Terézia Mora: Die Liebe unter Aliens

Die Liebe unter Aliens von Terezia MoraDie Ungarin Terézia Mora (Jahrgang 1971) lebt seit den 1990er Jahren in Berlin. Neben dem Schreiben arbeitet sie als Übersetzerin aus dem Ungarischen. Für ihre Romane und Erzählungen wurde sie u.a. mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

Nach ihrem Debüterfolg mit den Erzählungen „Seltsame Materie“ (1999) erschien Ende September im Luchterhand Literaturverlag ihr neuester Erzählband „Die Liebe unter Aliens“. In einem Interview sagte Terézia Mora einmal, dass das Schreiben von Erzählungen wie eine „Frischzellenkur“ zwischen den Romanen wirke. Und herausgekommen sind zehn wunderbare Erzählungen. Weiterlesen

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Alex Capus: Das Leben ist gut

Capus Das Leben ist gut Final_MR3.inddAlex Capus (Jahrgang 1961) lebt und arbeitet in der schweizerischen  Stadt Olten im Kanton Solothurn. Dort schreibt er seine Romane und betreibt eine Bar mit dem Namen Galicia Musik Bar, in der sich einst die Einwanderer aus Galicien trafen und in der Capus heute einmal in der Woche selbst hinter der Theke steht. Und so kommt es, wie es kommen muss: Alex Capus schreibt ein Buch über einen Schriftsteller und Barbesitzer namens Max und seine Bar Sevilla.

Der Roman „Das Leben ist gut“ enthält unverkennbar Autobiografisches aus Capus‘ Leben.

Ich-Erzähler Max ist seit 25 Jahren mit Tina verheiratet, mit der er drei halberwachsene Söhne hat und die für eine Gastprofessur als Juristin für ein Jahr an die Pariser Sorbonne geht. Der Roman beginnt mit ihrer Abreise. Max ist nun zum ersten Mal seit vielen Jahren allein zu Hause und zweifelt (aber nur einen Moment lang), ob es richtig war, seine Frau ohne ihn reisen zu lassen. Weiterlesen

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Elizabeth Strout: Die Unvollkommenheit der Liebe

liebeElizabeth Strout, in diesem Jahr sechzig gewordene amerikanische Schriftstellerin, hat Jura studiert und mehrere Romane geschrieben. Sie verbrachte ihre Kindheit in Maine und New Hampshire und lebt aktuell in New York. Für „Olive Kitteridge“ (Deutsch: Mit Blick aufs Meer, Luchterhand, 2010) erhielt sie 2009 den begehrten Pulitzer-Preis. Der Roman wurde mit Frances McDormand in der Titelrolle als hochgelobte Miniserie 2014 in Amerika ausgestrahlt und 2015 mit mehreren Emmys ausgezeichnet. Ihr erster Roman „Amy & Isabelle“ erschien 1998 und widmet sich einer Mutter-Tochter-Beziehung.

Und dies tut nun auch ihr neuester Roman „Die Unvollkommenheit der Liebe“ (Originaltitel: My Name is Lucy Barton), der im August im Luchterhand Literaturverlag erschienen ist. Sabine Roth hat ihn aus dem Amerikanischen übersetzt.

Da liegt die Schriftstellerin Lucy Barton nach einer Operation mit einer mysteriösen Infektion für neun Wochen im Krankenhaus in New York mit Blick auf das Chrysler Building und hat sehr viel Zeit, über ihr Leben nachzudenken. Nach einigen Wochen erhält sie völlig überraschend Besuch von ihrer Mutter, die sie seit vielen Jahren nicht gesehen hat. Weiterlesen

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Henning Mankell: Die schwedischen Gummistiefel

gummiIm August veröffentlichte der Zsolnay Verlag nach „Die italienischen Schuhe“ von 2007 nun „Die schwedischen Gummistiefel“ als zweiten Teil der Geschichte um den Chirurgen Fredrik Welin. Dies ist Henning Mankells letzter Roman, der schwedische Autor der Wallander-Krimis starb 2015.

Der inzwischen siebzigjährige Fredrik Welin, der während seiner Arbeit als Chirurg einer jungen Frau versehentlich den falschen Arm amputierte und sich daraufhin auf eine Insel in den schwedischen Schären zurück zog, rettet sich in letzter Minute aus seinem brennenden Haus, das einst seine Großeltern auf der Insel bauten. Auch die maßgefertigten „ italienischen Schuhe“ des Schuhmachers Giaconelli werden Opfer der Flammen. Übrig bleiben ihm der schwarzverkohlte Schuhspanner der feinen Lederschuhe und zwei linke Gummistiefel, in die er bei der Flucht mitten in der Nacht aus dem Schlaf heraus hastig geschlüpft war. So zieht er in den Wohnwagen seiner Tochter Louise, richtet sich notdürftig ein und bestellt in der örtlichen Schiffshandlung ein Paar schwedischer Gummistiefel. Weiterlesen

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Bert Wagendorp: Ventoux

ventBert Wagendorp, niederländischer Journalist, Kolumnist, Radfahrer und Radrennsportfan, hat mit „Ventoux“ aus einem Drehbuch für einen Film einen Roman gemacht. Dieser erschien 2013 in den Niederlanden und wurde zum Bestseller.
Der btb Verlag liefert nun übersetzt von Andreas Ecke die deutsche Erstausgabe. Und obwohl der deutsche Untertitel „Ein Sommer, der das Fieber des Lebens in sich trug“ arg kitschig geraten ist, lohnt sich ein Blick ins Buch.
Denn in erster Linie erzählt der Roman die Geschichte einer Freundschaft von fünf Männern und einer Frau.

Die Geschichte beginnt 2010 mit einem Prolog: der Ich-Erzähler Bart Hoffmann – wie Wagendorp ebenfalls Journalist – kramt ein Foto hervor, das ihn und seine Freunde André, David, Joost, Peter und Laura auf einem Campingplatz in der Provence am Fuß des Mont Ventoux im Sommer 1982 zeigt.
Nach dreißig Jahren treffen die Freunde wieder aufeinander, nur einer fehlt. Weiterlesen

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D. W. Wilson: Den Boden nicht berühren

wilsonDavid William Wilson, kurz D. W. Wilson, ist ein junger, 1985 in Kanada geborener Autor, der Erzählungen schreibt, für die er schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde. Mit „Den Boden nicht berühren“ (Originaltitel „Once you break a knuckle“) stand er auf der Shortlist des Dylan Thomas Prize 2013, der junge Autoren, die in englischer Sprache schreiben, ehrt und als Sprungbrett für eine literarische Karriere gilt. Und eine literarische Karriere ist D. W. Wilson durchaus zu wünschen, denn er schreibt gut. Bei dtv Premium ist nun nach dem Roman „Als alles begann“ (2014) der erste Erzählband des Autors mit dem Titel „Den Boden nicht berühren“ auf Deutsch erschienen.

Darin 12 „Jungs aus der Kleinstadt“ – Storys in der kanadischen Provinz: Da möchte Will seinem Vater, dem Polizisten John A. Crease, in „Bis einer umfällt“ lieber eine Verletzung beim Judo zufügen, als dass er ihn in den Krieg im fernen Kosovo ziehen lassen will. Weiterlesen

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Arjen Lubach: Der fünfte Brief

brief„Der fünfte Brief – Ein Amsterdam-Krimi“ ist das Krimidebüt des Niederländers Arjen Lubach, das 2013 unter dem Originaltitel „IV“ in den Niederlanden erschien und mit dem Crimezone Debütpreis ausgezeichnet wurde. Auf dem Cover des auf Deutsch bei btb erschienenen Taschenbuchs, das ein Foto von Jon Arnold vom Oudeschans Kanal in Amsterdam zeigt, prangt der Hinweis „Der Bestseller aus den Niederlanden“. Arjen Lubach ist in seiner Heimat ein bekannter Autor, Moderator und Comedian. Nun, das lässt die Leseerwartung steigen.

Und dann diese Enttäuschung. Vielleicht hat der Autor (zu) viele James Bond Filme gesehen, jedenfalls hat er sich zunächst zwei bekannte Spielorte, Amsterdam und die Côte d’ Azur bzw. Provence, für seine Geschichte ausgesucht. Dann ist die Handlung auf einen Zeitraum von 24 Stunden begrenzt, was spannend und schnell sein könnte, würden nicht schon auf den ersten Seiten Ungereimtheiten auf der Zeitschiene auftauchen. Weiterlesen

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Amy Sackville: Reise nach Orkney

Reise nach Orkney von Amy SackvilleDie junge britische Autorin Amy Sackville (Jahrgang 1981) wurde für ihre Romane „The Still Point“ von 2010 (in Deutsch unter dem Titel „Ruhepol“, 2012) und „Orkney“ von 2013 (in Deutsch unter dem Titel „Reise nach Orkney“, Luchterhand, 2016) in ihrer Heimat mit Preisen ausgezeichnet und unterrichtet Creative Writing an der Universität Kent.

In „Reise nach Orkney“ beschreibt Amy Sackville die Hochzeitsreise eines Paares auf eine kleine, einsame Orkney-Insel vor der schottischen Küste. Der sechzigjährige Richard, ein Literaturprofessor, ist dort auf Wunsch seiner jungen Frau, die seine ehemalige Studentin ist und namenlos bleibt. Sie will ihre Heimat besuchen, er möchte an seinem Buch schreiben, das seine universitäre Laufbahn abrunden soll. Weiterlesen

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Richard Russo: Diese gottverdammten Träume

csm_9783832189051_frontcover_7eebb6ba1fUm es gleich vorweg zu nehmen: „Diese gottverdammten Träume“ von Richard Russo sind unschlagbar gut. Wurde das Buch mit dem Originaltitel „Empire Falls“ schon 2002 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und 2005 mit Starbesetzung verfilmt, ist es nun auf Deutsch erschienen. Damit bringt der DuMont-Buchverlag den für mich besten Roman des Jahres heraus.

Empire Falls am Knox River in Maine (USA) ist der fiktive Ort, in dem die Geschichte von Miles Roby spielt, die Russo so herrlich gelassen und präzise erzählt.

Doch zunächst erfährt der Lesende im Prolog, dass Empire Falls einst prosperierender Standort für die Textilindustrie war, der der Familie Whiting Wohlstand und den Einwohnern ein gutes Auskommen sicherte. Weiterlesen

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Judith Hermann: Lettipark

letDas literarische Werk von Judith Hermann ist überschaubar, jedoch mitunter hoch gelobt. Der verstorbene Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki prophezeite ihr 1998 mit „Sommerhaus, später“ eine große Schriftstellerinnen-Zukunft, die sich zunächst nicht einstellte, fiel doch ihr zweiter, heiß ersehnter Erzählband „Nichts als Gespenster“ von 2003 deutlich gegen den ersten ab. Mit „Alice“ (erschienen 2009) und ihrem Roman „Aller Liebe Anfang“ (2014) versucht sie seitdem an ihren Debüt-Erfolg anzuknüpfen.

Nun also „Lettipark“, 17 Erzählungen kurz und knapp wie ihre Titel, erschienen im S. Fischer Verlag. Da werden in „Kohlen“ ebendiese geschippt als Requiem für eine tote Mutter, die an der Liebe gestorben ist und als Trost für ihren kleinen Sohn Vincent. Weiterlesen

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