Augusto Cruz: Um Mitternacht

augoEiner der berühmtesten Stummfilme, die heute als verschollen gelten, heißt „Um Mitternacht“ aus dem Jahr 1927. Regisseur war Tod Browning.

Der 1971 geborene mexikanische Autor Augusto Cruz nimmt diesen filmgeschichtlichen Fakt als Ausgangspunkt für einen Roman, in dem er einen Privatdetektiv auf die Suche nach dem verschollenen Streifen schickt.
Immer wieder vermischt der Autor dabei Fakten und Fiktionen, lässt real existierende Personen etwas erleben, das sie im wahren Leben nicht erlebt haben. Darf man das eigentlich? Es ist zumindest bedenklich. Weiterlesen

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Corina Bomann: Die Sturmrose

sturmNach ihrer Scheidung beginnt Annabel mit ihrer kleinen Tochter Leonie auf Rügen noch mal neu. Das Haus ist schön, aber nur gemietet, der Job läuft auch gut und eine Kita für Leonie ist rasch gefunden. Dann entdeckt Annabel am Hafen das baufällige Ausflugsschiff ‚Sturmrose‘ und ist sofort fasziniert. Sie will es kaufen und restaurieren, um daraus ein Café zu machen. Der gut aussehende Christian kreuzt jedoch ihre Pläne, denn auch er ist an dem Schiff interessierte. Die beiden schließen einen Deal und erwerben es gemeinsam, um das Café Wirklichkeit werden zu lassen. Bei genauerem Hinsehen entdeckt Annabel einen mysteriösen Brief hinter einer Paneele. Sofort fühlt sie sich an ihre eigene schmerzhafte Vergangenheit erinnert. Weiterlesen

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Julie Mebes: Der Himmel neben dem Louvre

mebesEin Buch für Paris-Fans und alle, die hinter Kulissen und Fassaden der Menschen dort blicken möchten und wissen wollen, wie tickt diese Stadt mit ihren Bewohnern.
Julie Mebes schreibt in 38 kurzen Kapiteln wie sie selbst diese Stadt erlebt. So erzählt sie mit einem Blick aus ihrem Fenster im 1. Arrondissement von ihren Nachbarn, lässt uns teilhaben an höchst amüsanten Gesprächen mit ihrer Concierge, oder wir begleiten sie durch kleine Straßen und über große Boulevards, erleben ein Dichterseminar, finden uns in einem Supermarkt, im Louvre unter deutschen Foto-Touristen, undund… Weiterlesen

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Nathan Filer: Nachruf auf den Mond

mondBei einem Campingurlaub ist Simon, der ältere Bruder von Matthew, tragisch verunglückt. Zehn Jahre später gibt sich Matthew daran immer noch die Schuld. In „Nachruf auf den Mond“ arbeitet Nathan Filer, ehemaliger Krankenpfleger einer Psychiatrischen Klinik, diesen Verlust auf. Das freundliche, mondförmige Gesicht von Simon, einem Kind mit Down-Syndrom, das immer für alle da war, verfolgt ihn.
Ein Buch wie eine Halluzination ist der Roman. Oft verstörend geschrieben. Richtig folgen kann man Matthew nicht. Für ihn ist Simon nicht tot, zumindest dann nicht, wenn er seine Medikamente abgesetzt hat. Für Menschen, denen ähnliches passiert ist, oder für Psychologen ist das ein interessantes Buch, für alle anderen eher nicht.

Nathan Filer: Nachruf auf den Mond.
Droemer, März 2015.
320 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Elli H. Radinger: Minnesota Winter

elliEine Frau entscheidet sich, die Annehmlichkeiten der Zivilisation hinter sich zu lassen und fortan in der Abgeschiedenheit Minnesotas zu leben. Dort will sie der ursprünglichen Natur und den Wildtieren ganz nahe sein. Sie zieht zu Greg, der bereits vierzehn Jahre in der einsamen Wildnis verbracht hat, in dessen selbst gebaute Blockhütte nahe der kanadischen Grenze. In der Hütte gibt es weder Strom noch Wasser. Im Winter fallen die Temperaturen auf minus 30 bis minus vierzig Grad. Weiterlesen

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Michael Wildenhain: Das Lächeln der Alligatoren

alliWenn eine Frau zu einem Lebensthema wird, einen jungen Menschen scheinbar für immer sexuell prägt, dann könnte so eine erste Liebe unter einem guten Stern stehen, eine erfüllende Liebe werden.
Matthias große Liebe beginnt, als er vierzehnjährig die um einige Jahre ältere Marta, die Pflegerin seines kranken Bruders, kennenlernt. Sie lässt sich von ihm beobachten und zeigt bereitwillig ihren Körper. Auf einer Feier knutscht sie mit ihm, um anschließend mit ihrer Kollegin ins Bett zu gehen.
Fünf Jahre später treffen sie sich in einem Hörsaal wieder. Inzwischen ist Matthias mit Bestnoten Student und Überflieger, während Marta als Gasthörerin und Autodidaktin den Vorlesungen beiwohnt. Wie früher übernimmt die lebenserfahrene junge Frau die Führung. Weiterlesen

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Katja Maybach: Die Nacht der Frauen

mayDie Nacht am 2. November 1939 hat das Leben der damals sechs Monate alten Dalia, von ihrer Mutter und deren jüdischen Freundin Leah radikal verändert. Katja Maybach erzählt die Geschichte im Roman „Die Nacht der Frauen“ in zwei Zeitebenen und so ergreifend schön und spannend, dass man von diesem warmherzigen Roman nur fasziniert sein kann.
Dalia ist mit einem Star-Pianisten verheiratet, ist nach dem Selbstmord der Mutter Ende der 50er aus ihrer Heimatstadt geflüchtet, wollte den Vater nie wiedersehen. Nun besucht sie ihn im Pflegeheim und findet in ihrem Elternhaus Dokumente, die ihr Leben umdrehen. Voller Überraschungen und Liebe steckt das Drama. – Für mich ist das Buch schon jetzt einer der berührendsten und schönsten Romane des Jahres.

Katja Maybach: Die Nacht der Frauen.
Knaur, März 2015.
336 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Cynthia Swanson: Als ich erwachte

wach1962: Katharyn, genannt Kitty, ist eine Frau, die steil auf die 40 zugeht, mit ihrer besten Freundin einen nicht mehr ganz so erfolgreichen Buchladen führt und darüber hinaus allein mit ihrem Kater eine kleine Wohnung teilt. Nicht gerade das, was Frauen in ihrem Alter für ein erfolgreiches Leben halten. Nachts beginnt sie plötzlich, seltsame Träume zu haben. Sie träumt sich einen Mann an ihre Seite und eine Schar Kinder. Als sich die Träume wiederholen und immer realer wirken, wird ihr klar, dass sie diesen Mann kennt! Vor gut acht Jahren hat sie mit Lars telefoniert und ein Date ausgemacht, doch er ist nie zu diesem erschienen. Sie findet heraus, dass Lars kurz nach dem Telefonat verstorben ist. In der Traumwelt scheint sie ihm während des kurze Zeit länger dauernden Telefonats das Leben gerettet und so ihr eigenes Leben maßgeblich verändert zu haben. Weiterlesen

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Donna Tartt: Der Distelfink

Der Distelfink von Donna TarttAu Mann, mal wieder ein Tausendseiter, ein „Kilobuch“, da muss man sich erst mal ran wagen. Lange genug habe ich gewartet, denn eigentlich fand ich „Die geheime Geschichte“ von ihr damals schon absolut faszinierend. Der Roman beginnt in der Gegenwart geht schnell in eine Rückblende, baut das Leben nach und endet heute. Als Roman oft so genutzt. Aber das muss man auch können. Und Donna Tartt kann es. Man wird in die Geschichte förmlich rein gezogen, erfährt viele (mir) unbekannte Sachen aus der klassischen Kunst und Malerei, erfreut sich an Details des Restaurierungswesen und kriegt quasi ganz nebenbei eingeschüttet, für was Menschen Geld ausgeben. Das ist die eine Seite. Die Didaktische. Wie man so schön sagt, die zweite Ebene eines Buches. Gibt bestimmt ein Fremdwort dafür. Weiterlesen

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Andrea Reichart: Rock im Wald

waldWährend die Autorin Candrine Cook (ja, sie schreibt genau solche Romane wie sich ihr Name anhört), die im wahren Leben Catrin heißt, auf einer Tagung Vorträge hält, ämüsiert sich ihr Mann zu Hause als Schützenkönig mit der Königin. Als Catrin auf einem Foto im Internet ihre eigene Kleidung im Gebüsch entdeckt, ist ihr klar, was zu Hause vor sich geht. Im Zug zurück lernt sie einen wirklich netten Anwalt kennen, hat jedoch bis auf weiteres keine Zeit, sich mit ihm zu befassen. Denn zu Hause angekommen stellt sie fest, dass ihr Mann ihre trächtige Hündin Diva irgendwo ins Sauerland abgeschoben hat. Der Hundesitter verunglückt auf dem Weg tödlich und die Hündin verschwindet im Wald. Catrin macht sich auf die verzweifelte Suche und läuft dabei dem dem Anwalt aus dem Zug eben nicht über den Weg. Die Hündin läuft zwar genau in SEINEN Wald, aber die beiden schaffen es, eine ganze Nacht lang aneinander vorbeizurennen. Weiterlesen

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