30. Januar 1933: Adolf Hitler wird in Berlin zum Reichskanzler ernannt. Die Menschen leben in einer Zeit, in der viele „den Beginn einer besseren Zukunft, manche aber den Anfang eines vielleicht schrecklichen Endes erblickten.“ Doch an diesem Tag interessiert in Fallersleben, einem Dorf im Wolfsburger Land, niemanden die große Politik, denn der „Zuckerbaron“ Hermann Ising feiert das Richtfest seines neuen Hauses. Ising ist als Ortsgruppenleiter und großer Arbeitgeber ein bedeutender Mann in der Gegend. Deshalb strömen nicht nur die Einwohner der umliegenden Dörfer herbei – schließlich verspricht das Fest „Freibier und Essen bis zum Platzen“ –, sondern auch die lokale Prominenz ist gut vertreten.
Auch die erwachsenen Ising-Kinder lassen sich die Feier nicht entgehen: Edda, die in Göttingen Romanistik studiert, Medizin-Studentin Charlotte – genannt Charly -, Horst, bei dem es als einzigem unter den Geschwistern nur für die Mittelschule gereicht hat und der in der väterlichen Zuckerfabrik mit anpackt und zuletzt Georg, Ingenieur und Autonarr. Und dann ist da noch der Nachzügler Willy, erst ein paar Monate alt und ein Sonnenschein, wie er im Buche steht.
Berlin scheint weit entfernt von dieser dörflichen Idylle, doch die großen Umwälzungen, die Deutschland bevorstehen sind bald in Fallersleben nicht mehr zu übersehen und haben Konsequenzen für die Isings und darüber hinaus. Weiterlesen
and erleben sie die Zeit der Studentenunruhen, des Deutschen Herbstes, der Wiedervereinigung und auch den Jahrtausendwechsel.




Nebraska 1871. Pete Ferguson ist seit Jahren auf der Flucht. Er und sein jüngerer Bruder werden als Deserteure des Bürgerkriegs gesucht; die Bowman-Ranch, ihren Zufluchtsort, musste er verlassen, nachdem er einen Mann getötet hatte. Jähzorn, Beschützerinstinkt und unbedingter Gerechtigkeitssinn lassen ihn immer wieder gewalttätig werden. Er ist unter falschem Namen unterwegs, allein mit seinem Pferd Reunion. In den Plains schließt er sich einem Trupp von Bisonjägern an; die Bisons sind beinahe ausgerottet, die Jäger sind den letzten Tieren auf der Spur. Einer von ihnen erzählt Pete vom Äquator, dieser Linie, die man überschreiten muss, um auf die andere Seite der Erde zu gelangen, wo die Menschen auf dem Kopf gehen und das Wasser die Flüsse hinauf fließt. In Petes Vorstellung könnte das Überschreiten des Äquators seine Erlösung bedeuten, das Ende der Gewalt, den Anfang von Gefühlen.
