Akribisch recherchiert, hervorragend umgesetzt, spannend erzählt. Ein Roman, der die mittelalterliche Geschichte sehr lebendig darstellt, Fakten und Fiktion gekonnt verwoben.
Im zweiten Teil der „Silberbaum“-Trilogie erleben wir mit, wie der noch junge Fürst Markgraf Heinrich von Meißen und Landgraf von Thüringen sich der Bedrohung durch eine riesige Tartarenhorde stellen muss und diese Herausforderung dank der Unterstützung seiner Gefolgsleute, Freunde und Vertrauten meistert. Wir erleben glanzvolle Zeiten am Hof in Meißen und lernen Heinrich und seine Frau Konstanze als mildtätige Herrscher und Förderer der Städte in seiner Grafschaft kennen. Der viel zu frühe Tod seiner Frau trifft Heinrich tief, lange verfällt er in Schwermut und tut sich schwer, eine neue Ehe einzugehen. Auch die Aussicht, seinen Erstgeborenen mit der Tochter Kaiser Friedrichs vermählen zu können, wird jäh gedämpft, als der Papst den Kaiser für abgesetzt erklärt und Heinrich sich zwischen der Treue zu seinem Kaiser und der Kirche entscheiden muss. In dieser Zeit erlebt er Verrat und Missgunst, auch in der eigenen Familie. Doch er kann sich immer auf seine engen Freunde Marthe, Thomas, Christian, Änne, Marek und Milena verlassen, die ihn durch alle Höhen und Tiefen begleiten.
Eine sehr authentische, kompetent erzählte Beschreibung der Lebensumstände der damaligen Zeit. Spannend und unterhaltsam, eine lebendige Geschichtsstunde, untermauert durch einen ausführlichen Anhang, in dem die Stammbäume der damals wichtigen Adelsgeschlechter und die mittelalterlichen Begriffe erklärt werden, die heute vielleicht nicht mehr so gängig sind.
Sabine Ebert: Der Silberbaum: Das Ende der Welt
Knaur, November 2025
464 Seiten, Hardcover, 24,00 Euro
Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.
