Katharina Hagena: Das Geräusch des Lichts

lichtFünf Menschen sitzen im Wartezimmer eines Neurologen. Für alle ersinnt sich eine der Wartenden eine Geschichte. Was dabei herauskommt, geht weit über die bloße – bzw. geniale Fabulierkunst der Autorin hinaus, die uns so ganz nebenbei Wissenswertes und Erstaunliches über das Nordlicht und über Moose erläutert.

Indirekt sind die Geschichten miteinander verwoben. Was sie gemeinsam haben ist, dass alle Protagonisten mit dem Verlust eines Menschen klarkommen müssen und der Ort, an dem sich alles abspielt: die kanadische Provinz Alberta.

Zum einen ist da die Biologin Daphne, die fasziniert ist von Moosen und sich mit dem Mikroskop in ihre Mooslandschaft zurückzieht. Weiterlesen

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Siri Hustvedt: Die gleißende Welt

siriSiri Hustvedt verlangt viel ab von ihren Lesern in diesem Roman, der sich wieder einmal in der Kunstwelt abspielt. Gleichzeitig verarbeitet sie darin ihr umfassendes Wissen über Literatur, Kunst, Psychologie und Neurowissenschaften, prangert die Benachteiligung der Frau in der Kunstszene an, gewährt Einblicke in selbige und kompromittiert.

Hustvedt jongliert mit höchst komplexen Andeutungen und Metaphern, die man aber nicht alle verstehen muss und kann. Der Titel Die gleißende Welt ist dem gleichnamigen utopischen Roman von Margaret Cavendish, die im 17. Jahrhundert als eine der ersten Frauen unter eigenem Namen publizierte, entnommen.

Die Protagonistin des Romans ist die Künstlerin Harriet Burdon, die als reiche Witwe eines Kunsthändlers in Brooklyn lebt. In ihrer Erinnerung an den verstorbenen Vater und an den verstorbenen Ehemann verarbeitet sie Trauer, indem sie unermüdlich Kunstwerke gestaltet. Weiterlesen

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Martin Suter: Cheers: Feiern mit der Business Class

cheersIn dieser Kolumnensammlung Martin Suters nimmt der Autor uns mit in die Chefetagen der Wirtschaft und des Geldes, in der ein Fauxpas seiner Protagonisten den nächsten jagt.

Suter kompromittiert in seinen Erzählungen die Chefs und Manager der obersten Etagen, indem er hinter die Kulissen seiner Figuren blickt. Durch die Peinlichkeiten, mit denen er pointiert, lässt er seine aalglatten Übermenschen ihre unnahbaren Gebaren ablegen und verleiht ihnen stattdessen allzu menschliche Züge.

In seinen kurzen, klaren Geschichten führt er Platzhirsche vor, die während sie um Hierarchien, um eine Frau oder die Gunst eines Geschäftspartners buhlen, schauspielern, was das Zeug hergibt. Wir begegnen ihnen bei Geschäftsessen, Einladungen von Chefs, in dunklen Bars, erfahren von Eheproblemen, Affären, Alkoholproblemen, Missverständnissen, Selbstüberschätzung, Schönfärberei.  Weiterlesen

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Saphia Azzeddine: Bilqiss

bilqissSaphia Azzeddine scheint ein vorausschauendes Gespür für brisant aktuelle Thematik zu haben. So hat sie in ihrem vorangegangenen Roman Mein Vater ist Putzfrau das Zuhause des jungen Protagonisten in den Banlieues von Paris angesiedelt und die Perspektiv- und Trostlosigkeit dieser Umgebung gespiegelt, was kurz darauf, nach den Pariser Attentaten, in den Focus der Medien aufgenommen wurde.

In Bilqiss tangiert Azzeddines Roman erneut aktuelles Tagesgeschehen, Politdebatten und Medienberichte – in diesem Fall  betrifft es Burka tragende Frauen (im Buch allerdings im islamischen Heimatland) und ihre innere Einstellung hierzu.  Weiterlesen

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Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter (1957)

wachAls die US-Schriftstellerin Harper Lee im Februar 2016 wenige Wochen vor ihrem neunzigsten Geburtstag verstarb, zog ihr Name noch einmal die Aufmerksamkeit der Nachrichtenwelt auf sich.

Mit ihrem ersten Roman Wer die Nachtigall stört, hatte Harper Lee gleich den begehrten Pulitzer-Preis gewonnen.

Harper Lee hat Gehe hin, stelle einen Wächter noch vor ihrem Erfolgsroman Wer die Nachtigall stört geschrieben, doch es war nicht der richtige Zeitpunkt, diesen Roman zu veröffentlichen. Harper Lee’s Agenten lehnten das Manuskript 1957 ab. Die Autorin schrieb weiter, versetzte ihre Protagonisten zurück in die Jahre ihrer Kindheit und so entstand Wer die Nachtigall stört. Weiterlesen

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J. Ryan Stradal: Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

stradalWas sich liest wie der Titel eines Kochbuchs, ist (fast) reine Belletristik. Aber der Autor hat – wie der Titel vermuten lässt, einige Menüpläne und Rezepte in den Plot eingebaut, denn die Handlung dreht sich um Kulinarisches, ums Kochen, um Regionalität und Nachhaltigkeit von Lebensmitteln, ums Genießen, um Kochwettbewerbe….

Der Roman setzt sich aus mehreren Geschichten zusammen, deren Figuren irgendwie mit der Hauptprotagonistin Eva verwoben sind. Doch liest man so manch Überflüssiges, was nicht wirklich dazu beiträgt, den Roman voranzutreiben. Einige Figuren verlieren sich zu sehr in Nebenhandlungen, dass man sich fragt, warum hier nicht mehr herauslektoriert wurde.

Zum Inhalt: Evas Geschmacksknospen werden durch ihren Vater, der Koch ist, bereits als sie erst wenige Wochen alt ist, für außergewöhnliche kulinarische Genüsse sensibilisiert. Ihre Mutter Cynthia kann mit dem kleinen Kind nichts anfangen und verlässt die junge Familie kurze Zeit nach Evas Geburt. Weiterlesen

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Tim Parks: Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen

buchTim Parks ist den meisten von uns als Autor erfolgreicher Bücher wie „Stille“, der Duckworth-Trilogie und vielen weiteren bekannt. Außerdem ist er Übersetzer, Kritiker und lehrt an der Universitá IULM in Mailand literarische Übersetzung.

Wer also, wenn nicht er, der mit der Literaturwelt bestens vertraut ist, könnte ein Buch über Bücher schreiben? Parks unterteilt seine so kritischen wie amüsanten Betrachtungen über den Literaturbetrieb in vier Bereiche:

Teil 1 befasst sich mit der Welt des Buches. Hier erläutert der Autor unter anderem, ob wir Geschichten brauchen, ob Bücher etwas verändern können oder ob man Bücher zu Ende lesen soll. Weiterlesen

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Teresa Pütz (Hrsg.): Ausgezeichnete Morde

mordFür diese Best-of-Crime-Anthologie hat der Droemer-Verlag mit der Herausgeberin Teresa Pütz erfolgreiche Krimi-Autoren gebeten, Krimi-Kurzgeschichten zu verfassen. Entstanden sind daraus elf komprimiert erzählte Mord-Geschichten mit den unterschiedlichsten Inhalten und Ausarbeitungen.

Zu den Autoren gehören:
Sebastian Fitzek mit der Geschichte „In einer kleinen Straße“
Val McDermid: „Der Schluck des Teufels“
Friedrich Ani: „Wo es dem Verbrecher schmeckt“
Judith W. Taschler: „Вis der Tod uns scheidet“
Mechtild Borrmann: „Ausgegraben“
Nina George: „Das Spiel ihres Lebens“ und „Das Licht von Dahme“
Tatjana Kruse: „Die Schnüffelschwestern“
Judith Merchant: „Annette schreibt eine Ballade“
Wolfram Fleischhauer: „Torso“
Thomas Kastura: „Überlebende“
Harald Gilbers: „Der schöne Mister Manville“

Alle Autoren wurden bereits vielfach ausgezeichnet und sollen auf 226 Seiten Spannung garantieren . Weiterlesen

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Peter Wohlleben: Das Seelenleben der Tiere

tierBereits mit seinem vorangegangenen Bestseller über das geheime Leben der Bäume hat Peter Wohlleben seinen Lesern die Augen geöffnet und sie der Natur ein Stück näher gebracht. In seinem neuen Bestseller Das Seelenleben der Tiere verblüfft der Autor die Leser durch seine oft amüsant geschilderten Begebenheiten über das Verhalten von Tieren einmal mehr.

Haben Tiere eine Seele? Können Tiere Gefühle wie Glück, Trauer, Angst etc. empfinden? Sind Tiere rein von ihren Instinkten gesteuert oder sind sie fähig zu denken und dadurch zu lernen?

Können Fische, die an einem Angelhaken hängen, Schmerzen empfinden? Die Antworten, die Peter Wohlleben anhand vieler Beispiele und Erläuterungen gibt, die neueste wissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehen, lassen staunen.   Weiterlesen

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Andrea Heuser: Augustas Garten

gartIn Augustas Garten wachsen Träume und Sehnsüchte. Ihre Mutter Barbara hat ihr diesen Garten mit bunten Blumen an ihr Fenster gemalt.

Seit Augusta mit ihrer Mutter vom Vater weg zu Eduard gezogen ist, ist sie traurig. Der neue Mann an Mutters Seite bleibt ihr fremd. Sie fühlt sich nicht wohl in dem Haus mit dem Zimmer, das jetzt ihr Zimmer sein soll und es scheint, dass weder ihre Mutter Barbara, noch Eduard sich wirklich in die Lage Augustas versetzen können. Die Fünfjährige kann die Trennung der Eltern nicht nachvollziehen, ihre heile Welt ist aus dem Lot. Die Mutter vermag ihr nicht über den Verlust hinwegzuhelfen. Wenn Augusta sie fragt, wann sie wieder nach Hause gehen würden, antwortet Barbara „bald“.  Weiterlesen

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