Sie kennen sie alle – Fantasy-Reihen um magische Internate. Charlie Bone ging auf ein Solches, ein nicht unbedingt charismatischer Steppke mit einer Narbe auf der Stirn – hieß der nicht irgendwie Harry P irgendwas? – besuchte ein Anderes, die Liste ließe sich mühelos auf Klopapierrolle verlängern.
Galadriel – mit so einem Namen geschlagen zu sein führt zwangsläufig dazu, dass die besagte Person entweder in jungen Jahren von einer Brücke springt, oder aber tough ohne Ende wird – genannt El, stammt aus einer Familie von Magiern. Ihr Vater starb, als er seine schwangere Frau beim Verlassen der Magierschule Scholomance rettete, seitdem bekam El von ihrer Großmutter väterlichseits eine mehr als finstere Prophezeiung mit auf den Weg – von Wegen, aus ihr würde eine Weltenzerstörerin – und wuchs in der Hippie-Kommune ihrer Mutter mehr geduldet, als geliebt auf. Seit einigen Jahren besucht sie nun selbst Scholomance – das Internat, auf dem alle und ich meine wirklich ausnahmslos alle Magier ihr Handwerk lernen. Dass vier Fünftel dabei auf der Strecke bleiben, – so wie in Sterben, grausam von Monstern verschlungen werden, sie wissen schon, was ich meine – führt dazu, dass die ausgesiebten Überlebenden nur um so versierter und lernbegieriger sind. Motivation ist alles, da können viele Assessment-Coaches sich Einiges vom Internat abschauen!
Eine Lehranstalt also, die ein wenig anders ist, als gewohnt. Keine Lehrer, keine Ferien, keine Streiche – stattdessen beständiger Kampf und jede Menge Opfer – wie in tote Schüler en Masse. Nun hat El in ihrem mittlerweile 16 Jahre andauernden Leben eines wirklich gelernt – nur auf sich selbst zu bauen, keine Freundschaften einzugehen und sich ja nie, niemals auf jemanden Anderen zu verlassen. Weiterlesen


Elise war voll des Glücks, hatte sie doch einen nicht nur reichen, sondern auch umschwärmten Junggesellen geehelicht. Nicht zuletzt verdankt ihr Bruder dem Adeligen, dass seine Fabrik vor dem Ruin bewahrt wurde. Zu ihrem Glück, der Londoner High Society anzugehören und die Ballsaison am Arm ihren Bräutigams zu besuchen, gesellt sich bald die freudige Nachricht, dass sie schwanger ist. Dann aber verstirbt ihr Mann unerwartet – die gute Sitte verlangt es, dass Elise sich zur Trauer die nächsten Jahre auf das abgelegene Familienanwesen zurückzieht. Schon die Fahrt in die Provinz, nur begleitet von der Cousine ihres verstorben Gatten, erweist sich als herausfordernd. Die Straßen sind bessere Feldwege, die Kutsche bleibt im Schlamm stecken, zu allem Übel fällt die Witwe hin und verunstaltet sich und ihre Robe. So kann, so will sie sich ihren neuen Untergebenen natürlich nicht präsentieren.




