Kasie West: Du bist der Liebe nicht egal

Kate mag keine fremden Menschen. Sie hasst es, im Mittelpunkt zu stehen und hat nicht das geringste Bedürfnis, etwas Neues kennenzulernen. Sie lebt mit ihrer Familie in einiger Entfernung zur Stadt an einem See, wo ihre Eltern einen Bootsverleih leiten. Hier will Kate nach ihrem Abschluss arbeiten und später das Geschäft übernehmen. Ihr Leben ist ruhig und vorbestimmt – genau wie sie es mag.

Als ihre beste Freundin Alana sie überredet, sich für den Podcast-Kurs der Schule einzuschreiben, ist sie nicht sonderlich begeistert und hofft, im Hintergrund die Recherche zu übernehmen, ohne besonders viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Umso fassungsloser ist sie dann, als sie als Moderatorin ausgewählt wird. Da eine Weigerung unmöglich ist, findet sie sich damit ab und  sitzt kurz darauf hinter dem Mikrofon, um Ratschläge zu jeder Lebenssituation zu erteilen. Womit niemand gerechnet hat: Kate ist witzig, originell, sarkastisch und tatsächlich ziemlich gut darin, anderen mit ihren Problemen zu helfen.

Schon bald wird ihr klar, dass es ihr wirklich Spaß macht, die Sendung zu moderieren. Vor allem, weil dieser eine anonyme Anrufer sich so sehr nach dem Schwarm ihrer besten Freundin Alana anhört, der Kate um Ratschläge zu einem Mädchen bittet, das er wirklich mag. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Ursula Poznanski: Erebos 2

Das Computerspiel Erebos war schon vor Jahren kein Spiel, es war eine Bedrohung mit weitreichenden Folgen für alle Mitspieler.
Eine Spielregel lautet: Mit niemandem über Erebos reden.
Auch heute, bei seiner unerwarteten Rückkehr, ist Erebos kein Spiel.

Für den Schüler Derek sieht es wie ein virtuelles Abenteuer aus, bei dem er mit seltsamen Wesen für bessere Waffen und Fähigkeiten kämpft. Jedes weitere Abenteuer wird gefährlicher. Aber auch Erebos‘ Aufträge in der realen Welt haben es in sich. Sie bringen ihn mit überzeugenden Argumenten zum Lügen, Stehlen und Betrug. Ohne es anfangs zu bemerken, entwickelt sich für Derek die virtuelle Welt voller Gefahren und Tod realer als der Alltag. Und als er es begreift, ist es für ihn zu spät. Erebos hat ihn fest im Griff.

Nick, der Spielveteran, wird ebenfalls von Erebos überrascht. Weil der Abschluss eines Fotoauftrags vom Mitspielen abhängig gemacht wird, entsteht für ihn eine Zwangslage. Egal, was er versucht, jedes weitere Spiel, jeder neue Auftrag raubt ihm Freiheit und Lebenszeit, die er besser für das Studium und seine Jobs nutzen könnte. Deshalb wachsen von Tag zu Tag Nicks Schwierigkeiten in der realen und virtuellen Welt. „… Das Smartphone in der Jackentasche fühlte sich wie ein Sprengsatz an, … doch jetzt musste er erst mal erreichbar bleiben. Für beide Welten.“ (S. 268) Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Anna Rosina Fischer: Songbird

Ella ist 18 Jahre alt und wiederholt soeben die 11. Klasse nach einem Auslandsjahr. Ein bisschen verloren fühlt sie sich in der neuen Klasse, trauert ihren Freunden im Schuljahr darüber nach. Aber ein bekanntes Gesicht gibt es und das ist ausgerechnet der beste Freund ihres Bruders: Sam. Sie kennt ihn schon ewig und ist heimlich auch ein bisschen in ihn verliebt. Aber Sam ist nicht etwa ihr Mitschüler, sondern ihr Lehrer. Das macht die Sache nur komplizierter, als Ella merkt, dass sie ernsthafte Gefühle für den jungen Mann hat. Und dann setzt sie ihre komplette Gesundheit aufs Spiel, nur um ihm nahe zu sein.

Anna Rosina Fischer hat mit „Songbird“ einen guten Jugendroman geschrieben, großartig ist er aber nicht. Er behandelt eine Vielzahl von Themen und mir kommt es ganz so vor, als wäre für keins der Themen wirklich Platz und Zeit. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Helen Endemann: Todesstreifen

Die Grenzmauer zwischen Ost- und West-Berlin wirkt auf Marc eher wie die Wand eines Gefängnisses. Er muss da raus, weg von den Bestrafungen und den ständigen Kontrollen. Er will auch keine Tabletten einnehmen, die die Sportschule ihm vorschreibt.

Marcs Auflehnung kritisiert indirekt das sozialistische System der DDR, in dem jeder stumm jede Regel befolgt. Mal freiwillig, mal unter Zwang. Natürlich wissen alle, dass es mit Marc nicht gut enden wird. Niemals.

„… Wer diskutiert, ist ein Schädling.“ (S. 51) sagen die Lehrer.

Weil Marc trotzdem nicht den Mund halten kann, droht ihm der Aufenthalt in einem Kinderheim, das genaugenommen ein Gefängnis für Kinder ist.

Der Besuch einer Westberliner Sportschule zu einem Sportfest in Ost-Berlin verleitet Marc zu einem Fluchtversuch in den Westen. Ben, einer der westlichen Schüler, sieht ihm so ähnlich, dass Marc in Bens Kleidung und mit dessen Pass heil über die Grenze kommen könnte. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jessi Kirby: Offline ist es nass, wenn’s regnet

Bri und Mari. Geboren am selben Tag des Jahres von ihren Tanten, sind sie von klein auf unzertrennlich. Noch mit 13 Jahren glaubten sie, dass das immer so sein würde. Doch dann veränderten sie sich. Bri zog es in die Natur, Mari ins Netz. Mittlerweile ist Mari ein gefeierter Online-Star, stellt massenweise Posts und Videos von ihrem Leben ein. Und Bri? Bri ist vor wenigen Monaten gestorben! An ihrem 18. Geburtstag stolpert Mari auf Bris Facebook-Seite über einige tiefgründige Erinnerungs-Posts und ist berührt. Sie beschließt, ihrem eigenen Online-Dasein ein Ende zu setzen. Just am nächsten Morgen erhält sie in einem Paket von ihrer Tante Bris Wanderausrüstung. Und da beschließt Mari kurzerhand, Bris Traum wahrzumachen: Sie wird den Trail vom Yosemite Nationalpark aus laufen, auf den sich Bri so lange vorbereitet hatte. Dumm nur, dass die online lebende Mari so gut wie gar nicht vorbereitet ist …

Eine junge Frau ändert ihr Leben radikal, stellt sich ihrem Online-Leben entgegen und wandert mal so eben den John Muir Trail. Und das ohne große Vorbereitung. So schwer fällt es Mari dann auch. Gleich zu Beginn wird sie gewarnt, nicht allein als junges Mädchen unterwegs zu sein. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Victoria Schwab: Monsters of Verity – Unser düsteres Duett

Ein halbes Jahr ist es her, dass Kate und August sich gesehen haben. Ein halbes Jahr seit den schrecklichen Ereignissen. Kates Vater ist seitdem tot, Kates Seele rot wie die eines Sünders. Und ein Monster wandert neu durch Verity, eines das in Kate seinen Ursprung hat. Doch davon weiß Kate nichts. Sie hat sich in den Randbezirk Prosperity geflüchtet und hilft einer jungen Gruppe bei der Monsterjagd. Eines Abends allerdings trifft sie auf ein neues Monster, das sich nicht den üblichen drei Arten zuordnen lässt. Es scheint die Menschen dazu zu bringen, sich gegenseitig zu attackieren. Als das Monster nach Verity geht, beschließt Kate, dass es an der Zeit ist, dass sie selbst sich auch ihren Ängsten stellt und in die Stadt zurückkehrt.

Der erste Teil dieser (leider nur) zweibändigen Serie hat mir im letzten Jahr irre gut gefallen. „Dieses wilde, wilde Lied“ war voller spannender und innovativer Ideen, gepaart mit der üblichen Story. Die Mischung, die am Ende dabei rauskam, war einfach toll. Der abschließende Band setzt genau dort an. Ein Quereinstieg sei allerdings nicht empfohlen, da die Ereignisse des ersten Bandes nur sehr eingeschränkt aufgearbeitet werden. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Adam Silvera: Was mir von dir bleibt

Für den 18-jährigen Griffin ist eine Welt zusammengebrochen. Sein Exfreund und langjähriger bester Kumpel Theo ist tot. Und Griffin muss zu seiner Beerdigung gehen und dort niemand geringeren sehen als dessen letzten Freund Jackson. Und den toten Theo im offenen Sarg. Anlässlich der Beerdiung erinnert sich Griffin daran, wie alles zwischen ihm und Theo anfing, wie sie schon als Kinder Freunde wurden und über die Jahre aus Freundschaft Liebe wurde. Er erinnert sich aber auch an die schlechten Dinge in der Beziehung und die Trennung, zu der es schließlich kam. Jede Erinnerung ist schmerzhaft, aber jede Erinnerung ist auch ein Stück von Theo, das ihm bleibt. Für immer.

Die Liebe zwischen Griffin und Theo wird ausschließlich aus Griffins Sicht beschrieben. Die Erzählung beginnt am Tag von Theos Beerdigung. Griffin rekapituliert, wie es mit den beiden angefangen hat und erzählt parallel von den Ereignissen der Gegenwart. Dadurch entsteht ein tolles Rundumbild der Situation. Manchmal war es mir fast ein bisschen zu kitschig. Die Liebesgeschichte wirkte stellenweise fast schon zu dick aufgetragen. Griffin und Theo wirken wie Seelenverwandte und doch haben sie sich getrennt und das mag man manchmal nicht recht nachvollziehen. Dennoch ist „Was mir von dir bleibt“ ein guter Roman, denn er kann durchaus mehr als nur eine kitschige Liebesgeschichte zwischen zwei jugendlichen Jungs zu sein. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Maureen Johnson: Ellingham Academy – Was geschah mit Alice?

Ich muss zugeben, ich bin voreingenommen. Das Buch hatte mich in dem Augenblick, als ich begriffen habe, dass Stevie sich unabhängig von ihren Eltern in die Ellingham Academy einschreiben konnte. Allein schon die Passage im Auto auf dem Weg zur Academy ließ mich vor Neid erblassen: Ich will da auch hin. Die Ellinham Academy ist eine Stiftung zu Ehren der vor vielen Jahren verschwundenen Tochter des reichen Gründers: Alice. Sie wurde in den 1930ern entführt und ist nie wieder aufgetaucht. Kurz danach gründete ihr gramgeplagter Vater die Academy um Talente aus dem ganzen Land die Gelegenheit zur Ausbildung zu bieten: alles umsonst. In ihrer normalen Umgebung wird Stevie höchstens milde belächelt. Sie weiß alles über Kriminalromane, über Fallstudien, über das Lösen von Rätseln. Sie möchte später gerne zum FBI, aber ihre Eltern nehmen sie nicht ernst, verstehen sie nicht und interessieren sich eigentlich sowieso nur für sich. Deswegen bewirbt sie sich in Ellingham und gibt in ihrer Bewerbung an, den uralten Kriminalfall um Alice lösen zu wollen. Das wird härter, als sie glaubte. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Lena Kiefer: Ophelia Scale 01: Die Welt wird brennen

Die Welt im Jahr 2134: Die Menschen haben auf Befehl der Technologie abgeschworen. Nur noch wenig ist ihnen vom technischen Fortschritt geblieben. Die 18-jährige Ophelia leidet darunter sehr. Sie war technikverbunden und wollte sogar beruflich etwas mit Technik machen. Nun ist alles anders und Ophelia schließt sich einer im Verbogenen agierenden Widerstandsgruppe an. Als sich die Möglichkeit bietet, in der Leibgarde des Königs aufgenommen zu werden, bewirbt sich Ophelia zusammen mit einem guten Freund. Doch die Aufnahme-Prüfung ist hart und ihre Chancen gering. Und keiner darf wissen, dass sie nur ein Ziel haben: Den König zu töten.

Der Auftaktband um die Trilogie rund um die junge Ophelia Scale beginnt sofort mit einer spannenden Situation, in die man als Leser oder Leserin hineingeworfen wird. Natürlich ist dann das Interesse geweckt und Ophelias Welt ist mehr als interessant. Es gibt einen kleinen Teil staatlich reglementierter Technik, eine Art Auto beispielsweise, mit dem man von A nach B kommt. Die meiste Technik befindet sich allerdings unter Verschluss und die Menschen müssen sich auf ihre alten Traditionen besinnen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Tom Limes: Voll verkackt ist halb gewonnen

Ausgerechnet mit Tariq, Max und Julian soll Liza einen Film drehen. Das Thema: Träume. Aus der Gruppe der Chaoten, die mit ihr an der Qualifizierungsmaßmahme für den Hauptschulabschluss teilnehmen, sind die drei die Schlimmsten. Das kann nie etwas werden. Denkt Liza anfänglich zumindest.  Doch nach und nach finden die vier zusammen. Gemeinsam wollen sie in ihrem Film zeigen, warum sie an ihrer Schule von Anfang an keine Chance hatten.  Sie drehen ein schonungsloses Video, das  derb ist, wütend und ein bisschen hoffnungslos. Doch genau dabei finden sie heraus, dass auch sie noch Träume haben. Träume, für die es sich vielleicht sogar zu kämpfen lohnt.

Passend zum Schuljahresende, an dem der ein oder andere vielleicht ein eher ernüchterndes Zeugnis mit nach Hause bringt, sei dieses Mut machende Buch von Tom Limes empfohlen.

Der Autor trifft das Lebensgefühl der abgehängten Jugendlichen sehr gut. Alle vier – wenn das Buch auch nur aus der Sicht von zweien geschrieben ist –  haben ihre eigene, berührende Biografie, die sie in die Qualifizierungsmaßnahme geführt hat. Julian scheiterte an seiner Dyskalkulie. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: