Adeline wird im ausgehenden 17.Jahrhundert in einem kleinen Dorf nach Le Mans in Frankreich geboren. Ihr Vater, der aus Holz Spielsachen und Kunstwerke schnitzt, unterstützt sie in ihrem zeichnerischen Talent, ja nimmt das naseweise Mädchen schon in jungen Jahren mit auf den Markt der nahen Stadt.
Dass sie bei einer alten Dorfbewohnerin in die Geheimnisse der alten Götter eingeweiht wird, erweist sich als janusköpfiger Segen. Sie, die immer alle Freier um ihre Hand mit Hilfe der alten Götter abgewiesen hat, soll nun einen jungen Witwer heiraten – obwohl sie sich ihren Liebhaber doch schon lange selbst mit Kohlestift und Imagination geschaffen hat. Sie will niemandem gehören – nicht ihren Eltern, nicht einem Ehemann, sie will frei sein. Am Tag ihrer Hochzeit begegnet sie ihm – dem Schatten, dem Teufel, der ihrer Imagination gleicht und ihr einen Handel vorschlägt – Zeit ohne Begrenzung um zu leben, Freiheit ohne Regeln, ungebunden sein, niemandem gehören. Der Preis – ihre Seele, wenn sie ihr Leben nicht länger will.
So zieht sie durch die Jahrhunderte und merkt bald, dass sie einen weiteren Preis zu berappen hat. Niemand erinnert sich an sie, ihren Namen kann sie weder aussprechen noch niederschreiben – aber sie kann stehlen, schließlich vergisst sie ein Jeder gleich wieder. Allerdings bleibt nichts wirklich bei ihr – die Zeit nimmt ihr ihren Besitz mit Ausnahme des Holzrings, der Sinnbild ihrer Übereinkunft ist. Der Schatten hat ihr die Freiheit vom Tod gewährt – doch nicht vom Leiden. Doch dann, wir schreiben den März des Jahre 2014 im New Yorker Antiquariat „The Lost Word“ lernt sie Henry kennen – einen jungen Mann, der nicht nur ihren Diebstahl einer zerlesenen Taschenbuchausgabe der Odyssee bemerkt, sondern sie selbst im Gedächtnis behält … Weiterlesen








