Der Weg in die Welt der Erwachsenen ist für Victor zunächst ein schleichender Prozess. Als Zweitgeborener nutzt er seine Freiheit, eigene Wege auszuloten. Einer ist das Lycée in Paris, die Eintrittskarte zur Eliteuniversität. Victor, das fleißige Landei mit scharfem Verstand, findet sich wie gewohnt in seiner Außenseiterrolle wieder. Ist er bei seinen Eltern der unverstandene Kluge, sehen die Mitschüler in ihm nur den mittellosen Provinzler. Wider Erwarten schafft er es im ersten Jahr unter die 20 Besten. In seinem zweiten einsamen und zugleich arbeitsintensiven Vorbereitungsjahr lernt er in den Pausen Mathieu kennen, der wie er als Außenseiter die gleiche ruhige Ecke zum Rauchen aufsucht. Auch Mathieu leidet unter dem Leistungsdruck und den verletzenden Bemerkungen der Lehrer.
An dem Tag, an dem Victor beschließt, Mathieu zu seinem Geburtstag einzuladen, eskaliert das angespannte Verhältnis zwischen dem angehenden Freund und einem Lehrer. Mathieu rennt aus dem Klassenzimmer und stürzt sich im Treppenhaus zu Tode. Victor ist bei diesem Freitod Ohrenzeuge und rennt zu ihm. Der Schock rüttelt ihn auf. Weiterlesen



ust auf ihre Erstkommunion hat, rasiert sich Sofia die Haare ab. Als Kind spielt sie lieber mit Jungs, verliert sich in Piratengeschichten. Sie lehnt Essen ab, ebenso wie die Notwendigkeit, sich festzulegen. Sofia lässt sich vom Leben treiben. Als Punk, Schauspielerin, Geliebte. Vor der Kamera glänzt Sofia mit Präsenz, kaum ist diese abgeschaltet, verschwindet sie nahezu unsichtbar. Sofia liebt die Farbe Schwarz, weigert sich aber in Filmen zu sterben. Begründung: Als Lebender könne man nicht wissen, wie es ist zu sterben, und wer es wisse, sei bereits tot.
Die gesamte Bandbreite menschlicher Gefühle bildet die amerikanische Autorin Elizabeth Strout in ihrem neuesten Werk „Alles ist möglich“ ab: Hass, Liebe, Neid, Wut, Einsamkeit, Verbitterung und vieles mehr. Dabei ist der Text weniger ein Roman als vielmehr eine Geschichten-Sammlung, wobei die Menschen, die in den jeweiligen Abschnitten im Mittelpunkt stehen, sich mehr oder weniger kennen oder miteinander verwandt sind. Sie alle leben in oder um die (fiktive) amerikanische Kleinstadt Amgash in Illinois (USA), „einem Kaff zwischen Mais- und Sojabohnenfeldern“, wie es im Klappentext heißt.


