Herbert Schlüter: Nach fünf Jahren (1947)

nachAls Peter seine Cousine Victoria während seiner Sommerferien zum ersten Mal besucht, ist er dreizehn Jahre alt. Sie wohnt im Märkischen auf dem großen Gut ihres verstorbenen Vaters und lebt das Leben einer alternden Jungfer, die vom Leben nichts mehr erwartet. Robert, der sechszehnjährige Sohn ihres Gärtners, glaubt auch, nichts mehr erwarten zu dürfen. Er schwärmt für die etwa gleichaltrige Isolde, die häufig bei Victoria zu Gast ist. Peter verbringt viel Zeit mit Isolde und Robert. Dabei wird er Zeuge wie Schwärmerei, Eifersucht und nicht erwiderte Liebe auch Victorias Gemüt durcheinanderbringt. Der mit Victoria befreundete Pfarrer Kindsberg, der zugleich auch Isoldes Onkel ist, fragt Peter aus und beschließt, seine Nichte mit einer gemeinsamen Auslandsreise fortzulocken. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Charles Bukowski: Noch mehr Aufzeichnungen eines Dirty Old Man (1967)

charZwischen den 60er und 80er Jahren hat der berühmt-berüchtigte amerikanische Kultautor Charles Bukowski oft wöchentlich für verschiedene Zeitschriften seine „Notes of a Dirty Old Man“ geschrieben. Kein Wunder also, dass es auch 20 Jahre nach seinem Tod noch immer Texte von ihm gibt, die noch nie ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht worden sind.

Einen Teil dieser Lücke schließt nun eine neue Geschichtensammlung, die unter dem Titel „Noch mehr Aufzeichnungen eines Dirty Old Man“ bei Fischer Klassik erschienen ist. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Henry de Monfreid: Das Geheimnis des Roten Meeres (1931)

monDie klassischen Abenteuergeschichten sind selten geworden. Henry de Monfreid, geboren 1879, hat seine Eigenen verfasst. Er erlebte vor dem Ersten Weltkrieg im Roten Meer so manches Abenteuer beim Perlentauchen und Waffenschmuggeln und hielt diese zunächst in vielen Briefen fest. Später, auf Drängen des Schriftstellers Joseph Kessel, entstand der erste Band seiner Abenteuer unter dem Titel „Die Geheimnisse des Roten Meeres“.
Dieser besteht inhaltlich aus drei Teilen. Im ersten Abschnitt beschreibt er anschaulich, wie einer aus gutem Hause ausbricht, um völlig vogelfrei sein Glück mit den Perlen zu versuchen und dabei Zeuge so mancher Verbrechen wird. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

D.E. Stevenson: Stich ins Wespennest (1934)

stichEngland in den 30er Jahren: In dem Dörfchen Silverstream sucht Barbara Buncle, eine unscheinbare Dame Anfang vierzig, nach Möglichkeiten, ihr bescheidenes Einkommen aufzubessern. Schließlich hat sie eine Idee: Sie wird ein Buch schreiben, und zwar, da Phantasie ist nicht ihre Stärke ist, über etwas, das sie kennt. Nämlich ihr eigenes Dorf und dessen Einwohner. Der Roman, publiziert unter dem Pseudonym John Smith, wird ein Bestseller. Doch die Sache hat einen Haken, denn die Schilderungen sind so authentisch, dass sich die Bewohner von Silverstream prompt in ihnen wiedererkennen … worüber nicht alle glücklich sind. Schon bald dreht sich alles nur noch um die Identität von John Smith. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Charles Dickens: Große Erwartungen (1860)

diceknsDer kleine Pip wächst bei seiner Schwester und ihrem Mann Joe auf, möchte später einmal das Schmiedehandwerk erlernen und die Werkstatt zusammen mit Joe führen. Doch sein so vorherbestimmtes Leben gerät ein wenig aus den Fugen, als er in das Haus von Miss Havisham eingeladen wird und dort auf die wunderschöne Estella trifft. Nun will er ein echter Gentleman werden.

Große Erwartungen von Charles Dickens gehört zweifelsohne zu den Klassikern der Weltliteratur. Die Figuren sind in Benehmen und Sprache ganz vortrefflich ausstaffiert, der Schauplatz ist mit so viel Liebe zum Detail erklärt, dass man nach nur wenigen Seiten in eine Welt eintaucht, die durchdringt mit den feinen Fäden der Geldmacht und des Älterwerders nicht weniger kompliziert ist als der Alltag im 21. Jahrhundert. Dickens versteht es, Bilder zu erschaffen, die durch das Buch selbst und schließlich durch die Gedanken des Lesers dringen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Thomas Mann: Doktor Faustus (1947)

faustDer pensionierte Lehrer Dr. phil. Serenus Zeitblom schreibt im Mai 1943 die Lebensgeschichte seines Jugendfreundes Adrian Leverkühn nieder. Zeitblom und der zwei Jahre jüngere Leverkühn besuchen gemeinsam das Gymnasium und studieren zeitgleich an den Universitäten in Jena, Gießen, Leipzig und Halle, Leverkühn Theologie und Zeitblom Klassische Philologie. Sie verlieren sich aus den Augen und Zeitblom verfolgt aus der Ferne die Entwicklung seines Jugendfreundes zum genialen Komponisten. Spätere Lebensstationen führen die beiden zusammen und trennen sie wieder. Doch Zeitblom hält den Kontakt zu Leverkühn bis zu dessen Zusammenbruch und seinem Tod im Jahr 1941. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

William Gibson: Neuromancer (1984)

gibsCase ist ein Hacker mit implantierter Kopplungsmöglichkeit zur virtuellen Welt, ein sogenannter Cyber-Cowboy. Er arbeitet als hochbezahlter Spezialist, bis er einen Auftraggeber hintergeht. Dieser rächt sich, in dem er das Nervensystem von Case durch Drogen so schädigt, dass diesem ein Zugang zur virtuellen Welt nicht mehr möglich ist. Case verdient sich, da der Schaden irreparabel scheint, seinen Lebensunterhalt als Auftragsmörder und als Drogendealer auf dem Schwarzmarkt. Von den Drogen, die er verkauft, ist er selbst abhängig. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Hans Fallada: Der Trinker (1944)

fallaEs hat mich zerrissen, es hat mich erschüttert, es war real und doch so absurd: „Der Trinker“ von Hans Fallada. Der Roman ist schlichtweg die Weiterführung der in „Kleiner Mann – was nun?“ begonnen Verzweiflung. Das Ende nach dem Ende, bei dem in Filmen so gern ausgeblendet wird, wie Kurt Tucholsky es in seinem Gedicht von 1930 so schön beschrieben hat.
Der Roman erzählt von einem Herrn Geschäftsmann, der einiges setzt auf das „Sie“ und „Herr“. Darauf ist er stolz. Das hat er sich hart und selbst erarbeitet. Als seine Frau aus den Geschäften ausscheidet, um sich verstärkt auf den Haushalt zu konzentrieren – wie sich das eben für eine Frau geziemt -, bleiben auch die Aufträge weg und der Herr Geschäftsmann Sommer legt seine Scham ab, seinen Ehrgeiz und sein „Herr“. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: