Anna McPartlin: Die letzten Tage von Rabbit Hayes

rabbitWas macht man, wenn man nur noch neun Tage zu leben hat? Mia „Rabbit“ Hayes hat Krebs und kämpft. Sie versucht Ordnung in das chaotische Leben von Bruder und Schwester zu bringen, tröstet die Eltern und sorgt sich um ihre kleine Tochter Juliet und die beste Freundin.
Anna McPartlin erzählt von den letzten Tagen der 40-Jährigen in einem Hospiz in Irland – es ist ein tolles Buch zwischen Hoffnung und Verzweiflung.
Normalität und das Erinnern an früher prägen die ersten Tage, am sechsten Tag findet sich die Familie damit ab, dass Rabbit sterben wird, am siebten sprechen sie mit ihr über die Beerdigung. Und das Ende hat im Sterben etwas Tröstliches. – Ein sehr lesenswerter und nicht resignativer Roman.

Anna McPartlin: Die letzten Tage von Rabbit Hayes.
rororo, März 2015.
464 Seiten, Taschenbuch, 12,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Jon Bauer: Steine im Bauch

steinAls Kind hat er immer rumerzählt, er sei ein Pflegekind und lebe nicht bei seinen leiblichen Eltern. Dabei war es umgekehrt: In einem Haushalt voller wechselnder Pflegekinder war er der einzige Junge, dessen Eltern mit am Tisch saßen, dessen Eltern ihm nicht die Liebe entgegenbringen konnte, die er brauchte, die ihm nicht die Aufmerksamkeit gaben, die man seinem Kind geben sollte. Mit achtundzwanzig Jahren kehrt er zurück in sein Elternhaus. Der Vater ist mittlerweile verstorben, die Mutter dement und in einem schlechten gesundheitlichen Zustand, die Pflegekinder … Sie sind erwachsen geworden und verschwunden. Doch die Steine im Bauch sind geblieben, vor allem wegen dieses einen Kindes und dieses einen schlimmen Vorfalls. Weiterlesen

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Kamila Shamsie: Die Straße der Geschichtenerzähler

shamDas Thema „Loyalität“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichten der Autorin Kamila Shamsie. Mal ist es der blinde Gehorsam, die prägende Familie, eine Religion oder auch die gewalttätige Geschichte eines Volkes. Wird ein Mensch automatisch zu einem Verräter, wenn blinder oder geforderter Gehorsam eines Tages hinterfragt wird?
Im Jahr 515 vor Christus war Loyalität für den berühmten Helden Skylax viele Jahre keine Frage, bis neue Erfahrungen seine Meinung änderten. Labraunda (Türkei), ein Fluchtort der karischen Krieger und ihm, ist 1914 der Schauplatz für archäologische Ausgrabungen, an denen auch die junge Engländerin Vivian teilnehmen darf. Weiterlesen

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Boris Hillen: Agfa Leverkusen

agfaBoris Hillen hat ein Faible für Motorräder und offenbar auch für die Beatnik-Kultur um Jack Kerouac. Beides nimmt in seinem Roman „Agfa Leverkusen“ eine wichtige Rolle ein.

Der Inder Kishone Kumar möchte im Jahre 1977 die Kunst der Farbfotografie bei den Agfa-Werken in Leverkusen erlernen. Also beschließt er, gemeinsam mit einem Freund auf zwei Motorrädern aus der indischen Provinz nach Deutschland zu reisen. Weiterlesen

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Hera Lind: Eine Handvoll Heldinnen

heldAll‘ die Heldinnen und starken Frauen, deren Erlebnisse nicht genug Stoff für einen ganzen Roman von Hera Lind mit wahren Geschichten, die das Leben schreibt, liefern, hat die Bestseller-Autorin in ihrem neuen neuen Frauenroman „Eine Handvoll Heldinnen“ versammelt.
Katja, die sich von einem Ekel-Macho von Mann kommandieren lässt, lernt von der taffen Nachtclub-Chefin Erna, von Undine, die ihren Mann hingebungsvoll gepflegt hat, und der alten Frau Schröder, die ihren Mann aus der Kriegsgefangenschaft geholt hat, wie man sein Leben auch selbstbestimmt, als starke Frau meistern kann.
Den Weg zur Erleuchtung findet die unglückliche Heldin aber erst auf dem Jakobsweg, auf dem sie ihrer Tochter Juli, die mit Säugling im Kinderwagen voranstürmt, hinterhereilt. Juli sucht Jonas, ihren blinden Freund und Kindsvater, der die 300 Kilometer nach Santiago de Compostela voranmarschiert. Unterhaltsam und witzig erzählt Hera Lind auch die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung. Und nebenbei findet Katja natürlich auch neues Liebesglück.

Hera Lind: Eine Handvoll Heldinnen.
Diana, April 2015.
384 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Joseph O’Connor: Die wilde Ballade vom lauten Leben

lebenWer Rockmusik mag, der sollte Joseph O’Connors „Die wilde Ballade vom lauten Leben“ lesen. Auf über 400 eng bedruckten Seiten zeichnet der 1963 geborene irische Autor die Karriere der vierköpfigen englischen Band „The Ships“ nach. Die gab’s zwar nicht wirklich, aber ihr Werdegang steht für den von vielen bekannten Rock-Legenden.

Das Buch, das größtenteils aus der Ich-Perspektive des Gitarristen Robbie geschrieben ist, erzählt vom Karriere-Anfang der Band in irgendwelchen üblen Kneipen des Londoner Vororts Luton über die Zeit des großen Erfolgs mit Touren durch die großen Stadien dieser Welt bis hin zu einem finalen Comeback. Weiterlesen

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Paul Bokowski: Alleine ist man weniger zusammen

alleinDer in Berlin lebende Autor Paul Bokowski schreibt seine Geschichten in erster Linie, um sie auf den Lesebühnen „Brauseboys“ oder „Fuchs & Söhne“ vor Publikum vorzutragen – entsprechend kurz und pointiert sind sie.

In Buchform auf dem heimischen Sofa konsumiert, verlieren sie denn doch möglicherweise ein wenig von ihrem Reiz. Es fehlt das Live-Erlebnis der Lesung. Außerdem fällt es schwer, sich alle drei oder vier Seiten auf ein neues Thema einzulassen. Weiterlesen

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Corine Gantz: Das Lächeln von Paris

parisAnnie lebt mit ihren beiden kleinen Söhnen in ihrem großen Haus in Paris. Ihr Mann Johnny ist durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommen.
Lucas, ein Freund der Familie, warnt sie davor, das Haus zu verlieren, weil sie die Hypotheken nicht mehr bedienen kann.
Aus der Not heraus schaltet Annie, die aus den USA stammt, eine Zeitungsannonce in der sie Zimmer in Paris zur Untermiete anbietet, in ihrer alten Heimat.
Die schöne Lola, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann flüchtet, nimmt Kontakt mit Annie auf und zieht mit ihren beiden Kindern bei Annie ein. Weiterlesen

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Maylis de Kerangal: Die Lebenden reparieren

lebenOrganspende und -transplantation sind die Themen in Maylis de Kerangals Roman „Die Lebenden reparieren“. Das französische Original hat bereits mehrere Preise erhalten.

Als der 19-jährige Simon nach einem Unfall für hirntot erklärt wird, stellt sich bei aller Trauer schnell die Frage, ob seine Eltern ihn als Organspender freigeben wollen.

Die 1967 geborene französische Autoren begleitet in diesem sehr intensiven Roman die Menschen, die mit dieser Situation zu tun haben, über 24 Stunden hinweg. Sie schlüpft abwechselnd in die Köpfe des Opfers, der Eltern, der Ärzte, der Pfleger und zuletzt auch derjenigen, die die Organe des Toten empfangen sollen und damit Hoffnung auf ein neues Leben verbinden. Weiterlesen

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Sabine Katharina Wallefeld: Hinter dem Rot

rotAn ihrem ersten Tag im Seminar in Bonn, zum Start ihrer zweijährigen Referendariatszeit, lernen sie sich kennen: Julie, jung, ungestüm, gierig auf das Leben und Leander, der verheiratet ist und eine Familie hat. Lange wehren sich die beiden gegen ihre Gefühle, die wie eine Sturmwelle über sie hereinbrechen und mit sich fortreißen. Einen Sommer voller Euphorie und Leidenschaft verbringen die beiden miteinander. Doch Leander kann und will sich nicht entscheiden zwischen Julie und seiner Familie. Julie hofft und leidet und muss endlich einsehen, dass es für sie und Leander keine Zukunft gibt. Weiterlesen

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