»… ,dass Sie so etwas einfach tun können. Sie sind frei. Ist Ihnen das eigentlich klar?« (S. 95)
Dies stellt Carol überrascht fest, als sie die junge Therese näher kennen lernt. Sie lebt dagegen ein unfreies Leben. Gerade versucht sie sich von ihrem Mann zu trennen. Die Scheidung droht zu einem Krieg zu werden, bei dem Schaden anrichten an erster Stelle ihres Noch-Ehemanns steht. Eine seiner Waffen ist es, die Tochter fortzubringen und gleichzeitig das alleinige Sorgerecht zu beantragen. Die andere findet Therese erst allmählich heraus. Genauso allmählich nähert sie sich der schönen und erfahrenen Frau an, die ihre Freundin und Bezugsperson wird. Sie entwickelt für Carol starke Gefühle. Weiterlesen
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Tom Leveen: Ich hätte es wissen müssen
Schicksal, Zufall, eine zweite Chance?
Für Tori ist der nächtliche Hilferuf auf ihrem Handy alles zusammen.
Ein Junge mit dem Namen Andrew will sich das Leben nehmen. Er befindet sich irgendwo in den Bergen, um gleich in den Abgrund zu stürzen.
„…Andrew, hör mal, wenn du das auch nur ein kleines bisschen ernst gemeint hast … also, was du vorhin gesagt hast, und ich bezweifle ja eigentlich, dass es so ist, dann solltest du wissen, dass ich absolut die falscheste Person auf der Welt bin – ich meine, wirklich so was von total falsch -, mit der du im Moment telefonieren solltest.“ (S. 45) Weiterlesen
Jean Prévost: Das Salz in der Wunde (1934)
Jean Prévost (1901 – 1944) schrieb neben literaturkritischen Texten und Reportagen auch Romane, in denen die emotional begründete Handlung seiner Helden im Mittelpunkt steht.
»Das Salz in der Wunde« erzählt vom Fall und Aufstieg des Jurastudenten Crouzon während der goldenen zwanziger Jahre. Der junge Mann hat bereits als Waisenkind das Kämpfen gelernt. Mit Intelligenz und Fleiß behauptet er sich in einer Pariser Eliteuniversität. Hinter dem Vorhang am Ende eines Flures lebt er in einem provisorischen Zimmer. Weiterlesen
Astrid Lindgren: Die Menschheit hat den Verstand verloren: Tagebücher 1939-1945
Astrid Lindgren (1909 – 2002) war noch keine Schriftstellerin, als sie zu Beginn des Zweiten Weltkrieges ein Tagebuch führte. Wie eine Chronistin beschrieb sie das Kriegsgeschehen und sammelte Zeitungsartikel, die im Buch abgebildet und übersetzt worden sind. Erkenntnisse aus ihrem »Schmuddeljob« bei der Briefzensur der Postkontrollanstalt ergänzten ihr Weltbild ebenso wie ihre täglichen Erfahrungen mit Lebensmittelmarken, kalter Wohnung im Winter und Ausgehverboten. Privates berichtet sie nur am Rande. Die Grausamkeiten des Krieges und das unnötige Töten so vieler unschuldiger Menschen lassen sie verzweifeln. Weiterlesen
James Salter: Verbrannte Tage: Erinnerung
Manchmal braucht man im Leben eine Unbeschwertheit, eine Unbekümmertheit, um sich an Neues zu wagen. Für den jungen James Salter (geb. am 10.06.1925 in New York City, gestorben am 19.06.2015 in New York) war die Kindheit vorbei, als ihn sein Vater in eine Militärschule schickte, wo er selbst früher als Jahrgangsbester in die Analen der Schule eingegangen war. Für James, dem der blinde militärische Gehorsam nicht lag, schien der Platz des Jahrgangsbesten von Tag zu Tag weiter wegzurücken. Viel zu viele Disziplinarstrafen nahmen ihm Zeit und Kraft. Der andere ruhmreiche Platz war der des schlechtesten Schülers. Auch ihm galt eine besondere Anerkennung. Weiterlesen
Dariusz Muszer: Schädelfeld
„… Ja, mit der Zeit würde er schon einen Weg finden, um wieder zum Töten zu kommen. Denn Töten bedeutete doch Leben. Jedenfalls für ihn. Und für alle seine Männer. … Draußen regnete es. Die Erde war feucht und dunkelgrau, genauso wie die verkrüppelten Bäume, die in lichten, schiefen Reihen standen, mutlos und zum Boden geneigt, als hätten sie keine Lust gerade zu wachsen.“ (S. 227)
Morden heißt Überleben. Doch zu welchem Preis?!
Dariusz Muszer, geboren 1959 in Westpolen, hat viele Themen in seinen futuristischen Roman „Schädelfeld“ gepackt. Zum einen existieren viele Parallelwelten zueinander und miteinander, bis durch die Zerstörung einer/der Erde ein Ungleichgewicht im Universum entstanden ist. Weiterlesen
Philipp Tingler: Schöne Seelen
„… Effizienz ist bekanntlich das Erreichen eines maximalen Ergebnisses mit minimalem Aufwand. Wenn Patienten ihr Glück nach einer zweistündigen Nasen-Operation finden, ist eine jahrelange psychotherapeutische Behandlung wegen einer aus dem Nasenproblem resultierenden Depression, Zwangsstörung und sozialen Phobie verzichtbar, oder nicht?“ (S. 331/332)
Für den vermögenden und erfolgreichen Schriftsteller Oskar Canow gibt es einen Zusammenhang zwischen einer schönen Seele und seiner Hülle. Erst recht, wenn man es sich leisten kann. Weiterlesen
Jax Miller: Freedom’s Child
Ein junger Polizist stirbt. Seine Ehefrau steht unter Mordverdacht und muss im Laufe der Ermittlungen ihre Kinder zur Adoption frei geben. Weil es nach jahrelangen Ermittlungen noch immer keine konkreten Beweise für ihre Schuld gibt, wird sie freigesprochen. Doch die Familie des Ermordeten schwört Rache und will ihren Tod. Aus diesem Grund darf „Freedom“ ihr nacktes Überleben in ein Zeugenschutzprogramm retten.
Wenn frau alles im Leben verloren hat, bleibt nicht mehr viel. Weiterlesen
Edan Lepucki: California
Wie sieht eine Zukunft aus, in der durch Krankheiten und Krieg die Menschheit dezimiert worden ist? Nutzen die Überlebenden die Chance, ein neues, lebenswertes System aufzubauen? Wie geht man mit der Beschaffungskriminalität um, wenn Energie und sauberes Trinkwasser knapp geworden sind? Haben Reiche und Arme die gleichen Rechte?
Frida und Cal haben die Flucht aus dem zerstörten L. A. gewagt. Besser im Wald leben, sagen sie sich. Besser weg von allem, was krankmacht. Im Wald soll es Piraten geben, die rauben und morden. Trotzdem wagen sie ihr Glück und finden es. Für kurze Zeit. Weiterlesen
Sheelagh McErin: Das Haus der Masken
Rache ist bekanntlich ein Gericht, das man kalt genießen sollte. Der durch einen Anschlag schwer gezeichnete Ash van Lyden plant seine Rache über viele Jahre hinweg wie einst der Graf von Monte Christo. Gegner sind ein einflussreicher Geschäftsmann und seine Söhne. Seit langem sucht Ash einen Lockvogel und hat dafür geeignete Huren von der Straße weggekauft. Keine von ihnen kehrte zurück. Keine von ihnen war die Richtige für seine Pläne. Zur gleichen Zeit werden immer mehr Leichen gefunden, die alle schwerste Misshandlungen und Verstümmelungen aufweisen. Weil es sich nur um tote Huren handelt, hat der Täter zwar einen pressetauglichen Namen, aber keine an der Aufklärung interessierten Polizisten. Weiterlesen