Lou Bihl: Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben

Lou Bihl ist selbst Ärztin und hat sich lange intensiv der Betreuung von Krebspatienten gewidmet. Sie weiß also, wovon sie schreibt, wie auch schon in ihren bisherigen Romanen, besonders „Ypsilons Rache“, wo auch das Thema Krebserkrankung eine zentrale Rolle spielte. „Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben“ ist für mich der bisher intensivste Roman der Autorin. Emotional, berührend, dennoch sachlich und klar, fundiert, konsequent und kompetent in der Argumentation. Klar und definiert in der Sprache, niemals oberflächlich oder respektlos.

„Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben“, sagt Antonia, Marlenes Zwillingsschwester, in einem Gespräch mit Marlene über ihren Entschluss, sich dem Schweizer Sterbehilfeverein Dignitas anzuschließen, um selbst bestimmen zu können, wann sie ihrem Leben ein Ende setzen möchte. Antonia leidet an einer unheilbaren Nervenkrankheit und möchte die Kontrolle über ihr Leben behalten können, solange es geht. Für Marlene ist die Vorstellung, Antonia in die Schweiz zum Sterben zu begleiten, unendlich grausam, auch wenn sie Tonis Entscheidung nachvollziehen kann.

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Ayla Dade: A thousand flames below

***Spoiler Alert: Der nachfolgende Inhaltstext enthält Hinweise auf das Ende von »A Million Stars Above«*** Die beiden Bücher lassen sich aber eh nicht unabhängig voneinander lesen.

Sie war der Star der Show, doch jetzt ist sie nichts mehr. Nach ihrem Sturz bei der großen Show des Sky Circus in Las Vegas kann die Artistin Heaven sich nicht an die letzten Monate erinnern. Enttäuscht stellt sie fest, dass sie sich weder auf ihr Gedächtnis verlassen kann – noch auf ihren Körper. Weil sie erst wieder lernen muss, am Trapez durch das Zirkuszelt zu fliegen, übt sie mit den Anfängern, bis der attraktive Kraftakrobat Hell ihr unerwartet seine Hilfe anbietet. Auch wenn sein Blick stets hart und sein Training unerbittlich ist, merkt Heaven, dass sie als Akrobatik-Duo perfekt harmonieren. Und dass sie in seinen starken Armen in Versuchung gerät, der knisternden Spannung zwischen ihnen nachzugeben. Doch je mehr sich ihr Körper an die sinnlichen Bewegungen erinnert, desto mehr zieht Hell sich plötzlich zurück – fast so, als fürchte er, dass sie sich auch an andere Dinge erinnert …

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Sophie Lark: Kingmakers: Jahr 4

Und wieder zurück zur Mafiaausbildungsstätte Kingmakers. Diesmal nun im vierten Jahr. Im Gegensatz zu den vorherigen drei Bänden ist Band Vier tatsächlich deutlich düsterer. Diese Düsterheit zieht sich durch das gesamte Buch hindurch. Insbesondere da einer der Protagonisten mir als Leserin bis dato völlig unbekannt gewesen ist und erst nach und nach im Verlauf der Geschichte enthüllt wurde. Das machte seinen Charakter sowie sein Handeln auf gewisse Art faszinierend. Ferner hat dieser Aspekt aus meiner Perspektive den Inhalt noch einmal spannungsmäßig gesteigert.

Auch führte dies dazu, dass ich wirklich ein wenig Angst vor dem Ende gehabt habe und definitiv sehr pessimistisch unterwegs gewesen bin. Vielleicht lag das daran, dass ich subjektiv ein bittersüßes Finale erwartet habe. Auf den letzten Buchseiten entwickelten sich meine Erwartungen jedoch ins Gegenteil und ich bin rückblickend froh darüber, dass es sich mehr oder minder um ein Happy End gehandelt hat. Sofern ich hier eine gewisse Stelle auslasse, die dem eventuell widerspricht. Mehr möchte ich nicht verraten. Des Weiteren besteht der Inhalt nicht nur aus dem Erzählstrang der Gegenwart, sondern vergangene Ereignisse werden ebenfalls erläutert.

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Vera Zischke: Ava liebt noch

„Ich bin gerade mal 43 Jahre alt. Die letzten zwölf davon war ich eingefroren“. Das ist ein zentraler Satz aus dem Roman über Ava, eine „ganz normale“ Hausfrau und Mutter von drei Kindern im Alten von 12, 10 und 5 Jahren. Ihren Beruf als Lektorin hat Ava aufgegeben, um sich zunächst um die Kinder zu kümmern. Bis sie aus dem Gröbsten raus sind, wie man sich das so vorstellt. Ihr Mann Ralf macht währenddessen Karriere als renommierter Anwalt. Ava fühlt sich nicht mehr gesehen, nicht mehr begehrt und eher wie ein Möbelstück. Dann lernt sie Kieran kennen. Student, neunzehn Jahre jünger als Ava, verdient sich mit Nebenjobs sein Auskommen und bringt Avas Tochter das Schwimmen bei.

Als er Mia vorm Ertrinken rettet, kommen sie sich näher. Auf dem Krankenhausflur gesteht Ava Kieran, dass sie selbst nicht in der Lage gewesen wäre, ihre Tochter zu retten, sie kann nicht schwimmen. Kieran bietet an, ihr Schwimmunterricht zu geben, vormittags, wenn im Hallenbad kaum Betrieb ist. Aus dem Schwimmunterricht wird bald mehr. Ava und Kieran verlieben sich, stürzen sich in eine Affäre, die – wie sie sich beide bewusst sind – keine Zukunft haben kann. Der Altersunterschied! Das Gerede im Ort! Die Hänseleien, denen die Kinder ausgesetzt wären. Ava will nicht, dass Kieran sich die Chance verbaut, eine jüngere, passende Frau kennenzulernen, eine eigene Familie zu gründen. Sie unterstützt ihn bei seiner Abschlussarbeit in Literaturwissenschaften, mit der er sich schwertut. Kieran wird an einer renommierten Journalistenschule angenommen, ihre Wege trennen sich.

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Lilly Lucas: This could be home

Seit Laurie Greenfield von dem gefeierten Big Wave Surfer Griffin »Chip« Chipman vor dem Ertrinken gerettet wurde, steht für sie fest, dass sie Rettungsschwimmerin werden möchte. Dafür ausbilden soll sie Chips Bruder Tristan, der Lifeguard ist, allerdings kein Geheimnis daraus macht, dass er Laurie für völlig ungeeignet hält, den harten Bedingungen am rauen North Shore standzuhalten. Doch während er Laurie trainiert, merkt er, dass viel mehr in ihr steckt, als er dachte. Und dass sie ein ziemlich bezauberndes Lächeln hat. Auch Laurie muss ihre Meinung von Tristan überdenken, als ihr bewusst wird, dass er nicht nur zu ihr hart ist, sondern auch zu sich selbst. Vor allem fragt sie sich, was der Grund dafür ist …

Ein Buch, in das man sich einfach verlieben muss. Bereits im ersten Band war ich dem Setting verfallen und im Zweiten war es mindestens genauso schön. Es gab keinerlei Längen, keine zu überspitzten Dramen.

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Freya Sampson: Ms Darling und ihre Nachbarn

Warmherzige Geschichte über die Schwierigkeit, denen zu helfen, die sich nicht helfen lassen wollen

Wieder hat diese wunderbare Autorin einen herzerwärmenden Roman verfasst, voller liebenswerter Gestalten, die alle ihr Päckchen zu tragen haben und sich schwertun, Hilfe anzunehmen.

Im Mittelpunkt steht die titelgebende Ms Dorothy Darling – auf dem Ms besteht sie ostentativ. Sie ist inzwischen weit über 70, lebt seit vielen Jahren allein in ihrer Erdgeschosswohnung in einem etwas in die Jahre gekommenen, einst sehr herrschaftlichen Mietshaus. In der Wohnung ihr gegenüber wohnt der etwa gleichaltrige Joseph, der eine neue Untermieterin aufnimmt. Diese, die sich Kat nennt, zieht sofort den Unwillen Dorothys auf sich, einfach nur, weil Kat pinkfarbene Haare und einen zerfransten Rucksack hat.

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Jardine Libaire: Dein Herz, ein wildes Tier

Das Lager in der Einsamkeit hätte eine Zuflucht für Außenseiter werden können, insbesondere für Menschen ohne Ausbildung und Perspektive. Doch der Drogenboss Tim hatte seine eigenen Pläne, als ihm die Aufsicht über das ehemalige Pfadfinder-Lager in Oklahoma übertragen wurde. Weit weg von allem lebte er dort mit einer wilden Gruppe von Außenseitern. Sie hingen ab, soffen, nahmen Drogen, fuhren mit ihren Bikes durch die Gegend, und immer wieder wurden in der Scheune Drogen gekocht.

So sah das Leben von Ernie, Coral, Staci und Ray unter Tims „Herrschaft“ aus. Jeden Tag arrangierten sie sich irgendwie, waren irgendwie unglücklich und hatten keine Idee, wie es mit ihnen weitergehen sollte.

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Leonie Lastella: Your eyes on me

Als ich von den „True Story“ Büchern des heartlines Verlags hörte, war ich sehr neugierig darauf, muss aber sagen, dass dies bereits das zweite Buch dieses Verlages war, dass mich nicht so überzeugen könnte wie gedacht. Der Klappentext klang vielversprechend und ich war neugierig auf die echte Geschichte, die in dem Buch behandelt wird.

Es geht um Alea, die ihren Plus-Size-Körper mag und dies verbreitet sie auch auf ihren Social-Media-Accounts. Sie bekommt viel positives Feedback dazu und wird darin bestärkt, mit ihrer schweren Vergangenheit Frieden zu schließen. Aber der Frieden kann nur aufrechterhalten werden, wenn sie im echten Leben niemanden zu nahe kommt, besonders nicht Männern wie Titus, die ihre Körper einfach optimieren und alle, die ein wenig dicker sind, runtermachen. Genau solche Menschen haben Alea das Leben früher zur Hölle gemacht und doch kommt Titus plötzlich in ihr Leben und stellt ihr Herz auf den Kopf …

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Dana Lukas: Eichhörnchenglück

Etwas seichter, aber netter Roman um ein verkorkstes Mutter-Tochter Verhältnis

Ich-Erzählerin Annike kommt nach Hause in ihr Elternhaus, weil ihr Onkel Theo sie darum gebeten hat. Denn ihre Mutter Edith liegt nur noch im Bett, weigert sich, ihr Zimmer zu verlassen, lässt sich stattdessen von ihrem Bruder Theo bedienen und umsorgen.

Annike hat schon seit jeher kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter und nun, einige Monate nach dem Tod ihres Vaters ist es auch nicht besser. Beide finden keinen Zugang zueinander, jedes Wort wird verdreht, jede Unterhaltung endet im Streit. Annike, inzwischen Mitte vierzig, hat nie einen sogenannten „anständigen“ Beruf erlernt, verdient ihr Geld mehr schlecht als recht als Musikerin, lebt in einer WG, hat ganz offensichtlich kein Interesse daran, eine eigene Familie zu gründen oder ein „geregeltes“ Leben zu führen.

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David Safier: Die Liebe sucht ein Zimmer

Bei einem Film würde man vorab lesen: dieser Film beruht auf wahren Begebenheiten. Hier ist es ein Theaterstück, das diesem bewegenden Roman zu Grunde liegt. Bei Recherchen für sein Buch „28 Tage“, ist David Safier auf dieses Theaterstück gestoßen, das im Januar 1942 im Warschauer Ghetto aufgeführt worden ist. Danach nicht mehr. Das Manuskript war in die Versenkung geraten. Safier hat dieses Manuskript leicht bearbeitet und das Theaterstück zur Handlung seines Romans gemacht.

Im Mittelpunkt steht das Ensemble des Femina-Theaters, das damals eines von insgesamt fünf Theatern im Warschauer Ghetto gewesen ist. Im Stück geht es um zwei junge Paare, die vom Wohnungsamt dasselbe Zimmer zugewiesen bekommen haben und nun sehen müssen, wie sie damit klarkommen. Wohnungsnot – etwas anderes zu finden, war ausgeschlossen. Damals lebten rund 460.000 Menschen auf etwa drei Quadratkilometern zusammengepfercht, umgeben von einer hohen Mauer mit Stacheldraht. Krankheiten wie Typhus waren an der Tagesordnung, der Tod gehörte zum Leben, nicht nur durch die Nazis, die wahllos Menschen erschossen, die sich ihnen in den Weg stellten. Hunger und Leid gehörten ebenso zum Alltag wie die Angst vor der nächsten grundlosen Kontrolle durch die Nazis. Die Schauspieler versuchten, den Menschen ein bisschen Freude im Alltag zu bereiten, sie zum Lachen zu bringen und sie für ein paar Stunden, die Angst vergessen zu lassen.

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