Anca Sturm: Der Weltenexpress

Flinn ist 13 Jahre alt und trägt nicht nur einen geschlechtslosen Namen, auch sonst denkt niemand in ihrer Umgebung, dass sie ein Mädchen sein könnte. Sie ist so unscheinbar und traurig, denn vor zwei Jahren verschwand ihr älterer Bruder Jonte spurlos. Nur einige sonderbare Postkarten hat sie seitdem von ihm erhalten. Die Postkarten zeigen einen großen Passagierzug – zumindest für Flinn! Denn weder die Polizei noch ihre Mutter können den Zug sehen. Und dann eines Abends, als Flinn an dem uralten Bahnsteig abhängt, an dem auch Jonte verschwunden ist, hält genau dieser Zug vor ihren Augen an. Flinn nimmt allen Mut zusammen und geht an Bord. Vielleicht kann sie dort ja Jonte finden?

Schnell zeigt sich, dass der Zug etwas ganz Besonderes ist. Die Aneinanderreihung der Waggons stellt eine Schule für besonders begabte Kinder dar, die aus schwierigen Verhältnissen stammen und deren Potenzial deswegen nicht zur Geltung käme. Bekannte Persönlichkeiten wie Albert Einstein haben die Schule einst besucht! Doch Flinn muss auch feststellen, dass nicht jeder Schüler oder Schülerin im Weltenexpress sein kann. Weiterlesen

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Akram El-Bahay: Wortwächter

Es ist schon eine Krux, wenn die eigenen Eltern meinen, ihren zweiten Frühling zu erleben und die ausgefallene Hochzeitsreise nachholen zu müssen. Paris, die Stadt der Liebe ist da angesagt, doch wohin nur mit dem zwölf-jährigen Filius? Da kommt ein verschrobener Onkel in England natürlich geschickt und schon findet sich Tom vor einer alt-ehrwürdigen Villa zwei Stunden von London entfernt – also mitten in der Pampa – wieder. Internet gibt es hier genauso wenig wie Handyempfang – sogar einen TV – natürlich ohne Streaming Möglichkeit – sucht Tom vergebens. Statt dessen, wo das Auge hinfällt alte Schwarten, pardon Bücher! Das kann ja gähnend werden, denkt Tom da noch. Dass sein Onkel in Will einen etwas merkwürdig aussehenden Butler mit Augenbrauen und Haaren hat, die gerne einmal verrutschen und der sich sein Gesicht schminkt verwirrt Tom. Mehr noch aber erstaunt ihn der Fund im Keller des Anwesens.

Hier überrascht er in seiner ersten Nacht einen Einbrecher, einen Dieb und Entführer, der nicht nur wertvolle Blätter, sondern auch seinen Onkel entwendet – sprich kidnappt. Dass eines der Blätter, das er sich schnappt, sich selbst beschreibt hätte er noch als Alptraum abtun können, dass ihn der Text aber direkt und ganz persönlich anspricht und von Bibliothekaren und Lectorii, Lesende und Schreibenden berichtet und offensichtlich mehr über Tom, seine Gedanken und Gefühle weiß, als ihm recht ist macht die Sache mysteriös. Weiterlesen

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Rebecca James: Der Tag, an dem Cooper starb

Cooper ist tot. Er ist tot. Die offizielle Version lautet: Selbstmord. Aber Libby kann nicht glauben, dass er sich von den Klippen gestürzt hat. Sie waren frisch verliebt und glücklich. Alles hat sich so gut angefühlt. So echt und richtig. Cooper plante eine gemeinsame Zukunft mit Libby, wollte sich selbständig machen und nach ihrem Studium mit ihr zusammen nach Sidney ziehen – welchen Grund hätte er gehabt, sein Leben zu beenden?

Libby versucht herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Sie beginnt Fragen zu stellen und über die Vergangenheit nachzuforschen. Coopers Freunde Sebastian und Claire, mit der Libby früher an der Highschool befreundet war, sind zunächst keine große Hilfe. Doch nach und nach kommen Probleme, Lügen und Verwicklungen zum Vorschein – und am Ende auch die Wahrheit.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: heute, nach Coopers Tod, und damals vor einigen Monaten, angefangen damit, wie Libby und Cooper sich kennenlernten. Abwechselnd kommen Libby, Cooper, Sebastian und Claire als Ich-Erzähler zu Wort, die Kapitelüberschriften sorgen für Übersicht. Weiterlesen

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Gesa Schwartz: Emily Bones 01: Die Stadt der Geister

Mit dreizehn, da hat man noch Träume. Auch die zusammen mit ihrer kleinen Schwester in Paris lebende Emily hat ganz viele Träume. Träume von ihrer früh verstorbenen Mutter, Träume von ihrem, bei einem Unfall getöteten Vater und Träume, wie man sie als junges Mädchen eben so hat. Zusammen mit ihrer besten Freundin denkt sie sich Geschichten aus, spielen die Beiden sich mehr oder minder harmlose Streiche. An Halloween dreht ihre kleine Schwester ihr extra jede Menge wilder Locken, bevor sie auf Tour geht. Danach verliert sich ihre Erinnerung. Als sie wieder zu sich kommt, findet sie sich in einer Kiste wieder. Da hat ihr ihre Freundin, deren Vater Bestatter ist, wohl wieder einen Streich gespielt. Als sie sich aus dem Grab befreit, ist dann aber doch alles anders, als gedacht. Nichts mit Streich, nichts mit lustig Halloween – Emily ist tot, so wie in auf ewig gegangen, nichts mehr mit Schule, Party oder sich um die kleine Schwester kümmern.

Erst rennt sie in ein wandelndes Skelett, dann macht sie die Bekanntschaft eines Irrwichts und anschließend – sie ist das erste Mal in ihrem Leben in Ohnmacht gefallen – kümmert sich ein Zombie als Sanitäter um sie. Der Friedhof Père Lachaise ist ihre neue Heimat, die Gesetze dort sind streng, die Toten ebenso skurril, wie die Strafen, die drakonisch ausfallen – schließlich gibt es auch im Reich der Geister Gesetze, die zu beachten sind. Weiterlesen

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Claudia Praxmayer: Bienenkönigin

Mel liebt Bienen und findet es furchtbar, dass die Menschen in den USA dem zunehmenden Bienensterben so gleichgültig begegnen. Glauben die denn wirklich, dass kleine Roboter jemals die Aufgabe der Bienen übernehmen können? Im Garten des Wohnhauses, das sie sich mit vier anderen Menschen teilt, hat Mel selbst einen Bienenstock und fühlt sich mit den Bienen verbunden. Als sie allerdings eines Tages am Bienenstock eine seltsam nachtschwarze Biene findet, die sich als hochtechnische Drohne entpuppt, ist Mel in hoher Aufruhr. Versucht jemand systematisch die Bienenvölker auszurotten?

Claudia Praxmayer ist ein fantastischer Öko-Thriller gelungen, der auch noch junge Leser und Leserinnen anspricht – anders kann man es nicht sagen! „Bienenkönigin“ ist ein ganz tolles Buch für Jugendliche ab 15 Jahren und alle, die sich dafür interessieren. Die Themen rund um das Bienensterben und seinen Effekt sind altersgerecht und spannend aufgearbeitet. Wie im Flug lernt man in diesem Roman eine Menge und wird dabei auch noch bestens unterhalten. Weiterlesen

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June Perry: White Maze 01: Du bist längst mittendrin

Viv ist ein It-Girl, das mit der modernen Technik aufgewachsen ist. Ihre Mutter ist Entwicklerin bei einem großen Spiele-Konzern und Linsen, die VR übertragen und das Handy ersetzen, sind schon lange Standard. Der neuesten Clou, kurz vor der Markteinführung, sind Linsen, die nicht nur Bilder übertragen, sondern dem Gehirn des Trägers das gesamte Programm vorspiegeln, also inklusive Gerüchen, haptischen Einwirkungen usw. Da stirbt Vivs Mutter Sofia, offiziell an einem Herzinfarkt. Aber so alt war sie doch noch gar nicht.

Kurz vor ihrem Tod hat sie Viv zuerst die neuen Linsen zum ausprobieren gegeben und dann mehr als hysterisch wieder weggenommen. Stimmt etwa etwas nicht mit den Linsen? Viv macht sich auf die Suche nach Antworten.

Zunächst mal ein Wort zum äußeren des Buches. Das Cover ist noch mal umhüllt von weißer, milchiger Folie, umgeklappt wie ein Schutzumschlag. In Hinsicht auf den Inhalt des Buche ist das ziemlich genial: das wahre Bild wird verschleiert. Weiterlesen

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Sabine Schoder: Liebe ist so scheißkompliziert

Nele ist für alle nur das Riesenmädchen. Mit ihren 17 Jahren überragt sie fast alle ihre Mitschüler. Nur einer scheint größer als sie: Basketballstar Jerome, der von allen Mädchen nur vergöttert wird. Dass ausgerechnet er sich auf einer Party für sie interessiert, kommt Nele nach Alkohl- und Drogenkonsum (versehentlich wohlgemerkt!) kaum mehr komisch vor. Doch am nächsten Tag kommt das böse Erwachen: Im Internet kursiert ein Video der halbnackten Nele in dem Bett, in dem sie mit Jerome lag. Hochgeladen von keinem geringeren als dem Basketballwunderkind! Da wird es fast zur Nebensache, dass Neles 13-jährige Schwester Lea auch Hals über Kopf in den jungen Mann verliebt ist.

Sabine Schoder erzählt eine Geschichte, die sich in ihrem Verlauf sehr wandelt. Am Anfang wirkt sie wie ein wahrgewordener Teenie-Traum, dann wie ein Teenie-Albtraum und läuft im letzten Drittel fast schon zu einer tiefgründigen Geschichte auf. Das hat mir am Roman sehr gut gefallen. Man erwartet erstmal etwas anderes, bekommt aber eine Story mit vielen Facetten. Mädchen ab 14 Jahren finden bestimmt etwas für jeden ihrer Geschmäcker! Weiterlesen

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Gayle Forman: Irgendwas von dir

Cody und Meg sind seit Kindesbeinen an beste Freundinnen. Sie teilen alles miteinander, doch seitdem Meg zum Studieren weggezogen ist, hat sich etwas zwischen den jungen Frauen verändert. Der Kontakt ist weniger geworden, Cody hat Meg nur einmal besucht. Als Meg in einem Hotelzimmer tot aufgefunden wird, fällt sie deshalb aus allen Wolken. Und es ist nicht zu übersehen: Der Abschiedsbrief, die Vorbereitungen für die Zeit nach ihrem Tod – Meg hat sich umgebracht! Cody sucht verzweifelt nach den Gründen und begibt sich auf eine Reise, auf der sie auch ihre Freundschaft mit Meg unter die Lupe nehmen muss.

Cody befragt auf ihrer Reise die neuen Studienkommilitonen und Mitbewohner von Meg, ob ihnen etwas aufgefallen sei. Schon dort stellt Cody fest, dass es ihr vorkommt, als habe sie Meg überhaupt nicht gekannt. Denn bei diesen Menschen war Meg so anders als Cody sie kennt. Sie muss sich auch mit sich selbst auseinandersetzen: Hat Cody etwas übersehen, was wichtig gewesen sein könnte? Gab es Anzeichen, dass Meg einen Selbstmord plante? Auch sind sechs Wochen Emailverkehr auf Megs Laptop gelöscht. Was ist in der Zeit passiert? Weiterlesen

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Jan Schomburg: Das Licht und die Geräusche

Johanna und Boris diskutieren über Gott und die Welt. Beide gehen zusammen in dieselbe Klasse, beide sind ähnlich wissensdurstig, erlebnishungrig und intelligent und in einem Lebensalter, in dem sie gern philosophieren und alles hinterfragen.

Was es mit Boris‘ portugiesischer Freundin Ana-Clara auf sich hat, wie die beiden wirklich zueinander stehen, begreift Johanna nicht so recht. Sie ist trotzdem in Boris verliebt, aber es ist einfach zu schwierig, ihm dies zu vermitteln obwohl es genügend Gelegenheiten gäbe.

Bei einer Klassenfahrt nach Barcelona regeln sie das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Marcel und dem Nerd Timo  untereinander ohne Lehrer. Johanna, die eigentlich ganz gut vermitteln kann, macht die Erfahrung, dass Machtausübung verschiedene Facetten hat. Als Boris in einem Club ausgelassen tanzt und dann von Unbekannten zusammengeschlagen wird, ist es für Johanna schlimmer als für Boris selbst, der darüber lacht. Immerhin fahren sie anschließend mit ihren Rädern noch in der Nacht an den See und am nächsten Morgen ist Boris verschwunden. Weiterlesen

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Tanja Voosen: My First Love

Die 17-jährige Cassidy hat an ihrer Schule einen besonderen Ruf. Sie führt heimlich einen sogenannten „Schlussmach-Service“, bei dem sie Mädchen wie Jungs hilft, ihre Partner zu verlassen. Manche Mitschüler und Mitschülerinnen bezahlen sogar für den Service, so dass Cassidy nebenher etwas Geld sparen und auch einige Rechnungen der Familie begleichen kann. Vor einiger Zeit half sie der Freundin von Mädchenschwarm Colton, sich von ihm los zu machen. Colton nahm ihr dies sehr übel und seitdem besteht eine Feindschaft zwischen den beiden. Doch Cassidys Freundin Lorn schwärmt ausgerechnet für Coltons Cousin Theo. Und selbst darüber hinaus laufen die beiden Feinde sich ständig über den Weg …

Tanja Voosen ist eine 1989 geborene deutsche Schriftstellerin. Sie hat bereits viele Kinder- und Jugendromane veröffentlicht. Die Handlung von „My First Love“ legt sie in die USA, ein kalifornisches Städtchen mit viel Sonnenschein. Alle Figuren sind irgendwie zwanghaft auf „cool“ gezeichnet. Einzig Cassidy ist in der Beliebtheitsskala ihrer Mitschüler und Mitschülerinnen nicht so weit oben angesiedelt. Auch die Lehrer sollen besser nichts von ihrem Schlussmach-Service wissen. Weiterlesen

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