Astrid Lindgren: Die Menschheit hat den Verstand verloren: Tagebücher 1939-1945

mescnhAstrid Lindgren (1909 – 2002) war noch keine Schriftstellerin, als sie zu Beginn des Zweiten Weltkrieges ein Tagebuch führte. Wie eine Chronistin beschrieb sie das Kriegsgeschehen und sammelte Zeitungsartikel, die im Buch abgebildet und übersetzt worden sind. Erkenntnisse aus ihrem »Schmuddeljob« bei der Briefzensur der Postkontrollanstalt ergänzten ihr Weltbild ebenso wie ihre täglichen Erfahrungen mit Lebensmittelmarken, kalter Wohnung im Winter und Ausgehverboten. Privates berichtet sie nur am Rande. Die Grausamkeiten des Krieges und das unnötige Töten so vieler unschuldiger Menschen lassen sie verzweifeln. Weiterlesen

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James Salter: Verbrannte Tage: Erinnerung

saltManchmal braucht man im Leben eine Unbeschwertheit, eine Unbekümmertheit, um sich an Neues zu wagen. Für den jungen James Salter (geb. am 10.06.1925 in New York City, gestorben am 19.06.2015 in New York) war die Kindheit vorbei, als ihn sein Vater in eine Militärschule schickte, wo er selbst früher als Jahrgangsbester in die Analen der Schule eingegangen war. Für James, dem der blinde militärische Gehorsam nicht lag, schien der Platz des Jahrgangsbesten von Tag zu Tag weiter wegzurücken. Viel zu viele Disziplinarstrafen nahmen ihm Zeit und Kraft. Der andere ruhmreiche Platz war der des schlechtesten Schülers. Auch ihm galt eine besondere Anerkennung. Weiterlesen

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Dariusz Muszer: Schädelfeld

schadel„… Ja, mit der Zeit würde er schon einen Weg finden, um wieder zum Töten zu kommen. Denn Töten bedeutete doch Leben. Jedenfalls für ihn. Und für alle seine Männer. … Draußen regnete es. Die Erde war feucht und dunkelgrau, genauso wie die verkrüppelten Bäume, die in lichten, schiefen Reihen standen, mutlos und zum Boden geneigt, als hätten sie keine Lust gerade zu wachsen.“ (S. 227)
Morden heißt Überleben. Doch zu welchem Preis?!
Dariusz Muszer, geboren 1959 in Westpolen, hat viele Themen in seinen futuristischen Roman „Schädelfeld“ gepackt. Zum einen existieren viele Parallelwelten zueinander und miteinander, bis durch die Zerstörung einer/der Erde ein Ungleichgewicht im Universum entstanden ist. Weiterlesen

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Philipp Tingler: Schöne Seelen

seele„… Effizienz ist bekanntlich das Erreichen eines maximalen Ergebnisses mit minimalem Aufwand. Wenn Patienten ihr Glück nach einer zweistündigen Nasen-Operation finden, ist eine jahrelange psychotherapeutische Behandlung wegen einer aus dem Nasenproblem resultierenden Depression, Zwangsstörung und sozialen Phobie verzichtbar, oder nicht?“ (S. 331/332)
Für den vermögenden und erfolgreichen Schriftsteller Oskar Canow gibt es einen Zusammenhang zwischen einer schönen Seele und seiner Hülle. Erst recht, wenn man es sich leisten kann. Weiterlesen

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Jax Miller: Freedom’s Child

freeEin junger Polizist stirbt. Seine Ehefrau steht unter Mordverdacht und muss im Laufe der Ermittlungen ihre Kinder zur Adoption frei geben. Weil es nach jahrelangen Ermittlungen noch immer keine konkreten Beweise für ihre Schuld gibt, wird sie freigesprochen. Doch die Familie des Ermordeten schwört Rache und will ihren Tod. Aus diesem Grund darf „Freedom“ ihr nacktes Überleben in ein Zeugenschutzprogramm retten.
Wenn frau alles im Leben verloren hat, bleibt nicht mehr viel. Weiterlesen

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Edan Lepucki: California

caliWie sieht eine Zukunft aus, in der durch Krankheiten und Krieg die Menschheit dezimiert worden ist? Nutzen die Überlebenden die Chance, ein neues, lebenswertes System aufzubauen? Wie geht man mit der Beschaffungskriminalität um, wenn Energie und sauberes Trinkwasser knapp geworden sind? Haben Reiche und Arme die gleichen Rechte?
Frida und Cal haben die Flucht aus dem zerstörten L. A. gewagt. Besser im Wald leben, sagen sie sich. Besser weg von allem, was krankmacht. Im Wald soll es Piraten geben, die rauben und morden. Trotzdem wagen sie ihr Glück und finden es. Für kurze Zeit. Weiterlesen

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Sheelagh McErin: Das Haus der Masken

sheeRache ist bekanntlich ein Gericht, das man kalt genießen sollte. Der durch einen Anschlag schwer gezeichnete Ash van Lyden plant seine Rache über viele Jahre hinweg wie einst der Graf von Monte Christo. Gegner sind ein einflussreicher Geschäftsmann und seine Söhne. Seit langem sucht Ash einen Lockvogel und hat dafür geeignete Huren von der Straße weggekauft. Keine von ihnen kehrte zurück. Keine von ihnen war die Richtige für seine Pläne. Zur gleichen Zeit werden immer mehr Leichen gefunden, die alle schwerste Misshandlungen und Verstümmelungen aufweisen. Weil es sich nur um tote Huren handelt, hat der Täter zwar einen pressetauglichen Namen, aber keine an der Aufklärung interessierten Polizisten. Weiterlesen

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Kathrin Aehnlich: Wenn die Wale an Land gehen

walAls Roswitha als Studierende endlich einen Weg gefunden hat, von zu Hause auszuziehen, weg von der auf Hochglanz polierten Kleinbürgerlichkeit, lernt sie für ein paar Jahre einen Hauch von Freiheit kennen und Mick lieben. Kunst, Literatur, der Geist von Woodstock und Partys mit reichlich Alkohol werden für die Clique um Mick und Roswitha wichtiger als strebsames Lernen. Viel zu schnell wird sie nach ihrem „erfolgreichen“ Studienabschluss in das Erwerbsleben der DDR integriert, in dem fast alles von Seiten der Behörden auf Antrag zugeteilt wird. Roswitha spielt ihre Rolle als „Werkschaffende“, heiratet und gründet eine Familie. Mick dagegen, für diese Art von Anpassung unfähig, verschwindet aus ihrem Blickfeld. Weiterlesen

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Guy de Maupassant: Auf See (1888)

guyEine Urlaubszeit kann vieles sein. Für Guy de Maupassant (1850 – 1893) ist es eine Flucht vor den Menschen und einem tief sitzenden Lebensekel. Denn allem, was irgendwie nach Beziehung riecht, möchte er aus dem Weg gehen, bis ihn wieder die Neugier packt und er auf dem Festland nach geistiger Nahrung sucht. Es entsteht ein Spiel mit dem Feuer, auf das de Maupassant weder verzichten noch von ihm lassen kann.
„…Anscheinend kann es keine Bekanntschaften geben, die keine Verpflichtungen, Empfindlichkeiten und einen gewissen Grad von Knechtschaft nach sich ziehen. Kaum hat man den Höflichkeiten eines Unbekannten ein Lächeln geschenkt, hat dieser Unbekannte einem etwas voraus, sorgt sich um das, was man tut, und wirft einem vor, ihn zu vernachlässigen. Weiterlesen

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Olivier Adam: An den Rändern der Welt

oliEigentlich hat Paul es im Alter von Anfang vierzig geschafft. Er verdient gut an seinen Romanen, schreibt Drehbücher und Reportagen. Jahrelanges Beobachten, Analysieren und ein damit einhergehendes Gefühl der Fremdheit haben ihn an den „Rand der Welt“ gebracht, der zugleich auch Abgrund oder Absturz in eine Depression sein kann. Während beruflich alles bestens läuft, ist sein Privatleben ein einziges Debakel. Seine Frau hat sich von ihm getrennt und die Kinder mitgenommen. Ein neuer Liebhaber steht vor ihrer Tür. Zur gleichen Zeit beschließt sein Vater, in eine Seniorenresidenz zu ziehen. Die Preise für Immobilien sind in Paris dermaßen in die Höhe geschossen, dass die Randbezirke – früher sozialer Brennpunkt – von der Mittelschicht aufgekauft werden. Weiterlesen

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