Sonja Rüther: Feuertaufe 01: Geistkrieger

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der ein wesentlicher Teil der Menschheit im Einklang mit der Natur lebt. Das soll aber beileibe nicht heißen, dass man dort auf die Technik verzichten würde. Doch man hat darauf geachtet, die Technik umweltverträglich zu entwickeln, immer wieder erfolgreich technische Innovationen mit der Natur zu verbinden. Eine solche Zivilisation hat naturgemäß einen ganz anderen Zugang zur astralen Ebene des Daseins.

Willkommen also in Nordamerika, einem Kontinent aber, der mit dem, was wir von den USA, Kanada und Mexiko kennen nichts gemein hat. Seitdem die Wikinger vor Jahrhunderten dort siedelten und Friedensläufer die Warnungen vor dem angreifenden weißen Mann unter den Stämmen verbreiteten, haben die Powtankaner es nicht nur verstanden, die Europäer an der Eroberung der Neuen Welt zu hindern, auch der technologische Vorsprung ihrer grünen Erfindungen hat dafür gesorgt, dass die vereinten Länder der Stämme als gelobtes Land für Kasketen und Wasicun herauskristallisiert haben.

Der Schotte Finnley war in seiner Heimat einer der besten Personenschützer des Landes. Dass er sich während eines Einsatzes in seine Schutzbefohlene, Tochter eines der einflussreichsten Klans der Ureinwohner verliebte und ihr in ihre Heimat folgte erweist sich als problematisch. Um vom Klan, vom einflussreichen Vater seiner Geliebten akzeptiert zu werden, braucht er einen Beruf. Weiterlesen

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Jasmin Schreiber: Der Mauersegler

Mauersegler verbringen fast ihr ganzes Leben im Flug, selbst im Schlaf sind sie in der Luft.

Die Hündin Laika ist ganz allein in ihrer Raumkapsel gestorben.

Menschen machen manchmal die schlimmsten Dinge und haben doch die besten Absichten.

Prometheus rast im Auto, in seiner „Arztkutsche“, wie sein bester Freund Jakob sie genannt hat, gen Norden. Jakob ist nicht mehr da, er hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Prometheus war sein Arzt. Nun flieht er planlos und ohne Ziel – nur weg. Schuldgefühle und Verzweiflung bringen ihn immer wieder zum Schreien und Heulen.  Irgendwo am dänischen Strand versucht er, sein Auto ins Meer zu fahren. Der Versuch misslingt. Er wird von zwei älteren Frauen aufgestöbert.  Sie helfen ihm, sein Auto aus dem Sand zu ziehen und bieten ihm ein Zimmer auf dem Hof an. Aslaug und Helle führen ein einfaches und naturverbundenes Leben auf ihrem Pferde-Hof. Prometheus darf in einem ihrer Gästezimmer wohnen und die Miete mit Arbeit im Stall abgelten. Weiterlesen

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Tim Geyer: 10 Fragen, die du dich niemals trauen würdest zu stellen: Schonungslose Interviews

„10 Fragen, die du dich niemals trauen würdest zu stellen“ ist ein elektrisierendes, scharfzüngiges Buch voller feinsinniger Betrachtungen. Tim Geyers journalistisches Gespür führt den Leser* direkt ins Leben der Menschen. Es ist ein derart delikat-modernes Lesevergnügen, dass es sich beinah verboten anfühlt. Tims Interviews riechen nach Nervenkitzel und Aufregung, schmecken nach Kontroverse und nehmen uns mit auf eine rasante Fahrt durch eine scharfe, differenzierte Gesellschaftsanalyse.

Einmal stellvertretend alle Klischees abfragen.“ (S. 6)

Ungehemmt fragt er einen Polizisten und einen Zollbeamten, ob diese gerne mal mit ihrer Dienstwaffe herumballern würden. Aus einem Sugarbabe kitzelt er heraus, dass ihr „sinnliches Kerngeschäft“ sie in ihrer Rolle als Frau bestärkt. Außerdem befragt er einen Exorzisten, wie man einen Dämon austreibt und was ein Exorzismus kostet. Weiterlesen

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Roger D. Nelson & Georg Kindel: Die Welt-Kraft in dir

Ich habe ebenso das Vorgängerbuch „Der Welt-Geist: Wie wir alle miteinander verbunden sind“ von 2018 von beiden Autoren gelesen, doch „Die Welt-Kraft in dir“ hat mich tatsächlich mehr berührt.

Der Mensch kann paranormale Fähigkeiten wie Gedankenübertragung, Hellsichtigkeit oder Telekinese aktivieren?

Das klingt nicht nur spannend, auch die Wissenschaft kann es belegen. Aber trocken wissenschaftlich-theoretisch und damit oberflächlich, ist diese Lektüre keineswegs.

Geschickt haben die Autoren Wissenschaftlichkeit mit spannenden Fakten verbunden und den Stoff auf unterhaltsame und zugleich informative Weise präsentiert. Auch im Verlauf des Buches haben sie es geschafft, mich zu fesseln.

Leider wird nur kurz angeteasert, dass 70.000 CIA-Dokumente Fernwahrnehmung dokumentieren und sogar Geheimdienste zwei Jahrzehnte lang die Forschung finanzierten. Des Weiteren wird die unfassbar bedeutsame Wirksamkeit des Placeboeffekts allein durch die Macht unseres Glaubens erwähnt. Bsp.: Aderlass.

Fakt ist: Die westliche Medizin bestand jahrhundertelang nur aus dem Placeboeffekt.“ (Zitat S. 114) Weiterlesen

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Mhairi McFarlane: Du hast mir gerade noch gefehlt

Es gibt Autorinnen,  die enttäuschen ihre Leserinnen nie. Mhairi McFarlane ist so eine Autorin. Wenn man ein Buch in die Hand nimmt, den ersten Satz, den ersten Absatz liest und dann erst wieder aufschaut, wenn man den letzten Satz gelesen hat – dann ist es bestimmt ein Buch von ihr.

Sie fängt ihre Leserin ein, sofort. Dabei ist es schwer zu sagen, woran es liegt, warum es sofort, auf der ersten Seite geschieht. Vielleicht liegt es an den so lebendigen, sympathischen Figuren, die stets so wirken, als könnten es deine Nachbarn sein, Kolleginnen, Menschen, die du gerne zum Freund, zur Freundin hättest. Vielleicht liegt es an ihrem so lebendigen Stil, den Dialogen, die so lebensecht, natürlich klingen, so wie die Menschen um dich herum eben sprechen. Oder liegt es an der durchdachten, mit hohem Tempo ablaufenden Handlung, die ihre Spannung bis zur letzten Seite hält, auch wenn erfahrene Leserinnen das Happy End natürlich ahnen.

Woran auch immer es liegt, die Bücher der schottischen Autorin Mhairi McFarlane machen einfach Spaß. Im vorliegenden Roman ist der übliche Humor sehr zurückhaltend, ist doch die Geschichte an mancher Stelle wirklich tragisch. Weiterlesen

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Marcel Huwyler: Frau Morgenstern und die Verschwörung

Was für ein spannender, was für ein exzellent geschriebener Roman! Und was für eine abgefahrene Story.

Der Schweizer Autor hat in diesem bereits dritten Band um die Auftragsmörderin Violetta Morgenstern alle Register gezogen, die einen Krimi mit Tiefgang auszeichnen. Die Figuren sind plastisch, sympathisch, lebendig und dabei so realistisch. Die Geschichte zwar völlig irrsinnig, aber vermutlich (leider) nicht völlig unmöglich. Die Szenen unglaublich dynamisch, ohne falsche Action, mit reichlich Cliffhangern und mit etlichen Nebenhandlungssträngen, die aber mindestens so fesselnd und spannend sind wie der Hauptplot. Und diese Sprache, diese herrliche, so punktgenau treffende Wortmalerei, die ihresgleichen sucht.

Ich weiß nicht, ob solche Formulierungen wie „sie hühnerte herum“ oder „er hirnte“ oder gar „er schlückelte“ typische schweizerische Worte oder Teil des sehr speziellen Wortschatzes von Marcel Huwyler sind, ich weiß nur, dass man beim Lesen solcher Sätze sofort das Bild vor Augen hat, sofort drin ist in der Szene. Weiterlesen

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Isabell Beer: Bis einer stirbt: Drogenszene Internet

Mit 13 raucht Leyla ihren ersten Joint, ihr wird übel davon, doch sie will unbedingt die berauschende Wirkung spüren, von welcher die anderen schwärmen. Irgendwann funktioniert es und von da an raucht sie regelmäßig. Später kommen andere Drogen dazu, Kokain, Pep, schließlich auch Heroin. Sie will alles ausprobieren.

Josh hat seinen ersten Kontakt mit Marihuana mit 15 im Internat. Das Rauschmittel wird Teil seines Alltags, daran ändert sich auch nichts, als seine Eltern ihm wieder nach Hause holen. Die Schule wird immer uninteressanter, irgendwann geht er nicht mehr hin. Er experimentiert mit verschiedenen Stoffen, mit Amphetaminen, Ecstasy, mit Kräutermischungen, Marihuana, verschiedenen Medikamenten und Research Chemicals. Mehrere Male überlebt er nur knapp. Mit 19 stirbt er an einer Überdosis, bei der Obduktion wird eine Mischung verschiedener gefährlicher Stoffe nachgewiesen. Auf dem Buchcover steht vor seinem Namen ein Kreuz.

Beide Jugendlichen kommen aus einem fürsorglichen Elternhaus. Joshs Eltern trennen sich einvernehmlich und ohne Streit, nachdem er aus dem Internat zurückkommt, und ich hatte beim Lesen seiner Lebensgeschichte nie den Eindruck, dass seine Sucht Resultat dieser Trennung war. Sowohl Josh als auch Leyla werden Teil einer Community, Josh, der vorher nur für Computerspiele Interesse gezeigt hatte, schließt sich verschiedenen Gruppen im Internet an, findet online neue Freunde. Weiterlesen

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Gina LaManna: Vier Frauen – Jedes. Wort. Eine. Lüge.

Vier Frauen treffen sich in einem kalifornischen Luxusresort zur Hochzeit einer alten College-Freundin und jede der Frauen verbirgt natürlich Geheimnisse. Doch warum gestehen sie alle den Mord?

Jede der einzelnen Stories bringt zwar neue Erkenntnisse über den Mord, doch leider empfand ich es recht anstrengend, den vielen Erzählsträngen zu folgen. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis der Thriller einen Höhepunkt erreichte. Die wechselnden Perspektiven und die polizeilichen Interviews waren interessant, dennoch habe ich mir so viel mehr erhofft.

Obwohl der Mord im Mittelpunkt der Ermittlungen steht, arbeitet die Autorin die wahre Hintergrundgeschichte dieser vier Frauen heraus. Wer sind diese Damen wirklich und was hat sie dazu gebracht, zu gestehen? Weiterlesen

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Otto Jägersberg: Pianobar

Otto Jägersberg (Jahrgang 1942) ist ein deutscher Autor und Filmemacher. Er lebt und arbeitet in Baden-Baden. Sein erster Roman „Weihrauch und Pumpernickel“ erschien 1964. Am 27. Oktober 2021 veröffentlichte der Diogenes Verlag ein Kurzprosa-Buch von Otto Jägersberg mit dem Titel „Pianobar“.

Darin finden sich 232 kurze und sehr kurze Texte zu unterschiedlichen Themen. Mal sind es Beobachtungen aus dem Alltag oder Einfälle, mal Aufzählungen, mal Prosa-Miniaturen oder Kurz-Gedichte und mal Sequenzen aus dem Fernsehen.

Ganz gleich welche Seite des Buches ich als Lesende aufschlage und lese, schleicht sich ein Lächeln in mein Gesicht:

„Filzpantoffeln. Erstand ein Paar Filzpantoffeln. Da hilft keine Ironie. Sechs Euro, bei Aldi. Bequem, aber nicht lange.“ (S. 63)

Otto Jägersberg sammelt Gedanken und Augenblicke. Er versteht sich darauf, diese in kleine Sprachschätze zu verwandeln. Weiterlesen

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Catherine Raven: Fuchs & ich – Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft

In diesem Buch geht es um eine introvertierte Biologin, die ihr Leben einzig und allein der Natur verschrieben hat und um die außergewöhnliche Verbindung, die sie zu einem Fuchs aufbaut.

Bevor Catherine Raven in Biologie promovierte, hatte sie als Park Rangerin im Mount-Rainier-Nationalpark/Washington gearbeitet. Danach baut sie sich, abgeschottet von der restlichen Welt, in der Wildnis von Montana inmitten von Wüstenbeifuß, Kakteen und Gräsern eine kleine Hütte. Hier in der Einsamkeit heilt sie ihre Ängste und ihre Langeweile, indem sie sich gänzlich der Natur widmet. Pflanzen bestimmen, mit Wühlmäusen und Spinnen leben und wilde Tiere beobachten ist ihr Lebensinhalt. Wenn sie die Jalousien hochzieht, kommt es vor, dass sie direkt in die Augen eines Maultierhirschs blickt. Sie beginnt den Bewuchs um das kleine Cottage herum zu roden. Zwischendurch hält sie Wildbiologiekurse oder führt Exkursionen mit Studenten durch. Doch eigentlich reicht der menschenscheuen Wissenschaftlerin der Kontakt mit einer Schnecke aus. Weiterlesen

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