Andreas Föhr: Herzschuss. Jedes Verbrechen hat seine Geschichte

Es ist wieder einmal einiges los in der Polizeiinspektion Miesbach in diesem zehnten Krimi rund um Kommissar Wallner und seinen Freund Kreuthner. Der Landtagsabgeordnete Philipp Gansel liegt tot in einem Hotelrohbau. Ermordet wurde er durch mehrere Schüsse, unter anderem durch einen ins Herz. Ein mysteriöser Mittelsmann überbringt Kriminalhauptkommissar Clemens Wallner und seiner Kollegin ausgerechnet beim Schifahren die Koordinaten des Tatortes. Gansel war ein politischer Senkrechtstarter und bald schon stellt sich heraus, dass seine weiße Weste bei genauerer Betrachtung alles andere als sauber ist. Vom smarten Netzwerker mit Beziehungen in alle Richtungen bis hin zum koksenden Minister ist er mit vielerlei einflussreichem Volk bekannt. Und er weiß auch über einige Leichen in Kellern bzw. in Gärten Bescheid.

Seine Gattin Philomena entpuppt sich als Jugendliebe von Polizeihauptmeister Leonhardt Kreuthner. Sie war damals auch für ihn quasi ein „Herzschuss“. Kreuthner, der gerne einmal Bußgeld in die eigene Tasche steckt und eine Schwarzbrennerei betreibt, hatte mit Gansel eine unliebsame Auseinandersetzung und gerät deswegen unter Mordverdacht. Es sieht gar nicht gut aus für ihn. Weiterlesen

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Jan Beinßen: Der Wintermordclub

Jedes Jahr in der Weihnachtszeit trifft sich eine internationale Gruppe der besten Ermittler in einem kleinen Hotel in Südfrankreich: Die Besten der Besten, Polizisten, Detektive, eine Kriminalistikprofessorin und ein Gerichtsmediziner. Oder zumindest waren sie das einmal. Inzwischen sind sie nämlich alle in Rente, Kasimir ist dement, Ruben und Kim hören nicht mehr so gut und auch Louanne, Alexandros und Geraldine haben ihre Altersschwächen. Dennoch treffen sie sich seit zwanzig Jahren, um ihren größten Erfolg zu zelebrieren und ihre Freundschaft aufrechtzuerhalten. Denn genau in diesem Hotel kam es damals zu dem großen und erfolgreichen Finale in der Verfolgungsjagd des ehemals größten Drogenbosses Europas. Inzwischen sind diese aufregenden Zeiten natürlich nur noch Erinnerungen und die pensionierten Ermittler genießen die Weihnachtstage mit einem lustigen Krimidinner. Jedes Jahr organisieren die Hotelleiter eine Schauspielgruppe, die die Ermittler zum Mitraten einlädt und immer ist es mehr ein lustiger Zeitvertreib als ein echter Nervenkitzel. Weiterlesen

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Christa von Bernuth: Spur 33

Ein Krimi, der auf einem tatsächlichen Verbrechen beruht, aber seine ganz eigenen Schlüsse zieht, darum handelt es sich bei diesem Roman der Schriftstellerin und Journalistin. Eine schreckliche Tat, die weit über Bayern hinaus vor einigen Jahre viele Schlagzeilen machte, verarbeitet zu einer fiktiven Geschichte.

Dabei legt die Autorin Wert darauf, dass sie keine Schuldzuweisung begeht, sondern nur eine mögliche Version der Ereignisse erzählt. Diese beginnen mit dem Mord an einer Familie, Mutter, Vater und Sohn werden tot aufgefunden in ihrer Villa am See. Schnell gehen die Ermittler wie auch alle anderen Beobachter und Beteiligten davon aus, dass der Sohn der Täter war.

Leon, ein schwieriger Junge, psychisch krank, verstört und seltsam. Ein Waffennarr, der dazu noch eine Ausbildung als Büchsenmacher macht. Auch seine Schwester, die Tochter der Mutter aus erster Ehe, glaubt an seine Täterschaft. Erst hat er, so die Annahme, seine Eltern getötet und dann sich selbst. Weiterlesen

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Volker Kutscher: Transatlantik

Der letzte Krimi um den Berliner Kommissar hat ja einen gemeinen Cliffhanger enthalten. Wir erinnern uns, er endete, als die „Hindenburg“ mit Gereon Rath an Bord steuerte auf den Landeplatz in Lakehurst zu. Dazwischen gab es noch den liebevoll gezeichneten Band „Mitte“, der den Leser über Fritzes Schicksal aufklärte, aber auch nicht gut endete. Umso sehnlicher wurde dieser neue Band um Gereon Rath, Charlie Rath und Fritze erwartet.

Und die Fäden werden wieder aufgenommen. Allerdings beginnt der Roman nicht am 6. Mai 1937, sondern bereits einige Wochen früher. Gereon Rath hat sich nach Wiesbaden verzogen und arbeitet als Auslieferfahrer. Er wähnt sich hier sicher, in Berlin hält man ihn für tot und hier meint er niemanden zu kennen. Aber er hat einfach zu viele und zu weitgestreute Bekannte und einer davon erkennt ihn auch in Wiesbaden. Rath wird erpresst, aber er bekommt auch die Gelegenheit, genug zu verdienen, um in Amerika einen Neuanfang zu wagen. Wenn er die „Hindenburg“ besteigt.

Charlie Rath ist aus Prag zurückgekehrt, nachdem sie von Fritzes Verhaftung erfahren hat. Sie bewirbt sich erneut um die Vormundschaft des Jungen und um ihn aus der Irrenanstalt herauszuholen, hat sie einen ganz besonderen Zeugen aufgetrieben Weiterlesen

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Marcel Huwyler: Frau Morgenstern und die Flucht

Die Rezension könnte eigentlich aus einem einzigen Wort bestehen: herrlich. Oder auch aus zweien: unbedingt lesen!

Natürlich kann man diesen Roman auch verstehen, ohne die drei Vorgängerbände zu kennen,  aber den richtigen Spaß bekommt man nur, wenn man sie in der Reihenfolge, in der sie gedacht sind, liest, weil man dann die Figuren lieben lernt, ihre Hintergründe versteht. Und sich schon jetzt auf Band fünf freut.

Dabei sollte man wirklich nicht so viel Spaß haben mit einem Krimi, dessen Hauptfiguren   Auftragskiller sind. Violetta Morgenstern und ihr Freund und Kollege Miguel Schlunegger arbeiten für eine Schweizer Organisation, deren Aufgabe es ist, unliebsame Zeitgenossen auszuschalten. Und zwar auf Anordnung von höchster Ebene.

Nun ergibt es sich allerdings, dass Violetta gezwungen ist, einen nicht beauftragten Mord zu begehen, woraufhin sie sich unverzüglich auf die titelgebende Flucht begibt. Zusammen mit Miguel, der davon überzeugt ist, dass sie erstens ihre Gründe für ihre Tat hatte und zweitens, dass sie ohne ihn aufgeschmissen wäre. Weiterlesen

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Thilo Falk: Dark Clouds

Spannend und schockierend, weil mittlerweile von der Realität eingeholt. Autor Thilo Falk skizziert ein wetterbedingtes Katastrophenszenario, das in Ansätzen zum Beispiel im Ahrtal ersichtlich wurde. Nur dass es in seiner Version ganz Europa betrifft. Nach wochenlangem Dauerwegen, Stürmen und heftigen Gewittern stehen nicht nur verschiedene Regionen unter Wasser, auch die kritische Infrastruktur droht zusammenzubrechen. Das Grund- und Leitungswasser ist kontaminiert, Handy- und Stromverbindungen sind unterbrochen, es kommt zu Lieferengpässen und den gefürchteten „Blackouts“. Was das für Folgen haben kann, liest sich schlimm. Daneben baut der Roman allerdings eine politische Komponente mit ein. Auch bei den größten Katastrophen gibt es Personen und Gruppen, die daraus Kapital schlagen. Drei mutige Personen versuchen in „Dark Clouds“ nicht nur den Regen zu stoppen, sondern auch die dahinter liegenden Machenschaften aufzudecken.

Da ist zum einen die Nephologin beziehungsweise Wolkenkundlerin Fjella Lange, welche bereits seit geraumer Zeit dafür kämpft, die Bevölkerung für die Folgen des Klimawandels zu sensibilisieren. Da ist aber auch der Schadengutachter Philip Graf, der vor allem Gebäude der kritischen Infrastruktur rund um Wasser- und Atomkraftwerke begutachtet und dabei einige Ungereimtheiten entdeckt hat. Weiterlesen

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Arno Strobel: Fake

Patrick Dostert erzählt uns seine Geschichte. Eines Tages standen Polizeibeamte vor seiner Tür und beschuldigten ihn, eine Frau misshandelt und getötet zu haben. Es muss sich um einen Irrtum handeln, schließlich war Patrick am fraglichen Abend mit einem Kunden essen und ist überhaupt unschuldig. Doch der Kunde ist nicht aufzufinden, die chinesische Firma scheint nicht zu existieren. Es tauchen Videos auf, die ihn zeigen, wie er eine Frau auf der Straße beschimpft, wieder beteuert er seine Unschuld, besteht auf Gutachten, es scheint seine Stimme zu sein, aber das kann nicht sein.

Patrick erzählt uns eine Geschichte, die Geschichte eines Mannes, der mit immer weiteren Beweisen immer weiter in die Enge getrieben wird. Digitale Beweise in der Hauptsache. Arno Strobel spielt dabei sehr geschickt mit dem, was der Leser zu wissen glaubt und damit sind wir bei dem, was der Titel des Buches schon impliziert. Fake-News. Sie begegnen uns heute auf Schritt und Tritt. Gegeben hat es sie schon immer, schon die katholische Kirche hat im Mittelalter laut und gerne Geschichten verbreitet, auch in alteuropäischer Geschichte ist bekannt, dass Darstellungen grundsätzlich und immer mit der Geschichte des Erstellers gelesen werden sollen, Quellenanalyse ist so ziemlich das Erste, was einem dort eingebläut wird. Weiterlesen

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Rob Hart: Paradox Hotel

Das Paradox Hotel ist nicht nur deshalb außergewöhnlich, weil man dort Zeitreisen in die Vergangenheit buchen kann, sondern auch, weil dort immer seltsamere Dinge vonstattengehen. Der amerikanische Sciencefiction-Thriller „Paradox Hotel“ von Rob Hart – übersetzt von Michael Pfingstl – vereint eine spannende Kernidee mit einer Portion Chaos und Grusel.

Im Paradox Hotel kann man Zeitreisen in verschiedene Epochen unternehmen. Dabei lautet die wichtigste Regel: Es darf unter keinen Umständen in der Vergangenheit herumgepfuscht werden – alles soll bleiben, wie es ursprünglich war. January Cole, die Sicherheitschefin, soll dies sicherstellen und auch innerhalb des Hotels für Sicherheit sorgen. Als January dann jedoch eine Leiche findet, überschlagen sich die Ereignisse und die Existenz des Hotels steht auf der Kippe.

Die Idee rund um das Paradox Hotel macht neugierig und enthält viel Potential. Rob Hart hat es geschafft, aus dieser Idee eine eigene Welt zu kreieren, die die Genres SciFi, Thriller und Krimi bedient. Während man das Buch liest, fühlt man sich als Teil dieser Welt. Es wird einem jedoch nicht leicht gemacht, in diese neue, spannende Dimension einzutauchen. Das hängt damit zusammen, dass man das Hotel zum Zeitpunkt einer Ausnahmesituation kennenlernt – absolutes Chaos vorprogrammiert. Weiterlesen

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Robert Galbraith: Das tiefschwarze Herz

1360 Seiten, um einen Mord aufzuklären, sind definitiv zu viel. So leid es mir tut und so sehr ich diese Reihe um den einbeinigen Detektiv der unter diesem Pseudonym schreibenden Joanne K. Rowling schätze, diesmal ist es wirklich einfach zu viel, zu lang, zu voll gepackt.

Cormoran Strike und Robin Ellacott, die beiden bilden das Team, welches nun schon im sechsten Band ganz besondere und ganz besonders verzwickte Mordfälle aufklärt. Dieses Paar, das sich liebt, es aber keinesfalls zugeben möchte und daher ständig umeinanderkreist, bekommt es diesmal mit dem Mord an einer jungen Frau zu tun, die eine Kult-Animationsserie entwickelt hat. Edie wurde zuvor auf das Schlimmste von einem Fan terrorisiert, der sich Anomie nennt und von der Polizei des Mordes verdächtigt wird.

Doch niemand scheint zu wissen, wer Anomie ist, und so machen sich Cormoran und Robin daran, genau das herauszufinden. Parallel hat ihre Detektei noch weitere Fälle zu bearbeiten, darunter einen, der sich durch das erneute Auftauchen von Cormorans Exfreundin Charlotte ergibt. Das führt wiederum zu Spannungen zwischen Cormoran und Robin, die alles nur Erdenkliche tun, um dem jeweils andren die eigenen Gefühle zu verbergen. Weiterlesen

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Ursula Poznanski: Stille blutet

Auch wenn Thriller draufsteht, ist dieser Roman meiner Meinung nach eher ein Krimi. Denn es geht vor allem um die Aufklärung eines Verbrechens oder einer Serie von Verbrechen. Laut der mir bekannten Erklärungen liegt der Unterschied zwischen Thriller und Krimi darin, dass in erstem das Verbrechen noch nicht geschehen ist und sich daraus die Spannung generiert.

Dabei ist Ursula Poznanski absolut berühmt für ihre Thriller und eine meiner liebsten Autorinnen. Ihre Romane sind fast immer hochspannend, dramatisch und lassen die Leserin atemlos der Handlung folgen. Dieser neue Roman allerdings schwächelt im Vergleich mit ihren anderen Büchern, wobei er natürlich immer noch eine stilistisch gelungene Geschichte erzählt.

Worum geht es: Die Handlung beginnt damit, dass die unsympathische Moderatorin Nadine ihren eigenen Tod ankündigt, und zwar vor laufenden Kameras, live im Fernsehen. Wenig später ist sie tatsächlich tot, grausam ermordet. Sehr schnell gerät ihr früherer Freund Tibor in Verdacht. Weiterlesen

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