Ursula Poznanski: Thalamus

Timo ist siebzehn, als er mit dem Mofa verunglückt. Trotz Helm trägt er schwere Kopfverletzungen davon, kann nicht reden, nicht gehen. Deswegen kommt er zur Rehabilitation auf den „Markwaldhof“, der sich auf solche Fälle spezialisiert hat. Timo kommt in ein Zweibettzimmer mit einem Komapatienten, von dem man ihm sagt, dass er vollständig im Koma wäre. Aber er steht nachts auf, redet mit Timo, läuft herum, bedroht ihn. Zunächst kann Timo das niemandem mitteilen, er kann ja nicht sprechen und er zweifelt auch an seinen eigenen Beobachtungen. Alles nur Folgen der Kopfverletzung?

Timo lernt im Rollstuhl seine Mitpatienten und ihre Schicksale kennen und eines Nachts steht auch er auf. Kann laufen, kann reden. Morgens ist alles wie immer. Es gibt Fortschritte, aber keinen Durchbruch. Und Timo hört Stimmen. Stimmen, die ihn beeinflussen, die ihm Befehle erteilen.

Das Buch ist spannend vom Anfang bis zum Ende und beschäftigt sich mit dem, was Medizin vielleicht kann und darf. Weiterlesen

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Kai Meyer: Der Pakt der Bücher

Willkommen zurück im London des Jahres 1880. Genauer gesagt in Cecil Court, der Straße der Buchhändler. Hier, inmitten kleiner Buchhandlungen, die das Herz eines jeden Liebhaber gedruckter Werke höher schlagen lassen, leben Mercy, Tempest und Philander und betreiben gemeinsam das Liber Mundi Antiquariat. Was wenige auch nur ahnen ist, dass Mercy und Tempest nicht nur wackere Bibliomanthen sind, sondern, dass Mercy sich ihren Lebensunterhalt und das wirtschaftliche Überleben des Antiquariats auch durch ihre perfekt ausgeführten Diebstähle finanziert. Dabei hat sie sich auf das Organisieren von seltenen Büchern spezialisiert.

Zuletzt war sie, für niemand geringeren, als Sedgwick,den Leiter der Polizei Londons auf der Suche nach den verschollenen Kapiteln des legendären Flaschenpostbuchs, im Einsatz. Und sie hat es fast geschafft – bis auf ein Kapitel hat sie ihrem Auftraggeber alle legendären Teile beschafft. Nun drängt dieser darauf, dass sie auch das letzte Kapitel besorgt. Erst dann kann Sedgwick seinen Traum, mittels des Flaschenpostbuches eine Figur aus einem legendären, unvollendeten Roman in seine Welt zu holen und das Rätsel, um den unvollendeten Schluss des Buches lösen, erfüllen.

Doch dann kommt es, wie es scheinbar immer kommen muss – dritte Parteien mischen sich vehement und gewaltbereit ein, Agenten und Attentäter, Revoluzzer und Terroristen hinterlassen ihre blutigen Spuren und die Welt der Magie der Bücher selbst scheint bedroht … Weiterlesen

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Alex Wheatle: Die Ritter von Crongton

Der Autor Alex Wheatle hat eine Mission. Er zeigt, wie Jugendliche in sozialen Brennpunkten überleben können. Seine Devise: Nur mit echten Freunden kann man den Gangs und ‚Ghettoratten‘ fernbleiben. Echte Freunde halten auch zusammen, wenn es mal richtig schlimm wird.

Die Freunde McKay, Little Bic und Jonah sind echte Freunde. Doch nun kommt die erste Verliebtheit ins Spiel und bringt alles durcheinander, als Little Bic von Venetias Schwierigkeiten erfährt. Ihr Exfreund, drei Jahre älter und Mitglied einer Gang, hat ihr Handy gestohlen, auf dem unter anderem sehr persönliche Bilder gespeichert sind. Wenn diese Bilder veröffentlicht würden, wäre dies für Venetia mehr als nur eine Katastrophe. Natürlich will ihr Little Bic helfen. Und wenn er hilft, dann sind auch McKay und Jonah mit von der Partie, die unbedingt Venetias Freundin näher kennenlernen wollen. Als Gruppe begeben sie sich in Feindesland, überraschen Venetias Exfreund in seiner Wohnung und erobern das gestohlene Handy zurück. Weiterlesen

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Louise O’Neill: Du wolltest es doch

Emma ist 18 Jahre alt und die Welt liegt ihr zu Füßen. Sie kann jeden Jungen haben, den sie möchte. Ganz egal, ob der schon vergeben ist oder nicht. Sie wird bewundert und gehasst – auch in ihrem Freundeskreis. Denn seit sie ihrer Freundin Jamie geraten hat, eine vermeintliche Vergewaltigung nicht anzuzeigen, ist das Verhältnis der Mädchen schwierig. Aber sie hat ja auch noch die ungeteilte Aufmerksamkeit von Ali und Maggie. Dann passiert nach einer Party am Wochenende das Unfassbare: Im Netz tauchen Bilder von Emma auf, nackt und scheinbar bewusstlos. Mehrere Jungen aus ihrem Freundeskreis haben Sex mit ihr, auch Maggies Freund. Ein weiterer Schachzug der perfekten Emma oder ein grausames Verbrechen?

Louise O’Neills Jugendroman geht unter die Haut, auch wenn das auf den ersten Blick nicht klar erkennbar ist. Denn am Anfang lernt man erstmal die vier Mädchen aus Emmas Sicht kennen. Emma hält sich für perfekt, ist reichlich arrogant und weiß, was sie will. Dafür würde sie auch über Leichen gehen, notfalls sogar die Leichen ihrer besten Freundinnen, die alle aus gut betuchten Häusern kommen, aber zum Glück in Emmas Augen nicht annähernd so perfekt sind wie sie. Weiterlesen

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Sara Barnard: Vielleicht passiert ein Wunder

Die 16-jährige Steffi leidet unter einer Form des selektiven Mutismus. Unter vor allem fremden Menschen kann sie nicht sprechen, kein Wort verlässt ihre Lippen. Seit vielen Jahren arbeitet sie an sich, deshalb gelingt es ihr mittlerweile mit Familienmitgliedern und engen Freunden zu sprechen. In der Schule ist es weiterhin schwierig. Als der neue Mitschüler Rhys auftaucht, ändern sich die Dinge. Er ist taub und spricht Gebärdensprache. Steffi hat diese Form der Kommunikation vor vielen Jahren selbst gelernt, weil ihr Onkel das für eine gute Idee hielt. So fällt es ihr leicht, mit Rhys in Kontakt zu treten, ohne auch nur ein Wort sagen zu müssen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, aus der bald mehr zu werden scheint. Und Steffi spricht plötzlich immer öfter!

Sara Barnard beschreibt eine wirklich schöne Geschichte. Sie wird aus Steffis Perspektive umschrieben, deren Leben weitgehend von einer Angststörung beherrscht wird. Immer wieder macht sie sich Gedanken, sieht alles schwarz, gerät in Panik und spricht vor allem nicht mehr. Weiterlesen

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Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London 01: Autowahn

Mein Name ist Peter Grant, und ich bin Mitglied einer mächtigen Armee der Gerechtigkeit, allgemein als Metropolitan Police bekannt, wenngleich bestimmte Kreise uns eher als miese Pisser bezeichnen … Genauer gesagt gehöre ich einer Abteilung innerhalb der Metropolitan Police an, die sich mit Magie und dem Übernatürlichem beschäftigt  … der krasse Scheiss, wie manche meiner Kollegen meinen. Man nennt uns Falcon oder Folly. Wir sind die Sondereinheit für spezielle Fälle. Wenn es allerdings soweit ist, dass man uns ruft, ist die Kacke echt am Dampfen … Ein Polizist lebt bekanntermaßen von seinen Informanten. Ich habe in der Hinsicht Glück im Unglück. Meine Tippgeber gehören zumeist Spezies an, die dem gemeinen Bürger unbekannt sind. So was wie Flussgottheiten und ähnliche übernatürliche Wesen. Als mich also die Tochter der Themse anruft und etwas von einem BMW erzählt, der mit hilflosem Fahrer doch glatt ohne zu zögern in den Fluss gefahren ist, mache ich mich an meinen Job – sprich ich gehe meinen Kollegen und der Allgemeinheit mit meinen Fragen gehörig auf den Geist. Weiterlesen

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Jennifer L. Armentrout: Und wenn es kein Morgen gibt

Die 17-jährige Lena ist unsterblich in den Nachbarsjungen Sebastian verliebt – und das schon seit vielen Jahren. Sebastian ahnt davon nichts und Lena will das eigentlich auch lieber so lassen. Dann allerdings verändert das Schicksal alles. Gerade als Lena mutig ist und Sebastian ihre Liebe gesteht, passiert ein schwerer Unfall. Alle Freunde von Lena, die im Wagen sitzen, sind tot. Nur Lena überlebt. Und das schlimmste daran: Lena hätte diesen Unfall verhindern können. Jetzt ist es wohl endlich aus zwischen ihr und Sebastian.

Dieser Jugendroman hat irgendwie ein Problem mit seinem Aufbau. Ein gutes Drittel ist alles in der Geschichte wunderbar und man fragt sich Kapitel über Kapitel, warum man die Geschichte eigentlich liest. Es passiert schlichtweg nichts Interessantes oder gar etwas von irgendeinem Belang. Die Freunde leben ihr Leben, gehen auf Partys, bilden Pärchen, gehen zur Schule. Eben das, was stinknormale Teenager tun. Erst als ein Großteil des Buches schon vorüber ist, passiert der Unfall. Weiterlesen

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Francesca Zappia: Von der Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt

Das Leben von Alex ist kompliziert und strengt sie an. Alex hat seit ihrem 13. Lebensjahr die Diagnose paranoide Schizophrenie. Sie sieht Dinge, hört Stimmen, redet mit Gegenständen und glaubt an Verschwörungstheorien – und das schon, seit sie ein kleines Mädchen ist. Spätestens seit sie mit dem kleinen blauäugigen Jungen die Hummer aus dem Aquarium befreite. Doch ihre Mutter hat ihr erzählt, dass es keine Hummer gab, Alex sich diese nur eingebildet hat. Dann allerdings steht sie beim Schulwechsel zum letzten Schuljahr einen jungen Mitschüler gegenüber, der dem Jungen mit den blauen Augen wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Kann es sein, dass Miles und sie vor vielen Jahren doch die Hummer befreit haben?

Die Geschichte ist aus Alex‘ Perspektive erzählt und das macht das Ganze schon in sich spannend. Denn Alex sieht Dinge und hört Stimmen, die gar nicht da sind. Einmal beispielsweise sieht sie auf der Schultoilette eine gefährliche Schlange am Lüftungsschacht. Klarer Fall, Einbildung, sagt man als Leser oder Leserin. Wenig später allerdings erfährt Alex, dass vor vielen Jahren einmal eine Schlange in der Schule entkommen ist. Spätestens da sollte man nichts mehr glauben und alles in Frage stellen. Das von Francesca Zappia gewählte Setting ist großartig. Was sie dann allerdings daraus macht, hat mir nicht ganz so gefallen. Weiterlesen

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Anca Sturm: Der Weltenexpress

Flinn ist 13 Jahre alt und trägt nicht nur einen geschlechtslosen Namen, auch sonst denkt niemand in ihrer Umgebung, dass sie ein Mädchen sein könnte. Sie ist so unscheinbar und traurig, denn vor zwei Jahren verschwand ihr älterer Bruder Jonte spurlos. Nur einige sonderbare Postkarten hat sie seitdem von ihm erhalten. Die Postkarten zeigen einen großen Passagierzug – zumindest für Flinn! Denn weder die Polizei noch ihre Mutter können den Zug sehen. Und dann eines Abends, als Flinn an dem uralten Bahnsteig abhängt, an dem auch Jonte verschwunden ist, hält genau dieser Zug vor ihren Augen an. Flinn nimmt allen Mut zusammen und geht an Bord. Vielleicht kann sie dort ja Jonte finden?

Schnell zeigt sich, dass der Zug etwas ganz Besonderes ist. Die Aneinanderreihung der Waggons stellt eine Schule für besonders begabte Kinder dar, die aus schwierigen Verhältnissen stammen und deren Potenzial deswegen nicht zur Geltung käme. Bekannte Persönlichkeiten wie Albert Einstein haben die Schule einst besucht! Doch Flinn muss auch feststellen, dass nicht jeder Schüler oder Schülerin im Weltenexpress sein kann. Weiterlesen

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Akram El-Bahay: Wortwächter

Es ist schon eine Krux, wenn die eigenen Eltern meinen, ihren zweiten Frühling zu erleben und die ausgefallene Hochzeitsreise nachholen zu müssen. Paris, die Stadt der Liebe ist da angesagt, doch wohin nur mit dem zwölf-jährigen Filius? Da kommt ein verschrobener Onkel in England natürlich geschickt und schon findet sich Tom vor einer alt-ehrwürdigen Villa zwei Stunden von London entfernt – also mitten in der Pampa – wieder. Internet gibt es hier genauso wenig wie Handyempfang – sogar einen TV – natürlich ohne Streaming Möglichkeit – sucht Tom vergebens. Statt dessen, wo das Auge hinfällt alte Schwarten, pardon Bücher! Das kann ja gähnend werden, denkt Tom da noch. Dass sein Onkel in Will einen etwas merkwürdig aussehenden Butler mit Augenbrauen und Haaren hat, die gerne einmal verrutschen und der sich sein Gesicht schminkt verwirrt Tom. Mehr noch aber erstaunt ihn der Fund im Keller des Anwesens.

Hier überrascht er in seiner ersten Nacht einen Einbrecher, einen Dieb und Entführer, der nicht nur wertvolle Blätter, sondern auch seinen Onkel entwendet – sprich kidnappt. Dass eines der Blätter, das er sich schnappt, sich selbst beschreibt hätte er noch als Alptraum abtun können, dass ihn der Text aber direkt und ganz persönlich anspricht und von Bibliothekaren und Lectorii, Lesende und Schreibenden berichtet und offensichtlich mehr über Tom, seine Gedanken und Gefühle weiß, als ihm recht ist macht die Sache mysteriös. Weiterlesen

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