Der US-amerikanische Schriftsteller Jonathan Franzen bildet unter den lebenden Autoren fast eine eigene Liga. Kaum einem anderen gelingt es, seinen Figuren derart viel Tiefe und psychologische Glaub
würdigkeit einzuhauchen wie dem heute 62-Jährigen, der vor 20 Jahren mit seinem Roman „Die Korrekturen“ – ausgezeichnet mit dem National Book Award – Weltruhm erlangte.
In seinem neuesten Wälzer „Crossroads“, dem Auftakt einer Trilogie, geht‘s um eine sechsköpfige Familie Anfang der 1970er Jahre, in der jedes einzelne Mitglied mit nicht eben geringen Problemen zu kämpfen hat. Bei keinem anderen Autor ist auch der Drama-Anteil so hoch wie bei Franzen. In seinen Romanen geht‘s immer um die ganz großen Themen des menschlichen Daseins: Liebe, Sex, schwerste Zerwürfnisse unter Partnern und familiärer Zusammenhalt.
In „Crossroads“ ist da zunächst Vater Russ Hildebrandt, ein evangelischer Pastor, der nur eines im Sinn hat: Er muss ein anderes Gemeindemitglied, Frances, für sich gewinnen – am besten, um gleich ein ganz neues Leben mit ihr zu beginnen. Weiterlesen



einigen Jahren verstorben, doch June bewahrt im Haus alles so, wie es zu Lebzeiten ihrer Mutter war. Sie lebt im Grunde nicht ihr eigenes Leben, sondern vielmehr versucht sie, ihre Mutter zu sein. So hat sie auch deren Stelle als Bibliothekarin in der örtlichen Bücherei übernommen, obwohl sie sich einen ganz anderen Lebensweg gewünscht hatte.

Am Ende des zweiten Bandes erfahren wir, dass Luzifer Brielle vor den Augen ihrer Freunde die Kehle durchschneidet und mit ihr durch ein Portal in die Hölle verschwindet. Nun, am Anfang des dritten Bands, liegen alle in tiefer Trauer, denn sie sind von dem Tod ihrer besten Freundin, Verlobten, Tochter oder Schwester überzeugt. Wie sollte es auch anders sein? Immerhin wurde sie vor ihren Augen ermordet.
Kunst ist eine Ausdrucksform. Kunst ist aber auch Unterhaltung. Die 1945 in England geborene Susan Herbert versteht vor allem den zweiten Punkt besser als die meisten anderen. Sie möchte die Menschen unterhalten, sie zum Schmunzeln bringen und ihnen ein wenig Freude bereiten. Dafür hat sie sich etwas ganz Besonderes ausgedacht: Sie malt bekannte Gemälde ein zweites Mal – jedoch sind die Protagonisten ihrer Werke nicht länger Götter und Menschen, sondern Katzen. Die Bilder sind von außergewöhnlicher Präzision und so gut wiedergegeben, dass zumindest die bekannteren jedem sofort erkenntlich sind. Das typisch kritisch-zufriedene Lächeln im Gesicht gucken Katzen unter feinen Häubchen und Hüten hervor und übernehmen die Darstellungen, als sei es nie anders gewollt gewesen. Botticelli, da Vinci, Raffael, Michelangelo, van Gogh – ihre Werke und die vieler anderer erwachen einmal mehr zum Leben, auch wenn Madonnen jetzt weiche Pfoten haben und Gott Schnurrhaare.