Hans-Peter Schwarz: Die neue Völkerwanderung nach Europa

Der Politologe und Zeithistoriker Hans-Peter Schwarz verdeutlicht in diesem Essay Fehlbeschlüsse in der europäischen Flüchtlingspolitik und hält den Entscheidungsträgern mit Zahlen und Fakten den Spiegel vor. Dabei bezieht er kritisch Stellung, lässt Vorzeichen und Vorahnungen Revue passieren und zeigt falsche Weichenstellungen auf, als im Herbst 2015 der Flüchtlingsstrom nach Europa einsetzte.

Schwarz schildert den Kontrollverlust während der Flüchtlingsströme, hinterfragt das EU-Flüchtlingsrecht, die paradoxe Konstruktion des Schengen-Grenzkodex und die komplizierten Brüsseler Bürokratien.

Darüber hinaus beleuchtet er unter anderem die Krisenherde in Afrika samt Ursachenbekämpfung und internationaler Flüchtlingshilfe, setzt sich auseinander mit nationalen Notmaßnahmen sowie den verschärften Spannungen innerhalb der Europäischen Union, die unter dem Druck der Flüchtlingsströme entstanden sind. Weiterlesen

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Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht

Dieses Buch handelt von der Einsamkeit in endlos scheinenden Nächten, die nicht schlafen lassen. Von der Suche nach Verständnis und Glück im Alter und der damit verbundenen Akzeptanz/Intoleranz der Menschen aus dem gewohnten Lebensumfeld.

Sie ist schon mutig und dabei auch ein klein wenig verwegen, diese Addie Moore: Eines Abends fasst sich die Siebzigjährige ein Herz und klingelt bei ihrem langjährigen Nachbarn Louis Waters, um ihm einen höchst ungewöhnlichen Vorschlag zu unterbreiten. – Wie auch Addie, ist Louis verwitwet. Die empfundene Isolation, die damit einhergeht, bringt Addie auf die Idee, Louis zu fragen, ob er sich vorstellen könne, die Nächte zusammen mit ihr zu verbringen. Weiterlesen

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Adriana Altaras: Das Meer und ich waren im besten Alter

Adriana Altaras behandelt in ihrem neuen Buch private Begebenheiten wie auch aktuell politisches und vergangenes Zeitgeschehen. In smartem und zugleich profundem Plauderton macht sie uns mit ihrer Sicht auf die Welt und das Leben in 32 kurzen Episoden vertraut. Diese bereits in verschiedenen Medien veröffentlichten Beiträge entspringen zum einen Adriana Altaras‘ ureigenem Blickwinkel einer reifen Frau, zum anderen sind die Geschichten immer wieder mit ihren jüdischen Wurzeln verankert, was ihrem Erzählton eine besondere Nuance verleiht.

Der Buchtitel ist ein Satz aus dem Beitrag „Septembermeer“, in dem die Autorin mit ihren Füßen im Sand feststellt, dass auch sie sich, wie das Meer im Herbst, im dritten Quartal ihres Lebens befindet. – „Na und? Das Meer und ich waren im besten Alter. Weise, dabei herrlich entspannt.“ Weiterlesen

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Tim Parks: Thomas & Mary

Tim Parks beweist aufs Neue, dass er viele Facetten des Schreibens beherrscht und den wenigen Autoren angehört, die unterschiedliche Genres bedienen können.

In Thomas & Mary beschreibt Parks die Zerrüttung einer langjährigen Ehe in verschiedenen Stadien. Dabei bedient er sich  unterschiedlicher Perspektiven, in unterschiedlich zu lesenden Episoden. Überwiegend wird die Situation aus der Sicht von Thomas geschildert. Anfangs hat man das Gefühl, die Fassung eines Textrohlings zu lesen, in dem die Zusammenhänge noch nicht ausgearbeitet wurden. Man vermisst im Text den sonst so fesselnden literarischen Tiefgang, den Parks doch so trefflich beherrscht, was sich aber in späteren Episoden ändert. Deshalb bitte unbedingt weiterlesen! Weiterlesen

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Paul Auster: Ein Leben in Worten

Inge Birgitte Siegumfeldt ist Professorin für zeitgenössische Literatur und Literaturtheorie an der Universität Kopenhagen.

In Gesprächen mit Paul Auster, die in den Jahren zwischen 2011 und 2013 stattfanden, gewährt ihr der Autor Einblicke in sein Schaffen. Zusammen gehen sie seinen Ideen und Gedanken, aus denen seine großen Romane entstanden sind, auf den Grund.

Auch wer nicht viel von Paul Auster gelesen hat, findet in diesen Gesprächen unerschöpfliche, überaus interessante Informationen über Motivation und Entstehung seiner Texte. Letztlich offenbart sich Paul Auster, der sehr oft autobiographisches in seine Texte einfließen lässt, ein Stück weit selbst. Weiterlesen

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Richard David Precht: Tiere denken

Richard David Precht rüttelt, was unseren Bezug zu Tieren anbelangt, an unserer Gesinnung und unserem Verhalten.

So regt er in ausführlich recherchierten Auslegungen und Beispielen ein Überdenken unserer Sichtweise und unserer Haltung gegenüber der Tierwelt an.

Wo liegt die Grenze zwischen Mensch und Tier?

Wie ist es um unser Verhältnis zu Tieren bestellt?

Welche Bedeutung haben Tiere für Menschen?

Wie ist unser Tierschutzgesetz ausgerichtet?

Welche Vorstellungen haben wir vom Seelenleben der Tiere?

Sind unsere menschlichen Sichtweisen richtig und vernünftig? Weiterlesen

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Martin Suter: Elefant

Martin Suter verknüpft im Plot seines neuen Romans ein fiktives Endprodukt aus dem Bereich der Genmanipulation in Form eines kleinen, rosarot leuchtenden Elefanten mit wirklichkeitsgetreuen Szenen und einem sympathischen Protagonisten aus dem Obdachlosenmilieu.

Als der Obdachlose Fritz Schoch in seiner unterirdischen Behausung plötzlich einen kleinen, rosarot leuchtenden Elefanten sieht, schreibt er dieses Phänomen zuerst seinem Alkoholkonsum zu. Doch das leuchtende Tierchen existiert wirklich. Schoch entwickelt Beschützerinstinkte und bringt es zu einer Veterinärmedizinerin.

Schnell wird klar, dass hier Genmanipulation im Spiel sein muss.   Mit dem Erzählstrang um den Genforscher Roux und seinem finsteren Treiben wächst die Spannung. Roux ist ein nach Profitgier und um Erfolg heischender Getriebener. Weiterlesen

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Karl Ove Knausgård: Das Amerika der Seele

Das Amerika der Seele von Karl Ove KnausgardDas Amerika der Seele ist eines von achtzehn Essays, in denen Karl Ove Knausgård seine Betrachtungen auf elementare Themen des Lebens  konzentriert.     

Dabei hinterfragt und enthüllt er das menschliche Dasein mit wertfreien Antworten. Knausgårds Weltanschauung setzt sich mit dem Bewusstsein auseinander, mit der Wandelbarkeit des Lebens, mit vertrauten Formen die irgendwann verändert erscheinen, mit Kunst, mit Materie und Kräften, mit Zeitspannen, mit der Wirklichkeitswahrnehmung, mit Beobachtungen und laufenden Entstehungsprozessen der Natur… Weiterlesen

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Ernest Hemingway: Schnee auf dem Kilimandscharo (1936)

schneeSucht man ein ausgesprochenes Männerbuch, ist Hemingway gewiss eine Option. In dieser Edition wurden zehn von Hemingways Kurzgeschichten vom Rowohlt-Verlag neu aufgelegt. Die Auswahl der Erzählungen wurde von der amerikanischen Ausgabe 1961 übernommen. Die Übersetzung von Werner Schmitz lässt sich gut lesen, er hat die Geschichten  vom absolut nicht mehr zeitgemäßen Stil der frühen Ausgaben befreit.

Hemingway, einst Reporter einer Lokalzeitung, war ein Weitgereister. Er lebte u. a. in Paris, Florida, auf Kuba, nahm am Spanischen Bürgerkrieg teil. Im zweiten Weltkrieg war er Kriegsberichterstatter. Zeitlebens blieb er ein Abenteurer. Weiterlesen

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Helle Helle: Wenn du magst

magstHelle Helles Schreibstil ist unverkennbar eigenwillig geprägt:  Kurze, prägnante Sätze mit detailliert geschilderten Handlungsabläufen. Die Gewichtung liegt im bloßen Agieren der Figuren, im Auslassen des Wesentlichen, im Erzählen von Geschichten in der eigentlichen Geschichte.

Mit meist kindlicher Naivität schlittern ihre Figuren in Ausnahmesituationen hinein, die sie dann irgendwie meistern müssen. Irgendwie denkt man dabei immer, das gibt es doch gar nicht und weiß gleichzeitig, dass die Agierenden gar nicht anders können. Weiterlesen

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