Maureen Johnson: Ellingham Academy – Was geschah mit Alice?

Ich muss zugeben, ich bin voreingenommen. Das Buch hatte mich in dem Augenblick, als ich begriffen habe, dass Stevie sich unabhängig von ihren Eltern in die Ellingham Academy einschreiben konnte. Allein schon die Passage im Auto auf dem Weg zur Academy ließ mich vor Neid erblassen: Ich will da auch hin. Die Ellinham Academy ist eine Stiftung zu Ehren der vor vielen Jahren verschwundenen Tochter des reichen Gründers: Alice. Sie wurde in den 1930ern entführt und ist nie wieder aufgetaucht. Kurz danach gründete ihr gramgeplagter Vater die Academy um Talente aus dem ganzen Land die Gelegenheit zur Ausbildung zu bieten: alles umsonst. In ihrer normalen Umgebung wird Stevie höchstens milde belächelt. Sie weiß alles über Kriminalromane, über Fallstudien, über das Lösen von Rätseln. Sie möchte später gerne zum FBI, aber ihre Eltern nehmen sie nicht ernst, verstehen sie nicht und interessieren sich eigentlich sowieso nur für sich. Deswegen bewirbt sie sich in Ellingham und gibt in ihrer Bewerbung an, den uralten Kriminalfall um Alice lösen zu wollen. Das wird härter, als sie glaubte. Weiterlesen

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Lena Kiefer: Ophelia Scale 01: Die Welt wird brennen

Die Welt im Jahr 2134: Die Menschen haben auf Befehl der Technologie abgeschworen. Nur noch wenig ist ihnen vom technischen Fortschritt geblieben. Die 18-jährige Ophelia leidet darunter sehr. Sie war technikverbunden und wollte sogar beruflich etwas mit Technik machen. Nun ist alles anders und Ophelia schließt sich einer im Verbogenen agierenden Widerstandsgruppe an. Als sich die Möglichkeit bietet, in der Leibgarde des Königs aufgenommen zu werden, bewirbt sich Ophelia zusammen mit einem guten Freund. Doch die Aufnahme-Prüfung ist hart und ihre Chancen gering. Und keiner darf wissen, dass sie nur ein Ziel haben: Den König zu töten.

Der Auftaktband um die Trilogie rund um die junge Ophelia Scale beginnt sofort mit einer spannenden Situation, in die man als Leser oder Leserin hineingeworfen wird. Natürlich ist dann das Interesse geweckt und Ophelias Welt ist mehr als interessant. Es gibt einen kleinen Teil staatlich reglementierter Technik, eine Art Auto beispielsweise, mit dem man von A nach B kommt. Die meiste Technik befindet sich allerdings unter Verschluss und die Menschen müssen sich auf ihre alten Traditionen besinnen. Weiterlesen

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Tom Limes: Voll verkackt ist halb gewonnen

Ausgerechnet mit Tariq, Max und Julian soll Liza einen Film drehen. Das Thema: Träume. Aus der Gruppe der Chaoten, die mit ihr an der Qualifizierungsmaßmahme für den Hauptschulabschluss teilnehmen, sind die drei die Schlimmsten. Das kann nie etwas werden. Denkt Liza anfänglich zumindest.  Doch nach und nach finden die vier zusammen. Gemeinsam wollen sie in ihrem Film zeigen, warum sie an ihrer Schule von Anfang an keine Chance hatten.  Sie drehen ein schonungsloses Video, das  derb ist, wütend und ein bisschen hoffnungslos. Doch genau dabei finden sie heraus, dass auch sie noch Träume haben. Träume, für die es sich vielleicht sogar zu kämpfen lohnt.

Passend zum Schuljahresende, an dem der ein oder andere vielleicht ein eher ernüchterndes Zeugnis mit nach Hause bringt, sei dieses Mut machende Buch von Tom Limes empfohlen.

Der Autor trifft das Lebensgefühl der abgehängten Jugendlichen sehr gut. Alle vier – wenn das Buch auch nur aus der Sicht von zweien geschrieben ist –  haben ihre eigene, berührende Biografie, die sie in die Qualifizierungsmaßnahme geführt hat. Julian scheiterte an seiner Dyskalkulie. Weiterlesen

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Cornelia Funke & Guillermo del Toro: Das Labyrinth des Fauns

Spanien, 1944: Die 13-jährige Ofelia wird gezwungen mit ihrer hochschwangeren Mutter zu deren neuem Ehemann, dem Capitán Vidal, zu ziehen. Während ihre Mutter eine schwierige letzte Zeit der Schwangerschaft hinter sich bringt, fühlt sich Ofelia magisch angezogen von dem Labyrinth hinter der alten Mühle, die nun ihr neues Zuhause sein soll. Ein Faun begegnet ihr dort und stellt sie vor drei Aufgaben, die sie bis zum Vollmond erledigt haben muss. Dabei riskiert Ofelia mehr als einmal ihr Leben und gerät in Gefahr. Viel zu spät merkt sie allerdings, dass viel mehr auf dem Spiel steht als ihr eigenes Leben …

„Das Labyrinth des Fauns“ von Cornelia Funke basiert auf dem Spielfilm aus dem Jahre 2006 namens „Pans Labyrinth“, bei dem Guillermo del Toro für Regie und Drehbuch verantwortlich war. Der spanische Originaltitel des Films deckt sich mit dem des Buches von Cornelia Funke. Wer den Film bereits kennt, wird vielleicht etwas enttäuscht sein vom Buch. Denn das ist geschrieben für Jugendliche ab etwa 14 Jahren, während der Film definitiv seiner FSK 16 gerecht wurde. Der Roman ist dann auch viel mehr typisch Funke als typisch del Toro. Es geht um die Magie in Büchern, die Macht von Geschichten und das große Ganze, ein Spiel zwischen Realität und Fantasie. Weiterlesen

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Marisha Pessl: Niemalswelt

Niemalswelt ist eine schaurig-schöne Geschichte, die die Idee einer Zwischenwelt aufnimmt.

Bees Freund Jim ist seit 5 Jahren tot und Bee hat keinen Kontakt mehr zu ihren gemeinsamen Freunden Cannon, Martha, Kipling und Whitley. Als sie ihnen wieder begegnet – in einem noblen Wochenendhaus an der Küste – scheint sie zunächst nicht wirklich willkommen zu sein. Der Abend endet damit, dass die Freunde einen furchtbaren Autounfall haben. Scheinbar überleben sie den schweren Unfall und retten sich zurück ins Ferienhaus. Doch am nächsten Morgen steht ein unheimlicher Mann vor ihrer Tür und sagt ihnen, dass sie sich in der Niemalswelt befinden und denselben Tag immer wieder erleben werden. Aus der Niemalswelt kann nur einer von ihnen entkommen, und diese Person muss von allen ausgewählt werden. Die Zeit ist von nun an unendlich und Bee erfährt immer mehr über die Umstände des Todes von Jim. Warum musste er sterben? Hat er Bee betrogen? War er ein Drogendealer? Außerdem treibt die Gruppe auseinander und die Entscheidung, wer von ihnen weiterleben soll, scheint in unendliche Ferne gerückt. Weiterlesen

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Carol Weston: Wie man bei Regen einen Berg in Flip-Flops erklimmt

In ihrer Widmung schreibt Carol Weston „Für meine Mom und meinen Dad – denen ich so gern ein signiertes Exemplar überreicht hätte“.

Sofia, die Ich-Erzählerin, lebt mit ihrem Vater in einem Hochhaus in New York, das den Lehrern vorbehalten ist, die in der benachbarten Schule unterrichten. Auch sie geht in diese Schule. Ohne Vorankündigung stirbt ihre Mutter, und Sofias behütetes Leben verändert sich.

Gleich zu Beginn ihrer Geschichte warnt sie vor ihrer ziemlich traurigen Geschichte.

Sofia erzählt einleitend, „… Vierzehn war ein hartes Alter für mich. Echt hart. … – rückblickend betrachtet war das ein perfektes Leben.“ (S.10)

Trotz allem oder genau genommen wegen allem ist es ein perfektes Leben geworden. Denn nach dem Erklimmen eines Berges bei Regen in Flip-Flops findet Sofia Selbstvertrauen, Liebe, Glück und die Erkenntnis, aus allem das Beste machen zu können. Immer und egal, was passiert.

Im Nachwort schreibt die Autorin, dass viele Menschen ihren Roman vor der Veröffentlichung gelesen und kommentiert haben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Abgesehen von einer ausgereiften, angenehm berührenden Geschichte hat die Autorin die Trauer um einen geliebten Menschen perfekt in einem Jugendroman ausgearbeitet. Weiterlesen

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Angie Thomas: On The Come Up

Bri ist 16 Jahre alt und wohnt mit ihrer Mutter, die sie nur noch bei ihrem Namen Jay nennt, und ihrem Bruder Trey in einer kleinen Wohnung in einem nicht armen Viertel. Jeden Tag fährt sie mit dem Schulbus in ein besseres Viertel, um dort zu Schule zu gehen. Doch die schwarzen Kids haben es dort nicht leicht und werden oft ausgegrenzt und benachteiligt. Bri ist dort ein niemand. Um so wichtiger ist es ihr, in ihrer Freizeit Bedeutung zu haben. Ihr Vater war ein aufstrebender Rapper und starb in einer Schießerei, als Bri vier Jahre alt war. Nun möchte sie selbst auch in seine Fußstapfen treten und Rapperin werden. Als die Mutter ihren Job verliert und die finanzielle Situation der kleinen Familie schwierig wird, gewinnt Bris Traum immer mehr an Bedeutung.

„On The Come Up“ erinnert in vielen Dingen an Angie Thomas‘ Erstling „The Hate U Give“. Die Protagonistin ist schwarz, liebt Rap, lebt in einer schlechten, schwarzen Gegend und geht in einer guten, weißen Gegend zur Schule. Rap nimmt hier sogar noch einen größeren Stellenwert ein als im ersten Roman, Weiterlesen

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Serena Valentino: Die Schönste im ganzen Land

Sie gilt als die Böse. Die böse Stiefmutter, die böse Königin und überhaupt als böse. Aber warum ist sie wie sie ist? Gab es da einen Grund für, oder wurde sie einfach böse geboren? Das Buch ist ein Band aus der Reihe Disney-Villains und die ganze Reihe beschäftigt sich mit dem Schicksal der verschiedenen Bösewichte aus Disney-Filmen. In diesem Fall geht es um Schneewittchens Stiefmutter und ihren berühmten Spiegel. Sie wollte ihn doch haben, oder? Sie hat es doch geliebt, ihn immer wieder zu befragen, oder? Dieser Roman erzählt ihre Geschichte. Wie sie nach einer traurigen Kindheit endlich den König heiratete. Wie sehr sie ihn liebe. Wie sie an seinem Tod zerbrach. Und wie der Spiegel ihr eben nicht beistand.

Einst liebte sie Schneewittchen, heiß und innig. Sie war ihr das Kostbarste auf der Welt. Weiterlesen

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Marissa Meyer: Renegades 02: Geheimnisvoller Feind

In diesem zweiten Band der Reihe hat Nova ihr Ziel aus dem ersten Band „Gefährlicher Freund“ erreicht. Sie ist Teil der Renegade-Truppe geworden, geht bei ihren Einsätzen mit nach draußen und hat sogar Freunde gefunden. Dabei ist sie doch nach wie vor eine überzeugte Anarchistin und will nur das Regime der Renegades beenden helfen.  Aber es ist nicht so einfach, wie es scheint. Ihr Truppführer Adrian wird zu mehr als einem Freund, dabei hat er auch seine Geheimnisse. Er heißt nicht umsonst Sketch, jede seiner Zeichnungen kann er zum Leben erwecken. Aber noch mehr: Er hat herausgefunden, dass er sich Superkräfte selbst tätowieren kann und diese dann ein- und ausschalten, wie er möchte. So wurde er zum Wächter, aber der Wächter wird zum Problem für ihn.

Marissa Meyer hat mit Gatlon, den Renegades und den Anarchisten wieder eine ganz eigene Welt geschaffen, die so anders ist und wo die Menschen doch so wie wir sind. Es ist eine Welt, in der junge Menschen an alten Regeln und Gegebenheiten verzweifeln können. Weiterlesen

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Rachael Lippincott: Drei Schritte zu dir

Die 17-jährige Stella leidet an Mukoviszidose, einer unheilbaren Erbkrankheit, die vor allem ihre Lungen befällt und das Atmen schwer macht. Deshalb hat sie in ihrem kurzen Leben schon mehr Tage im Krankenhaus verbracht, als sie zählen kann. Nur eine Lungentransplantation könnte ihr wirklich helfen. Solange muss sie gut auf sich aufpassen und sich keinen Ansteckungsrisiken aussetzen. Leichter gesagt als getan. Denn nebenan im Krankenzimmer ist Will eingezogen, ein gut aussehender junger Mann, von dem sich Stella magisch angezogen fühlt. Doch sie muss aus Sicherheitsgründen immer mindestens drei Schritte Abstand halten, um sich nicht anzustecken.

Mukoviszidose ist spätestens seit John Greens „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ein wichtiges Thema in Jugendbüchern. Viele Leserinnen haben mit Hazel und August gelitten und geweint. Rachael Lippincotts Roman funktioniert sehr ähnlich, kann aber auch für sich allein stehen. Weiterlesen

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