Cameron Capello: I´ll look for you, Everywhere

Magdalen und Theo haben für ihr Studium das malerische Chivasso, in dem sie zusammen aufgewachsen sind, verlassen. Jahrelang haben sie sich nicht mehr gesehen, erst eine Hochzeitseinladung bringt die beiden zurück – dorthin, wo ihnen alles so vertraut ist und sich gleichzeitig alles verändert hat. Sie versuchen sich voneinander fernzuhalten, denn Magdalen ist die beste Freundin von Theos kleiner Schwester und sie dürfen sich nicht verlieben. Trotzdem laufen sie sich immer wieder über den Weg und können die knisternde Anziehung zwischen ihnen nicht ignorieren. Als die düsteren Geheimnisse ihrer Familien an die Oberfläche treten, müssen sie sich entscheiden, wie stark die Gefühle füreinander wirklich sind.

Selten habe ich so ein schlechtes Buch gelesen, das Einzige, das mir gefiel, war hier das Cover.

Der Schreibstil ist so schwer, recht ungewöhnlich und ich konnte mich mit ihm nicht anfreunden, trotz der kurzen Kapitel kam ich nie richtig in das Buch hinein. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass ich etwas überlesen hätte, aber dem war nicht so. Teilweise hab ich Sachen nicht verstanden, denn sie wurden schlicht und ergreifend nicht gut genug beschrieben.

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Timon Krause: Sei deiner Zeit voraus: 13 Denkprinzipien für die Welt von morgen

In seinem Nachwort schreibt der Autor Timon Krause: „In meiner Überheblichkeit hatte ich mir einen philosophischen Theoriebrocken ausgesucht, den es jetzt in ein praktisches System zur Lebensverbesserung umzuformen galt. Ich kann nur hoffen, dass ich, wenn du’s bis hierher geschafft hast, dieser Aufgabe halbwegs gerecht geworden bin.“ (S. 269)

Ja, dies hast du. Nun stellt sich mir die Frage, wie ich ein so komplexes Buch rezensieren soll.

Hier ist der Versuch mit der einleitenden Frage: Wie soll es mit dem eigenen Erleben in der großen, weiten Welt weitergehen?

„Wenn alles relativ ist, ist gefühlt nichts mehr wahr oder bedeutend.“ (S. 146)

Dies ist einer der Denkansätze des Philosophen und Mentalisten Timon Krause.

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Volker Kutscher: Rath

Jetzt ist er also da, der letzte Band der Reihe um den gebürtigen Kölner Kommissar Gereon Rath. Er heißt ganz einfach nur „Rath“ und Volker Kutscher hat bereits sehr deutlich gemacht, dass es keine weiteren Bände mehr geben wird. Auf der einen Seite finde ich das gut, ich möchte Gereon weder bei den amerikanischen Truppen erleben noch ihm beim hilflosen Mitfiebern über den Großen Teich während des Zweiten Weltkrieges zuschauen. Auf der anderen Seite finde ich es schade. Zum einen natürlich, weil die Bücher wirklich gut waren, zum anderen aber auch, weil viele Schicksale noch in der Luft hängen. Aber vielleicht ist das auch eine Aussage: Sehr vielen Menschen stand ein Schicksal bevor, dass sie sich 1938 noch nicht einmal hätten ausmalen können.

Gereon ist in Köln bei Adenauer untergekommen und wartet mehr oder weniger auf den Tod seines Vaters. Noch immer ist er ein gesuchter Verbrecher in Deutschland. Charlotte ist in Berlin und kommt während ihrer Tätigkeit für Böhm einer Sache auf die Spur, die auch ihren Pflegesohn Fritze betrifft. Der bekommt eine recht große Rolle in diesem Roman und darf zeigen, dass er bei aller Verehrung für die HJ durchaus noch in der Lage ist, selber zu denken. Einmal im Monat trifft sich das Ehepaar Rath in einem Hotelzimmer in Hannover – eine für beide unbefriedigende Situation.

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Andreas Winkelmann: Mord im Himmelreich

Es stimmt. Ein „ganz anderer Winkelmann“ erwartet uns da. Sein erster Cosy-Krimi ist ganz anders als alles, was man bisher von ihm gelesen hat. Witzig, amüsant, locker geschrieben und gut „in einem Rutsch“ zu lesen. Seine Liebe zur Natur, seine eigenen Erfahrungen als Camper, als jemand, der zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, machen es ihm einfach, sich in das Leben auf einem Campingplatz reinzudenken. Dass es dort lustige, witzige, vielleicht auch traurige Geschichten gibt, die man gut erzählen kann, liegt nahe, dass aber ein Camper eine Leiche an Land zieht, die unter ein Stand-Up-Paddleboard geschnürt ist, ist dann doch sicher eher der Fantasie eines Autors entsprungen.

Gerade erst auf dem Campingplatz „Himmelreich“ angekommen, noch gar nicht richtig eingerichtet, wird der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus von einer wild gestikulierten Dame am Seeufer zu Hilfe gerufen. Nicht ihr soll er allerdings helfen, sondern einem kleinen Hund, der auf einem Board sitzend auf dem Wasser treibt. Was will er machen? Kupernikus hat keine Wahl. Also los, auch wenn er nicht so ein begeisterter Schwimmer ist.

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Cheon Myeong-kwan: Eine Bumerangfamilie

Der Drehbuchautor, Regisseur und Schriftsteller Cheon Myeong-kwan (Jahrgang 1964) aus Südkorea stand mit seinem ersten Roman „Der Wal“ aus dem Jahr 2004 auf der Shortlist des International Booker Prize 2023. Sein zweiter Roman „Eine Bumerangfamilie“ ist im Oktober 2024 bei Weissbooks in einer Übersetzung von Matthias Augustin und Kyunghee Park erschienen.

Die Rückkehr der „Bumerang-Kinder“

In „Eine Bumerangfamilie“ kehrt Cheon Myeong-kwans Ich-Erzähler und Protagonist, der Regisseur Inmo, in die Wohnung seiner Mutter zurück. Als beinahe Fünfzigjähriger steht er vor dem Scherbenhaufen seiner Existenz. Inmo hat kein Geld mehr, aber einen Haufen Schulden und ein Alkoholproblem. In die Wohnung der über siebzigjährigen Mutter ist bereits Inmos älterer Bruder Hanmo eingezogen. Hanmo, genannt Hammer, ist ein fetter Möchtegern-Gangster. Es dauert nicht lange und es gesellen sich Miyǒn, die jüngere Schwester der beiden, mit ihrer halbwüchsigen Tochter Min’gyǒng dazu.

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Jennifer Bright: Almost isn‘t enough

Seitdem ihr Elternhaus in Flammen aufgegangen ist, wird Summer von Albträumen geplagt. Einzig beim Kitesurfen fühlt sie sich frei. Als der mysteriöse Student Ares in ihre WG in der Kleinstadt am Meer zieht, macht er sie wahnsinnig. Doch auch vom ersten Augenblick an fühlt Summer sich zu ihm hingezogen. Als Ares von ihren Albträumen erfährt, versteht er sie so gut wie niemand sonst. Denn niemand weiß, dass er ebenfalls tiefe Wunden in sich trägt. Als Summer mit Ares beginnt, die Wahrheit über den Brand ihres Elternhauses aufzudecken, stoßen sie auf eine schockierende Verwicklung 

Eine emotionale Achterbahn erlebt man hier beim Lesen.

Selten habe ich so ein wunderschönes, emotionales und vor allem realistisches Buch gelesen. Die Themen, die in dem Buch behandelt werden, ist wahrscheinlich nicht für jeden was, weshalb es ratsam ist, die Trigger-Warnung zu beachten.

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Christian Klar: Was ist los in unseren Schulen

Christian Klar ist Direktor einer „Brennpunkt“- Mittelschule in Wien. In seinem Buch berichtet er, wie es in seinem Haus zugeht, was sich in den Klassen abspielt. Er ist aus ganzem Herzen Lehrer und deswegen spricht er die Dinge glasklar an, die dem oft unglaublich ambitionierten Lehrpersonal die Ausübung des Berufes so schwer machen. Sehr, sehr oft ist der Umgang mit den Schülerinnen und Schülern ein schwieriger, weil sie in Österreich nicht integriert sind und manche das auch gar nicht ernsthaft wollen.

Er schreibt: „Der Staat hat die Aufgabe, einen Rahmen und für jeden und jede alle Möglichkeiten für ein erfolgreiches Leben zu bieten. Diese Möglichkeit zu nutzen, ist die Verantwortung jedes Einzelnen!“ (S. 14) Klar steht – wenn man so will – jeden Tag an der „Front“. Er weiß, was Sache ist. Immer mehr Kinder können dem Unterricht nicht folgen, weil sie kein Deutsch verstehen. Manche von ihnen sind infolge von Familienzusammenführungen erst seit kurzem in Österreich, andere sind bereits in dritter Generation im Land und sprechen die Landessprache nicht.

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Alexandra Benedict: Das mörderische Christmas Puzzle

Ein Rätsel lösen, um Morde zu verhindern – halbwegs spannender Krimi aus England

Rätsel sind ja das A und O eines Kriminalromans, ist doch der Krimi an sich das Rätsel schlechthin. Von daher macht es Sinn, einen Krimi in Form eines Rätsels, in diesem Fall eines Puzzles, aufzubauen.

Doch leider schafft es der Plot nicht, ausreichende Spannung zu erzeugen. Dafür wird zu viel mit der Vergangenheit gehadert, zu viel Selbstreflexion und zu viele Selbstvorwürfe der Protagonistin beschrieben.

Edie O’Sullivan ist eine alte und sehr erfahrene Rätselexpertin. Sie schreibt für renommierte Zeitungen die Kreuzworträtsel und ist dafür berühmt. Eines Tages findet sie vor ihrer Tür ein Päckchen mit einzelnen Puzzlestücken und einem merkwürdig drohenden Brief. Würde sie das Puzzle nicht rechtzeitig lösen, würden noch vor Weihnachten vier Menschen sterben.

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Ella Berman: Das Comeback

Grace lebte einen Traum – eigentlich. Mit 13 Jahren wurde die Britin auf dem Schulhof entdeckt und nach Los Angeles geholt. Ihre ganze Familie siedelte mit ihr nach Amerika, aber sie sieht sie trotzdem kaum. Denn ihre ersten Filme werden volle Erfolge, sie ist viel beschäftigt und hat jede Menge Freunde. Ausgerechnet auf dem Höhepunkt ihrer Karriere entscheidet sie sich dafür, das alles hinter sich zu lassen. Ohne jemandem auch nur ein Wort zu sagen, zieht sie zu ihren Eltern nach Anaheim und lebt dort beinahe ein Jahr mehr oder weniger unerkannt. Dann entscheidet sie sich dafür, zurückzukehren, aber es soll niemals wieder so werden, wie es einmal war.

Das Buch beginnt mit einem Unfall. Dann zeigt Ella Berman uns Grace bei ihren Eltern und warum sie zurück nach LA geht. Grace erzählt uns die Geschichte aus ihrer Sicht – unterbrochen immer wieder von Rückblenden, wie es so weit kommen konnte.

Es war Able, der sie einst entdeckte, der sie förderte und einen erfolgreichen Film nach dem anderen mit ihr produzierte. Aber es war auch Able, der sie manipulierte, ihr jedes Selbstbewusstsein raubte und sie auch sexuell missbrauchte – was erschütternderweise nicht der schlimmste Teil des Missbrauchs war.

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Maria-Christina Piwowarski (Hg.): Und ich

In dieser Anthologie geht es um drastische Veränderungen im Leben von Frauen und wie die verschiedenen Protagonistinnen damit umgehen.

Zwanzig Geschichten sind in diesem Erzählband versammelt. Zu den Autorinnen gehören außer der Herausgeberin selbst unter anderem:

Gabriele von Arnim, Zsuzsa Bánk, Judith Poznan oder Mareike Fallwickl.

Manche der Geschichten zeigen vielleicht Parallelen zum eigenen Leben auf. Auch Texte die schwer wiegen, die man geradezu aushalten muss, sind zu lesen. Andere wiederum kommen federleicht daher; sie können motivieren, beflügeln, ermutigen.

Lesen ist für sie ein Grundbedürfnis, schreibt die Herausgeberin Maria-Christina Piwowarski in einem Vorwort.

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