Ursula Poznanski: Vanitas: Rot wie Feuer

Endlich erfahren wir das Ende der Geschichte von Carolin, der Wiener Friedhofsgärtnerin, die sich vor ihren Verfolgern durch eine falsche Identität schützt. Wie schon im zweiten Band der Trilogie „Vanitas: Grau wie Asche“ ist die Protagonistin in großer Gefahr. Nur hat sie sich diesmal selbst hineinbegeben.

Carolin Bauer, so ihr falscher Name, ist ständig auf der Flucht vor einem Gangsterboss, gegen den sie ausgesagt hatte, woraufhin sie eine neue Identität erhielt. Nun hat sie, nach den dramatischen Ereignissen in Wien, die im vorigen Band geschildert wurden, die Stadt verlassen und ist nach Frankfurt zurückgekehrt. Der Stadt, in der ihr größter Feind zu Hause ist, wo ihre Verfolger ihren dubiosen und illegalen Geschäften nachgehen. Sie hat beschlossen, aus der Gejagten zur Jägerin zu werden. Ihr in die Hände spielt die Konkurrenz zwischen zwei gefährlichen Gangsterbanden, der russischen, die ihr auf den Fersen ist und einer armenischen. Diese hetzt Carolin nun mit perfiden Tricks gegeneinander auf.

Auch dieser dritte und letzte Teil der Trilogie ist wieder hochspannend. Carolin gerät von einer lebensgefährlichen Situation in die nächste, in letzter Minute stets entkommend, wobei ihr oft der Zufall zu Hilfe kommt. Aus ihrer Zeit als Mitglied der russischen Gangsterbande kennt sie viele der Verbrecher und muss daher aufpassen, von diesen nicht erkannt zu werden. Gleichzeitig aber hat sie gerade dadurch auch viele Tricks und Ideen, schlägt die Gangster mit ihren eigenen Waffen. Weiterlesen

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Inga Vesper: In Aufruhr

1959, an einem Sommertag in Santa Monica beschließt Joyce, ihren Mann ein letztes Mal zu küssen und ihr Leben von Grund auf zu ändern. Am gleichen Tag meldet Ruby der Polizei ein Verbrechen. Die junge Putzfrau wird kurz darauf von der eintreffenden Polizei rüde behandelt und verhaftet. Niemand hilft ihr. Über 24 Stunden bibbert sie in ihrer Zelle vor Angst. Niemand befragt sie, niemand glaubt ihr. Sie wird wie eine rechtlose Person behandelt, mit der ein Polizist machen kann, was er will. Als Detektive Blanke sie erst nach Sichtung des Tatortes sehen darf, sieht Ruby einen Hoffnungsschimmer. Der Neue im Revier glaubt ihr und gibt ihr die Freiheit zurück.

Blankes Chef ist darüber verärgert, denn für ihn ist Ruby die Hauptverdächtige bei einem möglichen Verbrechen ohne Leiche. Ruby ist eine junge Farbige und trägt in seinen Augen ein Schild auf dem Rücken: „Schwarze sind immer schuldig.“

Inga Vesper hat in ihrem ersten Kriminalroman, übersetzt von Katharina Naumann und Silke Jellinghaus, die Thematik Abhängigkeit verpackt, die sie schon lange beschäftigt. In der Anmerkung der Autorin findet sich hierüber die Geschichte aus den Neunzigern, als ihr Englischlehrer das Leben im amerikanischen Traum lobte: Ein Vorstadthaus, Dad und zwei gesunde Kinder am Esstisch und Mom, die einen Truthahn serviert. Die Autorin fand es gruselig Weiterlesen

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Jérôme Loubry: Der Erlkönig

Dieser Krimi ist so verwunden, so verschachtelt, dass wohl niemand imstande ist, das Ende vorauszuahnen. Leider hat mir jedoch der ungelenke Schreibstil die Freude an der Lektüre verdorben.

Die Journalistin Sandrine soll den Hausstand ihrer verstorbenen Großmutter auflösen. Sie hat ihre Großmutter nie kennengelernt, die immer auf einer Insel lebte. Diese Insel war für andere Menschen tabu und sie selbst durfte sie nie verlassen. Als Sandrine auf der Insel ankommt, begegnen ihr mehrere alte Leute, die ihre Großmutter kannten und schätzten.

Ihre Großmutter Suzanne war 1949 auf die Insel gekommen als Betreuerin für eine Gruppe Kinder, die hier die traumatischen Kriegserlebnisse verarbeiten sollten.

Einige Tage nach ihrer Ankunft auf der Insel wird Sandrine blutverschmiert am Strand des Festlandes gefunden, ohne Erinnerung, immer wieder vom Erlkönig erzählend, der die Kinder hole. Kommissar Damien Bouchard wird mit dem Fall betraut. Er hat selbst mit einem Schicksalsschlag zu kämpfen, denn vor Jahren verschwand seine eigene Tochter spurlos. Weiterlesen

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Jürgen Klahn: Bio-Tod: Ein Hygge-Krimi

Gerade als Kommissar Jens Peter Jensen mit seiner Wochenendbeziehung Grete in eine Urlaubswoche starten will, erreicht die Meldung von einem Mord das Kommissariat.  Die resolute Umweltaktivistin Britta Gronbaek wurde in ihrem Haus ermordet.

Obwohl eigentlich schon in Urlaub, kann es Jensen dennoch nicht lassen, am Tatort vorbeizuschauen. Zu gerne wäre er gerne bei den Ermittlungen dabei, aber Grete ist inzwischen ankommen und erwartet ihn. Glücklicherweise teilt sie seine kriminalistische Leidenschaft mit ihm. Wie mit einer Lupe betrachtet der Autor die Verdächtigen, die Jensen und seine Grete ins Fadenkreuz nehmen. Denn natürlich können sie nicht untätig bei der Aufklärung eines Mordes zusehen, sondern beteiligen sich tatkräftig am Geschehen.

Hat der Schweinezüchter Vendelbo Britta Gronbaek ermordet? Grund dazu hätte er, war sie doch tatkräftig mit dabei, als Tierschützer in einer spektakulären Nacht- und Nebel- Aktion seine Schweine freigelassen haben. Oder kommt der Besitzer der fleischverarbeitenden Fabrik als Mörder in Frage? Oder gar ihre Freundin und Konkurrentin, das Ex-Model Vera Clement? Und was ist mit deren Gärtner? Ist der am Ende der Mörder? Weiterlesen

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Frida Gronover: Dänische Gier

Als regelmäßiger Skandinavienurlauber spricht mich der Titel natürlich an. Und so wage ich mich an den dritten Band der Krimi-Reihe von Frida Gronover heran. Bisher war mir die Autorin unbekannt.

Die 1969 im westfälischen Hamm geborene Autorin studierte Pädagogik und Kunsttherapie an der Universität Münster. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet sie freiberuflich als Klinik-Therapeutin. Von Literatur begeistert begann sie  begann sie selbst Geschichten zu erzählen und fand Zugang zum Krimigenre.  Unter ihrem bürgerlichen Namen veröffentlichte sie bereits eine Reihe Münsterland-Krimis. Im Jahr 2018 erschien ihr erster Krimi unter dem Pseudonym Frida Gronover: „Ein dänisches Verbrechen“. Die Insel Falster in der dänischen Südsee bietet für sie die ideale Bühne ihrer Romane, da sie in ihrer Kindheit zahlreiche Sommer auf Falster verbrachte. Seitdem fühlt sie sich der Insel sehr verbunden. Frida Gronover lebt zusammen mit ihrem Mann, ihrer Tochter und ihren Haustieren auf dem Land in Nordrhein-Westfalen.

Gitte Madson lebt seit einem knappen Jahr in Marielyst, einem kleinen Dorf auf der Insel. Sie arbeitet als Bestatterin beim Bestattungsinstitut von Paul Larstsen. Ihr eilt der Ruf voraus, über Leichen zu stolpern. Und da passiert es auch schon. Gitte und Paul sind zu einem Richtfest am Strand eingeladen. Der Hausherr bietet seine Getränke in Särgen an. Als der Polier August Borg einen missglückten Richtspruch (das Glas zerbricht nicht) hinlegt, gehen die ersten von einem schlechten Omen aus. Das Unglück lässt nicht lange auf sich warten. Weiterlesen

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Luca Ventura: Bittersüße Zitronen

Auch in Luca Venturas zweitem Capri-Roman wird die italienische Sehnsuchtsinsel wieder zum Schauplatz ungewöhnlicher Verbrechen. Diesmal präsentiert der Autor die Insel von einer ganz anderen Seite. Statt „Mitten im August“ (dem Erstling der Reihe) spielt der zweite Fall der Kommissare Enrico Rizzi und Antonia Cirillo im November. Die Touristen sind fort, der Horizont in Nebel gehüllt und die Konflikte eskalieren zwischen den alteingesessenen Insulanern. Genauer: Zwischen den Citrus-Dynastien der Constantini und Bellini. Erstere liefern die hochwertigen Bio-Zitronen, welche letztere zu Limoncello-Produkten verarbeiten. Doch allerlei emotionale Verstrickungen kommen den Geschäftsbeziehungen in die Quere. Neben dem eigentlichen Krimiplot schafft der Autor ein interessantes Spannungsfeld durch das stetige Aufeinanderprallen von Gegensätzen. Norditaliener versus Süditaliener, Tradition versus Moderne, Insulaner versus Migranten, Ökonomie versus Ökologie.

Elisa Constantini kommt eines Nachts mit einer dreirädrigen Ape von einer kurvenreichen Straße ab und stirbt bei dem Verkehrsunfall. Commissario Rizzi entdeckt, dass das Fahrzeug manipuliert wurde. Doch wer will der jungen Frau und zweifachen Mutter etwas Böses tun? Was hatte sie nachts überhaupt bei den Bellinis zu suchen, den Geschäftspartnern ihrer Familie? Warum benutzte sie ein Fahrzeug, dass auf die betagte Firmenmonarchin Aurora Bellini zugelassen war? Galt am Ende der Anschlag ihr und nicht Elisa? Fragen über Fragen, welche die Inselpolizei ordentlich auf Trab halten. Zumal es nicht bei einer Toten bleiben soll… Weiterlesen

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Ian McGuire: Der Abstinent

In seinem historischen Thriller „Der Abstinent“ führt uns der britische Autor Ian McGuire tief ins 19. Jahrhundert. Im Manchester des Jahres 1867 tobt die Auseinandersetzung zwischen der englischen Polizei und den irischen Unabhängigkeitskämpfern, den „Fenians“.

Hauptkontrahenten sind der irischstämmige Polizist James O‘Connor und der zwielichtige Stephen Doyle, der eigens aus Amerika angereist ist, um in England Stunk zu machen. Schon bald gelingt ihm das.

Der Roman des 1964 geborenen Autors besticht durch seine düstere Atmosphäre. Wir werden gleich auf den ersten Seiten Zeugen einer grausamen Hinrichtung, beobachten einen brutalen Wettkampf, bei dem Hunde möglichst viele Ratten töten müssen, betrinken uns in Pubs, arbeiten in einer stinkenden Gerberei und begleiten eine Hure auf ihr Zimmer. Weiterlesen

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Ada Fink: Blütengrab

„Ingrid blickt zu Boden und spürt, wie die heiße Wange langsam anschwillt. Ihre Mutter […] flüstert: ‚Wir zwei machen nachher den Kranz. Der wird das Böse von uns fernhalten.‘ Ingrid nickt, obwohl sie denkt, das Böse ist doch schon da.“ (S. 17)

Vier Jahre nach der Wende in einem kleinen Ort in Mecklenburg läuft vieles für die Kommissarin Ulrike Bandow nicht gut. Seit einer Weile verausgabt sie sich, ohne dass sie ihren privaten oder beruflichen Zielen näherkommt: Ulrike lebt mit ihrem gerade volljährig gewordenen Bruder allein in ihrem herunter gewohnten Elternhaus, das von Ungeziefer heimgesucht wird. Entweder streiten die ungleichen Geschwister, oder sie gehen getrennte Wege. Als Ingrid im Wald die Leiche einer Dreizehnjährigen findet, die das Opfer eines Ritualmordes geworden ist, wird Ulrike von ihrem familiären Problem abgelenkt.

Für die Kommissarin Bandow beginnt eine aufreibende Zeit, in der sie mit dem neuen Kollegen auf ungewöhnlich viele Widerstände stößt. Und nach den ersten Ermittlungsergebnissen folgen weitere Widerstände. Allein die Vorstellung, es könne sich bei dem Mord um die Tat eines Serientäters handeln, stößt bei vielen Kollegen im Polizeipräsidium auf Ungläubigkeit und Ablehnung. Weiterlesen

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Maria Adolfsson: Doggerland: Fester Grund

Karen Eiken Hornby hadert – mit sich, mit ihrem Alter, mit ihrer Kondition und mit Leo, ihrem „Untermieter“, mit dem sie ab und zu auch – rein freundschaftlich – ins Bett geht. Ein paar Monate ist der Einsatz her, den sie nur knapp überlebt hat, sie ist immer noch leicht lädiert und in ein paar Tagen steht der Gesundheitscheck bei der Polizei an. Ein nicht gerade beliebter Termin. Und dann ist da noch diese kleine Verhärtung in ihrer Brust, die sie beim Duschen entdeckt hat.

Leo hingegen strahlt. Die berühmteste Sängerin Doggerlands, der Kultstar Luna ist heimlich in die Heimat zurückgekehrt und hat sich ausgerechnet KGB Productions, das Studio seines Freundes Kore, für die Aufnahmen ihres Comeback-Albums ausgesucht. Er kennt Luna von früher und Karen ist sich sicher, dass zwischen den beiden etwas läuft. Leo scheint Luna zu vergöttern, Karen grummelt. Diese Frau ist nahezu perfekt – im Gegensatz zu ihr.

Plötzlich ist Luna wie vom Erdboden verschluckt. Nach einer Meinungsverschiedenheit mit dem Produktionsteam hat sie sich einfach in Luft aufgelöst. Niemand weiß etwas – weder Leo noch Billy, ihr persönlicher Assistent für ihre Zeit auf Doggerland, weder Lunas Ex-Ehemann, bei dem die Kinder derzeit sind, noch die Chefs des Studios. Karen geht der Sache nach, ohne viel Wind zu machen. Weiterlesen

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Carsten Sebastian Henn: Der Gin des Lebens

Die Freundin hat seinen Heiratsantrag abgelehnt. Sein Job macht ihm keinen Spaß. Den Oldtimer hat er aus Versehen im Rhein versenkt. Zudem wird ihm mangelnder Ehrgeiz sowie das Fehlen jeglicher Erfolgsperspektiven vorgeworfen. Kurz: Bei Benoit „Bene“ Lerchenfeld läuft es gerade richtig mies. Aus Frust möchte er sich mit dem Gin seines verstorbenen Vaters die Kante geben – bis er bemerkt, dass es sich um ein wahres Meisterwerk handelt. Wie konnte sein Vater einen so herausragenden Tropfen produzieren? Liegt darin eine Geschäftschance für Benoit?

Seine Nachforschungen führen in die englische Stadt Plymouth, Genauer: In das niedliche Bed & Breakfast von Cathy Callaghan. Auch diese versucht seit Jahren vergeblich, die Gin-Rezeptur ihres verstorbenen Vaters nachzubauen. Aktuell hat sie jedoch viele weitere Sorgen: In ihrem Garten ist ein toter Obdachloser aufgefunden worden. Unverhofft gerät Cathy selbst ins Kreuzfeuer der Ermittlungen. Daneben macht ihr alkoholkranker Bruder Probleme und jemand scheint ihre Gin-Produktion sabotieren zu wollen.

Als sich Cathy und Bene begegnen, liegen sie sofort auf einer Wellenlänge. Ihre Väter waren über Jahre miteinander befreundet. Doch je weiter die beiden forschen, desto mehr erhärtet sich der Verdacht, dass in der Vergangenheit ein dunkles Familiengeheimnis begraben liegt. Noch dazu befindet sich Bene gegenüber Cathy im Zwiespalt: Einerseits fühlt er sich zu ihr hingezogen, andererseits hat er sich beim Wettlauf um die Gin-Rezeptur unbewusst als Cathys Konkurrent platziert. Brände, stadtbekannte Schlägertypen und rachsüchtige Polizisten sorgen ohnehin dafür, dass für romantische Gefühle (vorerst) weder Zeit noch Muße bleiben. Weiterlesen

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