Sabrina Janesch: Tango für einen Hund

hundDer 17-jährige Ernesto und sein argentinischer Onkel Alfonso träumen vom Land der Gauchos. Aber statt nach Argentinien führt die beiden die Reise mit Hütehund Astor durch Norddeutschland. Drei Tage ziehen sie durch die Lüneburger Heide und suchen Abenteuer, die es dort so gar nicht gibt.
Mit flotten Sprüchen und Sprachwitz hat die 29-jährige Autorin Sabrina Janesch den Roman „Tango für einen Hund“ garniert. Ein Roadmovie soll die Geschichte sein – weil Ernesto davon träumt, als Regie-Student an der Filmhochschule angenommen zu werden. Entstanden ist aber ein Buch, das nur das Zeug für eine Vorabendserie hat. Mehr Handlung und weniger Abstruses hätten dem Abenteuer in der norddeutschen Pampa gutgetan.

Sabrina Janesch: Tango für einen Hund.
Aufbau, Juli 2014.
303 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Linda Benedikt: Der Rest ihres Lebens

doroLinda Benedikts Protagonistin Dorothy lebt in London. Mit Mitte sechzig befindet sie sich in einer Lebenskrise. Alles was früher Bestand hatte und wichtig für sie war, ist anders geworden. Jetzt weiß sie mit ihrem Leben nichts mehr anzufangen. Vor allem das Alter macht ihr Angst. Sich neuen Gegebenheiten zu stellen und sich damit zu arrangieren fällt ihr schwer.

Als Dorothy ihre Souterrainwohnung im Londoner Süden an ein junges Paar vermietet, beginnt sie ihr Leben zu hinterfragen. Weiterlesen

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Ryan Bartelmay: Voran, voran, immer weiter voran

voranWas für ein starkes Debüt! Der amerikanische Autor Ryan Bartelmay begleitet in seinem ersten Roman „Voran, voran, immer weiter voran“ über Jahrzehnte hinweg eine Reihe von Menschen, die ein paar Fehler in ihrem Leben gemacht haben und fortan damit klarkommen müssen.

Im Mittelpunkt steht Chic Waldbeeser. Sein Hauptfehler: Er hat die falsche Frau geheiratet. Sie ist kaltherzig und liebt ihn nicht. Chic stellt stattdessen der Frau seines Bruders, Lijy, nach, der seinerseits wenig auf die Reihe bekommt. Weiterlesen

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Ernest Kwast: Fünf Viertelstunden bis zum Meer

funfVor drei Jahren fiel mir ein Roman des preisgekrönten japanischen Autors Haruki Murakami in die Hände. Ein „Männerroman“ aus Japan, den sicher auch viel Frauen gelesen haben, denn er ist literarisch von außerordentlicher Qualität. Es ist die Geschichte einer Obsession, geboren in den Kinder – und vorpubertären Jahren von Hajime und seiner Jugendliebe Shimamoto.
Das kann sicher jeder gut nachvollziehen. Es gibt, wenn ich etwas wühle in meinen Gedanken, Geschichten und Dramen aus all den erlebten Jahrzehnten, immer wieder das eine oder andere Gesicht aus der Vergangenheit, bei dem, wenn es dann tatsächlich auftaucht, ein Schwall Emotion einen nahezu unerklärlich überwältigt. Weiterlesen

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Shelly King: Mr. Lawrence, mein Fahrrad und ich

shellyWer einen leichten Unterhaltungsroman für lange Zugfahrten oder – in ein paar Monaten – einen Tag am Strand sucht, der ist mit Shelly Kings Debut „Mr. Lawrence, mein Fahrrad und ich“ gut bedient. Wer von Büchern etwas Tiefgang verlangt, der sollte die Finger von diesem Titel lassen.

Maggie, aus deren Ich-Perspektive dieser Roman geschrieben ist, verliert ihren Job in der IT-Branche. Sie heuert in einem heruntergekommenen, aber gemütlichen Antiquariat an. In einer alten Ausgabe von „Lady Chatterly“ von D.H. Lawrence entdeckt sie handschriftliche Notizen, die auf eine große Liebesgeschichte hindeuten. Weiterlesen

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Nikolaus Breuel: Schlossplatz, Berlin

nikoPolitische Entscheidungsprozesse im Bundestag und ihre gelegentliche Absurdität, aber auch die zeitweilige Flucht der Abgeordneten vor diesem Alltag sind die Themen in Nikolaus Breuels Debutroman „Schlossplatz, Berlin“.

Der charismatische Politiker Rödel setzt mitten in Berlin den Bau einer riesigen Badelandschaft durch. Doch das Projekt wird und wird nicht fertig. Immer neue Schwierigkeiten tauchen auf, immer mehr Geld versickert. Weiterlesen

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Favel Parrett: Der Himmel über uns

himmelFür viele 16-jährige Mädchen gibt es Spannenderes als auf einem Frachter anzuheuern und mit einem Seemann über die Weltmeere zu schippern. Für Isla nicht. Das schüchterne Mädchen wird im Roman „Der Himmel über uns“ des tasmanischen Autors Favel Parrett auf der „Nella Dan“ zum Kabüsenmädchen. Seemann Bo zeigt ihr die Welt auf den Wellen.
Für Isla ist das eine unbekannte, neue Welt. Das sehr schöne Buch ist aber kein Abenteuerroman, sondern eine leise, zarte und sehr innige Geschichte. Weiterlesen

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Alexander Osang: Comeback

comeAlexander Osang, der sich auch als Spiegel-Reporter einen Namen gemacht hat, begleitet in seinem neuen Roman „Comeback“ die fiktive Ostberliner Rockband „Steine“ über 30 Jahre hinweg.

Die Band, die sich nicht dagegen wehrt, als „Rolling Stones der DDR“ bezeichnet zu werden, steht unter der Knute der launischen, lauten und politisch engagierten Sängerin Nora. Weiterlesen

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Mark Watson: Hotel Alpha

hotelEin liebenswerter Roman über das Leben in einem fiktiven Londoner Nobelhotel ist dem englischen Komiker und Autor Mark Watson gelungen. Der Leser begleitet den ruhigen und sympathischen Concierge Graham, den egozentrischen Hotelbesitzer Howard York sowie eine ganze Reihe von anderen detailreich ausgearbeiteten Figuren über einen Zeitraum von etwa 40 Jahren bei ihrem Wirken im „Hotel Alpha“ – so auch der Titel des Romans. Weiterlesen

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Dieter Treeck: Ich hab noch ein Bein von dir

beinDie Dortmunder kennen einige der Chansons und Couplets von Dieter Treeck, weil seine Lebensgefährtin Kriszti Kiss sie manchmal in ihren Bühnenprogrammen rezitiert. Nun ist der Lyrikband von Treeck „Ich habe noch ein Bein von Dir“ mit 94 Gedichten, schrägen Vers-Satiren und „poetischen Alltagsnotizen“ erschienen. Und einige dieser Gedichte sind so kurios wie der Titel des Buches.
Über Hunde, Cafés, Menschen im Alltag und sogar einen Taschendiebstahl schreibt Treeck sehr gewitzt und unterhaltsam. Auch Dialoge hat er in Versform gebracht, und er nimmt die Leser mit in seine zweite Heimat Budapest und nach Polen.
Und man kann sich sofort vorstellen, wie die Chansontexte und Couplets auf einer Bühne klingen würden.

Dieter Treeck: Ich hab noch ein Bein von dir.
Universitätsverlag Brockmeyer, März 2015.
142 Seiten, Taschenbuch, 11,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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