Annas Leben in Turin verläuft in ruhigen Bahnen. Sie arbeitet in der Buchhandlung „Stella Polaris“, die – wie auch ihre Besitzerin Signora Adele – eher altmodisch und gediegen, aber anspruchsvoll und mit Stil daherkommt. In der Beziehung zu ihrem Freund Edoardo ist sie eher zurückhaltend und scheut die Nähe, die er sich wünscht, denn insgeheim trauert sie noch ihrer großen Liebe Luca nach. Sie pflegt wenige, aber gute Freundschaften und ist auch ihrer Familie eng verbunden.
Zu einer unerwarteten Wendung kommt es, als Anna in der Zeitung vom Unfall ihrer früheren Freundin Claudia liest u
nd sie im Krankenhaus besucht. Sie war es, die Anna damals von Lucas Untreue berichtet und so die Trennung ausgelöst hatte. Anna hatte Claudia so sehr vertraut, dass sie Luca nicht einmal die Möglichkeit gegeben hatte, seine Sicht der Dinge zu schildern. Doch auch die Freundschaft mit Claudia war daran zerbrochen. Was Claudia ihr erzählt, rückt die Vorkommnisse von damals in ein neues Licht. Kurz darauf schneit auch noch Luca zufällig in den Buchladen und die alten Gefühle flammen auf. Anna ist hin- und hergerissen zwischen den beiden Männern in ihrem Leben. Weiterlesen
Déodat ist hässlich und zwar schon seit seiner Geburt. Selbst seine Eltern erschrecken, als sie ihn zum ersten Mal sehen. Doch seine Mutter Énide, die ihre Ballett-Ausbildung aufgeben musste, weil sie zu mager war, und sein Vater Honorat, Koch in der Tanzakademie, lieben ihn trotzdem von ganzem Herzen. Dabei hat Déodat, dieses ganz besondere Kind, auch seine Finger mit im Spiel, denn: „Der Säugling verfügte über jene höhere Form der Intelligenz, die man den Sinn für andere nennen könnte.“ Und diese Form der Intelligenz hilft ihm, „eine Umwelt zu besänftigen, die wenig geneigt war, den Schrecken der Natur mit Wohlwollen zu begegnen.“


„Auf den folgenden Seiten werde ich auf eine allgemein verständliche und zugängliche Weise eine Theorie des (menschlichen) Denkens entwickeln“, schreibt der Philosophie-Professor und Autor Markus Gabriel in seinem Vorwort zu „Der Sinn des Denkens“ und meiner Ansicht nach ist ihm das gelungen. Es kann aber sein, dass seine Theorie und dieses Buch geteilte Meinungen hervorrufen werden – wie auch seine Vorgänger „Warum es die Welt nicht gibt“ und „Ich ist nicht Gehirn“, die mit ihm gemeinsam eine Trilogie bilden, deren Bände auch einzeln gelesen und verstanden werden können.
Auf dem Heimweg von Mumbai, wo ihre Tochter mit ihrer Familie wohnt, steigt die fast 70jährige Märit in Lund aus dem Zug. Über 50 Jahre war sie nicht in dieser Stadt gewesen. Es ist nicht so, dass sie das will, es ist vielmehr ein „zwingender Drang“, der sie antreibt. Eigentlich möchte sie nach Hause nach Stockholm. Allerdings ist unterwegs noch ein Abstecher in Norrköping eingeplant, um mit ihrem Zwillingsbruder Jonas, der nach einem Schlaganfall pflegebedürftig wurde, und dessen Frau Kajsa den runden Geburtstag zu feiern. Auch diesen Besuch macht Märit nicht ganz freiwillig: Kajsa, ihre ehemals beste Freundin, setzt sie unter Druck und möchte, dass die Geschwister, die sich ihr Leben lang nicht viel zu sagen hatten, auf ihre alten Tage versöhnen. Doch Märit gibt, wie so häufig, nach und sagt ihr Kommen zu.
