Salome Sturm, genannt Salli, kennt nur eine große Liebe: die Liebe zur deutschen Sprache! 52 Jahre alt und Single, geht sie ganz in ihrer Lehrtätigkeit an einem Sprachinstitut auf. Ihr größter Wunsch lautet
, eine eigene Studie zu veröffentlichen. Als Sallis Arbeitgeber Stellen abbauen muss, meldet sie sich angesichts drohender Arbeitslosigkeit und durch eine Wette mit Freundin Barbara auf die Zeitungsannonce eines gewissen Sergey: „Brauch ich Lehrer für Deutsch. Bitte anrufen mir.“ Salli möchte beweisen und dokumentieren, dass sie selbst derart aussichtslosen Kandidaten die hiesige Grammatik samt Dativ, Passiv und Syntax beibringen kann. Nicht zuletzt möchte sie damit ihren attraktiv-intellektuellen Kollegen Anselm beeindrucken. Weiterlesen
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Brigitte Hellmann (Hrsg.): Mit Kant am Strand
Sommer, Sonne, seichte Kost? Warum nicht einmal die schönsten Wochen des Jahres damit verbringen, den Geist zu inspirieren und der Seele neue Nahrung zu geben? Für all jene, die sich auch am Meer ein Mehr an literarischem Input versprechen, ist „Mit Kant am Strand – ein Lesebuch für Nachdenkliche“ der ideale Urlaubsbegleiter.
In abwechslungsreich zusammengestellten Beiträgen, von philosophischen Texten über Gedichte und Parabeln zu wissenschaftlichen Abhandlungen, versuchen kluge Geister wie Platon, Buddha, Kant, Schiller, Goethe, Marc Aurel, der Psychologe Karl Jaspers und der Physiker Stefan Klein Antworten auf die großen Fragen zu finden: Was ist der Sinn des Lebens? Woher stammt das Universum? Welche Staatsform ist die beste? Wie finde ich mein Glück? Weiterlesen
Peter Nichols: Die Sommer mit Lulu
Rückwärts erzählte Romane sind eine Kunst. Peter Nichols beherrscht sie. Seine nostalgische Liebesgeschichte „Die Sommer mit Lulu“ ist nicht nur ein Lob- und Abgesang auf die Insel Mallorca, sondern auch auf den Zauber der Liebe.
Durch den literarischen Kunstgriff der diametralen Chronologie entfalten Fehlentscheidungen und Missverständnisse eine enorme emotionale Wucht. Der Leser weiß um den unausweichlichen Fortgang der Handlung, die Beweggründe erschließen sich jedoch erst im Laufe der Zeit. Weiterlesen
Hilary Mantel: Jeder Tag ist Muttertag
Hilary Mantel kann einem Angst einjagen. Weil sie unheimlich gut schreibt. Weil sie ihre Protagonisten genüsslich in Katastrophen hineinwirft. Weil man nach wenigen Seiten feststellt, welch morbides Vergnügen dies bereiten kann. Schaudern und Schadenfreude gehen bei „Jeder Tag ist Muttertag“ Hand in Hand.
In ihrem Werk von 1985 zeigt sich bereits das Ausnahmetalent der Autorin, die mittlerweile zwei Mal mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde und von der Queen den Titel „Dame“ erhielt, obwohl sie regelmäßig gegen Königshaus und Regierung wettert, wie in ihrer Kurzgeschichten-Sammlung „Die Ermordung Margaret Thatchers“. Weiterlesen
Jonas Jonasson: Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind
Wenn sich „Pulp Fiction“ und „Das Leben des Brian“ auf literarischem Parkett begegnen, ist humoristischer Hochgenuss garantiert. Der neue Geniestreich des schwedischen Erfolgsautors Jonas Jonasson nimmt die Kirche, die Unterwelt und die Medien in einem Gag-Feuerwerk aufs Korn. Schwarzer Humor und charmante Untertöne halten gekonnt die Balance. Der Plot ist liebenswert böse, ohne boshaft zu sein. Weiterlesen
Christian Jaschinski: Der Tag, an dem ich feststellte, dass Fische nicht klettern können
Eigenlob stinkt. Eigentlich. Doch in diesem Fall ist der Untertitel „Ganz komischer Roman“ nicht zu hoch gegriffen. Mittvierziger Max Schröder kommt vieles komisch vor, um nicht zu sagen: Er versteht die Welt nicht mehr. Seine erfolgreiche Anwaltsgattin verlässt ihn für einen jungen Tatoo-Künstler, seine sechszehnjährige Tochter findet ihn peinlich, bei der Beförderung wird er wegen eines jungen Blenders übergangen. Als ihn sein Freund Bolle dazu überredet, gemeinsam für ein Wochenende nach Berlin zu fahren, gerät Max in urkomische Verwicklungen. Weiterlesen
Juli Zeh: Unterleuten
Endlose Weiten aus Weizenfeldern und Wäldern, seltene Vögel, intakte Natur: Das Leben im brandenburgischen Unterleuten könnte so schön sein – wenn man nicht unter Leuten wäre …
Hundert Kilometer abseits des Berliner Speckgürtels, von Presse und Politik vergessen, ohne Breitband-Internetanschluss und Kanalisation, führen die 200 Einwohner des Ortes ein anarchisches Leben, in dem Gefälligkeiten mehr wert sind als Geld. Weiterlesen
Sebastian Niedlich: Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens
Der siebenjährige Martin hat eine seltsame Gabe: Er kann den Tod sehen, bevor dieser zu Werke geht. Genauer: Bevor dieser mit einem Kescher die Seele einfängt, welche als Schmetterling aus dem Mund des Toten flattert. Ansonsten ist Thanatos ein sympathischer Kerl – optisch Anfang Dreißig, ein wenig blass um die Nase, die Stimme eine Mischung aus Barry White und Peter Lustig. Weiterlesen
Sandro Veronesi: Fluchtwege
Es gibt einen Unterschied zwischen „vor meinen Augen passiert“ und „mir passiert“. Gleich zu Beginn wirft Sandro Veronesi Überlegungen in den Plot, an denen sein Protagonist auf den folgenden 400 Seiten zu knabbern hat. Wo endet die Unschuld, wo beginnt die Mitschuld? Ist etwas nicht passiert, nur weil keiner danach handelt? Weiterlesen