Bonnie Nadzam: Mr. Lamb

bonGegensätze prallen aufeinander im Debütroman „Mr. Lamb“ der Britin Bonnie Nadzam: Ihr Titelheld ist 54, ein wohlhabender Mann mit Liebe zum Land. Nach der Beerdigung seines Vaters trifft er die elfjährige Tommie, ein Schlüsselkind aus der Großstadt aus ärmlichen Verhältnissen, das von einem anderen Mädchen schikaniert wird. Gemeinsam ist beiden die Einsamkeit.
Einfühlsam beschreibt Bonnie Nadzam, wie sich das Paar näher kommt. Mr. Lamb zeigt dem Mädchen die Schönheit eines anderen Lebens außerhalb der Stadt und täuscht eine Entführung in die Rocky Mountains vor. Es ist ein behutsam und mit großer Erzählkraft geschriebener Roman über Grenzen zwischen zwei Menschen, Verletzlichkeit, Vertrauen und die Einsamkeit.

Bonnie Nadzam: Mr. Lamb.
dtv, Januar 2014.
240 Seiten, Taschenbuch, 14,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Jess Walter: Die finanziellen Abenteuer des talentierten Poeten

jessDer ehemalige Wirtschaftsjournalist Matt Prior hat ein paar Probleme: Seine Frau geht fremd, er hat einen demenzkranken Vater zu betreuen, kann die Raten für sein Haus nicht mehr zahlen und ist arbeitslos.

Eine seiner Ideen, sich aus der Misere zu befreien, ist eine Homepage zu betreiben, die sich auf poetische Weise mit Wirtschaftsthemen beschäftigt. Der Versuch geht schief, weil sich kein Mensch für ein solches Internetangebot interessiert, wie der Leser sich leicht denken kann. Dann trifft er beim nächtlichen Milchkauf am Kiosk ein paar zwielichtige Gestalten und seine nächste Fehlentscheidung wird geboren: Matt beschließt, unter die Drogendealer zu gehen … Weiterlesen

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Dimitri Verhulst: Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau

derWas wäre, wenn man seiner Umwelt vorspielen würde, man wäre dement und würde in einem entsprechenden Heim untergebracht? Würde man damit nicht auch ein gewisses Maß an Freiheit gewinnen? Mit dieser Idee spielt der flämische Autor Dimitri Verhulst, geboren 1972, in seinem Roman „Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau“. Besagter Bibliothekar, Désiré (mir war nicht klar, dass das auch ein männlicher Vorname sein kann) Cordier, 74 Jahre alt, liefert eine schauspielerische Glanzleistung ab, um von seiner verhassten Frau, unter deren Pantoffel er steht, wegzukommen und in ein Heim für Demenzkranke umziehen zu dürfen. Dort tut er nicht viel mehr als sein Schauspiel fortzusetzen und die anderen Bewohner zu beobachten. Unter anderem trifft er auch eine Jugendliebe wieder. Weiterlesen

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Daniel Kampa: Mondscheingeschichten

kampaDer Herausgeber Daniel Kampa hat in dem Band „Mondscheingeschichten“ dreiundzwanzig Erzählungen ausgewählt, die sich – wie der Titel besagt – um den Mond drehen.
Durch die bunte Mischung von Geschichten und Gedichten verschiedenster Autoren wird jedes Genre bedient. Die eine oder andere Erzählung hat man vielleicht vor langer Zeit schon einmal gelesen, wie zum Beispiel „Der kleine Häwelmann“ von Theodor Storm oder das „Abendlied“ von Matthias Claudius.
Auch zeitgenössische Autoren wie Paul Auster mit seiner Erzählung „Mond über Manhattan“ oder Banana Yoshimoto mit „Moonlight Shadow“ sind in diesem Buch vertreten. Weiterlesen

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Jan Weiler: Das Pubertier

dasVon Geburt an kennen die Leser von Jan Weiler Töchterchen Carla. Jetzt ist sie 13 und ein „Pubertier“. Für ihren Vater, wie für viele andere Eltern, eine Herausforderung. In 22 humorvollen Geschichten, seines neuen Bestsellers versucht der 47-Jährige herauszufinden, wie Töchter in der Pubertät ticken. Und scheitert, wie wohl die meisten Eltern.
Mütter und Väter von Teenagern werden alles wiedererkennen und über die genauen, treffenden und witzigen Beobachtungen von Jan Weiler mehr schmunzeln als über die Illustrationen von Till Hafenbrak. Weiterlesen

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Cécile Harel: Während wir warten, bis die schönen Zeiten wiederkehren

warten„… Manche Leute leisten außerordentliche Dinge oder grübeln über ihre Bestimmung, ich dagegen kann nur über meine Vergangenheit nachdenken. Als Kind habe ich geweint, weil mir meine Mutter fehlte, dabei war sie da, und als Erwachsene weine ich über ihren Tod.“ (Seite 237)
Marie, eine Frau in den besten Jahren, verliebt sich auf einer Party in einen Fremden, von dem sie sofort eines weiß: Der ist es. Bei ihm findet sie endlich ihren Heimathafen und die schon lange vermisste Geborgenheit. Weiterlesen

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Daniel Glattauer: Die Wunderübung

Glattauer_final_rz.inddJoana und Valentin, ein Ehepaar um die vierzig, das Leben ist ihnen irgendwann zwischen die Liebe gekommen, aber zum Aufgaben sind sie noch lange nicht bereit. Deswegen wenden sie sich an einen Paartherapeuten. Beide nehmen die Sache auch ernst, allerdings erwarten sie viel zu viel von diesem Berater. Sie kommen in der Erwartung, der Berater würde etwas – was auch immer „machen“ – und sie würden sich anschließend besser verstehen. Das kann natürlich nicht funktionieren und das macht der Berater ihnen sehr schnell klar. Sie müssen an sich selbst arbeiten. Aber alle Übungen des Beraters scheitern an beider Unfähigkeit sich aufeinander einzulassen. Es ist nicht so, dass sie unwillig wären, sie können es einfach nicht, so fest sie es auch versuchen. Bis der Berater die „Wunderübung“ ersinnt und wirklich etwas „macht“, was die Beziehung der beiden verändern wird. Weiterlesen

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Emma Healey: Elisabeth wird vermisst

maudMaud ist um die 80 Jahre alt und lebt noch in ihrer alten Wohnung allein. Regelmäßig schauen ihre Tochter Helen und eine Pflegekraft bei ihr nach dem Rechten. Mit kleinen Zettelbotschaften versucht sie, ihr Gedächtnis auf Trab zu halten. Doch das klappt auch nicht immer so gut. Manchmal findet sie sich irgendwo wieder und weiß gar nicht, wie sie dorthin gekommen ist, ein anderes Mal fällt ihr gar nicht mehr ein, was sie in der letzten Minute noch gedacht hat. Aber eins ist für Maud sicher: Ihre Freundin Elisabeth, etwa im gleichen Alter, wird vermisst! Und das kümmert keinen etwas! Obwohl Maud sicher seit Wochen nicht mehr mit ihr telefoniert oder sie gesehen hat, interessiert die Polizei sich nicht im Geringsten für den Fall. Maud beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln. Weiterlesen

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Stefan aus dem Siepen: Der Riese

rieseWegen der schönen Sprache sind die ersten Roman des in Essen geborenen Autors Stefan aus dem Siepen gelobt und viel gelesen worden. Die gibt es auch in „Der Riese“.
Die Geschichte ist ein Märchen, das von Tilman Wölziger, der nicht aufhört zu wachsen und schon mit 17 Jahren 2,39 Meter groß ist. Für den Dachdeckerbetrieb des Vaters ist er ungeeignet, und Frauen springen auch nicht so an.
Tilman igelt sich ein, baut sich einen Pavillon, in dem er stehen kann und beginnt schließlich sein Leben als größter Mann der Welt zu vermarkten. Damit rettet er auch seine Familie aus dem finanziellen Ruin. Dann tritt Nina in sein Leben. Zwischen Märchen und Parabel mäandert der Roman, nimmt mit einer feinen Sprache gefangen und bezaubert mit der Geschichte des Außenseiters, der am liebsten Bücher liest und Klavier spielt.

Stefan aus dem Siepen: Der Riese.
dtv, April2014.
200 Seiten, Taschenbuch, 14,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Ayana Mathis: Zwölf Leben

121925 bringt Hatty in jungem Alter ihre ersten Kinder auf die Welt, Jubilee und Philadelphia. Sie sieht in deren Zukunft Großes und freut sich darauf, die Kleinen auf ihrem Weg zu begleiten. Doch sie werden kaum ein Jahr alt und sterben an Lungenentzündung. Doch ihnen sollen noch viele Geschwister folgen, die alle ihr Glück machen wollen. Hatties Kinder könnten unterschiedlicher nicht sein und so führt sie auch ihre Reise an die unterschiedlichsten Orte Amerikas, eines Landes, in dem Schwarzen es nicht immer leicht haben. Weiterlesen

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