Ralf Langroth: Schwarzer Samstag

Herbst 1962, die Kuba-Krise sorgt für Angst und Unruhe unter der deutschen Bevölkerung. Die Menschen haben Angst vor einem Einmarsch der Sowjets oder gar einem Atomschlag. Das ist der Rahmen, in dem der fünfte Teil der Reihe um BKA-Mann Philipp Gerber und die Politikjournalistin Eva Herden spielt. Während Philipp in Hamburg gegen eine Organisation ermittelt, die Waffen nach Kuba liefert, wird Eva, die inzwischen beim Bonner Büro des „Spiegel“ arbeitet, nach Kuba geschickt, um vor Ort für eine Reportage zu recherchieren. Eva gerät dabei ins Visier genau der Organisation, gegen die Philipp ermittelt und begibt sich mehrfach in Lebensgefahr. Philipp gerät in Hamburg mitten ins Kiez-Milieu und in die Spiegel-Affäre um Franz-Josef Strauß und Rudolf Augstein, die zu einer der größten innenpolitischen Krisen der BRD wurde.

Was den Leser in diesem präzise recherchierten Thriller erwartet, ist wieder eine sehr lebendige, realistische Darstellung der politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten Anfang der 1960er Jahre.

Die Protagonisten Philipp Gerber und Eva Herden sind zwar fiktiv, aber sie könnten genauso existiert und gearbeitet haben. Die Darstellung der Möglichkeiten der Recherche, der Ermittlungsarbeit vor gut 60 Jahren ist absolut authentisch. Vom Whisky und den Zigarren, die bei Gesprächsrunden ganz selbstverständlich waren, über die Autos, die man fuhr, die Autobahnen, die es gab und ihren Zustand, bis hin zur Kleidung, die schon auf dem Cover auffallend zeitnah ist.

Hervorragende Recherche, spannende Umsetzung, klare Sprache und gut gezeichnete Charaktere machen auch den fünften Band der Reihe zu einem Spionagethriller, der einen ganz selbstverständlich in die jüngere Vergangenheit mitnimmt. Eine Reihe Zeitgeschichte, die man unbedingt gelesen haben sollte, wenn man sich für die Geschichte der BRD, das Kräftemessen zwischen den USA und der Sowjetunion interessiert.

Ralf Langroth: Schwarzer Samstag
Rowohlt, Mai 2026
464 Seiten, Paperback, 18,00 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.

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