen werden. Auf Bundestagssitzungen sowieso… Weiterlesen

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Jennifer Estep: Crush The King: Die Splitterkrone 3

Everleigh Blair sitzt nun schon seit einiger Zeit auf dem Thron Bellonas und es vergeht kaum ein Tag, an dem kein Mordanschlag auf sie verübt wird. Nur durch pures Glück, die arrogante, sich selbst überschätzende Haltung ihrer Gegner und den unangefochtenen Beistand ihrer Freunde gelingt es ihr jedes Mal, mit dem Leben davonzukommen. Sie weiß, wer hinter den Anschlägen steckt: König Maximus von Morta, derselbe Mann, der die Ermordung ihrer gesamten Familie zu verantworten hat. Da Evie sich langsam den Zuspruch ihres eigenen Volkes sichert, weigert sie sich, diese letzte Hürde auf ihrem Weg als Königin stillschweigend zu ertragen und beschließt in die Offensive zu gehen. Der König von Morta ist nicht der einzige, der töten kann. Also plant sie sorgfältig ihrerseits einen Anschlag – und welcher Ort würde sich besser zur Ermordung des grausamen Königs eigenen als die Regaliaspiele, bei denen sich Abgeordnete aller Königreiche auf einer Insel versammeln, um in verschiedenen Kategorien ihre Kräfte zu messen. Weiterlesen

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Charlotte Richter: Gemma – Sei glücklich oder stirb

In Gemmas Welt ist glücklich sein nicht nur ein erstrebenswertes Lebensziel: unglücklich sein ist sogar tödlich. Vor vielen Jahren schlug etwas in die Erde ein, der Himmel verdunkelte sich und wer seither ein bestimmtes Glückslevel unterschreitet, verschwindet einfach. So ging es auch Gemmas Mutter.

Aber nicht Gemma, Gemma ist stabil glücklich, der Indikatorstein an ihrem Hals zeigt es jeden Tag der ganzen Welt: er ist rundum golden, ohne auch nur den Anflug von grauen Schlieren. Gemma möchte helfen, sie möchte sich ausbilden lassen, um andere Menschen zu unterstützen, ihr Glück wieder zu finden. Dabei verfolgt sich nicht nur uneigennützige Ziele. Der Stein ihres Vaters wird grauer und grauer, schon zeigen sich die ersten schwarzen Schlieren. Der Zwang zum Glücklichsein hat eines nicht verändert: wer gute Behandlung will, muss dafür zahlen, was Gemmas Familie nicht kann. Zwar gibt es öffentliche Hilfen, aber das Nonplusultra ist die wochenlange Behandlung in einer Einrichtung und die ist teuer. Würde Gemma zur Ausbildung angenommen, könnte sie ihrem Vater dafür eine kostenlose Behandlung zukommen lassen; nichts auf der Welt will sie mehr.

Sie muss also schon mal überzeugt sein von dem Konzept der ewigen Glückseligkeit. Sie ist es aber auch. Bis sie auf Keno trifft. Der hält das Leben im andauernden Glückstaumel für unecht, er will auch die traurigen Seiten spüren, er will die Härten des Lebens auskosten und nicht wegmeditieren. Zunächst hält Gemma ihn für verrückt, bis ihr selbst Zweifel kommen. Bis ihr Leben so bitter wird, dass sie sich einfach nicht mehr golden atmen kann. Weiterlesen

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Michael J. Sullivan: Die Riyria-Chroniken 02: Das Geheimnis der Dornigen Rose

Der Eine, Royce, ist ein Dieb und gnadenloser Mörder den innerlich scheinbar nichts anficht. Der Andere, Hadrian, ein mitfühlender Recke, der meisterhaft mit seinen Schwertern umgehen kann. Ein Gelehrter brachte sie zusammen, nun kehren sie nach Medford zurück um sich bei denen, die sie schwer verletzt aufgenommen und gepflegt haben, zu bedanken. Dass es sich bei diesen großherzigen Samaritern um Pro##stituierte handelt ist für unsere Beiden irrelevant. Sie haben eine Ehrenschuld zu tilgen, zumal Royce sich, das erste Mal im Leben, um einen anderen Menschen sorgt. Dass sie mitten in ein politisches Komplott hineinkommen, das die Ermordung der königlichen Familie und die Usurpation des Throns zum Ziel hat, macht die Angelegenheit dann interessant und herausfordernd – finden sich unsere Beiden doch, wie auch ein junger Stallbursche plötzlich und unerwartet, buchstäblich mitten im Feuer wieder …

Der zweite Band der Riyria Chroniken liegt vor mir. Schilderte uns der Verfasser im Auftaktroman der Trilogie „Im Schatten des Kronturms“ das Kennenlernen unser so ungleichen Recken, so steht dieses Mal die Vorgeschichte zu der Handlung, auf die er seine sechsteilige Riyria Saga aufgebaut hat, im Mittelpunkt des Plots. Und dies bringt uns ein Wiedersehen mit bekannten Figuren – nur, dass diese eben jünger sind und ihre ganz großen Abenteuer noch vor sich haben. Dabei liegt die Krux für diejenigen Leser, die die Riyria-Saga bereits goutiert haben darin, dass sie die Handlung per se bereits kennen – spricht, der Überraschungseffekt eher mau ausfällt. Wir wissen wer der Verräter ist, wem Ungemach droht und wie sich die Beziehungen der Figuren untereinander entwickeln werden. Dies nimmt der Handlung naturgemäß viel von ihrer Faszination und Spannung. Weiterlesen

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Mia Couto: Asche und Sand

Der Autor Mia Couto ist der Sohn portugiesischer Einwanderer in Mosambik. Nach seiner Karriere als Journalist und Chefredakteur zählt er heute zu den bemerkenswerten Schriftstellern im portugiesischsprachigen Afrika. Seit 1983 veröffentlicht er Prosa und Lyrik und erhielt einige Literaturpreise. Sein Werk Asche und Sand ist der Folgeband zu seinem Roman Imani, der die Entwurzelung eines Mädchens von ihrer Sprache und Tradition zeigt. Schon als Kind lernt sie bei den Missionaren verschiedene Sprachen sowie das Lesen und Schreiben auf Portugiesisch. Imani erwirbt Fertigkeiten, die sie zu einer Gelehrten machen könnten, wenn nicht der geringe Rang als Mädchen in ihrem Volk wäre. Ein nach unten gerichteter Blick und bedingungsloser Gehorsam passen nicht zu einer Fünfzehnjährigen, die zwischen den Stammesführern und portugiesischen Befehlshabern dolmetschen soll. 1895 herrscht in Mosambik ein scheinbar ewiger Krieg, in dem nun auch Portugal als Kolonialmacht mitmischt und gegen die siegreiche Armee des Königs von Gaza kämpft.

Der fulminante Roman Asche und Sand, übersetzt von Karin von Schweder-Schreiner, beschreibt den geschichtsträchtigen Wendepunkt von Mosambik. Die wichtigen Ereignisse erlebt Imani direkt als Zeugin von Gewalt oder Dolmetscherin. Andere Ereignisse werden ihr in Briefen berichtet. Auf diese Weise wird sie das Bindeglied einer breit angelegten Geschichte der Zerstörung, in der alle Beteiligten verlieren. Doch die Erkenntnis kommt zu spät. Weiterlesen

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Mechtild Borrmann: Glück hat einen langsamen Takt

Nicht jede Romanautorin oder jeder Romanautor kann auch Kurzgeschichte. Mechtild Borrmann kann. Was sie virtuos in diesem Band unter Beweis stellt, der zwanzig lebendige und lebensnahe Erzählungen aus ihrer Feder vorstellt.

Mechtild Borrmann, am Niederrhein geboren und heute in Bielefeld lebend, ist eine bekannte Bestsellerautorin. Ihre historischen Romane „Trümmerkind“ und „Grenzgänger“ sind mit Preisen ausgezeichnet worden und das wohlverdient. Doch ihre Kurzgeschichten stehen dem in nichts nach.

Der Stoff jeder dieser Geschichte hätte vermutlich auch für einen ganzen Roman gereicht, so prall, so tief sind die Texte. Es ist fabelhaft, wie es der Autorin gelingt, die Leserin mit wenigen Sätzen, mit ein paar Bildern in die Geschichten hineinzuziehen. Wie sie Stimmungen erzeugt, Settings erschafft und Figuren zum Leben erweckt. So dass man es fast bedauert, diese nach wenigen Seiten schon wieder verlassen zu müssen. Doch die nächste Erzählung fesselt wieder von neuem. Weiterlesen

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Kerstin Gulden: Fair Play: Spiel mit, sonst verlierst du alles!

Was wäre, wenn jeder auf unseren Social-Media-Accounts zu erkennen könnte, wie sehr wir die Umwelt belasten? Jeder hat ein CO2-Budget, und wenn das überschritten wird, färbt sich ein Icon rot.

Mit dieser Idee treten die Schüler einer 11.Klasse in Berlin beim Förderwettbewerb des Berliner Senats zum Thema „Dürresommer und Mikroplastik – sind wir noch zu retten?“ an. Ein Experiment beginnt, drei Monate Laufzeit, jeder an der Schule darf mitmachen. Die vier Verantwortlichen könnten unterschiedlicher nicht sein: Kera war früher bei Umwelt-Demos dabei, bis sie erkannt hat, dass doch nichts geschieht – sie hatte die Idee. Sie ist auch die einzige, für die von Anfang an der Klimaschutzgedanke eine Rolle spielt. Max ist gut in Kunst und will mit seiner Teilnahme die Versetzung und sein Abi retten. Er entwirft ganz nebenbei ein Logo und den Namen: Fair Play. Elodie ist Influencerin und hat schon jetzt fünfstellige Abonnentenzahlen, aber das Image beginnt ein wenig zu bröckeln und so kommt ihr das Projekt entgegen, um sich neu zu inszenieren. Leonard ist Computerspezialist und Mobbingopfer, er programmiert die App, mit der sich bald die Hälfte der Schüler dem Diktat eines Energie-Verbrauchs-Rechners unterwirft. Das Ziel besteht darin, dass das gemeinsame Klimakonto der Schule am Ende der drei Monate im grünen Bereich ist. Weiterlesen

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Inga Vesper: In Aufruhr

1959, an einem Sommertag in Santa Monica beschließt Joyce, ihren Mann ein letztes Mal zu küssen und ihr Leben von Grund auf zu ändern. Am gleichen Tag meldet Ruby der Polizei ein Verbrechen. Die junge Putzfrau wird kurz darauf von der eintreffenden Polizei rüde behandelt und verhaftet. Niemand hilft ihr. Über 24 Stunden bibbert sie in ihrer Zelle vor Angst. Niemand befragt sie, niemand glaubt ihr. Sie wird wie eine rechtlose Person behandelt, mit der ein Polizist machen kann, was er will. Als Detektive Blanke sie erst nach Sichtung des Tatortes sehen darf, sieht Ruby einen Hoffnungsschimmer. Der Neue im Revier glaubt ihr und gibt ihr die Freiheit zurück.

Blankes Chef ist darüber verärgert, denn für ihn ist Ruby die Hauptverdächtige bei einem möglichen Verbrechen ohne Leiche. Ruby ist eine junge Farbige und trägt in seinen Augen ein Schild auf dem Rücken: „Schwarze sind immer schuldig.“

Inga Vesper hat in ihrem ersten Kriminalroman, übersetzt von Katharina Naumann und Silke Jellinghaus, die Thematik Abhängigkeit verpackt, die sie schon lange beschäftigt. In der Anmerkung der Autorin findet sich hierüber die Geschichte aus den Neunzigern, als ihr Englischlehrer das Leben im amerikanischen Traum lobte: Ein Vorstadthaus, Dad und zwei gesunde Kinder am Esstisch und Mom, die einen Truthahn serviert. Die Autorin fand es gruselig Weiterlesen

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Julia Quinn: Bridgerton: Der Duke und ich

1813: Es ist bereits Daphnes zweite Ballsaison und noch immer hat sie keinen Ehemann – ganz zum Leidwesen ihrer Mutter, die sie durch die feine Gesellschaft schleppt, um einen passenden Junggesellen aufzutreiben. Das Interesse an Daphne ist jedoch meist nur freundschaftlicher Natur und langsam muss sie sich mit dem Gedanken anfreunden, auch in diesem Jahr keinen Mann zu finden.

Simon ist seit dem Tod seines Vaters der Duke von Hastings und damit wohlhabender und einflussreicher als die meisten Mitglieder des Londoner Adels – und damit ein gefundenes Fressen für alle Mütter, die ihren Töchtern ein sorgenfreies Leben bescheren wollen. Dass der Duke gar nicht heiraten will, ist ihnen natürlich völlig egal.

Als Daphne und Simon aufeinandertreffen, entwickeln sie einen wagemutigen Plan: Er tut so, als würde er ihr den Hof machen, damit er vor anderen Bewerberinnen sicher ist. Gleichzeitig wird Daphne durch sein Interesse für die Männer interessant, die bisher nur eine Freundin in ihr gesehen haben und hat außerdem endlich Ruhe vor ihrer übereifrigen Mutter.

Der Plan scheint aufzugehen: Sofort hat Daphne mehr Verehrer und Simon einen trifftigen Grund, jeder feinen Dame abzusagen. Die beiden freunden sich an und genießen die Auszeit von den Verwicklungen, die die Ballsaison mit sich bringt. Weiterlesen

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Jérôme Loubry: Der Erlkönig

Dieser Krimi ist so verwunden, so verschachtelt, dass wohl niemand imstande ist, das Ende vorauszuahnen. Leider hat mir jedoch der ungelenke Schreibstil die Freude an der Lektüre verdorben.

Die Journalistin Sandrine soll den Hausstand ihrer verstorbenen Großmutter auflösen. Sie hat ihre Großmutter nie kennengelernt, die immer auf einer Insel lebte. Diese Insel war für andere Menschen tabu und sie selbst durfte sie nie verlassen. Als Sandrine auf der Insel ankommt, begegnen ihr mehrere alte Leute, die ihre Großmutter kannten und schätzten.

Ihre Großmutter Suzanne war 1949 auf die Insel gekommen als Betreuerin für eine Gruppe Kinder, die hier die traumatischen Kriegserlebnisse verarbeiten sollten.

Einige Tage nach ihrer Ankunft auf der Insel wird Sandrine blutverschmiert am Strand des Festlandes gefunden, ohne Erinnerung, immer wieder vom Erlkönig erzählend, der die Kinder hole. Kommissar Damien Bouchard wird mit dem Fall betraut. Er hat selbst mit einem Schicksalsschlag zu kämpfen, denn vor Jahren verschwand seine eigene Tochter spurlos. Weiterlesen

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