Yves Grevet: Vront: Was ist die Wahrheit?

Die Erwachsenen meinen es mit ihren Kindern natürlich gut, erst recht wenn es um Schutz und Sicherheit geht. Und LongLife verspricht dies alles, wenn jeder ein Transplantat im Körper trägt. Diese Sicherheit beginnt beim täglichen Gesundheitscheck. Auch die Erziehung erleichtert LongLife mit der Festlegung der Aktionsradien der Kinder, die vom Transplantat mit Stromstößen für Grenzüberschreitungen bestraft werden. Auch das nächtliche Ausgehverbot ist einprogrammierbar.

Für den siebzehnjährigen Scott ist die totale Überwachung ein Gräuel. Schon als kleiner Junge begehrte er auf, und als junger Erwachsener hat er mit seinen Freunden einen Weg gefunden, LongLife auszutricksen. Ihre politische Bewegung Vront ist plötzlich in aller Munde. Manche sprechen von jugendlichen Terroristen. Und dann wird Scott verhaftet und zu einer längeren Haftstrafe verurteilt. Für seinen jüngeren Bruder Stan ist dies eine Katastrophe. Er hat Angst um seinen Bruder, der für ihn immer ein Vorbild ist. Dass die namenlose Angst den Machtkampf zwischen dem Staat und einer Verbrecherorganisation ankündigt, können sich die Brüder zunächst in ihren verrücktesten Träumen kaum vorstellen. Wie wehrt man sich, wenn andere einen als Spielfigur benutzen und kaltherzig zu opfern bereit sind? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

J. C. Cervantes: Zane gegen die Götter 01: Sturmläufer

Es ist schon so eine Krux – manche Menschen haben das Pech einfach, von Kindesbeinen an, gepachtet. Zane Opispo gehört zu diesen bedauernswerten Menschen. Nicht genug damit, dass er seinen Vater nie kennengelernt hat – seine Mutter spricht nicht viel über den Erzeuger unseres Zane, eher nicht viel wie nichts – Zanes eines Bein ist auch noch kürzer als das Andere. Damit hat er in der Schule als Spitznamen solch illustre Bezeichnungen wie Sir Hinkefuss, McLahm oder Krücke abbekommen.

Seit einem Jahr geht es ihm ein wenig besser – seine Mutter unterrichtet ihn zu Hause – das heißt in der Wüste von New Mexiko, einen dreibeinigen Hund hat er auch aufgenommen und gesund gepflegt, und bei der Nachbarin, einer blinden Telefonhellseherin, verdient er sich das Geld für das Futter hinzu. Doch dann geht alles, ich meine jetzt wirklich alles, den Bach herunter. Nicht genug damit, dass er ein Stipendium auf einer Privatschule bekommt, und wieder die Schulbank drücken darf, er muss, weil er sich gegen das Mobbing der neuen Mitschüler gewehrt hat, auch gleich beim Rektor antanzen.

Ein Flugzeug stürzt in seinen Vulkan hinter Haus ab – erwähnte ich bereits, dass Zane in seiner Nachbarschaft einen erloschenen Vulkan hat? – unheimliche Riesen mit merkwürdigen Köpfen machen seine Nachbarschaft unsicher. Und er trifft auf ein hübsches Mädchen, das sich in einen Falken verwandeln kann. Klarer Fall von Klapsmühle, ab in die Psychiatrie denken sie jetzt – nur, dass unser Zane nicht spinnt – leider. Er erfährt, dass er der Halbsohn eines Maya-Gottes ist und das geweissagt wurde, dass er den Herren der Unterwelt, den Gott des Todes aus seinem Gefängnis freisetzen wird. Macht er nicht, was hätte er denn davon denken sie? Denkt Zane auch, bis … und dann beginnt die Jagd Zane gegen den befreiten Todesgott erst so richtig … Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Rick Riordan: Magnus Chase 04: Geschichten aus den Neun Welten

Mit Magnus Chase hat sich Bestseller-Autor Rick Riordan der alt-nordischen Götterwelt angenommen. Zwar erreichten die Bücher um die Wanen lange nicht die Auflagen der Abenteuer ihrer griechisch-römischen Verwandten (immerhin aber liefen sie wohl besser, als die Ägyptischen Göttertitel), doch hielt dies den Verfasser nicht davon ab, Kurzgeschichten um die aus den drei Romanen kannten Figuren zu schreiben.

Locker verbunden durch einen, durch alle neun Welten joggenden THOR (er will unbedingt in einer seine geliebten TV Serien einen Cameo-Auftritt ergattern) erwarten uns insgesamt neun Stories – man beachte den beabsichtigten Zufall zu den neun Welten der Saga – die uns einmal mehr in die absonderlichen Welten der Götter, der Toten und der Walküren entführen.

Allerdings merkt man den Kurzgeschichten an, dass Riordan eher die Romanlänge bevorzugt. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Rick Riordan: Die Abenteuer des Apollo 04: Die Gruft des Tyrannen

Seitdem sein Vater, der allmächtige Zeus höchstselbst, seinen vorlauten, oberflächlichen und egoistischen Sohn Apollo in einem menschlichen Körper gesteckt und der Gnade einer menschlichen Jugendlichen ausgeliefert hat, musste der einstige Gott der Musik einige bittere Pillen schlucken. Im Kampf gegen drei ehemalige römische Kaiser, die sich zu den Herren der Welt aufschwingen wollen, gab es herbe Verluste zu beklagen. Im Camp Jupiter soll nun der im Kampf gefallene Jason Grace beigesetzt werden. Einen der Kaiser aus dem Triumvirat konnten Apollo und seine Mitstreiter schwächen, nur wachsen ihre Gegner scheinbar schneller nach, als Unkraut sprießt.

Zwei Kaiser nähern sich der Bay Area in 50 schwer bestückten Schiffen, das bengalische Feuer brennt schon, als sich zudem eine Horde Ghule erhebt und das Camp angreift. Apollo wird mit dem Zombi-Keim infiziert und ruft um Hilfe – allein, außer seinen Gefährten scheint ihn niemand zu hören. So führt er einen verzweifelten Kampf – um das Leben der zwölften Legion, der Dryaden und Faune, seiner Freunde und nicht zuletzt, um sein eigenes Schicksal …

Eigentlich hätte der Autor mit vorliegendem Band seinen Zyklus um den in einen Menschen verbannten Gott abschließen können. Hätte, denn Riordan liebt es seine Serien auf fünf Titel auszudehnen. Dies führt dazu, dass vorliegender Band im ersten Viertel etwas geruhsam daherkommt. Die Bedrohungslage wird ausführlich geschildert, die Aussichtslosigkeit des bevorstehenden Konflikts dem Leser anschaulich vor Augen geführt, und etwas Neues in die Sagen des Rick Riordan eingeführt. Leibhaftige Zombies bevölkern plötzlich und zumindest für mich unerwartet den Plot. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Kiera Cass: Promised

Hollis lebt mit ihren Eltern am Hof des Königs, sie trägt die schönsten Kleider, isst das feinste Essen, verkehrt in der besten Gesellschaft und genießt ihr Leben voller Klatsch, Tratsch und Geld. Doch das ist es nicht, was sie besonders macht. Seit längerer Zeit hat auch noch der König ein Auge auf sie geworfen. Was anfangs als harmloser Flirt abgetan wurde, wird immer mehr zur Realität: Hollis und der König kommen sich näher, sie ist die einzige, die ihn seit dem Tod seiner Eltern zum Lachen bringt, er ist ihr Traummann. Immerhin ist er König und mehr kann sie sich nicht für ihr Leben wünschen. Oder?

Als eine Familie aus einem Nachbarland nach ihrer Flucht Schutz im Palast sucht, begegnet Hollis zum ersten Mal Silas, dem Fremden, der ihre Weltordnung durcheinanderwirft. Auf einmal fragt sie sich, ob sie mehr will, als Reichtum, ob der König sie jemals wirklich lieben wird. All der Glanz und die Aufgaben, die mit dem bevorstehenden Heiratsantrag auf ihr lasten, drohen zu viel für sie zu werden. Auch wenn sie all diese Gefühle hinter einem Lächeln versteckt, fragt sie sich: Kann sie eine glorreiche Zukunft für einen Fremden auf´s Spiel setzten? Und was ist es, was den König antreibt? Wer ist er wirklich – ein gütiger Herrscher oder ein gefühlskalter Regent? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Karen M. McManus: One Of Us Is Next

Ein Jahr ist es her, dass Simon Kelleher Selbstmord beging, um seinen Tod vier seiner Mitschüler anzuhängen. Diese Vier gehen inzwischen ihrem Leben nach – ohne High School Intrigen. Doch die Bayview High hat das Drama und Simon noch lange nicht vergessen. Zunächst sind es nur harmlose Nachahmer, die versuchen, Aufmerksamkeit zu bekommen, indem sie neue Gossip-Apps ins Leben rufen, doch diese Versuche scheitern. Erst ein anonymer Spielleiter schafft es, alle auf sich aufmerksam zu machen und das mit seinem ganz eigenen Stil, Geheimnisse aufzudecken: Ein schulweites Wahrheit oder Pflicht Spiel. Wer eine Nachricht bekommt, muss sich entscheiden: Nimmt er eine gefährliche Wette an? Sind seine Geheimnisse es wert, sich öffentlich lächerlich zu machen? Sind sie es wert, sich in Lebensgefahr zu begeben? Wer nicht antwortet hat keine Wahl – der anonyme Spielleiter macht seine tiefsten Geheimnisse öffentlich.

Als Maeve die Nachricht bekommt, ignoriert sie sie. Mit ihrer älteren Schwester Bronwyn hat sie bereits erlebt, was Intrigen und anonyme Scheiber auslösen können, wenn man sich auf sie einlässt. Doch was sie nicht weiß: Das Geheimnis, dass der anonyme Schreiber über sei veröffentlichen wird, verletzt nicht nur sie, sondern auch ihren besten Freund…

Doch derartige Probleme rücken in den Hintergrund, als ein Schüler stirbt. Bei der illegalen Abkürzung über ein Baugeländer stürzt er durch das Dach eines unfertigen Gebäudes. Die Freunde, die bei dem Unfall dabei waren, schweigen sich darüber aus und erst später wird klar: Auch der Verstorbene wurde zu Wahrheit oder Pflicht aufgefordert. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Anne Freytag: Das Gegenteil von Hasen

„Er trägt ein Hasenherz im Wolfspelz. […] Ich wäre gern besser als das. Aber ich bin es nicht. Ich bin ein Hase unter Wölfen, der rennt und Haken schlägt.“ (Kapitel 1382-2)

Marlene und Leonard, Zwillinge und unzertrennlich, gehören mit ihrer besten Freundin Julia zu den beliebten Jugendlichen der Jahrgangsstufe. Einen Knick bekommt ihre Freundschaft, als Leonard und Julia vor ein paar Wochen ein Paar werden. Doch scheinbar sind sie immer noch beliebt und zu dritt unterwegs. Dann verliert die 17-jährige Julia ihren Laptop und mit ihm viele sensible Daten. Sie hat einen Blog geführt, in dem sie Einträge über sich und ihre Mitschüler geschrieben hat. Schonungslos, ehrlich, direkt. Keine Lügen mehr, sondern nichts als die Wahrheit. Als nun der Laptop verloren geht, tauchen wenig später eben diese Einträge öffentlich im Netz auf. Alle Schüler, Lehrer und die Eltern können Julias persönliche Gedanken lesen. Der tägliche Schulbesuch wird zum Spießroutenlauf!

Schonungslos, ehrlich, direkt. So könnte man auch den kompletten Roman beschreiben. Ich halte ihn für Anne Freytags direktestes Werk. Hier wird nichts schöngeredet und alles auf den Punkt gebracht. Julia gehört durch ihre Freundschaft zu den Zwillingen auf die Seite der beliebten Jugendlichen. Sie mobben sich fröhlich durch ihren Alltag, grenzen andere aus, die nicht ins klassische Bild passen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Dashka Slater: Bus 57

2012 lebte Richard wieder in Oakland bei seiner Mutter. Wegen einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen ihm, seinen Freunden und einer Gruppe weißer Jugendlicher war er bereits als 14-Jähriger zu dem Verbleib in einer Jugendgruppe verurteilt worden. Über ein Jahr lang befand er sich in einer Betreuung und unter Beobachtung. Vieles hat sich nach seiner Rückkehr geändert. Er wollte mehr für die Schule lernen, regelmäßig zum Unterricht gehen und sich verantwortungsvoll verhalten. Doch anderes war geblieben. Wenn er mit den falschen Leuten zusammenhing, vergaß er seine Vorsätze. Auch sein Naturell war geblieben, das ihn dazu verleitete, den Spaßmacher zu spielen.

Die Chancen, für afroamerikanische Jungen auf dem Rücksitz eines Streifenwagens zu landen, waren für Richard nach wie vor sehr hoch. Jungen wie er „… machten nur dreißig Prozent der minderjährigen Bevölkerung Oaklands, aber fünfundsiebzig Prozent aller verhafteten Jugendlichen aus.“ (S. 104)

Am 04. November 2013 war er erneut mit den falschen Leuten zusammen, mit denen er herumalberte. Für seine 16 Jahre wirkte er deutlich jünger und unreifer. Im Bus 57 saß Sasha in ihrer Nähe, die/der zu einer Weste und Kappe einen weißen Rock trug. Sasha war offensichtlich anders als die/der durchschnittliche Jugendliche. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Mel Wallis de Vries: Ich sehe was, was du nicht siehst

Vier junge Mädchen am Rande zum Erwachsenwerden machen nach dem Tod ihrer Freundin eine gemeinsam geplante Reise. Doch Emma, das Verbindungsstück zwischen den Mädchen, gibt es nicht mehr. Auf einer Weihnachtsfeier im letzten Winter sah man sie zuletzt. Seitdem sind Bo, Lilly, Anouk und Mabel auf sich allein gestellt. Und ihre Freundschaft läuft alles andere als gut. Denn schon im Bus nach Frankreich gibt es den ersten Streit zwischen den ungleichen Teenagern. Draufgänger Bo, die ängstliche Lilly, die übersinnliche Anouk und Mabel, die ein Geheimnis wahrt, machen sich dennoch auf in den Ferienort. Als dort allerdings ein Top auftaucht, das Emma in der Nacht ihres Verschwindens trug, steht die Welt der Mädchen Kopf. Hat vielleicht doch eine von ihnen etwas mit Emmas Verschwinden zu tun?

Die niederländische Autorin Mel Wallis de Vries hat schon einige Jugendthriller veröffentlicht. Die Titel ihrer Thrillerreihe präsentieren stets eine in sich abgeschlossene Geschichte und bauen nicht aufeinander auf. Im vorliegenden Roman lernt man vier Mädchen kennen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Man kann nicht glauben, dass sie einst mit Emma befreundet waren. Das Verschwinden des Mädchens hat eine große Kluft zwischen die vier getrieben und seitdem läuft ihre Freundschaft mehr als unrund. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Tobias Goldfarb: Niemandsstadt

Josefine sondert sich ab und gilt als Einzelgängerin. Damit hat sie kein Problem und verbringt gerne Zeit im Buchladen ihrer Eltern. Und in der Niemandsstadt, der Parallelwelt, die sie immer wieder unversehens betritt. Dort gibt es Drachen und allerhand fantasievolle Wesen, manchmal sieht sie aber auch ganz normal aus, so dass man nur merkt, dass man die Niemandsstadt betreten hat, wenn plötzlich Wasser statt von oben nach unten in genau die andere Richtung fließt. Nur die Krähen, die machen ihr Angst. Sie scheinen mühelos zwischen der Realität und der Niemandsstadt zu wechseln. Josefine behält das Geheimnis für sich, doch als sie ihre Klassenkameradin Elisabeth kennenlernt, merkt sie, dass hinter der Niemandsstadt noch mehr stecken muss …

Die Geschichte wird aus der Sicht von Josefine und Elisabeth, genannt Eli, erzählt. Die beiden könnten kaum unterschiedlicher sein, haben sich aber miteinander angefreundet, als Josefine klar wurde, dass auch Eli sonderbare Dinge sieht. Josefine wird von ihren Klassenkameraden nur als „Josef“ gehänselt, macht sich aber weiterhin nicht viel aus typischen Mädels-Dingen. Sie taucht immer wieder in die Niemandsstadt ab und verschwindet schließlich ganz darin. Dies ruft Eli auf den Plan, die alles daransetzen will, Josefine zu retten – vor was auch immer! Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: