Volker Klüpfel, bekannt und beliebt geworden als Co-Autor der mit Michael Kobr verfassten Erfolgsreihe um Kultkommissar Kluftinger, startete mit »Wenn Ende gut, dann alles« seine eigene Solo-Krimireihe. Nun liegt der zweite Band dieser Krimiparodie vor und dürfte ähnlich begeistert aufgenommen werden.
Tommy, der von Millionensellern und einem Leben als Starautor träumt, über Ideen und wenige Notizen aber nicht hinauskommt, lebt nach wie vor in einem Wohnmobil, das von Haushaltshilfe Svetlana, einem Quell ukrainischer und verquerer deutscher Sprichwörter, in Schuss gehalten wird. Und wieder schlittern sie, Tommy unfreiwillig, Svetlana zielstrebig, in einen Kriminalfall hinein.
Gerade noch haben sie einen Reiseruf im Radio gehört, da fährt die Frau im blauen Audi an ihnen vorbei. Natürlich wollen sie helfen und folgen dem Wagen, verlieren ihn aus den Augen, entdecken ihn auf einem Rastplatz – aber die Frau, Gabriele Zorn, ist verschwunden. Noch auf dem Rastplatz beginnt Svetlana zu ermitteln. Bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf einen dubiosen Fahrradunfall mit Todesfolge und die noch dubiosere Selbsthilfegruppe »Die Glücklichen«. Wofür genau dieser Name steht, werden die beiden Hobbydetektive herausfinden und sich damit in Lebensgefahr bringen.
Trotz des dramatischen, buchstäblich krachenden Finales muss man sich um die beiden natürlich keine Sorgen machen. Womit nichts verraten ist, schließlich handelt es sich um einen gemütlichen Krimi, dessen Reiz in den schrägen Figuren und den humorigen Dialogen liegt.
Zwar stehen der begriffsstutzige Tommy und die gewiefte Svetlana im Zentrum, aber auch die Nebenfiguren haben ihren Reiz, wie der Rommé-Klub der Altenresidenz von Tommys Vater, der in diesem Fall noch eine besondere Rolle spielen wird.
Zudem gibt es einige amüsante Nebenschauplätze: die Auszeit, die sich Tommys Freundin Michelle von ihrer Beziehung genommen hat; Tommys neuestes Romantasy-Projekt (er fabuliert von einer erotisch gepfefferten Liebesgeschichte inmitten des epischen Kampfes zwischen dem Frostkönig auf dem Eis- und dem Feuerlord auf dem Feuerplaneten); und die Bemühungen seines Vaters, die Anleitungen aus dem Seminar zur Verbesserung familiärer Beziehungen in die Tat umzusetzen, sprich, eine »systemisch-kommunikative Perspektive« zu entwickeln, mit Tommy eine »intergenerationale Reziprozitätsbeziehung« zu führen und dies in einem »kopartizipatorischen Aktivitätssegment« einzuüben.
»Mord ist die beste Beseitigung« ist entspannende Kriminalliteratur, unterhaltsam, witzig und eine willkommene Abwechslung auch für Freunde nervenzerrender Nordic-Noir-Thriller.
Volker Klüpfel: Mord ist die beste Beseitigung
Penguin Verlag, April 2026
352 Seiten, Hardcover, 24,00 €
Diese Rezension wurde verfasst von Wolfgang Mebs.
