S. M. Stirling: Das Blut der Schlange

Willkommen zurück in einer Zeit, als die Welt noch grenzenlos weit war, als Heldinnen und Helden diese bevölkerten und dem Bösen Einhalt geboten.

Wir befinden uns im Hyborischen Zeitalter, so in etwa 10.000 vor Christus.

War da nicht was, hatten wir nicht schon einmal von den Stämmen und Recken gehört und gelesen?

Ja, an den Lagerfeuern, damals wie heute, werden die Sagen um die Pikten oder die Stygier erzählt, und oft wird dabei von Abenteuern und Heldentaten von Valeria von der Roten Bruderschaft oder Conan, dem Cimmerier berichtet.

Einst, das hat uns der Barde Robert E. Howard überliefert, trafen die Beiden schon einmal aufeinander. Doch dies war mitnichten das erste Mal, dass sie einander begegneten.

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Marc Raabe: Die Nacht    

Art Mayers Nachbarin ist verschwunden. Dessen Tochter Milla lebt jetzt alleine mit ihrer dementen Großmutter und Art hat sie ins Herz geschlossen. Auf Dauer kann das natürlich keine Lösung sein, früher oder später wird Millas Schule das Jugendamt einschalten und dann wird für Milla nur das Heim bleiben. Aus eigener Erfahrung möchte Art ihr das um jeden Preis ersparen. Deswegen sucht er nach Dana – der Mutter. Als er einen befreundeten Politiker um Hilfe bittet, stößt er sehr viel mehr los, als er ahnen konnte.

Im dritten Band um den eigenwilligen Ermittler Art Mayer und seine Kollegin Nele Tschaikowski hat mich Marc Raabe endgültig überzeugt. Die Geschichte ist von vorne bis hinten durchdacht und durchgängig spannend. Sie spielt in zwei Zeitebenen und beschreibt das Leben von Dana und ihre Mutter, während Dana noch ein Teenager ist und sie in einer Wohnwagensiedlung leben. Eben diese verlassene Siedlung brennt in der Gegenwart ab und Art findet auf der Suche nach Dana einen ermordeten Richter. Nach und nach puzzeln er und der Leser sich zusammen, wie das alles miteinander verbunden ist. Warum verschwand vor Jahren in kleiner Junge von dem Campingplatz, warum wurde er nie gefunden und warum findet sich da in Presse und Akten so wenig darüber. Wer war damals darin verwickelt und warum könnte das mit Danas Verschwinden zusammenhängen. Und wer ist heute hinter Milla her, fotografiert und verfolgt sie?

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Zach Williams: Es werden schöne Tage kommen

Nichts ist so, wie es zunächst scheint. In zehn atemberaubenden Erzählungen lässt Zach Williams das Unheimliche, das Unbewusste, das Unfassbare in den Alltag einbrechen. Seine Protagonisten leben nur scheinbar in geordneten Verhältnissen. In Wahrheit ist jedoch die Welt ein Treibsand. Schnell kann sie einen verschlucken. Hinabziehen in Parallelwelten, alternative Wahrheiten, brüchige Beziehungen. Ein Familienurlaub endet in einer Zeitschleife, ein Unwetter bringt die Bürobeziehungen durcheinander, ein Feld voller ausgegrabener Megalithen gibt Rätsel auf.

Was ist Realität? Sie ist äußerst brüchig in Zach Williams Roman. Sie ist so dehnbar und subjektiv, dass ihr Vorhandensein fast angezweifelt werden darf. Dazwischen immer wieder deutliche Kritik an der modernen Welt. Wenn sogar Disney World verfällt, hat sich der amerikanische Traum ausgeträumt. Lassen Sie sich also von den lieblich klingenden Titel nicht täuschen. Diese Geschichten haben einen Nachgang, der brennt, wie scharfes Chili.

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Martta Kaukonen: Traumatisiert

Maßlos überschätzt & überbewertet – ein Thriller, der sich im eigenen Chaos verliert

„Traumatisiert“ – der Titel passt, allerdings anders als erwartet: Nicht die Figuren, sondern ich als Leserin fühlte mich am Ende traumatisiert – vom Versuch, in diesem konfusen Thriller irgendeine Art von Struktur, Spannung oder Erkenntnis zu finden.

Die Fortsetzung des Bestsellers „Therapiert“ wird als „packend“ angekündigt, was sich bei mir höchstens auf das Zuklappen des Buches bezog. Denn was Kaukonen hier liefert, ist eher ein wirres Kaleidoskop aus Fragmenten, Zeitsprüngen und Pseudo-Twists, die mehr verwirren als fesseln.

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Suzanne Collins: Die Tribute von Panem L: Der Tag bricht an

Dieses Mal geht es um die Spiele von Haymitch Abernathy, der im ersten Band der Panem-Reihe Katniss und Peeta als Mentor beistehen soll und sich als haltloser Säufer erwies. In diesem Band geht es um seine Spiele und sein Schicksal. Es sind die 50. Hungerspiele und dieses Jubiläum soll gefeiert werden. Dem Kapitol fällt da nur ein, einfach die Anzahl der Tribute zu verdoppeln. Und mit einem Schlenker kommt so auch Haymitch zu der Ehre. Er rechnet sich keine großen Chancen aus.

Da es sich bei „Der Tag bricht an“ um ein Prequel handelt, weiß der Leser ja schon manches. Haymitch wird überleben und da Katniss und Peeta die ersten Tribute waren, die zu zweit überlebt haben, wird er auch alleine überleben. Trotzdem ist Suzanne Collins noch einiges Neue eingefallen, ebenso wie sie Altbekanntes einflicht und uns so manchen Protagonisten in früheren Jahren vorstellt. So lernen wir Katniss Eltern kennen, auch den Vater, der zu Kantniss Hungerspielen längst tot war. Neu ist auch der Versuch, in die Arena zu gehen, um sie zu zerstören, um die Hungerspiele ein für alle Mal zu beenden. Wir wissen, dass das nicht gelingen wird, wir wissen aber auch, dass Haymitch gewinnen wird. Die Spannung nährt sich viel aus diesem Widerspruch.

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Katherina von der Lane: Haribo 02: Goldene Zeiten brechen an

Bonn 1938: Die süßen Produkte der Firma Haribo sind mittlerweile weit über die Grenzen Bonns bekannt. Doch früher als gedacht muss Gertrud das Unternehmen nun ohne ihren Mann führen und dabei hilft ihre nun ihre Tochter, die sogar ihre Familie dafür zurückstellt. So gelingt es, das Geschäft auch in den schwierigen Zeiten am Leben zu erhalten, bis die Söhne aus der Kriegsgefangenschaft entlassen werden. Goldene Zeiten brechen an, als der Goldbär das Licht der Welt erblickt.

Das Buch ist in einem sehr flüssigen, gut lesbaren Stil geschrieben, dadurch wird das Gelesene zu einem Film im Kopf. Ich fand es spannend, wie die Familienmitglieder in dieser schweren Zeit zusammen gewachsen sind. So wird es ein Buch voller Mut, Zusammenhalt in schweren Zeiten und Verlust, aber auch eine Geschichte voller Stärke und moralischen Entscheidungen. Ich habe den zweiten Band der Dilogie genauso gerne gelesen wie den ersten, wenn ich den ersten aber dennoch einen Tick besser fand.

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Willow Smith & Jess Hendel: Die schwarze Schildmaid

Was ist das für ein – bedeutsamer – Roman, den uns Heyne hier in einer gediegenen Hardcover-Ausgabe kredenzt?

Ein Buch, in dem es um ein Thema geht, das wichtig war, wichtig ist und wichtig bleiben wird.

Es geht um das Selbstbestimmungsrecht von Frauen, um deren Gleichberechtigung – geschickt verpackt in einer abenteuerlichen Handlung, die die Verfasserin in der Vergangenheit angesiedelt hat.

Uns begegnen mutige Frauen, die gegen ihr vorgesehenes Los, ihre Fremdbestimmung, aufstehen und nach Gerechtigkeit und Freiheit suchen.

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Kaliane Bradley: Das Ministerium der Zeit

Zeitreisen sind Realität. Das erfährt eine (lange namenlose) junge Frau, die sich auf einen Job bewirbt, von dem sie erst nach der Einstellung erfährt, um was es geht. Es ist dem „Ministerium der Zeit“ gelungen, Menschen aus verschiedenen Epochen in die Gegenwart zu holen. Menschen, die in ihrer eigenen Zeit ohnehin sehr bald gestorben wären, sodass die Auswirkungen auf die Geschichte marginal sind. Glaubt man. So auch der Polarforscher Graham Core, Mitglied der katastrophal geendeten Expedition um die Schiffe „Terror“ und „Erebus“. Graham sollte 1847 sterben und jetzt soll er in unserem Jahrhundert leben.

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Ken Stornes, Heidi Friedrich: Mein Leben als letzter Wikinger

Der norwegische Extremsportler Ken Stornes sieht das Besondere, nicht das Gewöhnliche. „Die Oberfläche des Normalen interessiert mich nicht. Für mich ist das Leben … wie das Skript eines fulminanten Kinofilms. Und ich bin die Hauptfigur darin.“ (S. 197)

Vielleicht hat er aus diesem Grund seiner Biografie den Titel Mein Leben als letzter Wikinger gegeben. Die Faszination der nordischen Mythen hat sein Onkel ihm schon in seiner Kindheit nahegebracht. Damals besuchte Ken seinen Onkel häufig, wenn dieser seine Schafherde hütete. In der Einsamkeit erzählte er ihm dann die unzähligen Geschichten von Helden und ihren Kämpfen. Heute kennt Ken Stornes zahlreiche Gleichgesinnte, die das Wikingerleben und deren Ideale zelebrieren. Sie alle bevorzugen ein archaisches Leben in der Natur und die Bewahrung alter Traditionen.

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Nell Zink: Sister Europe

Mit Sister Europe legt Nell Zink einen ironisch gebrochenen Berlin-Roman vor, der eine einzige Nacht ins Zentrum rückt. Die amerikanische Autorin, die seit Jahrzehnten in Deutschland lebt, nutzt die Kulisse eines abgehalfterten Luxushotels und das nächtliche Berlin, um ein Gesellschaftspanorama zu entwerfen.

Handlung und Figuren

Im Mittelpunkt steht eine illustre Runde: Demian, ein deutscher Kunstkritiker, seine Trans-Tochter Nicole, der amerikanische Verleger Toto, eine desillusionierte Grande Dame, ein arabischer Prinz und weitere Figuren. Es bedarf einiger Konzentration, um immer gleich zu wissen, wer wer ist – Namen, Hintergründe und Beziehungen sind nicht immer sofort präsent. Anlass des Treffens ist ein literarischer Preis für einen arabischen Autor, doch schon bald löst sich die Gesellschaft von der offiziellen Gala und driftet durch das Berliner Nachtleben. Die Gespräche, die sich dabei entspinnen, sind mal voller Witz, Ironie und kluger Beobachtungen – mal aber auch weniger intellektuell, so wie im richtigen Leben.

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