C.K. McDonnell: The Stranger Times

Caimh McDonnell, der unter dem Pseudonym C.K. McDonnell schreibt, ist ein preisgekrönter irischer Standup-Comedian und Autor. Seine Bücher gelten im englischsprachigen Raum als lustigste Krimis, die jemals geschrieben wurden. Kaum zu glauben, dass erst jetzt eines seiner Bücher auf Deutsch erschienen ist: „The Stranger Times“.

Dabei handelt es sich um eine Zeitung, die über alles Abwegige schreibt: Ufo-Sichtungen, Nessie im Alkohol-Rausch oder auch eine Kneipen-Toilette, in der angeblich der Teufel haust. Die neue Mitarbeiterin Hannah hat in den ersten Tagen Schwierigkeiten, sich an ihre Aufgaben und ihre neuen Kollegen, vor allem an den cholerischen Chef Banecroft, zu gewöhnen. Doch dann wird das Zeitungs-Team in einen wirklich düsteren Fall hineingezogen, in dem es um schwarze Magie geht. Auch ein Monster kommt vor. Weiterlesen

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Antonia Michaelis: Die Wiederentdeckung des Glücks

Wie sehr hat mir ein früheres Buch dieser Autorin gefallen. „Mr. Widows Katzenverleih“ ist ein wunderbar poetischer, liebevoll-mystischer Roman mit liebenswerten Figuren. So war ich voller positiver Erwartung, als ich begann, den neuen Roman von Antonia Michaelis zu lesen.

Für den muss man jedoch, glaube ich, in der passenden Stimmung sein. Ich war es wohl nicht, denn er hat mich nicht so erreicht, wie man es von einem so gefühlvollen Roman vermuten sollte.

Die Handlung trägt sich zu auf Madagaskar und teilweise auf Sylt, auch wenn das zuerst eine verwunderliche Kombination zu sein scheint. Die Hauptrolle im Roman spielt im Grunde ein Fahrrad. Daneben erfahren wir die Geschichten von Biscuit, dem Straßenjungen, der sich zum rekordverdächtigen Radler entwickelt, von Maribelle, einem jungen Mädchen zwischen Träumen und Realität und von Terje und seiner Tochter Nora. Er war als junger Mann auf Madagaskar und hat seither eine immer stärker werdende Sehnsucht nach diesem Ort. Nora hingegen ist eher auf der Suche nach sich selbst. Weiterlesen

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Volker Kutscher: Mitte

Friedrich „Fritze“ Thormann hat es nie ganz leicht gehabt im Leben. Das kurze Glück, als er als Pflegesohn zu Gereon und Charly kam, nachdem er lange auf den Straßen von Berlin gelebt hatte, zerrann, als er in eine andere – ungeliebte Pflege-stelle musste. Zu Anfang von begeistert von der HJ und ihren Aufmärschen, wurde er im letzten großen Band „Olympia“ auch brutal ernüchtert, als er sich für den falschen Sportler begeisterte und dann auch noch Zeuge eines Selbstmordes wurde, der angeblich nie stattfand.

Mitte erzählt jetzt einen großen Teil seiner Geschichte nach den Olympischen Spielen von 1936. Er ist untergetaucht in einer Kohlenhandlung in Berlin Mitte. Ausgestattet mit einem falschen Pass macht er sich sogar Hoffnungen auf einen Ausbildungsplatz. Aber er ist einsam und so beginnt der belesene Fritze, Briefe zu schreiben. An Charly natürlich, aber auch an seine alte Freundin Hannah, die ebenfalls mit falschen Papieren in Breslau untergekommen ist. Diese Briefe erzählen uns, was aus ihm wird, auch wenn wir die Antworten nicht zu lesen bekommen. Weiterlesen

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Sabin Tambrea: Nachtleben

Der Autor dieses Werkes ist Sabin Tambrea. Er ist ein Theater- und Filmschauspieler, der mir bis vor diesem Buch noch nicht bekannt war, da ich so gar nicht in der deutschen Filmszene unterwegs bin. Sein Debütroman „Nachtleben“ ist ‚die Post-Coming-of-Age-Geschichte eines Liebespaares, das nicht loslassen kann, als es durch einen Unfall auseinandergerissen wird‘ – so der Autor.

Ich wollte dieses Buch so gern lieben, lieben lernen und mich in einen gefühlvollen Sog der Kunst ziehen lassen, doch mir hat leider komplett das Gefühl gefehlt, sodass ich mich nicht hineinfühlen konnte.

Der schnörkelig-altertümlich anmutende Schreibstil und die Sprache wirken auf mich recht wirr und kühl, beinahe unterkühlt. Aufgrund dessen konnte ich nicht so richtig in die Protagonisten hineinfinden und der Story gespannt folgen. Weiterlesen

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Kim Rabe: Berlin Monster: Nachts sind alle Mörder grau

1989 stehen sich der Westen und der Osten nach wie vor unversöhnlich gegenüber. Am Deutlichsten wird dies dort, wo die beiden Reiche direkt aufeinanderstoßen – in der geteilten Stadt, in Berlin. Dann explodiert in Tempel eine Bombe, die eine neuartige, bis dato unbekannte Strahlung freisetzt. Die Omega-Bombe setzt Phantasien und Wesen frei, die man bislang nur aus Märchen, Sagen und Überlieferungen kannte. In der Folge wurde Deutschland wiedervereinigt, der kalte Krieg beendet und die Jagd auf Vampire und Werwölfe eröffnet.

Lucy, einst Polizistin in einer Spezialeinheit für übernatürliche Verbrechen in berlin hat sich selbstständig gemacht. Ihre Detektei läuft mehr schlecht als recht, als sie einen neuen Auftrag erhält. Sie soll nach einer verschwundenen Fee suchen. Gleichzeitig erschüttert ein Serienkiller die Stadt. Die übernatürlichen Wesen, die ihm zum Opfer fallen werden ihres Herzens beraubt und grausam zugerichtet aufgefunden. Hängen beide Fälle zusammen und was nur hat die Verschwundene in ihren Tarnidentitäten gemacht, dass die Mächtigen und Einflußreichen. Politiker wie Banker, die Nachforschungen zu torpedieren suchen?

Was ist das für ein Roman, den eine gebürtige Süddeutsche, die jetzt im Frankenland lebt in Berlin für ihre Leserinnen und Leser anrichtet? Nun, gemeinhin läuft derartiges Lesefutter unter der Überschrift Urban Fantasy. Unsere reale Welt dient als Bühne, in der übernatürliche Wesen eine mehr oder minder dominante Rolle spielen. Weiterlesen

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Herbst-Special

Kaum eine Zeit eignet sich besser zum Lesen als der Herbst. Wenn es draußen immer schneller dunkel wird und die Regenwolken sich mit den letzten Sommersonnenstrahlen abwechseln, die die Blätter an den Bäumen bunt aufleuchten lassen, gibt es kaum etwas Gemütlicheres als sich mit einer Tasse Tee und einem guten Buch in eine Decke zu kuscheln und den stressigen Alltag für einen Augenblick hinter sich zu lassen, während die Regentropfen leise gegen das Fenster prasseln. Um Tee und Decke müssen unsere Leser sich selbst kümmern, bei der Auswahl des perfekten Herbstbuches, wollen wir aber gerne helfen und haben deshalb ein paar Werke aufgelistet, die besonders gut in diese Jahreszeit passen.

 

Eins der präsentesten Tiere im Herbst ist der Igel. In diesem Bilderbuch fragt er sich, warum jedes Tier gestreichelt wird, nur er nicht. Die kleine Maus erklärt es ihm. Nicht nur ein hübsch-herbstliches Buch für Kinder, sondern auch eine schöne Geschichte über den Weg zu sich selbst und die Erkenntnis, dass nicht alle gleich sein müssen.
Tania Goryushina & Andrej Kurkow: Warum keiner den Igel streichelt

Allein schon durch das herbstliche Cover der perfekte Begleiter durch diese Jahreszeit. Eine Geschichte aus der Welt der Schattenjäger von Cassandra Clare: Der erste Band der Trilogie „Die Letzten Stunden“. In einem London Anfang des 20. Jahrhunderts muss Cordelia Carstairs nicht nur damit klarkommen, dass ihre Liebe nicht erwidert wird, sondern auch mit mysteriösen Dämonenangriffen, die entgegen jedem Gesetzt tagsüber stattfinden. Gute Unterhaltung für Fans der Autorin – dick genug, um viele Regentage am Stück zu überstehen!
Cassandra Clare: Chain of Gold: Die Letzten Stunden 1

Bei schlechtem Wetter muss man sich manchmal auch zurücklehnen und die Welt um sich herum vergessen können. Karen M. McManus bietet mit dem hohen Suchtpotential ihrer Bücher die perfekte Lösung. Sie kann als Autorin gar nicht oft genug empfohlen werden. Ihre umwerfenden jugendlichen Protagonisten reißen den Leser in einen Strudel aus Spannung, Geheimnissen und verzwickten Zusammenhängen. Es empfiehlt sich, „One Of Us Is Next“ nach „One Of Us Is Lying“ zu lesen, ansonsten können die Bücher unabhängig voneinander genossen werden. Weiterlesen

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Christina Sweeney-Baird: Die andere Hälfte der Welt

Die Leseprobe hatte mich neugierig gemacht: Eine Welt ohne Männer! Geht es Christina Sweeney-Baird um die Überbevölkerung, das Problem, das Dan Brown in Inferno angeprangert hat? Beugt sie sich am Ende wie er dem Mainstream? Nein, das hat sie nur einmal angerissen: Der Klimawandel bildet sich zurück, da die Weltbevölkerung im Jahr 2025 auf 55% des bis dahin aktuellen Umfangs zurückgeht. Doch diese Betrachtung ist nicht Gegenstand des Romans. Das Werk lebt von den Gefühlen der Betroffenen, von den Gefühlen der Frauen und von ihren Schicksalen. Wie aber passt das mit dem lockeren, selbstironischen Schreibstil zusammen? Ist die ‚andere Hälfte‘ eine Anspielung auf die ‚bessere Hälfte‘? Die Ernsthaftigkeit greift ebenso schnell Raum, wie der Leser begreift, dass sich die Welt im Krieg befindet: im Krieg gegen ein tödliches Virus.

Im Einzelnen eine Handlung wiederzugeben, fällt mir bei diesem Buch schwer. Sweeney-Baird verfolgt das Schicksal eines halben Dutzends Frauen, die ihre Ehemänner, ihre Söhne und Väter verlieren. Wie gehen sie damit um – versinken sie in Verzweiflung oder in blindem Aktivismus? Oder stellen sie sich der Situation und arbeiten an einer neuen Weltordnung? Die Welt wird anders mit nur einem Zehntel der Männer. Politik, Wirtschaft, Bildung – alles ändert sich für die Gesellschaften. Evakuierungsprogramme, Arbeitszwang, Rationalisierung – alles ändert sich für die Frauen und die wenigen verbliebenen Männer.  Manche Schicksale werden erst  am Ende des Romans zusammengeführt: im Licht einer neuen Weiblichkeit mit gestiegenem Selbstbewusstsein, mit Erfahrung in neuen Berufen und mit dem eisernen Willen, die Rasse Mensch nicht aussterben zu lassen. Weiterlesen

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Clare Chambers: Kleine Freuden

Ganz im Gegensatz zum Titel ist es eine große Freude, dieses Buch zu lesen. Behutsam, mit viel Verständnis und ebenso viel Einfühlungsvermögen erzählt die englische Autorin von einer einsamen, pflichtbewussten, in den Moralvorstellungen der Zeit verfangenen Frau im London der 50er Jahre.

Jean Swinney, Ende Dreißig und als Lokalreporterin tätig, lebt zusammen mit ihrer Mutter in einem kleinen, etwas heruntergekommenen Haus in London. Ihre Mutter ist gesundheitlich angeschlagen und ein schwieriger Charakter. Daher genießt Jean die Stunden, die sie in der Redaktion oder mit Recherchen fern von zu Hause verbringen kann, ist sie doch in ihrer Freizeit stets ans Haus und an ihre Mutter gebunden.

Aufgrund eines wissenschaftlichen Artikels über Parthenogenese meldet sich bei Jeans Zeitung eine Frau, die behauptet, ihre Tochter sei die Frucht einer jungfräulichen Empfängnis. Das ist der Auftakt zu Ereignissen, die Jeans Leben komplett verändern werden. Weiterlesen

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Kathrin Lange & Susanne Thiele: Probe 12

Mitten in Georgien wird an einem der größten zukünftigen Problemen der Menschheit geforscht. Sogenannte Phagen sollen Bakterien direkt im menschlichen Körper abbauen, sogar die, gegen die wegen der zunehmenden Resistenz kein Antibiotikum mehr hilft – und das werden immer mehr. Der Forscher Anasias steht kurz vor dem Durchbruch, der hat bereits erfolgreich Stämme angezüchtet und getestet. Aber er fühlt sich verfolgt, bedroht und verschickt seine 24 wichtigsten Stämme nach Deutschland, kurz bevor er ermordet wird. Nina, seine Ziehtochter, die nicht in seine Fußstapfen treten wollte,sondern Wissenschaftsjournalistin wurde, macht sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Tom in Deutschland trägt eine große Schuld mit sich herum. Ein unbedacht eingefangener Magen-Darm-Virus aus Indien, ein sorglos eingenommenes Medikament und er trägt einen antibiotikaresistenten Bakterienstamm in sich, den er an seine ohnehin immungeschwächte Tochter weitergibt. Bei ihr kann er sich vermehren und ausbreiten und schon sehr bald gehen den Ärzten die Optionen aus. Da trifft er auf den Gedanken der Phagenbehandlung und auf Nina. Weiterlesen

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Harriet Walker: Die Neue

Margot ist erfolgreich. Sehr erfolgreich, sie arbeitet bei einer Modezeitschrift und ist da sehr hoch aufgestiegen. Jetzt ist sie schwanger und braucht eine Schwangerschaftsvertretung. Ohnehin keine ganz leichte Aufgabe, denn auf der einen Seite soll die Neue den Job gut machen, auf der anderen Seite aber nicht so gut, dass sie in Zukunft eine ernstzunehmende Konkurrenz für Margot wäre oder sie gar ganz ersetzen könnte. Margot findet Maggie, leichtes Übergewicht, der eigene Stil nicht ganz so teuer wie Margots, aber eine erfahrene Journalistin, die bereit ist, sich der Aufgabe zu stellen. Maggie scheint perfekt.

Aber in den Wochen der Einarbeitung kommen Margot Zweifel. Ist Maggie nicht doch zu perfekt? Wieso schafft sie es so leicht, Team und Chefin für sich einzunehmen? Nach einigen Wochen in der Welt der Mode ist auch Maggies Stil deutlich eleganter und teurer geworden. Dann kommt Margots Baby zur Welt und die einstmals erfolgreiche Frau ist völlig in ihre eigene Welt zurückgeworfen. Alleine mit ihren Gedanken und Ängsten und alleingelassen von der Frau, die sich ihre beste Freundin nannte. Denn Winnie war kurz vor Margot schwanger geworden, die beiden Frauen hatten viele Pläne, wie sie viel gemeinsame Babyzeit verbringen wollten. Aber Winnies Baby hat die ersten Wochen nicht überlebt und Winnie sich (wieder einmal) völlig zurückgezogen. Weiterlesen

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