Steve Cavanagh: Fifty Fifty

Zwei Schwestern, ein toter Vater. Eine von beiden ist die Täterin, aber welche? Beide waren an dem Tag, an dem Frank brutal ermordet wurde im Haus, beide hatten Grund und Gelegenheit. Beide haben einen Notruf abgesetzt und seitdem beschuldigen sie sich gegenseitig. Eine von beiden überträgt Eddie Flynn das Mandat. Sein Maxime ist es, niemals einen Klienten zu verteidigen, von dessen Schuld er überzeugt ist. Sophia gelingt es, ihn von ihrer Unschuld zu überzeugen, nun muss es ihm nur noch gelingen, sie vor dem Gefängnis zu bewahren. Gemeinsam müssen sie die Geschworenen überzeugen.

„Fifty Fifty“ ist ein Gerichtsthriller, aber einer mit einem echt klugen Aufbau. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Da gibt es Eddie, den Anwalt und ehemaligen Trickbetrüger; Kate, Anwältin, die von der großen Kanzlei, die die Schwester vertritt, als Laufbursche missbraucht wird; und „Sie“, die Täterin, die den Leser teilhaben lässt an ihren Gründen und Gedanken. Bis zum Schluss wusste niemand, einschließlich des Lesers, welche der beiden Schwestern denn nun die Täterin ist. Das ganze Buch ist so geschickt aufgebaut, dass man immer wieder in die Irre läuft und sich – ehrlich gesagt  – gedanklich auch vor den Karren der Täterin spannen lässt.

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Peter Grandl: Turmgold

Es sollte nur ein Band werden, sagt Peter Grandl selber. Aber nach dem Erfolg von „Turmschatten“ war die Geschichte um den deutschen Rechtsradikalismus und ihre Verstrickungen ganz eindeutig noch nicht zu Ende erzählt. Der Turm hat noch mehr Geheimnisse.

Inzwischen ist in die bekannten Räume ein jüdischer Kindergarten eingezogen. Ausgerechnet den sucht sich eine rechtsradikale Gruppe aus, um zehn Kinder und zwei Betreuerinnen als Geiseln zu nehmen. Ihre Forderung? Die Polizei soll Karl Rieger, den alten Kameraden, der inzwischen im Zeugenschutzprogramm lebt, weil er als Kronzeuge zu den Ereignissen im ersten Band dieser Reihe ausgesagt hat, ausliefern. Also seinen neuen Namen und seine neue Adresse bekannt geben.

Karl hat indessen seinen Frieden gefunden und mit den Nazifreunden wirklich gebrochen. Es wurde ihm eine Ausbildung ermöglicht und er lebt mit Frau und zwei Kindern. Achim Schuster ist erneut der verantwortliche Leiter des Einsatzes und auch der aus dem ersten Band bekannte Yellow-Press-Sender setzt wieder eine Sondersendung nach der anderen an. Wir sind jetzt 10 Jahre weiter als im ersten Band, im Jahr 2020. Wird in diesem Jahr irgendjemand die Entscheidung treffen, wessen Leben wichtiger ist, das von Karl Rieger – dem Schutz zugesichert wurde –, oder das der Geiseln – die als Kinder und Unschuldige per se unter Schutz stehen? Das ist die Leitfrage des Buches, der roten Faden, der alles zusammenhält.

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Jo Nesbø: Blutmond: Harry Hole ermittelt 13

Über den norwegischen Schriftsteller Jo Nesbø (1960) muss man nicht mehr viel sagen, dafür ist er zu bekannt bzw. berühmt. Über seinen Protagonisten Harry Hole auch nicht, oder doch? Am 24. November 2022 erschien bei Ullstein Buchverlage der „neue“ Harry Hole mit dem Titel „Blutmond“. Neu ist auch der Untertitel „Harry Hole ermittelt“ statt wie bisher „Ein Fall für Harry Hole“. Übersetzt wurde der Krimi wie gewohnt von Günther Frauenlob.

Nachdem Harry Hole sich am Flughafen sitzend in Jo Nesbøs letztem Krimi „Messer“ verabschiedet hat, ist er nun in Los Angeles (USA) gelandet. Nach dem Tod von Rakel betäubt er sich dort mit Alkohol. Bis er eine gealterte Schauspielerin kennenlernt. Lucille hat Schulden bei der Mafia. Und Harry will ihr helfen. Da kommt ihm das Angebot eines reichen Osloer Immobilienmaklers gelegen. Markus Røed steht im Verdacht, zwei Frauen ermordet zu haben. Er hofft, dass Harry seine Unschuld beweisen kann. Dafür verlangt Hole exakt die Summe Geld, die Lucille ihren Gläubigern schuldet. Er bekommt zehn Tage Zeit.

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Klüpfel, Kobr: Die Unverbesserlichen

Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur LipaireNicht das Allgäu, sondern Südfrankreich ist der Schauplatz des neuen Buchs von dem berühmten Autoren-Duo, das damit ganz offensichtlich eine neue Reihe beginnt. Es steht zu erwarten, dass sie nicht weniger erfolgreich wird als die Kluftinger-Romane, ist doch das Ensemble, das hier zusammentrifft, nicht minder skurril, sonderbar und sympathisch.

Dennoch hat der Roman mich nicht so recht erreicht, fand ich den Zugang nicht. Mag es daran liegen, dass in einem Einstiegsband das Personal erst umfangreich eingeführt werden muss, das Setting ausführlich beschrieben und die Hintergrundgeschichten detailliert erzählt werden müssen – die Spannung und das Tempo blieb für mich dadurch auf der Strecke.

Der Hallodri Guillaume Lipaire, der eigentlich Wilhelm Liebherr heißt, versorgt offiziell diverse Wohnungen, Feriendomizile und herrschaftliche Villen während der Abwesenheit ihrer Besitzer. Dass er dabei in die eigenen Tasche wirtschaftet, die Unterkünfte auch schon einmal untervermietet und sich aus den fremden Vorräten bedient, sorgt für sein Auskommen. Weiterlesen

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Jon Steinhagen: Kafka und der Tote am Seil

Frank Kafka liegt mit gerade einmal 40 Lenzen im Lungen-Sanatorium. Eigentlich ist es nur eine Frage von Stunden, bis der Arzt das Leintuch über sein Gesicht ziehen wird. Doch dann passiert etwas Unerwartetes, etwas Ungewöhnliches, etwas Merkwürdiges. Kafka erwacht, das erste Mal seit Jahren, mit einer freien Lunge. Er atmet tief durch und verspürt, ebenfalls seit Monaten unbekannt, ein merkwürdiges Gefühl – ist es, ja es ist profaner Hunger!

Dass ein lebensgroßes Insekt, offensichtlich eine Kakerlake mit Namen Gregor, sich bei ihm im Zimmer aufhält – wen schert’s? Jetzt wird erst einmal geschlemmt – mit Leberwurst und das ihm, als damit ehemaligem Vegetarier. Die Situation wird noch skurriler, als ein Inspektor ihn als Privatermittler für die Aufklärung einer mysteriösen Mordserie verpflichten will. Beide, ein Mensch, dessen Körper zwischen der männlichen und der weiblichen Form changiert, setzt ihn auf eine Mordserie an, die Wien erschüttert. Leichen werden aufgefunden, die erdrosselt wurden. Offensichtlich wurden sie erhängt – nur, kein Abschiedsbrief, kein Seil, kein rechter Tatort – von einem nachvollziehbaren Motiv wollen wir einmal gar nicht sprechen. Irgendwie scheinen die Toten mit einem Künstler zusammenzuhängen, der sich allabendlich im Varieté erhängt – und danach munter von dannen schreitet … Weiterlesen

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Dror Mishani: Vermisst

„… Genug, Avi, wir Polizisten sind nicht die Eltern der Bürger. Und die Polizei ist auch nicht allein verantwortlich für die Sicherheit der Bürger und ihr Wohlergehen, das weißt du selbst. Eltern müssen auf ihre Kinder aufpassen und Erwachsene auf sich selbst.“ (S. 121)

Der sechzehnjährige Schüler Ofer wird vermisst. Seine Mutter Hanna erklärt Inspektor Avraham Avraham, er sei am Mittwochmorgen zur Schule gegangen und auf dem Weg dorthin verschwunden. Obwohl Avrahams Bauchgefühl andere Signale gibt, will er an einen üblichen Fall glauben. Jugendliche hauen ab und zu ab. Für ein paar Stunden, eine Nacht oder einen Tag. Hanna kann Avraham aus eigenen Erfahrungen zustimmen. Denn ein paar Mal sei Ofer eigene Wege gegangen, aber immer zurückgekommen. Nur dieses Mal glaubt sie, etwas anderes sei passiert. Weiterlesen

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Tove Alsterdal: Erdschwarz

Seit ihre Mutter an Demenz erkrankt ist, lebt Eira wieder in ihrem Elternhaus. Alles steht auf Anfang: die Arbeit als einfache Polizistin, die schwierige Beziehung zu ihrem Bruder Magnus und die Rolle als Tochter, die jetzt für das Wohl ihrer Mutter alleine verantwortlich ist.

Wie es der Zufall so will, wird Eira zur Unterstützung in die Abteilung für Gewaltverbrechen abkommandiert. Für eine Weile ist sie gern bereit, das Chaos im Elternhaus hinter sich zu lassen, um bei der Ermittlung eines kniffligen Mordfalls zu helfen. Die Grausamkeit des Täters erschreckt die Ermittler und lässt sie zugleich ratlos vor einer winzigen Menge an Spuren stehen. Niemand kann sich vorstellen, warum das Opfer in den Keller eines leerstehenden Hauses ging und dort bis zu seinem Tod durch Dehydrierung eingesperrt wurde. Es gibt keine offensichtlichen Feinde, kein mögliches Tatmotiv, nur unbeantwortete Fragen. Eira und ihr Vorgesetzter G.G. sind ratlos. Und mitten in den Ermittlungen verschwindet auch G.G. spurlos. Weiterlesen

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Ragnar Jonasson – Blindes Eis: Dark-Iceland-Serie 03

So stellt man sich Island wahrscheinlich meistens vor: dunkel, mystisch, erschreckend, wild. Und so stellt es Ragnar Jonasson in seinen Büchern auch dar, er ist geradezu Meister darin, eine Atmosphäre voller Bedrohung und Gefahr zu schaffen.

Das gilt für diesen neuen Roman in gleichem Maß wie auch für die früheren, die wahrhaftige Thriller waren, wenn auch mit manchem Abstrich. Und den muss ich ebenso bei dem vorliegenden Buch machen.

Mittelpunkt der Handlung ist – oder soll sein – ein sogenannter Cold Case. Der Polizist Ari wird eines Tages gebeten, in einem Fall aus den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts Nachforschungen anzustellen. Damals starb eine Frau unter mysteriösen Umständen in einem einsamen, völlig abgelegenen Bauernhof, der von ihr, ihrem Mann sowie ihrer Schwester und deren Mann bewohnt wurde. Der Sohn der Schwester der Toten, der damals noch ein Säugling war, möchte mehr herausfinden. Ari ist einer von zwei Beamten in der kleinen Stadt, die für diesen Bauernhof, der schon lange nicht mehr existiert, zuständig ist. Erschwert werden seine Ermittlungen, die er mehr aus Langeweile als auch Interesse aufnimmt, durch ein in der Gegend grassierendes Virus (vermutet wird Ebola oder ähnliches), weswegen die gesamte Region unter Quarantäne gestellt wird. Weiterlesen

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Matthew Reilly: Die vier mystischen Königreiche

Eigentlich – Sie wissen schon, was jetzt in aller Regel auf so eine Einleitung folgt? Nun eigentlich heißt es, dass es für den Protagonisten des betreffenden Buches nicht wirklich gut läuft. Eigentlich bedeutet das, dass dieser, in vorliegendem Fall Jack West, ganz tief drin sitzt, in den Verdauungsprodukten.

Da hat er doch in den ersten drei Romanen die Welt gerettet, hat die Bestandteile einer uralten Maschine gesucht, gefunden und zusammengesetzt und sich als der legendäre, verheißene fünfte Krieger erwiesen. Damit nicht genug, hat er sein persönliches Glück gemacht, seinen Vater, einen Wolf, eine Bestie in Menschengestalt, umgebracht und erwähnte ich es schon, die Welt und all ihre Bewohner gerettet.

Genug getan also, Zeit sich im Australischen Outback auf seiner Farm gemütlich zurückzulehnen.

Doch, natürlich kommt es ganz anders. Zusammen mit seinem Pflegesohn und seiner Tochter wird er auf einem US-Stützpunkt gefangen genommen und entführt. Seine Abenteuer haben ihn in das Visier der uralten Familien gerückt, die, aufgeteilt in vier Königreiche, im Geheimen über die Welt, die Menschen und deren Schicksal bestimmen. Weiterlesen

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Malin Stehn: Happy New Year

Im Thriller der schwedischen Autorin Malin Stehn feiern die Mitglieder zweier Familien auf zwei unterschiedlichen Partys Silvester: die Teenie-Töchter in einem der beiden Häuser, die Erwachsenen im anderen. Dann ereignet sich die Katastrophe: Eine der beiden Töchter, Jennifer, verschwindet und taucht auch in den folgenden Tagen nicht wieder auf.

Schnell wird klar, dass Fredrik, Vater in der anderen Familie, mehr über Jennifers Verschwinden weiß. Weiterlesen

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