Clemens J. Setz: Bot: Gespräch ohne Autor

Der Österreicher Clemens J. Setz (Jahrgang 1982) ist freier Schriftsteller und wurde 2011 für seine Erzählungen „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. 2015 erhielt er den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis für „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“. Dieser über 1000seitige „Liebes“-Roman provozierte Lesende und Rezensierende. Und nun „Bot – Gespräch ohne Autor“, das neueste Werk von Clemens J. Setz, das am 12. Februar 2018 im Suhrkamp Verlag erschienen ist.

Clemens J.  Setzs Werke zeichnen sich nicht nur durch ihre sperrigen Titel, sondern auch durch ihre anspruchsvollen Inhalte aus, die nicht jedermanns bzw. jederfraus Geschmack treffen. In „Bot – Gespräch ohne Autor“ bleibt Setz dieser Linie treu.

Darin geht es um folgende Versuchsanordnung: Clemens J. Setzs Lektorin Angelika Klammer führt ein Interview mit einem Clemens-Setz-Bot. Die Fragen, die Angelika Klammer stellt, werden nicht von dem Schriftsteller Setz persönlich beantwortet, sondern von der Lektorin per Stichwortsuche aus seinem elektronischen Tagebuch gefischt. Weiterlesen →

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Peter Härtling: Der Gedankenspieler

Der im Juli des vergangenen Jahres verstorbene Peter Härtling war einer der großen deutschen Schriftsteller. Neben zahlreichen Romanen, Essays und Biografien war er auch ein sehr erfolgreicher Autor von Kinderbüchern. Bei Kiepenheuer & Witsch erschien im März 2018 sein letzter Roman „Der Gedankenspieler“.

Der dreiundachtzigjährige Johannes Wenger, Architekt oder „Baumeister“ (wie er sich selbst bezeichnet), ist nach einem Sturz auf Pflege und Hilfe angewiesen. Das passt dem intellektuellen, unabhängigen Geist nicht. Er hadert mit seinem Alter und seiner Hilfsbedürftigkeit. Aber er hat einen Freund, seinen Hausarzt Dr. Mailänder, der ihn nicht nur medizinisch versorgt, sondern sich auch in seiner Freizeit um den alten Mann kümmert. Wenger müht sich mit seiner Einsamkeit, den Tücken des Alltags als Rollstuhlfahrer und den Routinen des Pflegepersonals. Er betrachtet besorgt die Entwicklung der Welt und der Menschen. Wenger fühlt sich müde, schwach und einsam. Trotz Alter und Krankheit erhält er Anfragen für Fachartikel von Zeitschriften. Die Recherchen dazu werden mühselig und anstrengend. Einmal bricht er mit einer Unterzuckerung zusammen. Weiterlesen →

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Daniel Galera: So enden wir

Der Brasilianer Daniel Galera (Jahrgang 1979) machte erstmals hierzulande von sich reden mit seinem Roman „Flut“, der 2013 als erstes seiner Bücher auf Deutsch erschienen ist und auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Gastland Brasilien vorgestellt wurde.

Nun legt der Suhrkamp Verlag im März 2018 sein neues Buch „So enden wir“ in einer Übersetzung von Nicolai von Schweder-Schreiner vor.

Drei Mitte Dreißigjährige, zwei Männer und eine Frau, treffen sich auf der Beerdigung eines alten Freundes, Andrei Dukelsky (genannt Duke), im Sommer 2014 in Porto Alegre, im Süden Brasiliens wieder.

Aurora, Antero, Emiliano und der verstorbene Duke bildeten in ihrer Studentenzeit eine Freundes-Clique von jungen Intellektuellen zu Beginn des Internetzeitalters. Weiterlesen →

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Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore 01: Eine Idee erscheint

Der weltberühmte, japanische Schriftsteller Haruki Murakami (Jahrgang 1949) hat mit seinem neuen Roman „Die Ermordung des Commendatore I – Eine Idee erscheint“ wieder einmal die Bestseller-Listen gestürmt. Das Buch erschien am 22. Januar 2018 in einer Übersetzung von Ursula Gräfe beim DuMont Verlag.

In dem Roman, dessen zweiter Teil im April 2018 in Deutschland erscheinen wird, begibt sich ein sechsunddreißigjähriger, japanischer Porträtmaler nach der Trennung von seiner Ehefrau Yuzu, mit der er beinahe sechs Jahre verheiratet war, zunächst auf eine ziellose Autofahrt durch Japan. Schließlich kommt er in einem alten Haus in den Bergen („…eine Art Cottage im westlichen Stil.“) unter, das ihm sein Freund Masahiko Amada vermietet. Masahiko ist der Sohn des Malers Tomohiko Amada, der nun unter Demenz leidend in einer Seniorenresidenz lebt. In dem leer stehenden Haus bei Odawara hatte Masahikos berühmter Vater Bilder im klassischen japanischen Nihonga gemalt („…Bilder…, die vornehmlich unter Verwendung von Leim, Farbpigmenten und Blattgold entstehen.“). Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, gibt der Porträtmaler Kunstunterricht in einem Kulturzentrum,  außerdem beginnt er eine Affäre mit einer seiner erwachsenen Schülerinnen. Weiterlesen →

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Michael Robotham: Die Rivalin

Der australische Journalist und Schriftsteller Michael Robotham (Jahrgang 1960) ist mit seiner Psychothriller-Serie um den Psychologen  Joseph O’Loughlin und den Polizisten Vincent Ruiz weltberühmt geworden. Die ersten beiden Bücher dieser Reihe  „Adrenalin“ (2004) und  „Amnesie“ (2005)  wurden bereits verfilmt. Nach „Um Leben und Tod“ aus dem Jahre 2015, für den Robotham den Gold Dagger Award erhielt, ist „Die Rivalin“ der zweite Thriller ohne die beiden berühmten Hauptdarsteller. Der Wilhelm Goldmann Verlag veröffentlichte „Die Rivalin“ im Dezember 2017 in einer Übersetzung von Kristian Lutze.

Die beiden Frauen, Agatha Fyfle und Meghan Shaugnessy, leben in London, sind Ende dreißig Jahre alt und schwanger. Doch damit enden bereits die Gemeinsamkeiten. Agatha arbeitet in einem Supermarkt, ist ledig und stammt aus einfachen Verhältnissen. Weiterlesen →

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Franz Hohler: Ein Feuer im Garten

Der Schweizer Franz Hohler (Jahrgang 1943) ist Schriftsteller, Kabarettist und Liedermacher. Für seine Werke wurde er mehrfach ausgezeichnet und gilt in seinem Heimatland als bedeutender, zeitgenössischer Erzähler. Bei btb erschienen am 13. November 2017 seine Kurzerzählungen „Ein Feuer im Garten“ als Taschenbuch.

Darin 52 kurze und knappe Geschichten über Alltagsbeobachtungen des Autors. Beginnend mit der Titelgeschichte „Ein Feuer im Garten“, in der ein kleiner, dreijähriger Junge, hingerissen von der Dichterinnen Erzählung über ein Feuer im Garten, davonläuft, um die Geschichte selbst zu erleben. Danach folgen mehrere Miniaturen über Erlebnisse des Autors Franz Hohler entweder in Zürich, wo er lebt und arbeitet, oder auf seinen Reisen (bevorzugt Lesereisen). Weiterlesen →

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Kathy Hepinstall: Bittersüß wie Pecannüsse

Kathy Hepinstall ist eine US-amerikanische Autorin, die bereits mehrere Bücher geschrieben hat. Sie lebt und arbeitet in Portland. Bei Rowohlt Polaris erschien am 17. November 2017 ihr neuestes Buch „Bittersüß wie Pecannüsse“ in einer Übersetzung von Gertrud Wittich. Die Geschichte ist autobiografisch geprägt, die Hauptfigur ist Kathy Hepingstalls Mutter Polly nachempfunden.

Willow, zu Beginn der Geschichte zehn Jahre alt, wächst bei ihrer verwitweten Mutter Polly auf. Polly ist eine alte Mutter. Willows Geschwister, Lisa und Shel, sind erwachsen und aus dem Haus der Familie ausgezogen. Polly ist eine schroffe, aber verantwortungsvolle Mutter, die mit ihren Nachbarn im Dauerstreit liegt, ihren Garten pflegt und in einem Drogeriemarkt arbeitet. Eines Tages erkrankt Polly an Krebs (von ihr „Bär“ genannt). Willow ist in tiefer Sorge um ihre Mutter, fürchtet sie nichts mehr als deren Tod. Und Polly hat ein Geheimnis. Weiterlesen →

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Peter Handke: Die Obstdiebin oder Einfache Fahrt ins Landesinnere

Der in diesem Dezember 75 Jahre alt gewordene „Poltergeist“ der zeitgenössischen, deutschsprachigen Literatur, der Österreicher Peter Handke, ist ein besonderer Erzähler. Als Lesende mag man seine Texte oder nicht. Dem Autoren scheint dies Einerlei zu sein, er schreibt, wie er schreibt oder besser gesagt, er erzählt, wie er erzählt. Das gilt auch für sein neuestes Werk „Die Obstdiebin oder Einfache Fahrt ins Landesinnere“, das am 13. November 2017 im Suhrkamp Verlag erschienen ist.

Darin bricht ein scheinbar älterer Ich-Erzähler nach dem „ersten und oft einzigen jährlichen Bienenstich“ im August von seinem Haus in einer Vorstadt bei Paris (in der Niemandsbucht) auf zu einer „Fahrt ins Landesinnere“ in die Picardie. Er folgt dabei einer sehr jungen Frau, der Obstdiebin Alexia, die auf der Suche nach ihrer Mutter (der Bankfrau) ist. Der Ausstieg  des Ich-Erzählers aus dem Vorortzug, in dem er meinte, die Obstdiebin entdeckt zu haben, an der Haltestelle des Dorfes Lavilletertre markiert auch seinen Ausstieg aus der Geschichte. Weiterlesen →

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Nell Leyshon: Die Farbe von Milch

Die britische Dramatikerin und Autorin Nell Leyshon (Jahrgang 1962) schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Kurzgeschichten und Romane. In ihrer Heimat erhielt sie mehrere Auszeichnungen. Im September 2017 hat der Eisele Verlag mit „Die Farbe von Milch“ nun erstmals einen Roman von Nell Leyshon, übersetzt von Wibke Kuhn, in Deutschland herausgebracht. Die englische Originalausgabe „The Colour of Milk“ erschien 2013.

Die fünfzehnjährige Bauerntochter Mary schreibt 1831 ihre ganz persönliche Geschichte auf. Geboren wurde sie als vierte Tochter eines harten und gewalttätigen Vaters und einer gefühllosen und kalten Mutter irgendwo auf dem Land in England. Mary hat milchfarbenes Haar und ein verkrüppeltes Bein. Alle Familienmitglieder, mit Ausnahme des alten Großvaters, schuften auf dem Bauernhof und den umliegenden Feldern. Keiner von ihnen kann lesen oder schreiben. Sie stehen auf, wenn es hell wird und gehen ins Bett, wenn es dunkel wird. Mary schläft mit ihrer Schwester Beatrice in einem Bett. Weiterlesen →

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Nicol Ljubić: Ein Mensch brennt

Der mehrfach ausgezeichnete Journalist und Schriftsteller Nicol Ljubić (Jahrgang 1971) kam 1988 nach Deutschland und lebt aktuell in Berlin. In seinen Büchern verknüpft er Dokumentation und Fiktion wie zuletzt in seinen Romanen „Als wäre es Liebe“ (2012) und „Meeresstille“ (2010). In seinem neuesten Werk „Ein Mensch brennt“, das am 8. September 2017 bei dtv erschienen ist,  hat er mit Hartmut Gründler, einem (eher unbekannten) Politikaktivisten der 1970er Jahre, eine wahre Figur zum Dreh- und Angelpunkt seines Romans gemacht. Gründler verbrannte sich am 16. November 1977 in Hamburg aus Protest gegen die Atompolitik des damaligen deutschen Kanzlers Helmut Schmidt selbst. Ljubić widmet das Buch einem Zeitgenossen und Weggefährten Gründlers, dem inzwischen verstorbenen Wilfried Hüfler aus Tübingen, der ihn bei seinen Recherchen zur Person Hartmut Gründler intensiv unterstützte. In „Ein Mensch brennt“ trifft Hartmut Gründler auf die fiktive Familie Kelsterberg. Weiterlesen →

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