Jenny Offill: Amt für Mutmaßungen

Vom Verlieben, Entlieben und Wiederlieben beschreibt Jenny Offill die Stationen einer Beziehung in New York. Dabei beherrscht Jenny Offill die seltene Kunst, in wenigen Worten alles zu sagen. Sie reiht Momentaufnahmen, Gedanken und Dialoge aneinander. Jede dieser literarischen Szenen gleicht einem emotionalen Durchschuss. So hat schon lange niemand mehr über die Liebe in modernen Zeiten geschrieben.

Er macht Musik und arbeitet beim Radio, sie schreibt und arbeitet als Lehrerin und Ghostwriterin. Es scheint, als wären sie füreinander geschaffen. Sie sind verliebt, heiraten, bekommen ein Kind. Dann bricht das Leben über sie herein. Weiterlesen

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Jón Gnarr: Der Outlaw – Eine isländische Jugend am Rande der Gesellschaft

Jón Gnarrs Werdegang ist mehr als abenteuerlich: Problemkind, Punker, Anarchist, Radiokomiker, Gründer der „Besten Partei“ Islands, Oberbürgermeister von Reykjavik. Nach seiner Biografie „Indianer und Pirat“ setzt diese Autobiografie in einer schmerzlichen Zeit an: Jón landet in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche. Der Vierzehnjährige hadert mit den Regeln des Schulsystems, doch er findet etwas Zugehörigkeit. Unter Islands verlorenen Kindern ist er nicht mehr länger ein Mobbingopfer. Er ist der coole „Jonsi-Punk“.

Die Jugendanstalt in Núpur liegt am Rande der Welt, umgeben von Meer, Felsen und meterhohen Schneehügeln. Hier wären Gitter vor den Fenstern gar nicht nötig, da es nichts gibt, wohin die Jugendlichen flüchten könnten. An diesem Ort verbringt Jón zwei Jahre seines Lebens. Tapfer gilt es, verdorbenen Walgulasch hinter zu würgen und sich morgens den Weg frei zu schippen. Weiterlesen

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Kristina Pfister: Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten

Es sind die wohl größten Lehrjahre des Lebens: Jener schwerelose Raum zwischen Jugend und Erwachsenendasein. Für viele eine aufregende Zeit des Aufbruchs. Für andere jedoch eine Zeit voller Selbstzweifel und Stagnation. Die 24-jährige Annika gehört zur letzteren Gruppe. Sie hat ihr Studium beendet, macht sinnlose Praktika, weiß nicht wohin mit sich. Ihren gleichaltrigen Freundinnen scheint es wesentlich besser zu gehen: Facebook-Schnappschüsse von exotischen Auslandsaufenthalten, tollen Jobs und neuen Liebschaften führen Annikas eigenes Versagen vor Augen. Sie zieht sich immer mehr zurück. Bis sie eines Tages ein ungewöhnliches Mädchen kennenlernt, dass ihrem Leben eine neue Richtung gibt. Weiterlesen

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Steve Hockensmith: Weiße Magie – Vorsicht Stufe!

Tarotkarten und eine Kriminalgeschichte: Bei dieser gewagten Mixtur hätte einiges schief gehen können. Hat es aber nicht. Dafür sorgen eine wunderbar witzige Heldin, schräge Nebenfiguren und die Tarotkarten, die als amüsante „Sidekicks“ im Hintergrund fungieren, aber nicht handlungsrelevant in die Story eingreifen. Der zweite Roman der „Vorsicht Magie“-Reihe erinnert ein wenig an „Fargo“ – nur dass die Handlung im wesentlich hitzigeren Arizona angesiedelt ist.

Alanis, die vor vielen Jahren aus ihrer Trickbetrüger-Familie abgehauen ist, strandet in einem Kaff im staubigen Arizona. Hier hat sie von ihrer Mutter den Tarotladen „Weiße Magie – gut und günstig“ geerbt, der dazu diente, hilfesuchenden Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Weiterlesen

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Sadie Jones: Jahre wie diese

London, Anfang der siebziger Jahre: Die Theaterszene der pulsierenden Stadt ist im Aufbruch. Politische Satiren, Nackte auf der Bühne, anarchische Inszenierungen. Die kreative WG um Luke, Paul und die schöne Leigh versucht hier Fuß zu fassen. Sie gründen ein eigenes Theater, hadern mit finanziellen Problemen, Selbstzweifeln, verkrusteten Rollenbildern. Von der 68er-Bewegung scheinbar befreit,  erkennen sie, dass sich familäre Prägungen nicht so einfach ablegen lassen. Als Luke die fragile Nina kennenlernt, droht die eingeschworene Gemeinschaft zu zerbrechen. Ein wundervoller Rückblick auf die elektrisierende Zeit zwischen Bob Dylan, Bukowski und Batisthemden. Weiterlesen

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Mikko Rimminen: Als ich aufwachte, war es so sehr Montag, dass es wehtat

Die spinnen, die Finnen! Der verheißungsvolle Titel dieses Romanes hält, was er verspricht.  Zugedröhnte Umzugshelfer, senile Kundinnen und überdrehte Gehandicapte läuten eine Woche voller Chaostage für die Brüder Petteri und Lefa ein. So schräg wie die Geschichte, ist auch der Stil des Autors. Für Liebhaber der gewagten Sprachakrobatik.

Die ungleichen Halbbrüder Petteri und Lefa leben mehr schlecht als recht in den Tag hinein. Der eine macht sich ständig nutzlose Gedanken, der andere hat nur Bier und Drogen im Sinn. Beide lassen die Dinge gern gediegen angehen. Als sie an besagtem Montag einen Umzug organisieren sollen, haben sie mit unvorhergesehenen Problemen zu kämpfen. Allen voran mit der senilen Bewohnerin des Hauses. Dummerweise ist sie die Schwester einer berühmt-berüchtigten Persönlichkeit. Weiterlesen

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Barbara Vinken: Die Blumen der Mode

Ob man sie liebt oder hasst: Mode ist allgegenwärtig. Sie ist Repräsentation, Maskerade, Fetisch, Statement, Spiel. In diesem wundervollen Buch zeigen die Essays und philosophischen Betrachtungen kluger Köpfe wie Heinrich Heine, Emile Zola und Simone de Beauvoir, dass Kleidung alles andere als oberflächlich ist. Nichts spiegelt den Zeitgeist und die gesellschaftliche Ordnung so unmittelbar wie unsere „zweite Haut“.

Warum wird etwas zur Mode? Wie schaffte es der militärische Camouflage-Look auf den Laufsteg? Wann wurde der meterosexuelle Mann geboren? Wo hört der Schuh auf, wo fängt der Fetisch an? Weiterlesen

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Julian Fellowes: Belgravia

Julian Fellowes hat das angestaubte Genre der Adelsgeschichten so populär gemacht, dass sein „Downton Abbey“ im Guinessbuch der Rekorde landete, als „die von Kritikern am besten bewertete TV-Serie“. Wer seit dem Serienende unter Entzugserscheinungen leidet, kann aufatmen: In seinem Roman Belgravia verknüpft der britische Autor gekonnt Liebe und Intrigen mit geschichtlichen Ereignissen des 19. Jahrhunderts. Industriealisierung, Emanzipation und Klassenkampf lesen sich unglaublich spannend vor dem Hintergrund des nobelsten Londoner Stadtteils.

James Trenchard hat es geschafft. Vom Sohn eines Markthändlers hat er sich zum Baunternehmer emporgearbeitet. Doch ein Schatten liegt auf ihm: Weiterlesen

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Geoff Dyer: Aus schierer Wut

Geoff Dyer möchte ein Buch über sein großes Vorbild, den Autor D.H.Lawrence, verfassen. Dazu kommt es nicht. Denn Geoff Dyer hat ein Problem: Er will grundsätzlich das, was er gerade nicht hat. Er will das Buch schreiben, vermeidet aber die Arbeit an demselben. Ausreden findet er zur Genüge – und sei es, dass sein Lieblingscornetto im Caffé Farnese ausverkauft ist. Wer jemals von Schreibblockaden heimgesucht wurde oder ein wichtiges Projekt auf die lange Bank geschoben hat, weiß sich beim Lesen in bester Gesellschaft. Nie wurde darüber so schräg und unverblümt berichtet.

Überdreht, unentschlossen, wankelmütig? Gestatten, Geoff Dyer! Der Autor pflegt solche Eigenschaften mit Inbrunst. Weiterlesen

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Cornelia & Stephan Schwarz: Schluss mit Psychospielchen

Grau ist alle Theorie. Gut, dass dieser Ratgeber nicht nur knallrot, sondern knackig -konkret geschrieben ist. Er begleitet durch unterschiedliche Alltagssituationen und liefert dem Leser Schritt für Schritt passende Scripts, wie sich enervierende Psychospiele durch dramafreie Dialoge und Körpersprache entschärfen lassen. Der Chef putzt Sie vor den Kollegen runter? Die Schwiegermutter bezeichnet  Sie als undankbar? Ihre beste Freundin weiß grundsätzlich alles besser? Oft reagieren wir mit aggressiver Gegenwehr, fühlen uns ohnmächtig oder geben klein bei. Schluss damit! Weiterlesen

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