Ein Buch, das sich ins literarische Gedächtnis prägt: Vom Ende eines Sommers ist einerseits geschrieben wie ein wunderschöner Sommertagtraum, geht andererseits an Herz und Nieren. Dies liegt an der ungewöhnlichen Erzählperspektive. Wir Leser erleben die Handlung aus Sicht
der 14-jährigen Edith June Mather, genannt Edie. Sie wächst auf einer Farm im ländlichen Suffolk auf. In jenem schwülen, schillernden Sommer 1934 erlebt sie gleich mehrere Wendepunkte. Sie wandelt sich vom Mädchen zur Frau, während der Fortschritt sowie erste faschistische Strömungen das Hinterland erreichen. Diese nahen nicht etwa in Uniformen, sondern in Form der charismatischen Journalistin Constanze FitzAllen aus London. Vieles davon erfahren wir beim Lesen zwischen den Zeilen, da der kindliche, fantasievolle Blick von Edie das Erlebte häufig nicht richtig einordnen kann. Es ist nicht nur das Ende eines Sommers. Es ist das Ende der Kindheit, der Unschuld.
In den 30er Jahren ist die bäuerliche Bevölkerung Englands noch immer von den großen Krisen gezeichnet. Es fehlen tatkräftige Männer, die im ersten Weltkrieg ums Leben kamen. Die Weltwirtschaft schwächelt, der Weizenpreis ist am Boden. Dennoch wächst Edie relativ behütet auf. Sie flüchtet sich in die Natur und in ihre Bücher. Mit 14 Jahren beendet sie die Schule, um künftig auf der Farm mitzuarbeiten, ebenso wie ihr drei Jahre älterer Bruder Frank. Ihre Schwester Mary ist bereits verheiratet, hat ein Baby bekommen und ist weggezogen. Sie wird von Edie schmerzlich vermisst. Weiterlesen








