Véronique Olmi: Das Glück, wie es hätte sein können

das„Das Glück wie, es hätte sein können“ spielt mitten in Paris und erzählt vom Glück und Unglück dreier Personen. Eigentlich stimmt doch alles, eigentlich führen sie ein glückliches Leben, denkt man, während die Autorin uns Lucie und ihren Ehemann Serge in ihrem schönen Haus in Montmartre, sowie Suzanne und ihren Mann Antoine in ihrer kleinen Wohnung näher bringt. Beide Ehen zerbrechen, weil Serge und Suzanne sich ineinander verlieben.

Paris, Montmartre, ein schönes Haus, in dem eine glückliche Familie wohnt: Der sechzigjährige Immobilienmakler Serge mit seiner um dreißig Jahre jüngeren, hübschen Frau Julie und zwei Kindern. Weiterlesen

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Dorothea Böhme: Neben der Spur ist auch ein schöner Weg

doroDrei Frauen haben Probleme mit ihren Männern und reißen aus nach Italien. Zufällig treffen sie sich und machen sich auf eine Abenteuerreise. Es ist eine Zweckgemeinschaft, die Dorothea Böhme in ihrem Sommerroman „Neben der Spur ist auch ein schöner Weg“ auf die Reise schickt: Laura ist 17 und schwanger von ihrem Freund, der nun eine andere hat. Die 73 Jahre alte Margot will ihr Sohn nach dem Tod ihres Ehemannes in ein Altersheim abschieben, und die geheimnisvolle Sabine fährt mit einem Koffer voller Geld durch die Gegend.
Es geht nach Verona, Florenz, Rom und Sizilien. Und natürlich siegt die Liebe, aber auch einen Krimi hat Dorothea Böhme in diese Geschichte eingebaut. Der endet mit einer wilden Verfolgungsjagd im Wasser.

Dorothea Böhme: Neben der Spur ist auch ein schöner Weg.
Blanvalet, April 2014.
288 Seiten, Taschenbuch 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Karl Ove Knausgård: Leben

kalrDie Werke des norwegischen Schriftstellers Karl Ove Knausgård sind für mich eines der erstaunlichsten Phänomene im modernen Literaturzirkus. Wie kann es sein, dass ein dermaßen langweiliges und selbstverliebtes Geschreibsel so viele Anhänger hat? Die meisten Kritiken sowohl bei Amazon als auch in den Feuilletons sind positiv, in Norwegen mussten Firmen angeblich Knausgård-freie Tage einführen – kein Lesen und Diskutieren während der Arbeitszeit – , teilt Spiegel online mit. In den USA gibt es offenbar gerade einen wahren Knausgård-Hype … Weiterlesen

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Nick Hornby: Jeder liest Drecksack

nickEin Meister der Verdichtungskunst war der britische Bestseller-Autor Nick Hornby schon in seinen Romanen. Jetzt hat der 57-Jährige mit „Jeder liest Drecksack“ eine Erzählung veröffentlicht, die kürzer kaum sein könnte. Zweisprachig (Englisch und Deutsch) ist das nur 128 Seiten dünne, in großer Schrift gedruckte Büchlein.
Humorvoll erzählt der Bestseller-Autor die Geschichte von Charlie und Elaine, die sich scheiden lassen wollen. Nur dumm, dass Elaine Kolumnistin bei einer Sonntagszeitung arbeitet und nun allwöchentlich das Ehe-, Sex- und Privatleben des gescheiterten Paars vor ihren Lesern ausbreitet. Und jeder liest die tabulosen Anekdoten „Drecksack. Leben mit dem Ex“.
Der traurige Versager lernt „Miststück“ kennen: Helena, die auch Opfer eines Rosenkriegs in einer Kolumne ihres Ex‘ ist. Hornby erzählt aber beide Geschichten nicht zu Ende und lässt die Leser am Schluss ratlos zurück.

Nick Hornby: Jeder liest Drecksack.
KiWi Taschenbuch, Juni 2014.
128 Seiten, Taschenbuch, 6,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Robin Sloan: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

dieClay arbeitet in der Nachtschicht einer besonderen, irgendwie schrägen Buchhandlung. Allein schon die Tatsache, dass Mr. Penumbras Buchhandlung 24 Stunden am Tag geöffnet hat, ist sonderbar genug. Dass nachts sogar Kunden kommen, unterstreicht dies noch mehr. Und diese Kunden selbst sind auch komisch. Clay hat die Anweisung, zu jedem Kunden eine Art Logbuch zu führen, in dem er Aussehen, Stimmung und Besonderheiten festhalten soll. Und niemals, niemals soll er in eines der Bücher im hinteren Teil des Ladens schauen. Eines der Bücher, die die seltsamen Männer des Nachts ausleihen. Doch die Versuchung ist zu groß und Clay kommt einem Geheimnis auf die Spur. Weiterlesen

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Jessica Keener: Schwimmen in der Nacht

keen18 Jahre hat die Amerikanerin Jessica Keener an ihrem Debütroman geschrieben. Das hat sich gelohnt: „Schwimmen in der Nacht“ ist ein atmosphärisch dichtes Buch in einer sehr schönen Sprache.
Keener erzählt im Rückblick das Leben des Mädchens Sarah Kunitz. Dass sie eine Jüdin ist, die in einer reichen Familie mit Dienstmädchen in Boston lebt, ist für die Handlung nicht so wichtig. Der Roman ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden einer 15-Jährigen, die vom Verlust der Mutter nach einem Autounfall erzählt, vom Auszug des älteren Bruders, vom Leben mit zwei weiteren Geschwistern, vom ersten Freund, einer Abtreibung und der neuen Frau des Vaters. Musik, die die Mutter geliebt hat, wird schließlich zum Glücksbringer.

Jessica Keener: Schwimmen in der Nacht.
C.H. Beck, Januar 2014.
335 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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David Guterson: Zwischen Menschen

zwiIn zehn Geschichten zeigt David Guterson auf, was sich – gemäß dem treffenden Buchtitel – zwischen Menschen abspielt. Er schaut hinter die Fassaden, legt das Seelenleben seiner Figuren offen, zeigt Probleme, unterschiedliche Erwartungshaltungen, Sichtweisen auf. Immer handelt es sich bei seinen Protagonisten um Menschen in einem bereits reiferen Alter, die ein mehr oder minder bewegtes Leben hinter sich haben.
„Mieterin“ ist eine Geschichte, in der ein Vermieter seiner unbekannten Mieterin in seinen zwanghaften Gedanken eine immer mysteriösere Rolle zuschreibt. Weiterlesen

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Katherine Dunn: Binewskis – Verfall einer radioaktiven Familie

bine„Geek Love“ von Katherine Dunn hatte in den 90er-Jahren in Amerika wahren Kultstatus. Prominente wie Nirvana-Frontman Kurt Cobain oder Regisseur Terry Gilliam zählten den Roman zu ihren Lieblingsbüchern.

Umso verwunderlicher ist es, dass er erst jetzt – 25 Jahre später – unter dem ind. Die Eltern Al und Lil haben mit allerlei Medikamenten vor und während der Titel „Binewskis – Verfall einer radioaktiven Familie“ auf Deutsch erschienen ist.Die Binewskis sind eine Zirkusfamilie mit fünf sehr absonderlichen Kindern. Da ist Aquaboy Arturo, der anstelle von Armen und Beinen Flossen hat, die ewig streitenden siamesischen Zwillinge Elly und Iphi, die bucklige Zwergin Olympia, aus deren Sicht die Geschichte erzählt ist – und schließlich Chick, den die Eltern erst aussetzen wollten, weil er zu normal schien. Weiterlesen

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Erich Hackl: Drei tränenlose Geschichten

dreiErich Hackl ist ein Erzähler, der penibel dokumentiert. In „Drei tränenlose Geschichten“ hält er die Erinnerung dreier verschiedener Tragödien wach.

Hackl beschreibt die Flucht der jüdischen Familie Klagsbrunn nach Südamerika über mehrere Generationen. Zum einen lesen wir von der Flucht 1938 aus Österreich nach Brasilien, später von Berlin wieder zurück nach Rio de Janeiro. Ausführlich erläutert Hackl die Stationen der Großfamilie: Ihr Emporkommen, ihre Enteignung mit anschließender Flucht und Widerstand, erneute Haft und Folter der Nachgeneration. Weiterlesen

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Priscille Sibley: Ich versprach dir die Liebe

liebeAls seine eigene Frau Elle in die Notaufnahme eingeliefert wird, bricht für den Arzt Matt eine Welt zusammen. Schwerwiegende Hirnverletzungen, irreparabel. Dann stellt sich zu allem Überfluss auch noch heraus, dass Elle schwanger ist. Ein Baby, das hatten sie sich über Jahre hinweg gewünscht, aber mehrere Fehlgeburten hatten den Traum in immer weitere Ferne rücken lassen. Matt ist sich sicher, dass Elle alles dafür gegeben hätte, dem ungeborenen Baby auf die Welt zu helfen. Er entschließt dagegen, die Geräte seiner hirntoten Frau abschalten zu lassen und so dem Baby zur Weiterentwicklung zu verhelfen. Doch da stellt sich ihm jemand in den Weg, von dem er dies niemals erwartet hätte. Die Frau, die ihn in einer solchen Situation am meisten unterstützen sollte, gibt alles dafür, eine vor mehr als 15 Jahren gemachte Patientenverfügung ihrer Schwiegertochter durchzusetzen. Notfalls auch vor Gericht. Weiterlesen

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