Dr. May Chinn lebte von 1896 bis 1980 in New York und wurde der Engel von Harlem genannt. Für die Tochter eines ehemaligen Sklaven und einer Halbindianerin gab es nur wenige Optionen: ein früher Tod durch Gewalt oder Krankheit, viel zu jung und ohne Bildung Kinder zu bekommen sowie Armut, weil Farbige aus Prinzip für ihre Arbeit extrem schlecht bezahlt wurden. May hatte das große Glück, dass ihre Mutter Lulu für sie da war. Schon sehr früh fiel ihr Mays Intelligenz auf. Sie erkannte bei ihrer Arbeit in den Haushalten reicher Weißer, wie wichtig Bildung und Förderung bei Kindern ist. Also versteckte sie jede Münze vor Mays trinkfreudigem Vater und sorgte für die häufigen Umzüge aus der Gefahrenzone sozialer Brennpunkte.
Kuwana Haulseys wunderbarer Roman ist ein Hohelied auf die Stärke der Frauen. Nach ihrem preisgekrönten Debütroman „The Red Moon“ gelang der Autorin das Kunststück, für ihren zweiten Roman gleich mehrere Preise zu erhalten. Dies liegt auch an ihrem sprachlichen Talent, mit dem sie ein aktuelles Thema mit geschichtlichen Fakten unterfüttert. Mays berührende Geschichte wurde von Dieter Fuchs übersetzt.
Anschaulich beschreibt die Autorin, wie die Hauttöne von schwarz, braun und creme sogar unter Farbigen eine zentrale Rolle spielen, als sei allein die Annäherung zur Hellhäutigkeit ein Aufstieg in der gesellschaftlichen Hierarchie. Weiterlesen


Das Berliner Wahrzeichen hat sein Fell durch Beton- und Konstruktionsschlachten verloren. In den letzten zwei Dekaden gab es unzählige Berichte über den Flughafen Berlin-Brandenburg. Sie prangerten Inkompetenz, Schludrian und Vetternwirtschaft an. Im Zentrum des Interesses blieb der „ProblemBER“, der lange Zeit alles war, nur kein Flughafen.




