Anita Brookner gewann 1984 völlig überraschend den Booker Prize für ihren vierten Roman Hotel du Lac, der im selben Jahr beim Verlag Jonathan Cape in London erschien.
Elke Heidenreich hat für dieses Buch ein langes, aufschlussreiches Vorwort verfasst.
Heldin der Geschichte ist die Schriftstellerin Edith Hope, die unter Pseudonym schreibt und sich für längere Zeit ins Hotel du Lac in der Schweiz einmietet. Sie hat ihr gewohntes Lebensumfeld in England nach einem Skandal, den sie ausgelöst hat, verlassen und erhofft sich, hier am Genfer See zur inneren Ruhe zu kommen. Außerdem will sie einen Roman zu Ende schreiben, was ihr jedoch nicht gelingen will. Zu sehr ist sie noch mit ihrem eigenen Problem beschäftigt, das sie nicht loslässt. Allzu viel Ablenkung bringen ihr die Spaziergänge am See und die Cafébesuche letztlich nicht. So konzentriert sie sich mehr auf die anderen Hotelgäste. Sie kann nicht anders, als diese Menschen um sie herum auf sich wirken zu lassen und sich deren Biografien auszudenken. Wem, wenn nicht ihr, einer Schriftstellerin könnte dies besser gelingen? – Bald stellt sich heraus, dass Edith zwar eine feine Beobachterin ist, jedoch scheint sie mehr in ihrer eigenen, fiktiven Welt als in der Realität beheimatet zu sein.
Die weiteren Hotelgäste sind Menschen mit ihren ureigenen unterschiedlichen Problemen und Krisen, wie wir sie kennen. Oft trügt der äußere Schein wie der einer Baronin, dem Mutter-Tochter-Duo Pusey, der Hundebesitzerin Monika oder Mr. Neville, der Edith Hope erkennt. Weiterlesen








