Harlan Ellison (Hrsg.): Gefährliche Visionen: Phantastische Erzählungen

Wir schrieben das Jahr 1967, als in den USA ein Buch erschien, das erstmals Science-Fiction-Geschichten enthielt, die ausschließlich für eben diese Anthologie verfasst worden waren. Bis dato wurden Erzählungen zunächst in Magazinen publiziert; die „Zweitauswertung“ erfolgte anschließend durch die Aufnahme in Anthologien.

Nun also ging der frühere Edel-Fan und spätere Autor Harlan Ellison einen anderen Weg.

Sein Ziel war schlicht und einfach, die besten zeitgenössischen Autoren dazu zu animieren, ihm eine neue, zeitgemäße Story zur Verfügung zu stellen – und dazu noch ein kurzes Nachwort zu verfassen.

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Matt Dinniman: Dungeon Crawler Carl

Carl hatte eigentlich alles. Freundin, Mietshaus in Seattle, eine prämierte Zuchtkatze – das kleine, zufriedene Leben auf der Sonnenseite des American Dreams. Dann betrügt ihn seine Freundin, die Katze springt um zwei Uhr morgens aus dem Fenster, und Carl rennt ihr in Boxershorts, rosa Crocs seiner Ex und Lederjacke hinterher, hinaus in einen selbst für die Nordwestküste grotesken Wintereinbruch.

Wenn Sie dieses Bild jetzt vor Augen haben, genießen Sie es kurz – und vergessen Sie es dann sofort. Denn das war erst der harmlose Prolog.

Im nächsten Moment machen außerirdische Invasoren sämtliche Gebäude der Erde platt. Wer sich in Häusern, Garagen oder Autos befunden hat, ist fort, alle, die in der freien Natur waren, bekommen eine letzte Chance – den Abstieg in ein Dungeon. Dort dürfen – oder besser müssen – die Überlebenden an einer intergalaktisch übertragenen Reality-Show teilnehmen, deren Titel lauten könnte: „Keiner wird überleben“.

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Kali Wallace: Dead Space

Alles begann damit, dass eine wissenschaftliche Expedition zum Titan von Terroristen sabotiert wurde. Die allermeisten Wissenschaftler und alle Terroristen kamen dabei ums Leben, die wenigen Überlebenden benötigten teure medizinische Behandlung.

Seitdem ist Hester Marley, die durch den Anschlag ein Auge und einen Arm verlor, bei Parthenope Enterprises, die ihre Behandlung bezahlt haben, hoch verschuldet. Sie unterschrieb einen Fünfjahresvertrag. Statt KIs zu entwickeln, dient sie nun auf einer abgelegenen Raumstation als Security-Offizierin.

In dieser Funktion erfährt sie, dass ein weiterer Überlebender auf einer Asteroidenmine brutal ermordet wurde. Als sie am Tatort ankommt, stößt sie auf eine Mauer aus Schweigen, Verleumdungen und Geheimnissen. Ihr alter Freund hat etwas entdeckt – etwas, das ihn sein Leben gekostet hat, etwas, das Parthenope unter allen Umständen geheim halten will und wofür der Konzern im wahrsten Sinne des Wortes bereit ist, über Leichen zu gehen …

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Noah Stoffers: Cage of the Moon

Man schrieb das Jahr 1841, als es die übernatürlichen Kreaturen leid waren, sich vor den Menschen immerzu zu verstecken. Ihr „Coming-out“ war riskant und aufsehenerregend; mittlerweile aber hat man sich an die Übernatürlichen gewöhnt. Dass diese diskriminiert werden und sich registrieren lassen müssen, ist lästig, ein Ärgernis – aber allemal besser als die Alternative.

Inzwischen gibt es speziell in Magie geschulte Polizisten, die für Verbrechen durch oder an Übernatürlichen zuständig sind.

Dennoch verschwinden im Großraum von San Francisco in letzter Zeit immer wieder unregistrierte Vampire.

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Joss Stirling: Finding You: Die Macht der Seelen

Was ist dies doch für ein Prachtband, den uns dtv pünktlich zum Weihnachtsgeschäft kredenzt!

Ein Sammelband mit den ersten drei Romanen um die Benedicts, der äußerlich ein wahrer Augenschmaus ist: Rundumfarbschnitt, dazu ein stimmig gestaltetes, geprägtes Cover mit floralem Muster, das sich im Vor- und Nachsatz sowie im Farbschnitt wiederfindet.

So geht moderne Buchproduktion – das weckt die Neugier der Leserinnen und Leser in den Buchhandlungen.

Die Seiten sind, um alle drei Romane in einem lesbaren Satz mit einem handhabbaren Umfang anbieten zu können, recht dünn ausgefallen, sodass man beim Umblättern ein wenig Vorsicht walten lassen muss.

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M. L. Wang: The Sword of Kaigen: Eine theonitische Kriegsgeschichte

M. L. Wangs The Sword of Kaigen – Eine theonitische Kriegsgeschichte hat in den vergangenen Jahren im anglo-amerikanischen Sprachraum für wahre Begeisterungsstürme gesorgt. Hier hat eine Autorin eine interessante Welt geschaffen, die weit mehr ist als „nur“ ein düsteres Schlachtenszenario. Uns erwartet ein sehr emotionales, komplexes Familiendrama, das in einer faszinierend ausgearbeiteten Welt angesiedelt ist und sich stark über seine Charaktere definiert.

Der Roman beginnt auffallend ruhig, ja fast behäbig. Wang widmet das gesamte erste Drittel der sorgfältigen Etablierung von Welt und Figuren. Hier braucht die Leserin respektive der Leser einiges an Geduld; man muss sich Zeit nehmen, das Dorf und die Figuren kennenzulernen. Das beschauliche Dorf Takayubi, Schauplatz der Geschichte, wirkt zunächst wie ein abgelegener, nahezu isolierter Ort, doch unter der Oberfläche brodelt es.

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Rachel Schneider: Metal Slinger: Dunkle Verheißung

„Metal Slinger“ ist ein Romantasy-Roman, der auf TikTok massiv gehypt, Le„Metal Slinger“ ist ein Romantasy-Roman, der auf TikTok massiv gehypt wird und Leserinnen und Leser ohne große Vorrede mitten ins Geschehen wirft.

Die Geschichte folgt Brynn, einer jungen Wächterin aus Alaha. Einst – Generationen ist es mittlerweile her – wurden sie ins Exil gezwungen. Seitdem haben sie auf dem Meer ihre eigene Gesellschaft errichtet; der Zugang zur einstigen Heimat, zum Land, ist ihnen verwehrt. Brynn konnte sich nur, obwohl sie ohne Eltern, die sie unterstützt hätten, aufwuchs, aufgrund der Hilfe Kais, des Sohnes des Kapitäns, den Wächtern anschließen. Ihr gemeinsamer, lang ersehnter Besuch des jährlichen Marktes auf dem Land der Kenta, eigentlich ein harmloser Initiationsritus der Abschlussklasse der Wächter, eskaliert unerwartet und bringt das jahrhundertealte Friedensabkommen ins Wanken. Eine Begegnung mit einem feindlichen Soldaten, politische Intrigen und das Erwachen verborgener Magie verändern Brynns Leben unwiderruflich …

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Walter Moers: Qwert

Mit „Qwert“ legt Walter Moers einen Roman vor, der sich zugleich wie eine Reminiszenz und ein Aufbruch zu neuen Ufern liest. Sein Gallertprinz Qwert Zuiopü – ein altbekannter Nebencharakter aus den Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär – stürzt durch ein Dimensionsloch und erwacht in Orméa, einer Welt, die an einen überdrehten, klassisch anmutenden Ritterroman erinnert. Dort steckt er im Körper des ein klein wenig chaotischen Heftchenhelden Prinz Kaltbluth, wird mit einem unsichtbaren Degen und einem heldenhaften Ruf ausgestattet – und soll prompt ausgerechnet die Kreatur besiegen, in die er sich verliebt hat. Bei der Holden handelt es sich um niemand Geringeren als die Janusmeduse Jadusa.

Dieser Konflikt zwischen dem, was man in seiner Rolle von ihm erwartet, und seiner überbrodelnden Gefühlswelt treibt die Handlung an und verwandelt den klassischen Questenplot in ein rasantes, ironisches und jederzeit überraschendes Spiel, das mit ernsten Themen wie der Frage nach Identität, Pflicht und Begehren kunstvoll verknüpft ist.

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Margaret Weis & Tracy Hickman: Die Chronik der Drachenlanze: Die komplette Trilogie in einem Band

Es ist lange her, dass High Fantasy – im Fahrwasser von Tolkiens „Der Herr der Ringe“ – die deutschen Buchhandlungen eroberte. Unter dem damals noch einheitlichen Verlagsnamen Goldmann entstand eine eigene Fantasy-Reihe, die über Jahre zuverlässig Leser und Umsätze generierte. Namen wie Raymond Feist (Midkemia), Patricia McKillip (Erdzauber) oder Terry Brooks (Shannara) standen für phantastische Abenteuer mit epischer Breite. In diese Riege stieß ein Autorenduo vor, das den kommerziellen Nerv der Zeit besonders treffsicher traf – Margaret Weis und Tracy Hickman.

Mit ihren “Dragonlance“-Zyklen übertrugen sie die Dramaturgie einer Pen-and-Paper-Kampagne nahezu unverblümt in Romanform. Die Nähe zu Tolkien war unübersehbar – und wurde dennoch begeistert aufgenommen. Auch von mir, wie ich gerne zugebe.

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C. K. McDonnell: Ring the Bells

Die ach so besinnliche Weihnachtszeit ist auch in Manchester angebrochen. Die ach so besinnliche Weihnachtszeit ist auch in Manchester angebrochen. Selbst – man glaube es kaum – in der Redaktionstube der „Stranger Times“ kommt so etwas wie eine feierliche Stimmung auf – nun ja, nicht wirklich.

Die letzte Ausgabe des Jahres soll für den Druck vorbereitet werden, als ein fieser PC-Virus plötzlich alle Computer lahmlegt. Dann meldet sich die Ururenkelin von Manny. Seine demente, im Sterben liegende Tochter ruft nach ihrem Daddy – doch der Engel, mit dem sich Manny den Körper teilt, will oder kann das Gebäude nicht verlassen.

Das ist allerdings noch lange nicht das Schlimmste!

Eine Leserunde, angeführt von einer stellvertretenden Bibliothekarin der Uni-Bibliothek, hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die als Hexen verunglimpften weisen Frauen wieder auferstehen zu lassen. Was zunächst Erfolge feiert, führt schließlich dazu, dass in einem dunklen, blutigen Ritual der Schleier zwischen den Dimensionen aufgerissen wird und ein uralter, längst vergessener Gott Manchester betritt.

Zalas, so der Name des Wesens, verfolgt seine ganz eigenen Pläne – doch zunächst braucht er Gläubige, die ihm durch ihre Anbetung Macht verleihen. Als er in einem „komischen Kasten“ auf eine gewisse Taylor Swift und ihre fanatischen Anhänger stößt, weiß er sofort, dass er diese Frau übernehmen muss. Dumm nur, dass Taylor gerade nicht in Manchester ist.

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