Navid Kermani: Sozusagen Paris

parisNavid Kermani wurde 1967 in Siegen als Kind iranischer Eltern geboren und lebt heute in Köln. Er schreibt Romane und Sachbücher, Essays und Reportagen. 2015 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Sein Roman „Große Liebe“ aus dem Jahr 2014 und in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts spielend verknüpfte das titelgebende Thema mit Erzählungen aus der arabisch-persischen Mystik. Mit „Sozusagen Paris“, 2016 im Carl Hanser Verlag erschienen, hält der Lesende eine Art Fortsetzung in der Hand. Inzwischen sind 30 Jahre vergangen.

Ein Schriftsteller liest in einem Provinzstädtchen aus seinem Buch („Große Liebe“), das von seiner Jugendliebe handelt. Beim anschließenden Signieren tritt genau diese Frau an seinen Buchtisch, bittet ihn, das Buch „Aber nicht für Jutta“ zu signieren  und der Schriftsteller ist mehr als erstaunt und irritiert. Ist sie es wirklich? Noch immer attraktiv, anziehend, jedoch ohne die Zahnlücke aus seiner Erinnerung. Weiterlesen

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A. F. Th. van der Heijden: Das Biest

biestDer niederländische Schriftsteller Adrianus (Adri) Franciscus Theodorus van der Heijden, geboren 1951, ist in der Nähe von Eindhoven aufgewachsen und lebt heute in Amsterdam. Zuletzt erschien 2011 bei Suhrkamp „Tonio – Ein Requiemroman“, den der Autor nach dem plötzlichen Unfalltod seines einzigen Sohnes Tonio verfasste. Bekannt geworden ist Adri van der Heijden hierzulande vor allem durch seinen mit Preisen ausgezeichneten Romanzyklus „Die zahnlose Zeit“, in dem er ein Porträt der Nachkriegsgeschichte in den Niederlanden zeichnet. Auf die Figur Albert Egberts aus diesem Zyklus stößt der Lesende nun auch in dem neuen Roman „Das Biest“, der im September aus dem Suhrkamp Verlag in die Buchläden kam. Weiterlesen

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Yrsa Sigurdardóttir: DNA

dnaYrsa Sigurdardóttir (Jahrgang 1963) ist Ingenieurin und Schriftstellerin. Sie lebt bei Reykjavik in Island. Zunächst schrieb sie in den 1990er Jahren Kinderbücher, 2006 erschien ihr erster Krimi in Deutschland unter dem Titel „Das letzte Ritual“.

Mit „DNA“  aus dem btb Verlag startet die Autorin nun eine Serie mit Kommissar Huldar von der Kriminalpolizei Reykjavik und der Psychologin Freya.

Der Prolog des Buches, datiert auf das Jahr 1987, führt ein in eine typische Situation der Kindeswohlgefährdung in der Jugendhilfe. Drei kleine Geschwisterkinder, zwei Jungen und ein Mädchen wurden in Obhut genommen und warten darauf, bei Pflegeeltern untergebracht zu werden. Die familiären Umstände, unter denen es zu einer Gefährdung der Kinder gekommen ist, werden nur angedeutet, müssen aber schwerwiegend sein. Die Experten streiten eine Weile darüber, ob eine Trennung der Geschwister ratsam ist und beschließen, dass das das Beste für die Kleinen ist. Weiterlesen

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Terézia Mora: Die Liebe unter Aliens

Die Liebe unter Aliens von Terezia MoraDie Ungarin Terézia Mora (Jahrgang 1971) lebt seit den 1990er Jahren in Berlin. Neben dem Schreiben arbeitet sie als Übersetzerin aus dem Ungarischen. Für ihre Romane und Erzählungen wurde sie u.a. mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

Nach ihrem Debüterfolg mit den Erzählungen „Seltsame Materie“ (1999) erschien Ende September im Luchterhand Literaturverlag ihr neuester Erzählband „Die Liebe unter Aliens“. In einem Interview sagte Terézia Mora einmal, dass das Schreiben von Erzählungen wie eine „Frischzellenkur“ zwischen den Romanen wirke. Und herausgekommen sind zehn wunderbare Erzählungen. Weiterlesen

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Alex Capus: Das Leben ist gut

Capus Das Leben ist gut Final_MR3.inddAlex Capus (Jahrgang 1961) lebt und arbeitet in der schweizerischen  Stadt Olten im Kanton Solothurn. Dort schreibt er seine Romane und betreibt eine Bar mit dem Namen Galicia Musik Bar, in der sich einst die Einwanderer aus Galicien trafen und in der Capus heute einmal in der Woche selbst hinter der Theke steht. Und so kommt es, wie es kommen muss: Alex Capus schreibt ein Buch über einen Schriftsteller und Barbesitzer namens Max und seine Bar Sevilla.

Der Roman „Das Leben ist gut“ enthält unverkennbar Autobiografisches aus Capus‘ Leben.

Ich-Erzähler Max ist seit 25 Jahren mit Tina verheiratet, mit der er drei halberwachsene Söhne hat und die für eine Gastprofessur als Juristin für ein Jahr an die Pariser Sorbonne geht. Der Roman beginnt mit ihrer Abreise. Max ist nun zum ersten Mal seit vielen Jahren allein zu Hause und zweifelt (aber nur einen Moment lang), ob es richtig war, seine Frau ohne ihn reisen zu lassen. Weiterlesen

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Elizabeth Strout: Die Unvollkommenheit der Liebe

liebeElizabeth Strout, in diesem Jahr sechzig gewordene amerikanische Schriftstellerin, hat Jura studiert und mehrere Romane geschrieben. Sie verbrachte ihre Kindheit in Maine und New Hampshire und lebt aktuell in New York. Für „Olive Kitteridge“ (Deutsch: Mit Blick aufs Meer, Luchterhand, 2010) erhielt sie 2009 den begehrten Pulitzer-Preis. Der Roman wurde mit Frances McDormand in der Titelrolle als hochgelobte Miniserie 2014 in Amerika ausgestrahlt und 2015 mit mehreren Emmys ausgezeichnet. Ihr erster Roman „Amy & Isabelle“ erschien 1998 und widmet sich einer Mutter-Tochter-Beziehung.

Und dies tut nun auch ihr neuester Roman „Die Unvollkommenheit der Liebe“ (Originaltitel: My Name is Lucy Barton), der im August im Luchterhand Literaturverlag erschienen ist. Sabine Roth hat ihn aus dem Amerikanischen übersetzt.

Da liegt die Schriftstellerin Lucy Barton nach einer Operation mit einer mysteriösen Infektion für neun Wochen im Krankenhaus in New York mit Blick auf das Chrysler Building und hat sehr viel Zeit, über ihr Leben nachzudenken. Nach einigen Wochen erhält sie völlig überraschend Besuch von ihrer Mutter, die sie seit vielen Jahren nicht gesehen hat. Weiterlesen

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Henning Mankell: Die schwedischen Gummistiefel

gummiIm August veröffentlichte der Zsolnay Verlag nach „Die italienischen Schuhe“ von 2007 nun „Die schwedischen Gummistiefel“ als zweiten Teil der Geschichte um den Chirurgen Fredrik Welin. Dies ist Henning Mankells letzter Roman, der schwedische Autor der Wallander-Krimis starb 2015.

Der inzwischen siebzigjährige Fredrik Welin, der während seiner Arbeit als Chirurg einer jungen Frau versehentlich den falschen Arm amputierte und sich daraufhin auf eine Insel in den schwedischen Schären zurück zog, rettet sich in letzter Minute aus seinem brennenden Haus, das einst seine Großeltern auf der Insel bauten. Auch die maßgefertigten „ italienischen Schuhe“ des Schuhmachers Giaconelli werden Opfer der Flammen. Übrig bleiben ihm der schwarzverkohlte Schuhspanner der feinen Lederschuhe und zwei linke Gummistiefel, in die er bei der Flucht mitten in der Nacht aus dem Schlaf heraus hastig geschlüpft war. So zieht er in den Wohnwagen seiner Tochter Louise, richtet sich notdürftig ein und bestellt in der örtlichen Schiffshandlung ein Paar schwedischer Gummistiefel. Weiterlesen

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Bert Wagendorp: Ventoux

ventBert Wagendorp, niederländischer Journalist, Kolumnist, Radfahrer und Radrennsportfan, hat mit „Ventoux“ aus einem Drehbuch für einen Film einen Roman gemacht. Dieser erschien 2013 in den Niederlanden und wurde zum Bestseller.
Der btb Verlag liefert nun übersetzt von Andreas Ecke die deutsche Erstausgabe. Und obwohl der deutsche Untertitel „Ein Sommer, der das Fieber des Lebens in sich trug“ arg kitschig geraten ist, lohnt sich ein Blick ins Buch.
Denn in erster Linie erzählt der Roman die Geschichte einer Freundschaft von fünf Männern und einer Frau.

Die Geschichte beginnt 2010 mit einem Prolog: der Ich-Erzähler Bart Hoffmann – wie Wagendorp ebenfalls Journalist – kramt ein Foto hervor, das ihn und seine Freunde André, David, Joost, Peter und Laura auf einem Campingplatz in der Provence am Fuß des Mont Ventoux im Sommer 1982 zeigt.
Nach dreißig Jahren treffen die Freunde wieder aufeinander, nur einer fehlt. Weiterlesen

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D. W. Wilson: Den Boden nicht berühren

wilsonDavid William Wilson, kurz D. W. Wilson, ist ein junger, 1985 in Kanada geborener Autor, der Erzählungen schreibt, für die er schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde. Mit „Den Boden nicht berühren“ (Originaltitel „Once you break a knuckle“) stand er auf der Shortlist des Dylan Thomas Prize 2013, der junge Autoren, die in englischer Sprache schreiben, ehrt und als Sprungbrett für eine literarische Karriere gilt. Und eine literarische Karriere ist D. W. Wilson durchaus zu wünschen, denn er schreibt gut. Bei dtv Premium ist nun nach dem Roman „Als alles begann“ (2014) der erste Erzählband des Autors mit dem Titel „Den Boden nicht berühren“ auf Deutsch erschienen.

Darin 12 „Jungs aus der Kleinstadt“ – Storys in der kanadischen Provinz: Da möchte Will seinem Vater, dem Polizisten John A. Crease, in „Bis einer umfällt“ lieber eine Verletzung beim Judo zufügen, als dass er ihn in den Krieg im fernen Kosovo ziehen lassen will. Weiterlesen

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Arjen Lubach: Der fünfte Brief

brief„Der fünfte Brief – Ein Amsterdam-Krimi“ ist das Krimidebüt des Niederländers Arjen Lubach, das 2013 unter dem Originaltitel „IV“ in den Niederlanden erschien und mit dem Crimezone Debütpreis ausgezeichnet wurde. Auf dem Cover des auf Deutsch bei btb erschienenen Taschenbuchs, das ein Foto von Jon Arnold vom Oudeschans Kanal in Amsterdam zeigt, prangt der Hinweis „Der Bestseller aus den Niederlanden“. Arjen Lubach ist in seiner Heimat ein bekannter Autor, Moderator und Comedian. Nun, das lässt die Leseerwartung steigen.

Und dann diese Enttäuschung. Vielleicht hat der Autor (zu) viele James Bond Filme gesehen, jedenfalls hat er sich zunächst zwei bekannte Spielorte, Amsterdam und die Côte d’ Azur bzw. Provence, für seine Geschichte ausgesucht. Dann ist die Handlung auf einen Zeitraum von 24 Stunden begrenzt, was spannend und schnell sein könnte, würden nicht schon auf den ersten Seiten Ungereimtheiten auf der Zeitschiene auftauchen. Weiterlesen

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