Doris Lessing: Das fünfte Kind

Doris Lessing wurde 1919 in Persien geboren und verstarb 2013 in London. Sie gehört mit ihrem umfangreichen, sozial engagierten Werk zu den wichtigsten englischsprachigen Autorinnen der Moderne. Insgesamt hat Doris Lessing über 60 Bücher verfasst und etliche Preise verliehen bekommen. Mit ihrem 1962 veröffentlichten Roman „Das goldene Notizbuch“ erlangte sie Weltruhm. 1981 wurde sie mit dem österreichischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet, 1982 mit dem Shakespeare-Preis. 2007 wurde ihr der Literaturnobelpreis verliehen. In unserem Leselustportal ist ihr Erzählband „Der Ameisenhügel“ zu finden.

1988 erschien „Das fünfte Kind“ in der englischen Originalausgabe „The Fith Child“. Im selben Jahr wurde die deutsche Ausgabe erstmals vom Verlag Hoffmann und Campe aufgelegt.

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Laura Wiesböck: Digitale Diagnosen: Psychische Gesundheit als Social-Media-Trend

Online-Diagnosen zwischen Enttabuisierung, Glamourisierung & Kommerzialisierung

„Typisch ADHS!“, „Sad Girl Culture“, „Anxiety-Chic“ und Depressionsromantik – psychische Gesundheit ist in der digitalen Welt längst mehr als nur ein Thema, sie ist ein Trend. Doch was steckt hinter diesem Hype?

Laura Wiesböcks Buch setzt auf eine kritische Perspektive, doch für meinen Geschmack fehlt es an einer vielfältigeren Betrachtungsweise. Ein Blick auf die positiven Aspekte der Online-Communitys hätte die Analyse nicht nur abgerundet, sondern auch anregende Blickwinkel eröffnet.

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Emily Rudolf: Das Dinner

Mäßig spannender Krimi um ein Jahre zurückliegendes Verbrechen

Im Ansatz eine gute Plot-Idee: Eine Gruppe von Freund:innen findet sich zu einem Krimi-Dinner zusammen, welches sich als die von allen vor Jahren miterlebte Geschichte des Verschwindens einer jungen Frau aus ihrem Kreis herausstellt. Doch dem Roman fehlt es an Spannung, an Twists und an fesselnden Charakteren. Auch der Schreibstil ist wenig herausfordernd, eher simpel.

Fünf Menschen versammeln sich in einem – natürlich – einsam gelegenen Restaurant in der Eifel. Das Restaurant wird geführt von einem aus ihrer Gruppe, Jonathan, der sie zu einem Krimidinner geladen hat, wie sie es früher öfter veranstaltet haben. Damals waren sie noch sechs: Jonathan, seine Schwester Hanna, seine heutige Verlobte Lotta, Tristan, Hannas Ex und Kiano, Jonathans damaliger bester Freund. Es fehlt seit ihrem letzten Zusammensein in einem Zeltlager Maria, damals die beste Freundin Hannas.

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Morgan Dick: Mickey und Arlo

Die Kanadierin Morgan Dick (Jahrgang 1993) hat mit „Mickey und Arlo“ ihren Debütroman geschrieben. Das Buch ist am 18. Februar 2025 bei hanserblau im Carl Hanser Verlag erschienen. Übersetzt wurde es von Wibke Kuhn.

„Mickey und Arlo“ – eine Familiengeschichte in der Therapie

Michelle und Charlotte, Mickey und Arlo, sind Halbschwestern. Sie kennen sich nicht. Ihr gemeinsamer Vater Adam hat Mickey und ihre Mutter Deborah verlassen, als Mickey sieben Jahre alt war. Er gründet mit Leonora eine neue Familie, sie bekommen eine Tochter Charlotte. Adam Kowalski ist Alkoholiker und stirbt daran. Arlo, inzwischen Psychologin, trauert um ihn. Sie hat sich bis zum Schluß intensiv um ihn gekümmert. Deshalb ist sie enttäuscht und wütend, als sie erfährt, dass Adam sein Testament geändert hat. Statt ihrer soll nun ihre unbekannte Halbschwester fünfeinhalb Millionen Dollar erben.

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Anne Stern: Wenn die Tage länger werden 

Ein wunderbar einfühlsamer, emotionaler, manchmal traurig machender und doch positiver Roman.
Lisa, die Protagonistin sieht man direkt vor sich. Immer abgehetzt, eigentlich nie mal richtig ausgeschlafen, voller Selbstzweifel, weil sie glaubt, es keinem, auch sich selbst nicht, recht zu machen. Ihr Selbstbewusstsein ist irgendwann zwischen „ich werde sicher keine berühmte Violinistin“ und Pauls Geburt auf der Strecke geblieben. Statt Violinistin zu werden, wie ihre Mutter sich das erträumt hatte, schließlich hat Lisa das Talent vom Großvater geerbt, hat Lisa Musik für Lehramt studiert und unterrichtet mehr oder weniger begeistert. Seit Janusz, Pauls Vater vor gut einem Jahr aus beruflichen Gründen von Freiburg nach Oldenburg gezogen ist, lebt Lisa mit dem inzwischen sechsjährigen Paul in einer kleinen, ständig unaufgeräumten Wohnung, alleinerziehend mit Teilzeitstelle, ohne wirkliches Back up, wenn’s mal hakt. Lisas Verhältnis zu ihrer Mutter ist nicht besonders gut, schon gar nicht innig, Barbara ist gehört nicht zu der Sorte Oma, die sich drum reißt, Zeit mit dem Enkel zu verbringen. Auch wirkliche Freundinnen hat Lisa nicht, auf die sie zurückgreifen könnte. Da ist eigentlich nur Nina, aber deren Leben ist völlig anders als Lisas.

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Nena Tramountani: Twelve Of Nights 02: Das verlorene Leben

Achtung, massive Spoiler zu Band 1 und eine sehr empfehlenswerte Reihe, lesen Sie deshalb zuerst den ersten Teil!

Endlich hat Ioanna wieder ein Herz, das in ihrer Brust schlägt, sie ist nicht länger ein gefühlskaltes Monster – aber es ist das Herz ihrer großen Liebe Daphne, die sich für sie geopfert hat und nun ihrerseits mit den Kalikanzari nur einmal im Jahr für 12 Tage unter den Menschen weilen darf und das restliche Jahr über vergessen wird.

Ioanna hat nicht vor, das hinzunehmen und setzt alles daran, Daphne zu retten. Hilfe bekommt sie dabei ausgerechnet von Ari, Daphnes Exfreund und Mörder ihrer Schwester. Denn Ari ist selbst ein Kalikanzari, kann aber das ganze Jahr über in Kontakt mit Menschen sein und sie hoffen, dass es seine Geheimnisse sind, die nicht nur Daphne, sondern alle Kalikanzari von dem Fluch befreien können. Erzfeinde müssen zusammenarbeiten, um die Liebe ihres Lebens zu retten und dabei schneller sein als die Mysterien, die mit aller Kraft versuchen, die Dorfbewohner in ihrem Vergessen gefangenzuhalten – und sie so unwissend auf ihren Untergang warten lassen, denn jedes Jahr holen die Herzlosen einen weiteren Menschen.

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Jennifer Bright: Almost isn´t enough 02: Echoes of the Past

Damian kann seinen Augen nicht trauen, als er plötzlich eines Nachts seiner Jugendliebe Hazel gegenübersteht, den sie ist vor Jahren aus der Kleinstadt verschwunden. Sie hilft nun ihrem erkrankten Großvater in dessen Buchhandlung und er ist gezwungen sich abzulenken, wenn er sein Herz nicht erneut brechen will. Jedoch knistert es zwischen den Beiden wieder, bis Hazels Probleme sie wieder einholen.

Dieses Buch war ein echter Pageturner, emotional und mit greifbaren Gefühlen wurde hier eine unvergessliche Geschichte erschaffen.

Auch hier hat es die Autorin meisterhaft geschafft, mich von Anfang an zu fesseln, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, genauso wie bei dem ersten Band der Reihe.

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Sven Petter Naess: Schuld: Team Oslo ermittelt Band 03

Willkommen in Elvestad, einem Ort, in dem das Schweigen und Verbrechen scheinbar zu Hause ist. Für Harinder Singh, der hier seine Kindheit und Jugend erlitten hat, ist Elvestad ein Ort, aus dem eine Flucht unmöglich geworden ist. Erneut sieht er sich gezwungen, mit Menschen zu reden, die ihm in der Vergangenheit übel mitgespielt haben. Manche von ihnen haben nicht nur ihre Finger in allen möglichen Geschäften, sie profitieren auch vom plötzlichen Tod unbequemer „Nachbarn“. Der große Gewinner ist in der Regel der alte Georg Davidsen, der Harinder anblafft:

„… Glauben Sie ja nicht, ich wüsste nicht, was Sie da treiben. … Bilden Sie sich etwa ein, Sie können diese geisteskranke Person dafür benutzen, mich und meine Familie anzugreifen? … Mein Sohn sitzt Ihretwegen im Gefängnis.“

„Nein, er sitzt im Gefängnis, weil er Frauen vergewaltigt und die Übergriffe gefilmt hat.“ (S. 130)

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Angela Merkel / Beate Baumann: Freiheit: Erinnerungen 1954 – 2021 (Hörbuch)

Angela Merkel gibt in der von ihr selbst gemeinsam mit ihrer langjährigen Beraterin verfassten Biographie Einblick in ein geteiltes Leben. Die Hälfte hat sie in der DDR verbracht, unpolitisch, als Schülerin und Physikerin, die andere Hälfte in der BRD, als Politikerin. Sie beschreibt, wie sie aufwuchs, wie das so war, das Leben unter dem Regime. Sie hat sich damit arrangiert, was blieb ihr auch anderes, aber sie hat durchaus erkannt, wo die Ecken und Kanten waren. Allein die Beschreibungen, wie sie als Wissenschaftlerin damit kämpfte, sich mit Forschern aus nichtkommunistischen Ländern vernünftig auszutauschen, wäre schon ein ganzes Buch wert.

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Liz Tomforde: Caught Up

Ich habe schnell in die Geschichte hineingefunden und habe sie geliebt.

Wir treffen auf Kai, Single-Helikopter-Dad, heißer Baseballspieler und er will nur das Beste für seinen Sohn Max, nachdem dessen Mutter den Kleinen einfach so bei ihm zurückgelassen hat. Er braucht allerdings einen Babysitter für seinen Sohn, während er bei den Spielen/beim Training ist, doch keine kann es ihm recht machen. Sein Trainer zwingt ihn daraufhin seine Tochter als Nanny zu nehmen und auch wenn er keine Lust drauf zu haben scheint, bleibt ihm natürlich keine andere Wahl als Miller einzustellen und ihr seinen Sohn anzuvertrauen …

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