Gavin Extence: Das unerhörte Leben des Alex Woods

alex„Sterbehilfe“ ist das zentrale Thema im Debütroman des 1982 geborenen englischen Autors Gavin Extence mit dem komplizierten Titel „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“. Und wenn man die Vielzahl der zumeist positiven Lesermeinungen auf der Internet-Plattform Amazon sieht, scheint das Buch erstens auf ein ungewöhnlich großes Interesse zu stoßen und zweitens hervorragend anzukommen.

Es geht um die Freundschaft eines Jungen im Teenager-Alter mit einem älteren Mann. Als Letzterer erkrankt, stehen beide vor einer schwierigen Entscheidung. Doch bevor es soweit ist, gründen sie unter anderem einen Kurt-Vonnegut-Lesezirkel und verstehen sich auch sonst ganz hervorragend. Weiterlesen

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Alan Bennett: Leben wie andere Leute

alanAm 9. Mai wird Alan Bennett 80 Jahre alt. Der Wagenbach Verlag gratuliert dem britischen Romancier und Theaterautor mit dem Buch „Leben wie andere Leute“, das Bennett in England schon zu seinem 75. Geburtstag veröffentlicht hat.
So wie liebevoll wie Bennett zuvor „Die souveräne Leserin“ und das alte Ehepaar in „Cosi fan tutte“ beobachtet hat, so beschreibt er nun seine eigene Verwandtschaft: die Eltern, Tanten und Großeltern. 1966 zog die Familie des Schriftstellers von Leeds aufs Land. Weiterlesen

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Michel Bussi: Das Mädchen mit den blauen Augen

augeAls es im Dezember 1980 auf einem Flug nach Frankreich zu einem Absturz kommt, überlebt nur ein einziger Passagier: ein blauäugiger Säugling. Das Problem: An Bord waren zwei weibliche Säuglinge im etwa gleichen Alter. Um welches der Kinder handelt es sich nun? Diese Fragen können die Großeltern der beiden Mädchen klar beantworten: Es ist natürlich ihr Kind! Doch wer hat wirklich überlebt Lyle-Rose oder Emilie? Ein Gericht spricht nach monatelanger Recherche das Kind den Großeltern von Emilie zu. Doch Lyle-Rose‘ Verwandte geben nicht auf und engagieren einen Privatdetektiv. Achtzehn Jahre lang recherchiert er in dem Fall und mittlerweile ist Emilie eine erwachsene junge Frau, die noch immer ihre Identität nicht mit Sicherheit kennt. Weiterlesen

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Gaby Hauptmann: Liebling, kommst du?

gaby20 Wochen stand Gaby Hauptmanns letzter Roman auf den Bestsellerlisten. Heute erscheint ihr neuer Roman. Und in der Heldin aus „Liebling – kommst Du?“ werden sich viele der Stammleserinnen wiedererkennen.

Nele arbeitet bei der Volkshochschule; ihr Mann Björn ist mit 48 Jahren freigestellt worden in seiner Bank und sucht jetzt eine Ersatzbefriedigung – und neue Freunde. Und die gehören zu einer Harley-Gang. Damit ist auch das Thema Midlife-Krise auf dem Tisch. Weiterlesen

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Jonathan Tropper: Der Sound meines Lebens

jonSilver gehört in die in der Literatur viel beschriebene Spezies des sympathischen Losers. Er lebt in einer Art Wohnheim für gestrandete Ex-Ehemänner, schaut hübschen, aber unerreichbaren Frauen nach und sieht ansonsten wenig Gründe weiterzuleben – zumal ihn seine Frau Denise vor Jahren verlassen hat und seine Tochter Casey nichts von ihm wissen will. Da kommt ihm ein Aneurysma gerade recht, das er nur dann überlebt, wenn er sich operieren lässt. Das will er aber nicht. Klar, dass das noch nicht das Ende in Jonathan Troppers Roman „Der Sound meines Lebens“ ist … Weiterlesen

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Claudia Brendler: Dösende Möwen

moweClara Tümmler hat es fast geschafft. Statt den Bäckerssohn zu heiraten und die elterliche Metzgerei in ein Weck-und-Wurst-Imperium zu verwandeln – oder sollte man sagen: »Weck und Worscht«, wie in ihrer Rheinhessischen Heimat üblich – studiert sie im fünften Semester an der Schauspielschule. Nicht nur das, sie hat eine heiße Affäre mit Dr. Adrian Steinhöfer, ihrem Dozenten, einem Vokalfetischisten, der sich von ihr ‚Lümmelchen‘ nennen und anzügliche ‚I’s und ‚Ö’s vorsäuseln lässt.
Und jetzt will er sie sogar ans Wiener Burgtheater zum Vorsprechen vermitteln! Weiterlesen

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David Gilbert: Was aus uns wird

davidSöhne von berühmten Vätern haben‘s oft schwer, ihren eignen Platz im Leben zu finden und sich zu emanzipieren. Genau das ist eines der Themen in David Gilberts höchst lesenswertem 640-Seiten-Wälzer „Was aus uns wird“.

Das Buch beleuchtet auf glaubhafte und unterhaltsame Weise die männlichen Mitglieder der Familie Dyer. Da ist zunächst der große Schriftsteller A.N. Dyer, der vor Jahrzehnten unter dem Titel „Ampersand“ einen äußerst erfolgreichen Roman geschrieben hat, von dessen Ruhm er immer noch zehrt, obwohl er selbst mittlerweile ein Wrack ist. Weiterlesen

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Szczepan Twardoch: Morphin

morEinen düsteren und faszinierenden Lesesog mit den Zutaten Drogenkonsum, sexuelle Begierde, Gewalt, aber auch so etwas wie Liebe entwickelt der 590-Seiten-Wälzer „Morphin“ des polnischen Schriftstellers Szczepan Twardoch.

Der Roman, der im polnischen Original 2012 mit dem renommierten Polityka-Passport-Preis ausgezeichnet worden ist, spielt im Oktober 1939 in Warschau. Die Stadt ist nach der polnischen Kapitulation eine Stadt im Besatzungszustand. Einer ihrer Bewohner ist der wankelmütige und morphinsüchtige Ulanen-Leutnant Konstanty Willemann. Er fühlt sich hin- und hergerissen zwischen der Prostituierten Salomé und seiner Familie mit Frau Helena und einem kleinen Sohn. Auch für einige andere Frauen interessiert er sich. Außerdem ist Konstanty väterlicherseits Deutscher und spricht die Sprache des Besatzers perfekt. Das macht ihn interessant für eine Widerstandsgruppe, in deren Auftrag er in der Uniform seines Vaters eine Reise in ein vom Krieg bislang unbehelligtes Budapest unternimmt.

Diese Budapest-Episode bietet einen interessanten Kontrast zu den Kapiteln davor und danach, die im düsteren, teils zerstörten und besetzten Warschau spielen. Die negativen Charaktereigenschaften Konstantys scheinen wie weggeblasen. Er verliebt sich in seine Reisebegleiterin Dzidzia und erlebt ein paar Tage voller Glück. Das legt die Deutung nahe, dass Twardoch seinen Helden nicht allein verantwortlich für sein Handeln sieht. Auch die äußeren Umstände sind es, die die Menschen zu dem machen, was sie sind.

Der 1979 geborene Auto bedient sich einer sehr rauen, direkten Sprache und schreckt auch vor Gossenausdrücken nicht zurück. Das passt zur dunklen Gesamtatmosphäre des Buches und zum Thema. Twardoch bedient sich außerdem einer nicht näher beschriebenen allwissender Figur, die eine Art Begleiter, ein Engel oder ein Schatten Konstantys ist und sich immer mal wieder in Ich-Form einschaltet. Das und die Eigenart, dass Twardoch immer wieder unvermittelt Ereignisse aus der Vergangenheit der Figuren in den Erzählfluss einbaut, machen die Lektüre nicht unbedingt zu einem leichtgängigen Lesevergnügen – man sich schon ein wenig konzentrieren. Ein Aufwand, der sich insgesamt aber unbedingt lohnt.

Szczepan Twardoch: Morphin.
Rowohlt Berlin, März 2014.
590 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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Adriana Popescu: Lieblingsgefühle

layAls Layla von ihrer Weltreise zurückkehrt, warten in Stuttgart viele neue Lieblingsmomente auf sie: die erste eigene Foto-Vernissage, das erste Treffen mit ihrem neuen Galeristen und vor allem das lang ersehnte Wiedersehen mit Tristan. Alles scheint endlich perfekt. Doch während Layla sich über ihren plötzlichen Erfolg freut und eine neue Welt voll großer Chancen entdeckt, bemerkt sie nicht, dass sie alles, was ihr einmal wichtig war, verlieren könnte …

Auch in diesem zweiten Band schenkt uns Adriana Popescu wieder viele schöne Lieblingsmomente mit Layla und lässt uns an „ihrem“ Stuttgart teilhaben. Weiterlesen

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Mia Ajvide: Der Mann, der vergessen wurde

miaMit Jack passiert etwas Seltsames. Gestern führte er noch die Touristen durch das Schloss Myntholm und erzählte von der geheimnisumwitterten Grafentochter Alma. Und heute findet er neue Spuren von ihr und wird kurz darauf von jedem ignoriert. Seine Frau Aino fürchtet sich scheinbar grundlos vor ihm. Bei dem bleibt es allerdings nicht. Denn schon bald ist er für sie und jeden anderen ein unerwünschter Fremder. Jeder vergisst ihn, sobald er außer Sichtweite ist. Jetzt ist er ein Niemand, heimatlos. Das Überleben in einer so konfusen Situation treibt ihn schneller als ihm lieb ist an den Rand des Wahnsinns. Um nicht völlig durchzudrehen, versteckt er sich im Schlossmuseum, um im Hinblick auf die neuen Informationen Almas besondere Lebensumstände zu erforschen. Weiterlesen

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