James Salter: Jäger (1957)

salterNach „Alles, was ist“ im vorigen Jahr hat der Berlin-Verlag nun dankenswerterweise auch den Erstling des amerikanischen Schriftstellers James Salter aus dem Jahre 1957 herausgebracht: „Jäger“. Der gilt heute als moderner Klassiker.

Auf lakonische Weise beschreibt der 1925 geborene Autor darin den Alltag der amerikanischen Kampfflieger im Korea-Krieg.
In dieser harten Männerwelt zählt ausschließlich, wer die meisten feindlichen Flugzeuge abschießt. Weiterlesen

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Alexandre Dumas: Ein Liebesabenteuer (1860)

andIm Schweizer Manesse-Verlag, der auf Klassiker spezialisiert ist, ist erstmals auf Deutsch eine Geschichte von Alexandre Dumas, dem Älteren (1802-1870), aus dem Jahre 1860 erschienen: „Ein Liebesabenteuer“. Dumas („Die drei Musketiere“, „Der Graf von Monte Cristo“) beschreibt darin autobiografisch eine Europa-Reise wenige Jahre zuvor mit einer ungarischen Schauspielerin, die halb so alt ist wie der schon damals berühmte Schriftsteller. Die beiden haben eine platonische Beziehung, auch wenn die Erotik im Hintergrund immer mitknistert. Weiterlesen

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Peter Schmitz: Golgatha: Ein Kriegsroman (1937)

kriegIm Erinnerungsjahr 2014, 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs, wimmelt es auf dem Buchmarkt nur so von Veröffentlichungen zu dem Thema; das betrifft in erster Linie Sachbücher, aber auch die Belletristik, bei der es zu zahlreichen Neudrucken kommt. Jedem bekannt, nicht zuletzt durch die zahllosen Wiederholungen seiner Verfilmung im Fernsehen: „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque. Zum Zeitpunkt seiner Erstveröffentlichung Ende der Zwanziger Jahre kein Einzelfall: Rund 200 Romane aus dieser Zeit befassten sich mit der Aufarbeitung des Kriegsgeschehens. Weiterlesen

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William Faulkner: Schall und Wahn (1929)

willWas macht man, wenn man eben einen anerkannten Klassiker der Weltliteratur gelesen hat und – beschämt – feststellen muss, dass man damit rein gar nichts anfangen kann? So geht’s mir mit dem von Frank Heibert neu übersetzten „Schall und Wahn“ von William Faulkner aus dem Jahre 1929. Das erste Kapitel ist aus der Sicht eines geistig Behinderten geschrieben. Die Handlung springt wild durch Zeiten und Räume, und es wird gleich auf den ersten Seiten eine derartige Vielzahl von Namen präsentiert, dass ich schlicht keine Chance sah, auch nur zu erahnen, wer wer ist und worum es wohl gehen könnte (um den Niedergang einer Südstaaten-Familie).

Das zweite Kapitel ist eine Art Bewusstseinsstrom aus der Sicht einer anderen Figur, Auch hier konnte ich nicht folgen.

Wenn Bücherlesen zum Hochleistungs-Denksport ausartet, um auch nur einen winzigen Bruchteil des Inhalts zu erfassen, dann ist das nicht mein Ding.

William Faulkner: Schall und Wahn (1929).
Rowohlt, Juli 2014.
384 Seiten, Gebundene Ausgabe, 24,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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Arthur Schnitzler: Später Ruhm (1895)

Schnitzler_Später_Ruhm_RZ.inddJeder Mensch hat in seinem Leben mindestens einen großen Traum: Manche streben einen besonderen Beruf an, sehnen sich nach der großen Liebe oder Reichtum …
Eduard Saxberger träumte von einem Leben als Dichter. Den ersten Schritt hatte er geschafft, als sein Gedichtband „Wanderungen“ veröffentlicht worden ist. Und danach das lange Hoffen auf den Durchbruch, auf Aufmerksamkeit, Anerkennung. Irgendwann wurde das Hoffen vergeblich, schmeckte schal und wurde schließlich ad acta gelegt.
Inzwischen ist Eduard Saxberger siebzigjährig, Beamter und lebt alleine in kleinen Räumlichkeiten. Mit dem Besuch seines ersten Fans, des Herrn Meier, Mitglied im Verein „Begeisterung“, scheint sich sein tristes Leben zu verändern. Auf einmal sitzt er im Kreis von hoffnungsfrohen Künstlern, die ihn bejubeln und mit ihm einen öffentlichen Auftritt planen. Weiterlesen

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Evelyn Waugh: Verfall und Untergang (1928)

eveDer Diogenes-Verlag hat ein Meisterwerk des schwarzen englischen Humors aus dem Jahre 1928 neu übersetzen lassen: „Verfall und Untergang“ des (männlichen) britischen Schriftstellers mit dem Frauen-Vornamen: Evelyn Waugh (1903 – 1966).

Paul hat Pech: Für ein angebliches Vergehen, an dem er keine Schuld trägt, wird er vom College verwiesen, bevor er sich als Lehrer in einer schlechten Schule irgendwo auf dem Lande versucht. Dort jedoch sind die Kollegen unfähig und die Schüler kleine Monster. Dann scheint sich Pauls Leben ins Positive zu wenden. Eine steinreiche englische Lady möchte ihn heiraten. Weiterlesen

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C. S. Forester: Gnadenlose Gier (1930)

gnadeEs hätte alles gut laufen können, ein kleines Geschäft nebenbei und wenn es richtig gut läuft, vielleicht ein weiteres. Doch sie fliegen bei dem Abteilungsleiter in der Werbeagentur auf. Die drei Angestellten Morries, Oldroyd und Reddy müssen nur noch auf die Rückkehr des Chefs warten. Dann hätten sie ihre Kündigung, kein Geld mehr, dafür Kälte und Hunger bei der Jobsuche, denn die 20er Jahre in London sind nicht gerade ein Arbeitnehmerparadies. Morries beschließt unter dem Gesichtspunkt der Existenzsicherung den Abteilungsleiter mit Oldroyds Revolver zu erschießen und sich von dem jungen Reddy auf seinem Motorrad zu dem Tatort hin und weg fahren zu lassen. Der Mord wird ein voller Erfolg: Die Polizei ist ratlos. Die Jobs sind nicht nur sicher, sondern Morries bekommt auch noch die Stelle seines Opfers. Weiterlesen

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Henri Alain-Fournier: Der große Meaulnes (1913)

derDer große Meaulnes ist der geborene Anführer. Als er im Alter von siebzehn Jahren in die Schule von François Vater kommt, wird in der Dorfschule für einige Monate alles anders. François findet in dem gleichaltrigen, großen Jungen nicht nur den schon lange vermissten Freund, sondern auch das Ende seiner Isolation zu Gleichaltrigen. Hatten ihm die Eltern bisher den Umgang mit den Dorfkindern verboten, ist nun Augustin Meaulnes Gesellschaft erlaubt. Aber auch die Dorfjugend sieht in dem großwüchsigen, starken Fremden ein noch nie dagewesenes Vorbild für neue Abenteuerspiele. Mitten im eiskalten Dezember türmt Meaulnes mit einem Pferdewagen, um als erster François Großeltern vom Bahnhof abzuholen. Doch er verirrt sich, verliert Pferd und Wagen und kommt schließlich nach drei Tagen völlig verändert zurück. Weiterlesen

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Richard Yates: Eine strahlende Zukunft (1984)

ein30 Jahre musste der 1984 entstandene Roman „Young hearts crying“ von Richard Yates warten, bevor er ins Deutsche übersetzt wurde. Nun ist dies unter dem Titel „Eine strahlende Zukunft“ endlich geschehen – dem DVA-Verlag und seiner Yates-Reihe sei Dank.

Das letzte Werk des amerikanischen Schriftstellers (1926 – 1992), der zu Lebzeiten wenig Anerkennung fand, heute jedoch als moderner Klassiker gilt, handelt einmal mehr von dem großen Yates-Überthema: dem Scheitern und dem Versuch einer Antwort auf die Frage: Warum gehen so viele Ehen, Beziehungen, Träume und Lebensentwürfe von Menschen zu Bruch, die doch einstmals so hoffnungsvoll in ihr Erwachsenenleben gestartet sind? Weiterlesen

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Henry James: Washington Square (1880)

ashDer Manesse-Verlag hat einen Klassiker aus dem Jahre 1880 neu übersetzen lassen: „Washington Square“ von Henry James. Themen sind menschliche Abgründe wie Lieblosigkeit, Selbstherrlichkeit, Tratschsucht, Rache oder die Gier nach Geld.

Die als reizlos und naiv, aber wohlhabend beschriebene Catherine findet einen Liebhaber, der sie heiraten möchte. Catherines Vater, ein angesehener Arzt, hält den Verehrer für einen üblen Mitgiftjäger und versucht mit allen Mitteln, die Ehe zu verhindern – unter anderem, indem er seine Tochter sogar enterbt. Weiterlesen

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