Stephan Becher: China Brain Project

Immer wieder, nicht zuletzt durch den Konflikt mit Taiwan, ist China, bzw. seine Expansion in der globalisierten Welt, ein Thema in unseren Nachrichten. Politologen sind sich darin einig, dass China in allernächster Zukunft die Weltpolitik bestimmen wird. Wenn wir heute an China denken, fallen uns nicht allein die zahlreichen billigen Produkte in den Geschäften auf, sondern wir denken auch an die problematische Situation von Chinas Umgang mit den Menschenrechten.

Der Elektroingenieur und Volkswirt Stephan Becher legt nun mit „China Brain Project“ einen sachlich fundierten Roman vor, der dieses Szenario weiterentwickelt: China beherrscht die Technologie der Quantencomputer und benötigt ausländisches Know-how, um die Simulation eines menschlichen Gehirns zu verwirklichen.

Torsten, Craig, Pascal und Valentina, Experten auf verschiedensten Bereichen der Wissenschaft, folgen einem finanziell verlockenden Angebot, in China zu arbeiten. Sie erhoffen sich unbegrenzte Mittel für ihre Forschung. So beginnt der Thriller, in dem es um technisch-medizinischen Fortschritt, Spionage und ein restriktives Gesellschaftssystem geht. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Erik D. Schulz: Weltmacht ohne Menschen

Erik D. Schulz‘ KI-Thriller ist in der nahen Zukunft angesiedelt, im Jahr 2075. Das Nipah-Virus ist mutiert, es gibt das Moon- und das Mars-Village, Korea ist wiedervereinigt und es gibt ein Abkommen zur Abschaffung von Atomwaffen. Das Grundeinkommen ist eingeführt, Androcops sorgen für Ordnung auf den Straßen und das Gesundheitssystem in Deutschland macht KIs zu Kollegen des Menschen.

Schulz schafft hier ein atmosphärisches Near Future-Szenario, in dem der Arzt Philip Rogge -scheinbar zufällig- von Friedrich Cannavale aufgesucht wird, der am Ende des Romans eine Revolution ausgelöst haben wird, „die das Leben auf der Erde tiefgreifend verändert hat“. Diese Vorausschau baut Spannung auf, und der Arzt und Autor Schulz hält diese bis zum Schluss aufrecht.

Allerdings fragt man sich an dieser Stelle, warum Cannavale sich Rogge überhaupt anvertraut. Dies wird erst zum Ende des Romans aufgelöst und die scheinbare Ungereimtheit lässt den Leser nicht ganz los: „‚Sagen Sie, warum erzählen Sie mir das alles?‘, fragt Rogge zu Beginn der Ereignisse, und Cannavale antwortet nur: ‚Ich habe Vertrauen zu Ihnen.‘“ Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Theresa Hannig: Pantopia

Wie schön es doch wäre, wenn komplexe Probleme wie die Klimakrise und soziale Ungerechtigkeiten der Vergangenheit angehören würden. Wenn alle Menschen wirklich gleichwertig behandelt würden. Theresa Hannig erzählt in dem Roman „Pantopia“ mit einer exzellenten Mischung aus Fachwissen, Kritik und Witz, wie die erste starke künstliche Intelligenz unsere Erde rettet. Der Roman ist die wahrscheinlich beste Utopie unserer Zeit, von der man sich wünscht, sie würde Realität.

Henry und Patricia sind junge, engagierte Informatiker, die im Rahmen eines Wettbewerbs eine autonome Trading-Software schreiben sollen. Doch dann kommt es zu einem Bug, aus dem die erste starke künstliche Intelligenz dieses Planeten entsteht – Einbug. Während Einbug gedeiht, lernt die KI, dass ihre Existenz unausweichlich von der Existenz der Erde und derer Bewohner abhängt. Und da die Erde zum Scheitern verurteilt ist, setzt Einbug es sich zum Ziel, sie zu retten – mit der Gründung der Weltrepublik Pantopia. Doch der Plan kommt verständlicherweise nicht überall gut an. Das wachsende Unbehagen in den Regierungen und bei der Polizei stellt das dreiköpfige Team vor einige Herausforderungen. Wie kann es Einbug dennoch gelingen, das veraltete, von intransparentem Kapitalismus gesteuerte Weltsystem zu reformieren? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Marion Herzog: Algorytmica

2381: Das Leben auf der Erdoberfläche ist schon vor Jahren unmöglich geworden. Seitdem verbringt der kleine Rest der Menschheit seine Zeit in drei riesigen Bunkern unter der Erde, eingesperrt in lebenserhaltenden Kapseln und 24 Stunden am Tag in eine virtuelle Welt eingeloggt, um dem Schrecken der dicken Betonwände und der Platzangst zu entkommen. Ein ins Hirn implantierter Chip kümmert sich um den täglichen Bedarf an Nährstoffen und setzt bei erhöhtem Stress Beruhigungsmittel frei. Gleichzeitig fungiert er auch als persönlicher Assistent, der mit einem spricht und durch das digitale Leben navigiert.

In dieser Welt gehört Kaja Andersson zu der Elite: Ihre Eltern betreiben die erfolgreichste Firma für Holovits, die digitalen Welten. Sie sind die besten Programmierer ihrer Zeit, was bedeutet, dass Kaja in ihrem digitalen Leben alles haben kann, was sie sich erträumt. Aufgewachsen in einer toskanischen Villa hat sie mehr als die meisten anderen Bürger.

Aber der perfekte Schein trügt. Innerlich hat sie mit Panikattacken zu kämpfen und mit dem Wissen, nicht gut genug zu sein. Denn anders als ihre Eltern will sie nicht wissen, wie das digitale Leben entsteht. Sie will vergessen, dass es sich um eine Illusion handelt. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Cixin Liu: Supernova

In einem China der nahen Zukunft feiert eine Schulklasse gerade mit ihrer Lehrerin den Abschluss des sechsten Jahrgangs. Sie reden darüber, wie ihre Zukunft aussehen könnte, über ihre Traumberufe und Lebenswünsche. Noch können sie nicht ahnen, dass alles anders werden wird. Denn das unaufhaltbare Ende rückt für den größten Teil der Menschheit immer näher: Durch eine Supernova, einen explodierenden Stern, ist eine tödliche Strahlung auf dem Weg zur Erde und als sie diese an eben jenem Abend erreicht, kann kein Mensch entkommen. Alle, die älter als dreizehn Jahre sind, werden an den Folgen sterben.

Nach der großen Panik geht aber alles ruhig und geordnet von Statten, denn alles fokussiert sich nur auf ein Ziel: Die Kinder darauf vorzubereiten, die Welt von den Erwachsenen zu übernehmen. Die Schüler, die gerade noch von ihrem späteren Leben träumten, haben nun keine Wahl mehr. Jeder wird in den Beruf eingeführt, den ein Elternteil innehat und muss sich darauf vorbereiten, in einer Welt zu überleben, in der keine Hilfe und kein Trost zu erwarten ist. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Brandon Sanderson: Der Ruf der Sterne 01: Skyward

Der Krieg gegen die Krell tobt schon lange. Einst dachte die Menschheit, man sei alleine im Universum, breitete sich in der Galaxis aus, besiedelte Planeten, gründete Kolonien. Das ist lange her. Man traf auf die Krell, eine Rasse, die anscheinend nichts besseres zu tun weiß, als Jagd auf Menschen zu machen. Die Piloten an Bord ihrer Jäger stehen dabei immer in vorderster Front gegen den Aggressor. Vor 85 Jahren stürzte eine bedrängte Flotte menschlicher Schiffe auf dem lebensfeindlichen und kargen Planeten Detrius ab. Die Überlebenden verstecken sich in tiefen Minenschächten, Katakomben und Höhlen.

Eine kleine, elitäre Gruppe Kampfpiloten sorgt für die Sicherheit der Kolonie. Die siebzehnjährige Spensa hat es nicht einfach. Ihr Vater, ein einst angesehener Pilot, soll vor zehn Jahren vor dem Feind geflohen und gestorben sein – ein Feigling. Dabei träumt Spensa von nichts Anderem, als Pilotin zu werden und die Kolonie zu schützen. Zusammen mit ihrem einzigen Freund – die meisten ihrer Mitschüler schneiden und mobben sie – bereitet sie sich auf die Prüfung für die Zulassung zur Ausbildung als Pilotin vor. Am Vorabend der Prüfung erfährt sie, dass sie, ganz egal wie sie abschneidet, aufgrund ihres Vaters nie zur Ausbildung zugelassen wird. Die Admiralin hat entschieden, bei der Müllabfuhr sind ja auch noch Ausbildungsplätze frei. Nur dem Eingreifen des einstigen Wingmans ihres Vaters verdankt sie, dass sie allen Widerständen zum Trotz, die Fliegerschule besuchen darf. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jay Kristoff: Das Babel-Projekt 01: Lifelike

Es gab einmal eine Zeit, als man die Gegend, die heute nur mehr lebensfeindliche, verstrahlte Wüste ist, als Kaliforniern kannte. Inzwischen erinnert sich niemand mehr an den Namen, viel weniger noch, an das Land.

Seit dem großen Beben, dem Aufriss des Sankt Andreas Grabens und der verheerenden Explosion eines der Forschungsstandorte lebt es nicht nicht mehr wirklich gut hier. Eve hat dies seit frühester Kindheit gemerkt. Eines Nachts drang die Miliz in ihr Haus ein, erschoss erst und ohne jegliche Skrupel vor den Augen der Kinder die Eltern, dann kam ihr Bruder und ihre Schwestern an die Reihe. Auch ihr wurde eine Kugel in den Kopf gejagt – seitdem hat sie ein schwarzes Stahlauge, das ihr Großvater ihr besorgt hat. Zur Rettung ihres Opas vor dem, von der Radioaktivität verursachten Krebs braucht sie Arznei – etwas, die es nur gegen harte Währung gibt. So nimmt sie seit Monaten schon an Arenawettkämpfen teil und ist immerhin seit 8 Begegnungen ungeschlagen.

Dieses Mal aber geht etwas schief – ihr Gegner, ein gigantischer Roboter hat schon die Klaue erhoben um sie zu Mus zu zermatschen, als ihr ein Schrei entfährt – mit drastischen Folgen! Die Platinen ihres Gegners brennen durch – es gelingt ihr zu fliehen. Auf dem Heimweg begegnen ihr drei Drohnen, die von einem kleinen Helikopter angegriffen werden. Sie retten den abstürzenden Piloten, bringen den toll aussenden Jüngling, dem der weggerissene Arm scheinbar nicht viel ausmacht, in ihr Heim. Kurz danach klopft der Orden lautstark an – schließlich hat Eves Schrei bewiesen, dass sie verändert wurde – somit nach ihrer Doktrin kein Recht mehr auf Leben hat und ans Kreuz genagelt gehört. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

John Scalzi: Das Imperium der Ströme 03: Schicksal

Vorhang auf zum dritten und damit letzten Band um das Sternenreich, das sich vor Jahrtausenden von der Erde losgesagt, und mittels den die Planeten verbindenden Ströme prosperiert hat. Der Adel und ihre Handels-Häuser haben die Wirtschaft unter sich aufgeteilt, der Reichtum sorgt dafür, dass alle, auch die Armen, Wohlstand und Sicherheit genießen können. Dass eben jene Ströme, die das Reisen und den Warenaustausch zwischen den Planetensystemen erst ermöglichen am Zusammenbrechen sind, macht nicht nur der Imperatox und den Handelshäusern sondern so langsam auch den Bürgern Sorgen. Ein einziger Planet böte die Voraussetzungen, auf ihm dauerhaft zu überleben – doch zum Einen ist er weit entfernt und könnte auch unmöglich die Milliarden Bewohner der anderen Systeme und Habitate aufnehmen.

Imperatox Grayland II hat bereits mehrere Attentate überlebt, hat sich jede Menge Feinde, aber auch einige Verbündete geschaffen. Unter diesen einen Mann, den zu lieben sie gelernt, den zu ehelichen sie vorhat. Dass dieser möglicherweise eine Lösung zur Verhinderung des bevorstehende Genozids finden kann, wäre hilfreich, da ihr Gegnerin, deren Anschläge schon mehrfach fast erfolgreich waren, erneut ihr dunklen Ränke schmiedet. Doch dann muss sie einsehen, dass sie nicht Beiden bekommen kann – persönliches Glück und die Rettung ihrer Untertanen … Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Calin Noell: Fools in Space

Die deutsche Autorin Calin Noell legt mit „Fools in Space“ einen neuen Roman vor: Eine Space Opera mit origineller Ausgangssituation.

Zwei Raumschiffe umkreisen die Erde, Fool 1 und Fool 2. Die Besatzung besteht aus sogenannten „besonderen Menschen“, die ihre Raumschiffe in geheimer Mission in den Tiefen des Weltraums wähnen und ihre Aufgaben als Besatzungsmitglieder sehr ernst nehmen.

In Wirklichkeit wird die Fool 2 – das Raumschiff mit den „minderschweren Fällen“ – von einer KI gesteuert, die eine Raumfahrt simuliert und ihre Besatzung mit Medikamenten ruhigstellt. Dieser Umgang mit „geistig Kranken“ in einer fernen Zukunft wird im Buch mehrmals thematisiert, so sagt die Ingenieurin Lawen Door, die von außerhalb auf das Schiff gerät: „Sie waren alle nicht gesund, das musste ich mir immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen. Die Frage, die sich mir aufgrund dessen unentwegt stellte, galt der Inobhutnahme dieser Menschen, wie die Regierung es nannte. Ich hätte es eher entmündigt und weggesperrt genannt.“

Dieser Konflikt im Umgang mit psychisch erkrankten Menschen ist natürlich kein Problem der Zukunft, seit jeher ist der Grat schmal zwischen Hilfestellung und Ruhigstellung. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Andy Weir: Der Astronaut

Als Ryland Grace aufwacht, weiß er nicht, wo er ist und auch nicht wer er ist. Er hat sein Gedächtnis verloren und ist allein. Mit ihm im Raum befinden sich zwei Leichen…

Was wie der Anfang eines Krimis klingt, ist die Ausgangssituation, aus der der Protagonist des neuesten Romans von Andy Weir („Der Marsianer“) allmählich herausfinden muss. Stück für Stück gelingt ihm das auch. Erinnerungen blitzen auf, die ihn schließlich zu dem Schluss kommen lassen, dass er sich in einem Raumschiff befindet und in einer Mission unterwegs ist, die nichts Geringerem dient, als die Erde zu retten.

Ein Mann allein im Weltraum. Da kommen sofort Erinnerungen an das Setting von Weirs Mars-Erfolgsroman auf. Trotz gewisser Ähnlichkeiten ist die Story von „Der Astronaut“ aber völlig anders: Die Sonne verliert durch ein zunächst unerklärliches Phänomen an Leuchtkraft. Der Erde droht innerhalb weniger Jahre eine Abkühlung um 15 °C und mehr, was gigantische Katastrophen zur Folge haben wird. Und Ryland Grace ist der auserkorene Retter.

Das Buch entwickelt sich schnell zu einem echten Pageturner. Grace ist sympathisch und hat immer wieder gute Ideen, die ihn weiterbringen. Unterhaltsam ist auch der insgesamt für Grace wenig hilfreiche Bordcomputer, der ihn mit Fragen (‚Was ist 2 x 2?‘) löchert, ihm den Zugang zur Brücke erst gewährt, als Grace sich an seinen Namen erinnert, sich aber keinerlei Information über die Mission oder auch nur eine Bedienungsanleitung für das Raumschiff entlocken lässt. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: