Petros Markaris: Der Tod des Odysseus

Nach dem Trojanischen Krieg irrte Odysseus zehn Jahre über das Meer, bis er auf Ithaka ankam. Den Figuren dieser Geschichtensammlung geht es ähnlich. Ein Athener Kommissar kämpft gegen Korruption und Arroganz. Griechischstämmige Türken suchen diesseits und jenseits des Bosporus nach ihrer Identität. Das moderne Hellas ist auf der Suche nach sich selbst – zwischen Flüchtlings- und Finanzkrise. Mal heiter, mal traurig, aber stets in wundervollen Bildern, beschreibt der Autor das Leben am südöstlichsten Rand unseres Kontinents.

Autor Petros Markaris, Sohn eines Armeniers und einer Griechen, wurde in Istanbul geboren, studierte einige Jahre in Wien und Stuttgart und lebt heute in Athen. Er ist ein moderner Odysseus, ein Grenzgänger zwischen Orient und Okzident. Weiterlesen

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Tomi Ungerer: Das Kamasutra der Frösche

kamasutraSex und Humor – geht das zusammen?  Und wie! Einen provokativ-kreativen Weg zeigt Tomi Ungerer in seinem Büchlein „Das Kamasutra der Frösche“ auf. Wer subtile Zweideutigkeiten bevorzugt, sei hiermit vorgewarnt. In diesem Buch geht es EINdeutig zur Sache! Akrobatisch offensiv turnen die Amphibien in witzigen Cartoons durch die verschiedensten Positionen des Kamasutras. Dazu werden passende Orginalzitate aus den indischen Schriften hinzugefügt. Ein reizvolles Wechselspiel, das die Freizügigkeit mancher Leser vor ungeahnte Prüfungen stellen wird. Wer sich auf den Humor des Autors einlässt, kann sich daraus einen sexy Spaß machen! Weiterlesen

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J. Jefferson Farjeon: Geheimnis in Weiß

weissEin Krimi in bester Retro-Manier: Diese unentdeckte Literatur-Perle beschwört den Charme vergangener Agatha Christie-Abenteuer herauf. Im Jahr 1937 verfasst, bietet der Roman reinstes Kriminalvergnügen der guten alten Schule. Keine DNA-Profile, keine Serienmörder, keine blut- und actionlastige Showeffekte heischen hier um Aufmerksamkeit.
Stattdessen agieren fein gezeichnete Charaktere mit subtilem Humor vor einer Kulisse, die dem Archetyp des Gruselromans entsprungen ist. Genauer: Ein abgelegenes Haus in England, das kurz vor Weihnachten durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten wird. Weiterlesen

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Magnus Mills: Das Paradies, möglicherweise

Das Paradies moeglicherweise von Magnus MillsSimplifikation. Mit diesem Wort lässt sich der Aufbau des erstaunlichen Buches treffend beschreiben. Ein Feld, ein Fluss, ein paar Zelte samt Bewohnern, die kommen und gehen. Mehr braucht es nicht für einen Mikro-Kosmos, in dem die wichtigsten Fragen der Gesellschaft angestoßen werden. Wie im Großen, so im Kleinen. Selten wurde dieser Leitsatz aus den Hermetischen Schriften radikaler und kreativer umgesetzt.

Es gibt einen Ich-Erzähler, den Humanisten. Daneben einen Eremiten, eine schöne Frau, eine Gruppe von Abenteurern und einen seltsamen Mann, gehüllt in weiße, wallende Gewänder. Sie alle ziehen auf eine Wiese, das „Große Feld“, von dem es heißt, dass sich hier bedeutsame Dinge ereignen werden. Weiterlesen

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Dr. Stuart Shanker: Das überreizte Kind

Das ueberreizte Kind von Stuart ShankerErziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer. Kein Wunder: Scheint es doch, als ob die Zahl der hyperaktiven, übergewichtigen, verhaltensauffälligen Kinder zunimmt. Dr. Stuart Shankers Buch setzt sich durch sein Statement „Es gibt keine schwierigen Kinder!“ wohltuend vom Mainstream ab.

Shankers Hauptanliegen: Viele Probleme beruhen auf der Fehlinterpretation kindlichen Verhaltens. Unangepasstes Benehmen wird allzu schnell auf Mutwillen oder Charakterschwäche zurückgeführt – statt die Ursachen der Gesamtsituation zu betrachten. Es ist nicht so, dass Kinder und Jugendliche nicht hören wollen, sie können es oft nicht! Weiterlesen

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Jeremy Massey: Die letzten vier Tage des Paddy Buckley

Die letzten vier Tage des Paddy Buckley von Jeremy MasseyPaddy Buckley arbeitet als Bestatter in Dublin. An einem schicksalsschweren Oktobertag befördert er – unfreiwillig – zwei ganz und gar untote Menschen ins Erdreich. Zuerst vögelt er eine attraktive, trauernde Witwe bis zum Herzinfarkt. Von dem Vorfall aufgewühlt, übersieht er einen Passanten und überfährt ihn. Zu dumm, dass es sich hierbei um Dolan Cullen handelt, den Bruder des gefürchtesten Unterweltgangsters von ganz Irland, der auf blutige Rache sinnt. Beide Vorfälle versucht Paddy zu vertuschen. Doch ausgerechnet seine Firma soll die Beerdigungen ausrichten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Wahrheit ans Tageslicht kommt. Paddys Tage auf Erden scheinen gezählt… Weiterlesen

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Hilary Mantel: Im Vollbesitz des eigenen Wahns

mantelEngland, 1984: Zehn Jahre nach den erschreckend bösartigen und kongenial erzählten Vorkommnissen des Romans „Jeder Tag ist Muttertag“ lässt Autorin Hilary Mantel ihre Protagonisten weiter agieren. Vor allem Muriel, die jahrelang zurückgezogen in einem unheimlichen Geisterhaus lebte, hat nach dem Tod ihrer Mutter und ihres Babys eine erstaunliche Verwandlung zurückgelegt. Das scheinbar zurückgebliebene Mädchen entpuppt sich als unglaublich gerissen. Muriel hat eine Vision: Sie will diejenigen bestrafen, denen sie die Schuld an den dramatischen Vorkommnissen gibt: ihren Nachbarn, den Sydneys, und ihrer damaligen Sozialarbeiterin Isabel Fields.

Der metaphysisch angehauchte Wahnsinn des Erstlings klingt in diesem Nachfolger nur noch leise an. Für realen Alltagshorror sorgen die weltlichen Probleme der Protagonisten. Weiterlesen

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Andreas Drouve: Den Letzten beißt der Grottenolm

olmWarum Journalisten die zweitniedrigste Lebenserwartung aller Berufsgruppen haben, erschließt sich dem Leser spätestens nach der Lektüre dieser amüsant-überdrehten Satire. In deutschen Regionalredaktionen ist nicht alles Gold, was gedruckt wird. Straßenumfragen werden gefälscht, die journalistische Objektivität beugt sich dem Anzeigenetat, grottenschlechte Laientheater werden mit militärischen Fachjargon – eins zu eins aus Weltkriegsberichten kopiert – aufgewertet. Dies führt zu schmissigen, aber schlichtweg erlogenen Sätzen wie „In einer Bombeninszenierung torpedierte das Ensemble die Lachmuskeln der Besucher.“

Ob Nacktwanderwege, Karnevalsprunksitzungen, Verleihungen von Ehrennadeln  oder durchgeknallte Vernissagen wie „Hähnchen in 125 Positionen“ eines Scan-Art Künstlers: Themen wie diese verlangen von dem namenlos bleibenden Ich-Erzähler alles ab. Weiterlesen

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Laurent Mauvignier: Mit leichtem Gepäck

28076_4cEs gibt Bücher, die brechen über den Leser herein, entwickeln einen Sog, wie eine literarische Naturgewalt. Laurent Mauvignier hat eine davon geschaffen, zumal sein Roman mit jenem Tsunami beginnt, der am 11. März 2011 über Japan hinwegfegte.

Guillermo und Yuko geben sich hier dem Rausch ihrer Jugend hin. Alkohol, Sex, Partys. „Ihre Körper schreien nach dem Leben“. Doch der Tod lauert bereits im Ozean. Wir begleiten das Paar auf seinen letzten Stunden, die Spannung steigert sich ins Unermessliche, die Welle und ihre Zerstörung beschreibt der Autor so, als habe er sie tatsächlich erlebt, als habe er selbst noch Tage später die schwarze, salzige Flüssigkeit aus Meerwasser, Schlamm und Todesrudimenten erbrochen.

Auch die übrigen Protagonisten dieses Buches machen sich auf die Reise, um auf Erhofftes, Unvorhergesehenes und Neuartiges zu treffen. Weiterlesen

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Paul Theroux: Der Fremde im Palazzo d’Oro

Der Fremde im Palazzo dOro von Paul TherouxTaormina, Sizilien, anno 1962: Gil Mariner, ein junger Student, streift durch die Straßen und entdeckt ein elegantes Paar auf der Terrasse des Nobelhotels „Palazzo d’Oro“. Die goldblonde Frau, geschätzte Mitte Dreißig, in ein weißes Kleid gehüllt und trotz der Hitze Spitzenhandschuhe tragend, erregt das Interesse des 21-Jährigen. Er weiß sofort: „Ich will euer Leben leben.“ Ein bittersüßer Wunsch, der sich durch ein unmoralisches Angebot erfüllen soll. Bald findet sich der naive Amerikaner in einem amourösen Wechselspiel aus Dominanz und Unterwerfung wieder. Denn Griffin, die mondäne deutsche Gräfin mit den zwei Gesichtern, hütet ein unglaubliches Geheimnis. Weiterlesen

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