Kalie Cassidy: Das Lied der Tiefe

Seien Sie willkommen am Hof des grausamen Königs Nemea. Seit dieser sich – aus einfachen Verhältnissen stammend – hochgemordet und die Herrschaft über die unwirtliche Insel Seraf an sich gerissen hat, ist er unter seinen Standesgenossen verpönt.

Nun hat er zur Hochzeit seines Mündels mit seinem Kommandanten gerufen – und alle sind trotz ihrer Ressentiments seiner Einladung gefolgt. Dass die junge Braut Imogen Nel, von deren ererbtem Reichtum der König zehrt, eine Sirene ist, ahnt er nicht.

Als ihr Verlobter sie anlässlich der Verlobungsfeier verführt, brechen schwarze Flügel aus ihrem Rücken – ihr Geheimnis, das sie so lange gehütet hat, ist offenbart.

Sie ahnt, nein, sie weiß, dass sie ein Schicksal schlimmer als der Tod erwartet, sofern sie nicht flieht.

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Ava Reed: Witches of Deadly Sins

Seit Jahrtausenden sind Hexer und Hexen auf der Suche nach der verschollenen Büchse der Pandora. Sollte sie aufgefunden werden, so die landläufige Hoffnung, könnte das daraus entwichene Böse eingefangen werden, die Erde wieder zu einem Refugium des Friedens und des gedeihlichen Miteinanders werden.

Überall auf der Welt suchen die altehrwürdigen Hexenfamilien nach Relikten, Spuren und Hinweisen – seien sie auch noch so diffus.

Sasha stammt aus einer solchen Hexenfamilie, auch wenn sie kein Hexenmal trägt. Sie beherrscht die Kräfte der Erde, des Wassers und des Feuers wie kaum eine andere Hexe. Nach dem Tod ihrer Mutter verließ sie Tante und Großmutter sowie das geliebte Haus in Amsterdam, das ihre Heimat war. Mit diesen ließ sie auch den wenig empathischen Vater und ihre andere, despotische Oma zurück.

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Alan Moorel: Das Große Wenn: Long London 01

Sie kennen London? Oder meinen Sie eher – Sie glauben, London zu kennen? Nun, dann steht Ihnen eine Überraschung bevor – zumindest, wenn Sie den vorliegenden Roman goutieren.

Alan Moore ist als Verfasser von Comics weltweit ein Begriff, was sage ich, eine Institution. Kürzlich erschien, ebenfalls bei Carcosa, sein Mammutwerk „Jerusalem“ – ein Roman, der an Joyces „Ulysses“ erinnert und der, ob seiner stilistischen wie inhaltlichen Besonderheiten, nicht einfach zu lesen und zu begreifen ist.

Der Auftakt von „Long London“ – in Großbritannien ist der zweite Band über die Abenteuer Dennis Knuckleyards unter dem Titel „I Hear a New World“ für Frühjahr 2026 in Vorbereitung – ist anders. Vielleicht nicht ganz so anspruchsvoll, aber dennoch herausragend, eine Bereicherung und ein Leseerlebnis (das ganz nebenbei von Hannes Riffel kongenial ins Deutsche übertragen wurde).

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Tricia Levenseller: The Darkness Within Us

Was tut man, wenn man zwar aus adeligem, aber verarmtem Hause stammt und die jüngere, fiese Schwester sich niemand Geringeren als den König als Gemahl geangelt hat?

Richtig, man – in unserem Fall Chrysantha Stathos – angelt sich einen altersschwachen Herzog ohne Erben. Sobald selbiger das Zeitliche gesegnet hat, kann das Leben endlich beginnen. Und wenn der alte Grabscher nicht von selbst abtritt, kann ja mit einem Kissen nachgeholfen werden.

Gesagt, getan. Die ersten Wochen stehen ganz im Zeichen der Umgestaltung des hochherrschaftlichen Anwesens, dann werden die käuflichen Galane der Stadt ausprobiert – gilt es doch, die darbende Zeit der nicht vollzogenen Ehe aufzuholen.

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D. H. Lawrence: Lady Chatterleys Liebhaber

D. H. Lawrences Roman über die Suche einer jungen Frau nach Erfüllung gehört unbestritten zu den großen Werken der Weltliteratur. Der Autor selbst hat nicht weniger als drei Versionen seines Romans verfasst und veröffentlichen lassen – erst die dritte eroberte dann, von England ausgehend, die internationalen Bestsellerlisten.

Zu verdanken war dies einer genialen Marketing-Idee von Penguin Books. Der Verlag ließ von dem Roman lediglich eine Handvoll Exemplare drucken und an eine Londoner Buchhandlung ausliefern. Anschließend zeigte er sich selbst wegen Missachtung eines Gesetzes zum Schutz der Allgemeinheit vor Sittenwidrigkeit an. Der Fall kam vor Gericht, die Aufmerksamkeit war geweckt.

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T. Kingfisher: Dornenhecke

Kennen Sie Dornröschen?

Ja, Gebrüder Grimm – schlafende Prinzessin, böse Hexe, die sie verwunschen hat, ein Turm und ein Prinz, der sie wachküssen darf. Soweit bekannt, nehme ich an?

Nun, bei T. Kingfishers Novelle sind die Ingredienzien dieselben, nur die Gewichtung ist eine ganz andere.

Unsere böse Zauberin wurde kurz nach der Geburt von den Feen in deren Reich entführt. Als Mensch im Feenreich aufzuwachsen – noch dazu unter Kröten – ist kein Spaß. Als sie nach Jahren in der Anderswelt den Auftrag erhält, den Wechselbalg, der ihren Platz eingenommen hat, mit einem Segensspruch zu ehren, geht alles schief.

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Alessia Gold: In the Shadows we wait: Redveil 01

Xara wuchs, umsorgt und umhegt, in einer typischen US-Familie in Philadelphia auf. An ihrem 21. Geburtstag eröffnen ihr ihre Eltern, dass sie adoptiert sei. Jetzt sitzt sie im Flugzeug nach Bukarest, von dort aus geht es ins Nirgendwo des rumänischen Hinterlandes zu einem Ort, Surnova, den keiner kennt und in den niemand will. Hier soll sie geboren sein und hier will sie sich auf die Suche nach ihrer Herkunft, ihren leiblichen Erzeugern und ihrem Ursprung machen.

Kaum angekommen, wird ihr so richtig deutlich, wie unterschiedlich das Leben diesseits wie jenseits des Atlantiks sein kann. In Surnova gibt es keinen Handyempfang, kein Internet, kaum TV oder Radio. Hier wirkt alles noch wie vor hunderten von Jahren. Über allem thront die Burg, in der die adelige Familie seit Jahrhunderten über das Dorf und seine Einwohner wacht. Letzteres, das wird im Verlauf des ersten Teils der Diologie deutlich, ist wörtlich zu nehmen.

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Florian Schäfer & Elif Siebenpfeiffer: Aufstand der Fabelwesen: Die dritte sagenhafte Expedition des Konstantin O. Boldt

Wir schrieben das Jahr 1866. Nach meinen viel beachteten Expeditionen war ich dem Trübsinn verfallen. Nicht nur die Situation um die Fabelwesen, auch die bröckelnde Unterstützung unserer Mäzene, allen voran Bismarck, trübten meine Laune weit über das gängige Maß der Melancholie hinaus. Meine Freunde machten sich ernsthaft Sorgen um mich.

Da ereilte mich die Einladung, an einem Kongress der „Society for Supernatural Studies“ in Schottland teilzunehmen. Nicht nur, dass wir uns dort austauschten – unerwartet tauchte auch Robert Kirk, als Feenpastor bekannt, der aus seinem Gefängnis im Reich der Feen geflohen war, auf und warnte uns vor einem bevorstehenden Angriff der Rotkappen und weiterer Feenvölker.

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Maiga Doocy: Zauberei und etwas Magie

Die Türen des Quells, der Akademie, an der neue Zauberwirker und Zauberschreiber ausgebildet werden, stehen nur bestimmten Studenten offen. Wer nicht aus einer der großen Zaubererfamilien – und damit aus dem Adel – stammt, hat es schwer, dort einen Platz zu ergattern. Nach fünf Semestern kann man sich beim Zirkel bewerben und von da an die respektvolle und lukrative Aufgabe übernehmen, die Provinzen des Reiches vor dem Bösen, vor Ungeheuern und Monstern zu beschützen.

Willkommen also am Quell, wo wir auf zwei Studenten stoßen, die unterschiedlicher wahrlich nicht sein könnten.

Leovander Loveage entstammt einer der reichsten, mächtigsten – das ist nicht dasselbe! – und bekanntesten Dynastien des Reiches. Als Kind verlor er seine Mutter an einen Pflanzenfluch – der Heilzauber, den er schrieb, führte letztlich dazu, dass sie verstarb. Seitdem beschränkt sich der überaus talentierte Zauberschreiber auf das Verfassen kleiner, lustiger Sprüche: Sie wollen Ihre Haarfarbe ändern? Kein Problem. Ein Riss in Ihrem Mantel? Schon geflickt. – Sie verstehen das Bild? Sein Vater zwingt ihn, die Akademie zu besuchen, und Leovander tut alles, um die Zeit dort möglichst ohne große Anstrengungen und vorzugsweise zugedröhnt zu überstehen.

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Ransom Riggs: Die beachtlichen Misserfolge des Leopold Berry

Leopold Berry ist 17 Jahre alt, lebt in L.A. und weiß nicht so recht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Seit dem Tod seiner Mutter lässt er sich eher ziellos treiben; sein erfolgsverwöhnter Selfmade-Vater verzweifelt an dem Jungen, der scheinbar zu nichts zu gebrauchen ist. Einzig sein bester Freund aus Kindheitstagen, Emmet, kommt noch an ihn heran.

Seit dem Tod seiner Mutter vor einigen Jahren hat er die in ihrem Schrank gefundenen Videokassetten einer alten, längst vergessenen TV-Serie rauf und runter geschaut. „Sunderworld“, die Geschichte einer Parallelwelt, in der Magie allgegenwärtig ist, hat es ihm angetan – nicht nur, weil sie eine Verbindung zu seiner fehlenden Mutter darstellt, sondern auch, weil die oftmals oberflächlichen Figuren und Plots ihm die Flucht aus der tristen Alltagswelt ermöglichen.

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