Martina Parker: Hamdraht

„Hamdraht“ heißt auf gut Österreichisch so viel wie abgemurkst. Das kurz vorneweg zum Titel dieses „Gartenkrimis“.  Im beschaulichen Burgenland soll demnächst ein exklusives Resort in Betrieb gehen. Es gehört dem Coach und Motivationstrainer Arno Radeschnig und seiner ätherisch schönen Gattin Ophelia. Um der PR ein bisschen auf die Sprünge zu helfen, wird eine Abordnung der Presse dazu eingeladen, ein paar Tage gratis im Retreat zu verbringen, um sich von dessen Vorzügen zu überzeugen.

Vera Horvath vom „Burgenländischen Boten“ ist ebenso dabei wie ein Herr vom „Kärntner Blatt“, drei weitere Gäste sind anwesend und die berühmte Influencerin und Bloggerin Sky Dujmovits mit Gatten Karel. Eben diese Sky Dujmovits wird plötzlich tot aufgefunden. Sie war im Begriff gewesen, ein Bad in Rotwein zu testen, liegt aber mit aufgeschnittenen Pulsadern in der Wanne. Jemand hat ihr mehrere Flaschen Grappa ins Rotwein-Wasser gekippt.  Davon wurde sie vermutlich ohnmächtig und dann hat ihr dieser Jemand die Adern geöffnet.

Vera Horvath und ihre umtriebige Mutter recherchieren ohne polizeiliche Genehmigung und sind den Kommissaren oft eine Nasenlänge voraus, was diese ziemlich ärgert.  Weiterlesen

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Sam Lloyd: Sturmopfer

An dem Tag, an dem ein gigantischer Sturm aufzieht und Lucy Lockes Heimat, den englischen Küstenort Skentel, attackiert, ergießt sich auch über ihre gesamte Familie ein Unheil, das sie zunächst nicht begreifen kann. Denn jede schlechte Nachricht weist in eine neue Richtung, die sie einfach nicht glauben will. Es darf einfach nicht sein, was der eine oder andere gerade behauptet. Die schlechten Nachrichten türmen sich auf wie die Wellen im aufgepeitschten Atlantik. Und es dauert fast zu lange, bis Lucy begreift, warum diese vielen Katastrophen ihr Leben zu zerstören drohen.

Wer schon Sam Lloyds Thriller über den Mädchenwald gelesen hat, weiß, dass der Autor starke Heldinnen in eine bösartige Geschichte platziert, die den normalen Alltagshorror weit in den Schatten stellt. Ein wahrgewordener Alptraum zerstört alles, was vorher sicher schien. Im Falle von Lucy sind da nicht nur Zweifel, ob ihr Mann etwas Wichtiges verheimlicht und die Frage, warum er sich und die Kinder in ernsthafte Gefahr gebracht hat. Weiterlesen

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Eric Berg: Die Toten von Fehmarn

Es hat etwas für sich, eine Krimireihe zu lesen. Man begegnet denselben Figuren wieder, kennt sie und ihre Stärken und Schwächen. Und man kennt den Autor bzw. die Autorin und weiß, was man erwarten darf. Eric Berg dagegen, trotzdem er hier die Reihe um die Journalistin Doro Kagel fortsetzt, ändert zwar seinen Schreibstil nicht, dennoch sind die einzelnen Romane dieser Serie recht unterschiedlich.

Manchen mochte ich sehr, fand beispielsweise „Die Mörderinsel“ unglaublich spannend und tiefschürfend. Andere, wie „Totendamm“ waren eher etwas durchschnittlich, auch überzeugten mich die Figuren damals nicht. Nun also ein weiterer Krimi, in welchem diesmal Doro Kagel sozusagen in eigener Sache ermittelt.

Denn sie taucht in ihre eigene Vergangenheit ein, als sie zum Begräbnis eines früheren Jugendfreundes zu Besuch nach Fehmarn kommt und bei ihrer Mutter unterschlüpft. Mit dieser verbindet sie ein sehr schwieriges Verhältnis, bei dem auch die Hilfe von Yim, Doros Ehemann, nicht viel ausrichtet. Weiterlesen

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Matthew Reilly: Die sieben tödlichen Wunder

Drei Gruppen machen sich auf die Jagd nach der seit mehr als 2000 Jahren verschollenen kleinen goldenen Pyramide, die einst die Cheopspyramide oben abgeschlossen hat. Nur diese verheißt Rettung vor der periodisch, alle rund 15000 Jahre drohenden Flutkatastrophe, wenn die Sonne ihre heißeste Seite, den Tartarus Fleck, der Erde zuwendet. Der Staat, der seine Heimaterde innerhalb der Pyramide den Strahlen aussetzt, wird die Welt die nächsten 1000 Jahre beherrschen, so zumindest weissagen es die Orakel.

So machen sich drei Expeditionen auf die Suche nach den in den antiken Weltwundern verborgenen Teilen. Die Queste, die der Autor seinen Helden auferlegt, zwingt diese dazu, in einer Woche die verschollenen Stücke des Schließsteins aufzufinden, und diese pünktlich auf der Cheopspyramide zu montieren.

Auf der Jagd nach dem Schatz gehen die Parteien mit beispielloser Brutalität zu Werke. Sieben kleine Nationen finden sich zusammen, die Erde zu retten. Ihnen gegenüber stehen die machtbesessenen US-Amerikaner sowie die gemeinsam von Italien, dem Vatikan, Frankreich und Deutschland ausgesandte EU-Truppe. Doch zunächst gilt es die aktuellen Verstecke der Überbleibsel aufzuspüren, sind doch bekanntermaßen sechs der sieben Weltwunder seit Jahrhunderten vernichtet … Weiterlesen

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Nicola Förg: Hohe Wogen

Irmi Mangold und ihre Kollegin Kathi Reindl ermitteln in diesem 13. Band der „Alpen-Krimis“ am Starnberger See. Eine 66-jährige Frau wird auf einem SUP, einem Stand-Up-Paddle-Board tot im Wasser treibend aufgefunden. In ihrer Brust steckt ein Fünfzack. Ein Gerät, mit dem Fischer Welse aufspießen. Bei der Toten handelt es sich um die Locationscoutin Elisabeth, „Sissy“, Mühlegger. Sie war beauftragt mit der Suche nach Filmschauplätzen. Irmi Mangold und Kathi Reindl machen sich an die Ermittlungen, die sich allerdings als schwierig erweisen. Sie kommen nicht voran. Sissy Mühlegger wird von allen als im Kern herzensgut, trotzdem aber als übergriffige Dramaqueen beschrieben. Außerdem hat sie nicht gerade wenig Alkohol und chemische Substanzen im Blut. Wurde sie von einem vom Tourismus terrorisierten Einheimischen getötet, weil sie mit ihrem Board unbelehrbar durch den Schilfgürtel und das Vogelschutzgebiet getrampelt ist? Vielleicht von einem Fischer? Oder hat ihr jemand von der Filmcrew den Garaus gemacht? Weiterlesen

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Anja Gust: Die Schwebfliege

Schon auf den ersten Seiten drängte sich mir – vom bestens genossenen lockeren Schreibstil inspiriert – der Vergleich mit Karsten Dusses Bestseller „Achtsam morden“ auf und mit Tatjana Kruses K&K-Hobbydetektivinnen etwa aus „Der Gärtner war’s nicht!“. Als Mensch, der selbst Bücher samt Krimis schreibt, lese ich analysierend. Doch bei „Die Schwebfliege“ warf ich bald jede diesbezügliche Absicht über Bord und gab mich ganz dem Lesevergnügen hin. Wer auf Grund von Cover und Klappentext glaubt, einen „normalen“ Krimi zu kaufen, wird von Anja Gust mit einem fesselnden, jedoch leicht lesbaren und unterhaltsamen Psychothriller bedacht.

Bizarr erscheint Hinnerk Thies seine Situation, als er einem aufdringlichen Passanten aus dem Weg gehen will und sich in ein fremdes Wohnhaus flüchtet. Das unerwartete Wiedersehen dort mit einer alten Bekannten wirft Probleme auf, und so sieht sich der auf Harmonie bedachte städtische Angestellte bald nicht nur in Gesellschaft jener Tatjana, sondern auch im Streit mit Hamburgs Kiezgrößen. Entspringt Tatjanas Geständnis, ihn zusammen mit ihrem ‚Macker‘ Berti erpressen zu wollen, wirklich ihrem Gewissen oder ist es Teil eines perfiden Plans, ihn in den Sumpf des Rotlichtmilieus zu ziehen und zu ihrem eigenen Vorteil untergehen zu lassen? Weiterlesen

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Thomas Ziebula: Engel des Todes

Der Erste Weltkrieg ist an keinem spurlos vorbeigegangen. Und dies nicht nur in der Bevölkerung. Auch die heimkehrenden Soldaten müssen sich umstellen. 75 % von ihnen werden nicht mehr gebraucht. Bei diesen weitreichenden Veränderungen kann es nur Aufruhr geben. Denn jeder in Leipzig verfolgt seine politischen Ziele. Die einen wollen die guten, alten Zeiten des Kaiserreichs zurück, die anderen Frieden und ihre gerade zurückgewonnene Freiheit behalten. Rechte, Linke, Konservative, Kommunisten stehen sich kämpferisch gegenüber. Der Putschversuch in Berlin kommt da vielen gerade zur rechten Zeit, um sich mit Waffengewalt zu positionieren. Aus dem in Berlin ausgerufenen Generalstreik entsteht auch in Leipzig ein blutiger Bürgerkrieg.

„Stainer starrte in die Flammen und rang um Fassung. Was sollte nun werden? Aus Leipzig, aus Deutschland – sah so die Zukunft der Republik aus? Der brennende Dachstuhl der Villa krachte zusammen.“ (S. 376)

In diesem politischen, kriegerischen Durcheinander muss Kriminalinspektor Stainer einen Serienmörder fangen, der seinen Opfern nicht nur das Leben nimmt, sondern auch ihre Köpfe vom Körper abtrennt. Weiterlesen

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Dror Mishani: Vertrauen

Inspektor Avi Avraham aus Tel Aviv überlegt schon seit einer Weile, dass sich in seinem Leben etwas ändern sollte. Das ewige Klein-Klein in der Ermittlung von Verbrechen scheint jeden Tag mehr an Banalität zu gewinnen. An dem Tag, an dem er mit seinem neuen Chef über seine berufliche Orientierung sprechen will, ereignen sich zwei Fälle, die er zunächst völlig voneinander losgelöst betrachtet. Denn was soll ein ausgesetztes Frühchen und die von einem Touristen nicht bezahlte Hotelrechnung auch schon gemeinsam haben? Während seine Kollegin nach der Mutter des Babys sucht und alle anderen gerade auch beschäftigt sind, fährt Avi zu dem Hotel, in dem der Tourist logierte. Was ihn dort erwartet, könnte wieder ein Beispiel für die Banalitäten seines Arbeitsalltages sein. Denn nach der Aussage des Rezeptionisten habe sich die Angelegenheit erledigt. Die Rechnung sei von zwei männlichen Verwandten des Touristen beglichen worden, und sie haben das Gepäck abgeholt. Doch einige Fragen bleiben offen: Warum hat der Tourist nicht selbst ausgecheckt? Wo ist er jetzt? Warum haben sich die zwei Männer so lange im Hotelzimmer aufgehalten? Warum gab der Tourist einen falschen Namen an, während die beiden Männer ohne Identitätsnachweis mit dem Gepäck verschwanden? Weiterlesen

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Helene Flood: Die Psychologin

Das Buch wurde von der norwegischen Psychologin Helene Flood geschrieben, die in Oslo lebt, wo auch die Geschichte spielt – in einem freistehenden Haus mit Blick über Oslo. Ich freue mich schon jetzt auf die geplante Verfilmung, da ich bereits beim Lesen dieses Thrillers fast kein Lesezeichen gebraucht habe. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Seite um Seite wurde ich so sehr gepackt, dass ich gänzlich in der Story versunken war und beinah vergessen habe, ein Buch zu lesen. Denn es ist geradezu hemmungslos unterhaltsam und spannend noch dazu. Wann findet man so etwas schon einmal?

„Die Psychologin“ hat mir durch die Domestic Noir-Atmosphäre atemlos-intensive Lesestunden beschert – wobei es kein aufregend-rasanter, actiongeladener Thriller ist, sondern typisch skandinavisch, eher zart und leise daher kommt, tiefgründig und beeindruckend. Dabei gewährt uns die Autorin Einblicke in das Eheleben von Sara und Sigurd, ihre Emotionen und auch in Saras tiefe Einsamkeit. Obwohl mich Rückblenden sonst nicht wirklich reizen, habe ich die eingeflochtenen Erinnerungen und Träume sehr genossen, um mehr über die Vergangenheit der beiden zu erfahren und das Rätsel zu lösen. Weiterlesen

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Romy Fölck: Nebelopfer

Man muss sich ein bisschen orientieren in diesem Buch, wenn man die vorigen vier Bände nicht kennt, in denen Bjarne Haverkorn und Frieda Paulsen von der Kripo Itzehoe ermitteln. Nach den ersten Seiten begibt man sich aber dann wie mit alten Freunden auf Mörderjagd. Ein Erhängter wird gefunden. Bezeichnender Weise an einem ehemaligen Galgenbaum. Um den Hals trägt er ein Schild aus Pappkarton. Darauf steht, der Tote gestehe, beim Prozess gegen Cord Johannsen falsch ausgesagt zu haben. Dieser Cord Johannsen, ein Bauer, soll 2005 seine Frau und seine zwei Söhne erschossen haben. Den Jüngsten hatte er nicht gefunden, weil er in die Güllegrube flüchten konnte. Er gesteht aber die Tat nie, beteuert immer seine Unschuld. Es dauert nicht lange und es gibt einen zweiten Erhängten. Auch er trägt ein Schild um den Hals mit der Anschuldigung, gegen Johannsen falsch ausgesagt zu haben. Darüber hinaus findet Haverkorn ein Schild in seinem Garten, worauf er aufgefordert wird, den wahren Täter zu stellen. Andernfalls werde das Konsequenzen für ihn haben. Zeitlimit: 48 Stunden. Fieberhaft versuchen Haverkorn und Frieda Paulsen den alten Fall aufzurollen. Immer wieder landen sie mit ihren Ermittlungen in Sackgassen und Haverkorn gerät sogar in Lebensgefahr. Weiterlesen

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