Henry David Thoreau: Walden: oder Leben in den Wäldern (1854)

waldThoreaus Buch „Walden“ wurde 1854 erstmals veröffentlicht und erscheint heute, in unserer schnelllebigen Gesellschaft, in der die Menschen nach Entschleunigung und Rückbesinnung auf alte Werte lechzen, aktueller denn je. Fast unwirklich mutet es an, dass Thoreau bereits im Jahr 1845 den Wunsch verspürte, vor der jungen aufstrebenden Industrialisierung in den USA zu flüchten, um sich fern der Zivilisation, fern der Massen, unter asketischen Bedingungen einen Weg zur Selbstverwirklichung zu suchen. Weiterlesen

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Evelyn Waugh: Lust und Laster (1930)

eveDer Schweizer Diogenes-Verlag setzt seine Evelyn-Waugh-Reihe mit einem frühen Werk des exzentrischen englischen Autors (1903-1966) fort: „Lust und Laster“, ein Roman aus dem Jahre 1930.

In teils überdrehter Manier wird die oberflächliche englische Spaßgesellschaft der 20er-Jahre portraitiert. Man betrinkt sich, rennt von Party zu Party, und die schlimmste Katastrophe, die passieren kann, ist, zu einem wichtigen gesellschaftlichen Event nicht eingeladen zu werden. Heiratsversprechen haben nichts Bindendes, wer Geld hat, gibt es mit vollen Händen (meist für Alkohol) aus. Erst ein Unfall bei einem Autorennen und der Ausbruch eines (fiktiven) Krieges ändern die Verhältnisse. Weiterlesen

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Daniel Defoe: Kapitän Singelton (1720)

bobBob Singelton ist ein Kind reicher Eltern und lebt in London. Als kleiner Junge wird er entführt und arbeitet nach einigen Jahren und Umwegen auf einem Überseeschiff, auf dem er ohne Heuer arbeiten muss. Eines Tages veranlassen rebellische Matrosen den Kapitän zu drastischen Maßnahmen. Dieser verbannt in einem kurzen Prozeß eine Handvoll der vermeintlichen Anführer auf eine Insel. Darunter befindet sich auch Bob. Zum Glück der Ausgesetzten setzen sich noch weitere Matrosen ab, um ihren Kameraden zur Seite zu stehen. Als Gruppe rechnen sie sich eine größere Überlebenschance in der Wildnis aus. Weiterlesen

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Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz (1943)

prinz1943 ließ Antoine de Saint-Exupéry seinen „Kleinen Prinzen“ in der Wüste bruchlanden. Die erste deutsche Übersetzung kam sieben Jahre später heraus. Hans Magnus Enzensberger hat das Märchen nun neu übersetzt. In einer moderneren und für Kinder leichter verständlichen Sprache erzählt die Fassung von der Reise zu den Asteroiden. Die Illustrationen von Saint-Exupéry sind in diesem Taschenbuch alle erhalten.
Die Modernisierung ist weitgehend gelungen. Nur schade, dass der berühmtestes Satz des Buches „Man sieht nur mit dem Herzen wirklich gut“ nicht erhalten geblieben ist. „Man begreift nichts, wenn das Herz nicht dabei ist“, sagt der Fuchs bei Enzensberger. Und das ist längst nicht so schön.

Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz (1943).
dtv, Februar 2015.
128 Seiten, Taschenbuch, 5,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Jack London: König Alkohol (1913)

jackEs gibt unterschiedliche Thesen, wie eine Gesellschaft, insbesondere die Männergesellschaft funktioniert. Für Jack London (1876 – 1916) ist der wahre Treibstoff einer Gesellschaft der Alkohol.
Zum ersten Mal lernte Jack London die Wirkung des Alkohols im Alter von fünf Jahren kennen, als er seinem Vater an einem Sommertag einen Eimer Bier bringen sollte. Hitze und Durst hatten ihn dazu verleitet, buchstäblich über den Durst zu trinken. Seine zweite Alkoholvergiftung hatte er mit neun Jahren nach einer Tanzveranstaltung, auf der jeder Junge seine Männlichkeit unter Beweis stellen sollte. Über viele Jahre konnte er dem Geschmack von Alkohol nichts abgewinnen, jedoch sah er im gesellschaftlichen Trinken auch Vorteile. Weiterlesen

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Penelope Fitzgerald: Die Buchhandlung (1978)

peneEinen Neuanfang wagen, eine Karriere nach der Karriere planen … wer möchte das nicht, wenn gerade das Ende einer Sackgasse erreicht worden ist?
Für Florence Green ist so ein Punkt des Stillstands gekommen, als ihr Mann stirbt. Seit acht Jahren wohnen sie in Hardborough.
„Der Ort selbst war eine Insel zwischen Meer und Fluß; er zog sich mürrisch in sich zusammen, sobald er die Kälte spürte.“ (S. 15). Hier wird schon lange ein Stillstand gepflegt, der sogar den Fischhändler zur Aufgabe zwingt. Inzwischen gibt es so gut wie keine Geschäfte mehr, und das Geldverdienen ist schwierig geworden. Weiterlesen

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James Fenimore Cooper: Der letzte Mohikaner (1826)

mohiEs ist Krieg. Blutig und gewaltreich. Die Britten und Franzosen spielen im August 1757 das Spiel „Teile und herrsche“ im Umland des heutigen New Yorks. Inzwischen sind nicht nur viele Indianerstämme miteinander verfeindet, auch innerhalb eines Stammes gibt es kämpferische Auseinandersetzungen. In diesen unsicheren Zeiten wollen Cora und Alice unbedingt zu ihrem Vater, der gerade das Fort William Henry befehligt, auf welches ein übermächtiges französisches Heer anrückt. Während die Verstärkung für Fort William Henry den Hauptweg nimmt, führt der indianische Kundschafter Magua die kleine Reisegruppe unter dem persönlichen Schutz von Major Heyward durch den Wald angeblich zum Fort. Weiterlesen

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Christopher Isherwood: A Single Man (1964)

ishZum Klassiker ist mittlerweile der 1964 erstmals veröffentlichte Roman „A Single Man“ von Christopher Isherwood geworden. Zu diesem Status hat sicherlich auch der gelungene gleichnamige Film aus dem Jahre 2009 von Tom Ford mit Colin Firth in der Hauptrolle beigetragen.

Nun hat der Hoffmann & Campe-Verlag das Werk in einer überaus lesenswerten Neuübersetzung (von Thomas Melle) herausgebracht. Weiterlesen

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Evelyn Waugh: Eine Handvoll Staub (1934)

eveFans von allem Englischen sollten Evelyn Waugh lesen (1903-1966). In herrlich ätzender Weise hat der Exzentriker in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die britische Gesellschaft seziert – mit ihrem schrecklichen Standesdünkel, den unvermeidlichen Fuchsjagden und ihren schlecht zu heizenden Herrenhäusern in irgendeiner gottverlassenen Gegend.
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Walter Bauer: Die Stimme (1961)

stimme„… Verstehen Sie mich recht: ich spreche nicht von anderen, ich spreche von mir. Ich kann nicht vergessen, oder: ich konnte nicht vergessen.“ (S. 53)
Das eigene Land, die Heimat zu verlassen, dürfte niemanden leicht fallen. Wie fühlt es sich an, fremd zu sein und wortlos, wenn die Landessprache erst noch erlernt werden will?
Richard hat dieses Fremdsein nach dem Zweiten Weltkrieg ausgekostet. War sein altes Leben auf Dauer und Beständigkeit ausgelegt, besteht es nun aus Augenblicken. Weiterlesen

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